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Empfehlenswerte Restaurants im Barnim – Heute: Die Restauration „Alte Schmiede“ in Zepernick

Die „Alte Schmiede“ hat als Randberliner-Restaurant schon recht unterschiedliche Zeiten an sich vorüber ziehen sehen. Im Stile eines „rustikalen Gasthauses“ hat sie einige Jahre überlebt. Das Essen war ganz ok, das Personal freundlich , aber richtig gut besucht habe ich den Laden damals nur selten gesehen. Anfang 2009  zog dann das…äh….Konzept eines „XXL-Restaurants“ in die  an sich unschuldigen Gasträume ein. „Essen bis der Arzt“ kommt, Mega-Schnitzel, Monster-Buletten  und Pommes bis sich keiner mehr bewegt? Ich habe mich nie dazu überwinden können mir das anzutun, aber die „Völlerei-Phase“ ging auch ziemlich schnell vorbei.
Seit August letzten Jahres läuft die Schmiede unter neuer Bewirtschaftung. Ob „uns das schmeckt“ haben Karl-Heinz und ich kurz vor Weihnachten mal getestet.

Ambiente und erster Eindruck:

Die Schmiede war und ist ein eher „uriges“ Lokal. Hier weiß man eine nackte Wand noch zu schätzen, der Tresen ist grob gemauert und das Mobiliar stabil. Allerdings ist es wesentlich heller bzw. „landhausiger“ als früher. Die Sitzgelegenheiten haben ein weißes Mäntelchen bekommen, während das allenthalben verteilte Handwerkszeug die behutsame Erneuerung erfolgreich überlebte.
Hinsetzen und sich wohlfühlen?- Wirklich schwer ist es mir nicht gefallen.

Essen und Trinken:
„Nahrungs- und Genussmittel“ spielen in der Gastronomie bekanntlich eine tragende Rolle. In Sichtweite weihnachtlicher Geflügelexzesse entdecke ich allerdings regelmäßig den Vegetarier in mir. Kein schlechter Plan, denn mein  „Ziegenkäse im Strudelteig“ verband sich  fast liebevoll mit Lavendelhonig und Salatbukett. Es sind diese raren Momente in denen man innerlich den Teller abschleckt, sich dann aber doch an Reste von Tischkultur erinnert (schade eigentlich). Das Lamm unseres Herausgebers zeigte deutliche Symptome frischer Zubereitung und wurde ebenfalls rückstandsfrei verputzt.
Die Karte ist überschaubar und schafft damit Vertrauen. 758 verschiedene Gerichte die orale Vorlieben des  gesamten Planeten repräsentieren sollen sind aber in der Regel auch bestenfalls Effekthascherei.

Fleisch? – aber ja doch! Hausgemachte Blutwurst-Maultaschen auf Rahmsauerkraut (9,80€), Schweinenierchen in Dijon-Senfsauce mit Kartoffelstampf (10,20€), Gebratene Hähnchenbrust mit Kürbisselleriegemüse und Rosmarinkartoffeln (11,80€), Gekochter Rindertafelspitz im eigenen Sud mit Bouillongemüsen und Meerrettichsauce dazu Bratkartoffeln (15,90€), Wiener Kalbsschnitzel mit Röstkartoffeln (16,20€)….
Sonntag ist Bratentag. Das heißt: „Ein  ofenfrischer Braten mit Suppe oder Dessert warten solange der Braten reicht.“
Die Kindergerichte sind schnell erklärt. Die lieben Kleinen dürfen „fast Alles bestellen, was die Küche hergibt!“

Über die Getränkekarte kann ich mir (noch) kein wirkliches  Urteil erlauben. „Frische Weine“ sind wohl ein Markenzeichen der „neuen, alten Schmiede“ , wir haben uns dennoch an Bier gehalten.
Die Homepage präsentiert , dessen ungeachtet, jeweils die „Weine der Woche“.

Service:
Unsere Gastgeber standen dem wirklich guten Essen in keinster Wese nach. Freundlich, souverän und ganz offensichtlich in einem angenehmen Verhältnis von Nähe und Distanz geübt. Das Personal(wer nur einmal „Rach der Restauranttester“ gesehen hat weiß was ich meine) gerät noch nicht einmal ins Stammeln wenn es nach Empfehlungen gefragt wird.

Events/Veranstaltungen:
Regelmäßige Veranstaltungen gehören offensichtlich zum Konzept. Eine entsprechende Übersicht steht online und wird regelmäßig aktualisiert. Am 14. Februar ab 15 Uhr heißt es z.B. „Menü d´amour zum Valentin“ . Hier darf/soll auch getanzt werden.
In der Reihe „Vino Kino“ zeigt „die Schmiede“ verschiedene Filme die in einem gewissen Maße alle mit dem Thema Essen&Trinken verbunden sind. Morgen ab 20:00 Uhr können sich die Gäste auf „Eat Drink Man Woman“ (Taiwan/USA,1994)freuen und am  22.02.2010 gibt`s dann den Klassiker „Brust oder Keule“ mit Louis de Funes.

Sonstiges:
Die Toiletten sind sauber und eine kleine Auswahl von Kosmetikartikeln zeugt auch an diesem „stillen Örtchen“ von „gastgeberischen „Ambitionen.

Kritik/Fazit:
Eigentlich habe ich nach diesem Abend nicht wirklich etwas zu „meckern“. Ok, die Portionen sind nicht übertrieben groß, aber so hat der geneigte Besucher die Möglichkeit sich durch ein ganzen Menü zu essen ohne die Verdauungsorgane zu überfordern.

Dem selbst gestellten Anspruch einer „ frischen, regionale Landhausküche mit erfrischendem Service und urigem Ambiente“ wird das Restaurant meines Erachtens gerecht.

Restauration „Alte Schmiede“ Zepernick

Alt-Zepernick 21, 16341 Panketal (OT Zepernick)
Telefon: 030/94415310
Email: info@alteschmiede-zepernick.de
Homepage: www.alteschmiede-zepernick.de
Kontaktformular
Öfnnungszeiten:
Montag-Dienstag ab 16:00 Uhr, Donnerstag-Sonntag ab 12:00 Uhr
„Mittwoch ist schmiedefrei!“

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7 Kommentare » Schreiben Sie einen Kommentar

  1. Nach dem „Flop“ als XXL-Schmiede und meinen dort gesammelten Erkenntnissen, verleitet mich Euer neuerlicher Besuch dazu, es auch mal wieder zu „versuchen“. Werde mal mit der Familie rüberfahren und hinterher selbstverständlich berichten.

  2. 758 (!) verschiedene Gerichte aus aller Herren Länder? Das klingt aber verdächtig nach Instant-Fertigessen-Küche.

    Ich werde trotzdem mal reinschauen…

  3. @ Florian Görner:
    Da hast Du mich gründlich missverstanden (oder mein indirekter Vergleich ist einfach scheiße formuliert):
    Die Alte Schmiede hat eine relativ kleine Karte mit (offensichtlich) frischen, saisonalen Produkten.
    Anderwerseits gibt es diese Läden, die seitenlang undendlich viele Gerichte anbieten und am Ende nichts davon richtig können.
    Wie schon geschrieben, nach meinen Eindrücken kann ich einen Besuch in der Schmiede tatsächlich empfehlen.

  4. Pingback: Gaststätten und Restaurants im Barnim – Von Stefan Stahlbaum

  5. Als „aufmerksamer“ Panketaler musste ich feststellen. dass der Besitzer im Begriff ist die Location zu verkaufen (siehe Webseite). Schade – aber ich glaube bald das Panketal ein schwieriges Pflaster für Gastronomen ist. Oder liegt ein Fluch auf dem Gebäude? :-)

  6. Pingback: Essen und Trinken im Barnim: Ein Rückblick in eigener Sache