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Stichwahl zur Landratswahl im Barnim: Bodo Ihrke, Margitta Mächtig oder Neuanfang mit Carsten Bockhardt?

Bodo Ihrke und Margitta Mächtig

10. Januar 2010: Bodo Ihrke (SPD) und Margitta Mächtig (Linke) erwarten die Ergebnisse der Landratswahl (Foto: KV Barnim)

Am 24. Januar 2010 werden die Barnimer bereits zum zweiten Mal im letzten Jahr dieses Jahrzehnts an die Wahlurnen gerufen. Bei der Stichwahl entscheiden sie, ob der Landrat bis 2018 Bodo Ihrke (SPD) oder Margitta Mächtig (Linke) heißen wird, oder ob es einen Neuanfang gibt.
Keiner der Kandidaten hatte im ersten Wahlgang am 10. Januar die notwendigen 15% aller Wahlberechtigten auf sich vereinigen können. Auch Ihrke als vorläufiger Sieger verfehlte das Quorum um fast 6.000 Stimmen. Selbst wenn alle Wähler des Drittplatzierten Dr. Frank Valentin (BVB/Freie Wähler) nun bei Ihrke ihr Kreuz machten, würde es für den seit 1990 amtierenden Landrat nicht reichen. Vermutlich werden aber viele dieser Stimmen zu keinem der Kandidaten wandern.

So kommt es für die Finalisten nun darauf an, ihre potentiellen Wähler zu aktivieren. Ihrke und Mächtig riefen schon am Wahlabend unisono ihre Parteigänger auf, am 24. Januar Nachbarn, Freunde und Verwandte ins Wahllokal mitzunehmen. Das wird schwer werden. Desinteresse schlägt einem allerorten im Barnim gähnend entgegen.

Auch in Ihrkes Wahlkampschatulle scheint Ebbe zu sein. Sein überzogener Plakatwahlkampf ist ins Stocken geraten. Mächtig hatte sich an ihre Abrede mit Ihrke gehalten und über die Weihnachtszeit keinen Wahlkampf gemacht. Wie sie selbst allerdings das Quorum und die Mehrheit schaffen will, ist auch vielen Optimisten und Sympathisanten der Linkspartei unklar. „Fliegende Wahlurnen“, mit denen bis 1990 jeder gebrechliche Wähler daheim und im Altersheim aufgesucht wurde, gibt es ja nicht mehr. Und derzeit hält der kräftigste Winter seit 1978 den Barnim fest im Griff und ältere Wähler von der Wahlurne fern.

Wer „regiert“ den Barnim ab 24. Januar?
Bodo Ihrkes Amtszeit endet definitiv am 22. Januar. Ab 23. Januar ist Vizelandrat Carsten Bockhardt (CDU), ein ausgewiesener Verwaltungsfachmann, temporärer Hausherr im Paul-Wunderlich-Haus Eberswalde. Und das könnte er einige Monate lang bleiben. Der Landkreis wird nicht „führungslos“ sein, wie der scheidende Landrat Ihrke dieser Tage der Barnimer Presse mitteilte.

Das Landratsamt wird bundesweit ausgeschrieben. Jeder Deutsche kann sich bewerben, der das passive Wahlrecht besitzt und ein ordentliches polizeiliches Führungszeugnis beilegt. Also auch Carsten Bockhardt, Bodo Ihrke, Margitta Mächtig, Frank Valentin, Petra Bierwirth, Britta Stark, Rüdiger Thunemann, Sie und ich.

Die Prozedur der Kandidatenauswahl steht bis heute nicht fest. Der Kreistag wird den neuen Landrat wählen, soviel ist klar. Der Kreistagspräsident Prof. Dr. Alfred Schultz (Linke) wird wohl das erste Vorschlagsrecht haben und aus den hoffentlich zahlreichen Bewerbern auswählen und einen oder mehrere Kandidaten präsentieren. Schon dieses Auswahlverfahren birgt die Gefahr langwieriger parlamentarischer und juristischer Streitigkeiten, denn nicht jeder aussortierte Bewerber wird dies tatenlos hinnehmen.

Schwieriges Kräfteverhältnis
Auch die Mehrheitsverhältnisse im Barnimer Kreistag sind schwierig. Sie ähneln eher denen in der zweiten russischen Duma von 1907, als denen der meisten deutschen Kreistage. Die Linken bilden die stärkste Fraktion, haben aber nicht die Mehrheit im Kreistag. Die SPD hatte schon für die erste „Ihrke-Wahl“ ein buntes Bündnis aus SPD, CDU, Grünen und FDP zusammengetrommelt. Dieses Wahlbündnis hatte Margitta Mächtig mit der Nationalen Front der DDR verglichen, was laute Empörung der Barnimer FDP (selbst Nachfolgerin der DDR-Blockpartei LDPD) hervorrief.

Egal, wie die Wahl ausgeht. Um die beiden Kandidaten muss man sich keine Sorgen machen. Margitta Mächtig wird im Fall einer Niederlage weiterhin ihren Vollzeitjob als linke Abgeordnete im Potsdamer Landtag ausüben. Bodo Ihrke bekommt erst einmal Arbeitslosengeld, wenn er dem Arbeitsamt fristgerecht angezeigt hat, dass sein Arbeitsplatz in Gefahr ist. Hat er das versäumt, drohen ihm die üblichen Sanktionen. Aber dann könnte er sich immer noch bei der WITO bewerben, die er selbst mit ins Leben gerufen hat.

Warum ich am 24. Januar nicht wählen gehe
Ich möchte einen Landrat, der sich als erster Diener seiner Bürger, und nichts als langer Arm Dritter versteht. Einen Landrat, der nicht behauptet, dass er die Kreisverwaltung allein aufgebaut hat. Einen Landrat, der wirklich etwas für den Erhalt einer gesunden Umwelt im Barnim tut, und nicht Sondermüllverbrennung im Biosphärenreservat Vorschub leistet. Ich möchte, dass es 2010 im Barnim einen Neuanfang mit einem qualifizierten Landrat gibt, dem das Wohl der Bürgerinnen und Bürger hoffentlich wichtiger ist als der eigene Machterhalt.

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122 Kommentare » Schreiben Sie einen Kommentar

  1. @Karl-Heinz Wenzlaff
    Du hast erklärt, warum Du am 24. Januar keinen der beiden Kandidaten der Endrunde wählen wirst.
    Ich werde zur Wahl gehen.
    Eine Verweigerung der Wahl würde dem amtierenden Landrat Bodo Ihrke zweifellos in die Hände spielen. Im zweiten Wahlgang werde ich aus pragmatischen Gründen Margitta Mächtig wählen. Ich gehe mit Frau Mächtig sicherlich nicht mit allen politischen Ansichten und in allen Angelegenheiten konform. Auch hat sie seinerzeit als Kreistagsabgeordnete, möglicherweise wider besseren Wissens der Rechtslage, für die gesetzeswidrige Abholzung der Allee Rüdnitz-Danewitz-L29 gestimmt, die glücklicherweise durch zwei Instanzen des Verwaltungsgerichtes verhindert werden konnte.
    Trotzdem bietet Frau Mächtig für den Landkreis Barnim die Chance eines Neuanfangs.
    In den letzten Jahren hat sie sich den sozialen Problemen und Sorgen der Bürger angenommen und sich nicht gescheut, den manchmal schwierigen Konflikten vor Ort persönlich und vor allem mutig und ehrlich zu stellen. Sei es auch in Umweltangelegenheiten wie dem geplanten Bau der Sondermüllverbrennungsanlage in Eberswalde, der Baumschutzverordnung oder der 380-KV-Leitung. Das ist praktizierte Bürgernähe, die zu honorieren ist.
    Auch habe ich die Hoffnung, dass sie die Kraft haben wird, die Kreisverwaltung zu entfilzen.

    Als parteiloser Eberswalder Stadtverordneter der Grünen ist mir deshalb eine Landrätin Margitta Mächtig näher als ein weiter im Amt bleibender Landrat Bodo Ihrke.

  2. @Andreas: Bei aller persönlichen Sympathie für Frau Mächtig kann ich nicht über meinen Schatten springen: Eine mögliche Landrätin Mächtig, eine Beinahe-Ministerpräsidentin Kaiser oder ein Möchtegern-Kanzler Gysi haben für mich eins gemeinsam: Sie arbeiten für eine Partei, der ich verdanke, 28 Jahre hinter Mauer und Stacheldraht in einer Art Freilauf-Zoo gelebt zu haben. Ich müßte mir von meinen Kindern und Enkeln den Vers „Nur die allergrößten Kälber…“ vorhalten lassen. Das hat nichts mit der Person der Frau Mächtig oder ihren Fähigkeiten zu tun, sondern mit ihrer Partei.

  3. @Andreas Steiner
    Ich stolpere jetzt zum wiederholten Male über Ihre Kritik an der L29-Entscheidung, die scheinbar auf Jahre Ihr gesamtes Wahlverhalten beeinflussen und steuern wird. Welche über diese Einzelentscheidung hinausgehenden sachlichen Fehler im Tagesgeschäft fallen Ihnen eigentlich zu Bodo Ihrke ein? Und im Umkehrschluss – welche umsetzbaren Lösungen für soziale Probleme und Sorgen hat Frau Mächtig in den letzten Jahren oder aber in diesem Wahlkampf aktuell vorgelegt?? Halten Sie es für richtig, wahltaktisch auf soziale Ängste mit unumsetzbaren Versprechungen zu reagieren, in der Gewissheit, daraus resultierende Hoffnungen dieser Menschen enttäuschen zu müssen?

  4. @Matthias Adler:

    Meinen Sie wirklich, dass die Menschen vergessen haben, dass Bodo Ihrke über Jahre eine Investition im TGE-Gelände verhindert hat und der Landkreis gerichtlich unterlag, oder dass Firmen-Ansiedlungen in Schönow und Blumberg nur deshalb nicht erfolgten, weil die Unternehmen, obwohl sie als Dienstleister für Berlin arbeiten wollten, ins TGE-Gelände nach Eberswalde sollten? Beide Unternehmen sind heute in Märkisch-Oderland ansässig, wirklich eine Klasse-Nummer. Glauben Sie, die Bürger wissen nicht mehr, dass der Landrat seinen Wahlkampf auf dem Briefbogen der Behörde eröffnete? Sind Sie tatsächlich der Ansicht, dass den Barnimern entfallen ist, wie Herr Ihrke mit den Gutachten für die neue Kreisverwaltung getrickst hat, nach denen der Marktplatz der denkbar ungünstigste Platz war und er so lange herumlavierte, bis er seinen Willen durchgesetzt hatte? Sollten die Anwohner des Brandenburgischen Viertels verdrängt haben, dass er Schulen abreißen ließ? Was ist mit diesem ewigen Streit zwischen Bernau, Landkreis und Land zur Nutzung der ehemaligen Gewerkschaftshochschule als Bildungszentrum? Ist das alles nichts? Haben Sie Bodo Ihrke schon mal erlebt, wie er den Bürgern in der Fragestunde oberflächlich antwortet? Ich höre heute noch, wie er laut tönte, dass es eine Lüge sei, das „Hartz IV Armut per Gesetz“ ist und die PDS als Populisten beschimpfte. Heute gibt er kleinlaut zu, „dass da irgendwas schief gelaufen“ ist. Haben Sie Herrn Ihrke in den vergangenen 18 Jahren jemals so oft beim Volk gesehen wie in den vergangenen Wochen? Das unterscheidet Frau Mächtig von Herrn Ihrke, die eine macht sich ein Bild, überlegt, prüft was zu ändern geht und fasst an, der andere sitzt es aus und rühmt sich mit Erfolgen, die andere auf den Weg gebracht haben. Erinnert sei hier an die 1500 Euro Unterstützung für Solaranlagen für Eigenheimbauer, einem Antrag der LINKEN. Die eine sieht, wo es noch klemmt und hakt nach, der andere erzählt jeden Tag, wie schick hier alles ist. Die eine sucht auch außerparlamentarische Möglichkeiten im Zusammenwirken der Bürgerinnen und Bürger, der andere versteckt sich hinter seinem Behördendasein und scheinbar starren Gesetzen, wie zum Beispiel bei der 380kV-Leitung oder auch der Sondermüllverbrennungsanlage. Aber was soll’s, auch im Kleinen gilt: Jedes Volk hat die Regierung die es verdient. Ich bin auf die Aktivitäten der neuen Kreistagskoalition SPD-CDU-FDP-Grüne sehr gespannt.

  5. @Frank Müller

    Das Bild, dass Bodo Ihrke in der Öffentlichkeit abgibt, ist tatsächlich – vorsichtig formuliert – ausbaufähig. Bodo Ihrke ist für mich nicht der fehlerfreie Messias, der strahlend durch die Lande zieht, um Sonnenschein und Rosenduft zu verbreiten. Doch einer Alternative muss FACHLICH mehr bieten, als einen danderen Namen und ein anderes Parteibuch – fachliche und kompetente Alternativen sehe ich nicht, schon garnicht in Frau Mächtig.
    Und ich muss allerdings auch zugeben, dass ich es erstaunlich und sehr positiv finde, wie sich Frau Mächtig – trotz unserer vollkommen konträren Ansichten – hier und anderswo der Diskussion und Auseinandersetzung stellt. Das würde ich mir vom Landrat zumindest hin und wieder auch wünschen.
    Aber ausschlaggebend für eine Wahl eines Landrates müssen fachliche und soziale Kompetenz sein. Wo sehen Sie kompetente LÖSUNGSKONZEPTE bei Frau Mächtig? Es ist toll, wenn jemand nett ist, immer allen zuhört und am Liebsten jedem verspricht, was dieser gerade hören möchte – damit wird man jedoch die Probleme dieses Landes nicht lösen!

    Und zum Thema Hartz4 nur eins: Man kann streiten, ob Reformbedarf besteht, unstrittig ist jedoch, dass Reformen und Umstrukturierungen des Arbeitsmarktes notwendig waren und sind. Die Konzepte der LINKEN hierzu können nicht mal die Kandidaten dieser Partei selbst plausibel erklären – ich habe gerade vor der Landes-/Bundestagswahl mehrfach mit Frau Mächtig darüber diskutiert und keine Antworten erhalten, die über lapidare Verweise auf Partei-Homepages und Ähnliches hinaus gingen. Wenn Ihnen das reicht, als Grundlage dafür, einen Landkreis der Größe des Barnim erfolgreich zu führen, dann wählen sie ruhig Frau Mächtig – so ist Demokratie nunmal.

    Um Sie zu zitieren: ´Jedes Volk hat die Regierung die es verdient.´

    Es ist leicht mit Dreck zu schmeissen, wenn man keine Verantwortung hat. Aber in MV und Berlin haben die LINKEN schnell gelernt, dass Geld nicht aus dem Automaten kommt – in Brandenburg wird man dies auch schmerzhaft erkennen müssen und manche Biertisch-Forderung wird sich in Wohlgefallen auflösen.

  6. @Karl-Heinz Wenzlaff
    Bitte vergiß nicht, dass der Landrat aufgrund seiner beruflichen Position ein Teil dieses DDR-Systems und aufgrund dessen eine von vielen vielen akademischen Stützen war. Und diesen würdest Du mit einer Nicht-Wahl unterstützen. Es ist eben die Frage, was besser oder schlechter war: Ein SED-Genosse, der vielleicht etwas blauäugig Systemveränderungen in der DDR anstrebte oder eine parteilose Karrieristensystemflöte? Wo willst Du die Grenze in der politischen Bewertung solcher Menschen ziehen?
    Im Übrigen war meines Wissens der derzeitige Eberswalder Bürgermeister Boginski bis 1989 SED-Mitglied und vertritt heute neoliberale FDP-Positionen.

    @Matthias Adler
    Bitte, bitte nicht. Bloß keinen ausbaufähigen Landrat mehr, sondern den bitter notwendigen Wechsel.

  7. Herr Wentlaff, ich verstehe Ihre Wut über die Vergangenheit. Ich habe in meinem Dresden und Kamenz nicht so empfunden. Das war alles so weit weg. Auch später habe ich nie so empfunden, wie Sie es hier schreiben. Es lag wohl an meiner Bereitschaft zur Akzeptanz des scheinbar Unabänderlichen. Das hat sich bei mir grundsätzlich geändert. Aber schon vor langer Zeit. Was ich bedauere ist, dass wieder Erinnerungen und Erfahrungen, die länger als 20 Jahre zurückliegen, das Handeln von heute bestimmen. Das zeigt, dass es wirklich Generationen dauern wird, ehe dieses Deutschland ein Land und dieses Volk wirklich eine Nation ist.

    Herr Adler, welche Frage zu Hartz IV habe ich Ihnen nicht beantwortet? Ich war sehr erstaunt, dass gerade in dem zurückliegenden Wahlkampf dieses Thema kaum noch diskutiert wurde, außer von den unmittelbar Betroffenen. Die Gesetze hierzu kann ein Landrat tatsächlich nicht beeinflussen. Aber, ein Landrat kann sich dafür stark machen, dass die ALG II Betroffenen die tatsächlichen „Kosten der Unterkunft“ erhalten und nicht nur zwischen 80 und 90 Prozent. Ein Landrat kann darauf Einfluß nehmen, welche Aktivitäten im Landkreis entfaltet werden, damit wir nicht wieder und wieder Arbeitslosigkeit finanzieren sondern alle Möglichkeiten des zweite Arbeitsmarktes nutzen, schließlich ist der Landrat Gesellschafter des Job-Centers. Wir müssen wirklich schnell etwas tun, um die „Reproduktion“ dieser Lebensverhältnisse zu stoppen. Dabei geht es um mehr als 20 000 Barnimer. Klar ist im Landkreis die Arbeitskosigkeit gesunken. Aber wer spricht darüber, wieviele der geschaffenen Arbeitsplätze zu denen im Niedriglohnsektor gehören, was auch wieder zu einer Aufstockung des Einkommens durch den Landkreis führt, oder auch nicht…! Denn die Arbeitsweise des Job-Center bekomme ich durch Betroffene regelmäßig vorgeführt.

  8. @ Margitta Mächtig: Ich bin keineswegs wütend, weder auf Sie, noch auf andere Kandidatinnen und Kandidaten Ihrer Partei. Ich kann und will Sie nur leider nicht wählen und habe oben geschrieben, warum.

    @ Andreas: Bodo Ihrke aufgrund seiner beruflichen Position als „eine von vielen akademischen Stützen des DDR-Systems“ zu bezeichnen, ist wirklich eine Fehleinschätzung deinerseits. Die technische und akademische Intelligenz hatte in der Regel in der DDR einen schlechteren Stand als andere. Schließlich lebten wir in einer Diktatur des Proletariats, die auch dazu führte, dass jeder Ingenieur oder Naturwissenschaftler unmittelbar nach seinem Studium weniger verdiente als ein Facharbeiter im ersten Berufsjahr. Im übrigen müßte nach deiner Argumentation auch ich als Diplom-Mathematiker oder -um eine prominentere Zeitzeugin zu nennen- Bodo Ihrkes Klassenkameradin aus Templin, die spätere Diplom-Physikerin und heutige Bundeskanzlerin Angela Kasner eine Stütze des DDR-Regimes gewesen sein. Das Gegenteil ist in beiden Fällen richtig, und das lasse ich auch für Bodo Ihrke gelten.

    Dennoch werde ich auch Bodo Ihrke nicht wählen. Ich habe das in meinem Blogposting oben ausführlich begründet. Deine Argumentation „wer nicht wählen geht, wählt Ihrke“ halte ich für falsch. Meine Meinung: Wer am 24. Januar nicht wählen geht, will einen Neuanfang im Landratsamt ohne Ihrke und Mächtig. Barnimer, bleibt am 24. Januar zu Hause!

  9. @Margitta Mächtig
    Sie sind immer der Fragen des Umfangs und der Finanzierbarkeit Ihrer Beschäftigungsprogramme im öffentlichen Sektor und der Hartz4-Erhöhung aus dem Weg gegangen – Ersteres sogar hier in diesem Blog.

  10. @Andreas Steiner

    Nur zum Verständnis: Wen meinen Sie mit dem ´SED-Genossen, der vielleicht etwas blauäugig Systemveränderungen in der DDR anstrebte´?
    Etwa Frau Mächtig? Die Frau Mächtig, die im letzten Jahr den 7.Oktober im Kreistag zelebrieren wollte?
    In die Position, die Frau Mächtig in der DDR inne hatte, ist man nicht blauäugig reingerutscht – dazu gehörte schon ein seeeehr klares Bekenntnis zu Ideologien und Institutionen!

  11. Nochmal @ Andreas Steiner

    Zitat: > Bitte, bitte nicht. Bloß keinen ausbaufähigen Landrat mehr, sondern den bitter notwendigen Wechsel.

    Etwas mager, sehr mager!

  12. Dr. Andreas Steiner, Januar 18th, 2010
    Ihre Kühnheit die wissenschaftlich-technischen Intelligenz in der ehemaligen DDR pauschal unter dem Begriff „akademischen Stützen“ des Systems zu subsumieren, zeugt von totaler Unkenntnis. Ich vermute, Sie kennen die DDR- Verhältnisse nicht aus eigener Ansicht. Vielleicht haben Sie auch etwas zu tief in die Barnimer Bürgerpost geschaut. Informieren Sie sich mal etwas genauer, bleiben Sie sachlich und langweilen nicht mit persönlichen Auseinandersetzungen, die Sie mit Herrn Ihrke haben, der, wie mir bekannt, vor nicht allzu langer Zeit noch Ihr Parteikollege war.

  13. Es ist schon erschrecklich, wie in vielen Beiträgen und Kommentaren zur Landratswahl die Objektivität und Sachlichkeit in der Argumentation auf der Strecke bleibt, obwohl doch gerade hier diese sehr zielführend wären. Beispielsweise wird die Arbeit des Herrn Ihrke in den vielen Jahren seiner Tätigkeit von einigen Bloggern pauschal abgeurteilt. Diese frage ich, ist Ihnen eigendlich klar, welche Aufbauarbeit unter der Führung dieses Landrates in der Vergangenheit geleistet wurde? Diese habe ich in allen Darstellungen nicht gefunden.
    Sicher hat es Fehler gegeben, die ja kaum in unserem demokratischen System in seiner alleinigen Verantwortung liegen.
    Jeder Landrat im Land Brandenburg hat einmal eine politische Führungsaufgabe und ist gleichzeitig Verwaltungschef. Und wenn man die Landratsarbeit bewerten, müssen doch mindestens beide Aufgabengebiete gleichberechtigt betrachtet werden.
    Aus der Wertung der politischen Erfolge und Misserfolge halte ich mich heraus, aber zu der Wertung in der kreislichen Verwaltungsarbeit kann ich sehr wohl ein Urteil abgeben. Hier ist es doch in den überwiegenden Aufgabenbereichen gelungen, eine zuverlässigen und wirksamen Strukturen mit minimalen Personalauwand aufzubauen. Daran habe auch ich mitgearbeitet und bin sicher auch stolz darauf, dass die Verwaltungseinheit, die ich geführt habe, zu den effektivsten und leistungsfähigsten im Land gehörte. Dies war mir komischerweise möglich, obwohl ich schon zu DDR – Zeiten zur akademische Intelligenz gehörte.
    Warum betone ich dies? Weil an solchen Erfolgen nicht nur viele Mitarbeiter der Verwaltung mitgearbeitet haben die darauf stolz sind, sondern weil natürlich diese Erfolge auch durch die Arbeit eines Landrates ermöglicht wurden.
    Ich habe Frau Mächtig lange Jahre in Ihrer Tätigkeit im Kreistag erlebt und zolle ihr hierfür auch ausdrücklich meinen Respekt. Allerdings bin ich nicht der ihrer politischen Überzeugung und glaube auch nicht, dass sie den zweiten Teil Ihrer Aufgabenstellung als Landrätin ohne jeglichen Kenntnisse erfolgreich leisten kann. Aus diesen Gründen gebe ich Herrn Ihrke meine Stimme.

  14. Noch einmal zum Mitschreiben: Ich habe mich in meinem Kommentar nicht auf die technische und akademische Intelligenz in der DDR im Allgemeinen bezogen, sondern wollte am Beispiel Bodo Ihrke aufzeigen, dass dieser aufgrund seiner beruflichen Position in den VEBs eine von vielen akademischen Stützen des DDR-Systems war und in diesem Rahmen zwangsläufig mit den Kommunisten zusammengearbeitet hat, vielleicht sogar recht komfortabel, zumindest so lange das Regime nicht wackelte. Und heute will er nichts mehr mit „diesen Kommunisten“ zu tun haben.
    Ein Systemkritiker hätte es in einem VEB nicht bis in die Führungsebene geschafft.

    @Curt Schürer
    Lenken Sie bitte nicht vom Thema ab. Es ist einfach, mit einem Pseudonym zu arbeiten. Das zeugt nicht von besonderem Mut.

    @ Dr. Jürgen Stolpe
    Ich denke, es liegt wirklich daran, dass Sie mit Frau Mächtig nicht die gleiche politische Überzeugung hegen. Vorsichtig wäre ich, Frau Mächtig die Kompetenz abzusprechen, eine Kreisverwaltung zu führen. Was ein ehemaliger Elektroingenieur kann, traue ich ihr durchaus zu, ja eigentlich noch viel mehr.

  15. @Dr. Andreas Steiner
    Sie möchten also Bodo Ihrke als „eine parteilose Karrieristensystemflöte“ darstellen, während Frau Mächtig einfach nur etwas „blauäugig“ war? Das ist echt gut.
    Dr. Steiner, es scheint schwer vorstellbar, wenn man es selbt nicht erlebt hat: Es gab in der DDR keine offizielle politische Mitte! Wenn man ein halbwegs normales Leben führen wollte als ‚Akademiker‘, war der Nicht-Partei-Eintritt schon das höchste der Gefühle im Arbeiter- und Bauernstaat. Echte Systemkritiker waren nunmal die Ausnahme. Und die wenigsten von diesen sind nach der Wende in ein Amt gegangen, haben oft diese Form der Verantwortung gescheut.
    Sie wollen jetzt also jemandem, der es zumindestens hinbekommen hat, in einer Führungsposition, aber nicht in der SED, zu sein, einen Strick daraus drehen, dass er eine Systemstütze war, während andere ganz blauäugig Pionierleiter wurden? Das halte ich, gelinde gesagt, für einen ungleichen Maßstab. Mit Sicherheit hat auch Frau Mächtig in den vergangenen 20 Jahren ihre Entwicklung vollzogen. Leider rutschen ihr manchmal Sachen raus, die einen einfach ernsthaft daran zweifeln lassen. Doch sei es drum, Ihre Ihrke-Phobie werden Sie wohl so schnell nicht abbauen.

  16. @Andreas Gläßer
    Und das ist auch wieder falsch interpretiert:
    Ich habe Frau Mächtig nicht in den Zusammenhang damit gebracht, dass sie blauäugig und ohne besseren Wissens gehandelt hat. Das legen Sie mir jetzt in den Mund. Ich habe lediglich geschrieben, dass es durchaus SED-Genossen gab, die in ihrem kleinen Bereich politisch Gutes vollbracht haben. Damit möchte ich mich von Ihrer Art der Phobie, einer bis in alle Ewigkeit währenden Kommunisten- oder Linken-Phobie, distanzieren.
    Doch sei es drum was Ihrke vor der Wende gemacht hat. Viel schwerwiegender ist es, was seine Amtszeit mit sich gebracht hat.

  17. Meine Herren, rätseln Sie nicht über meine Vergangenheit und bitte versuchen Sie sie auch nicht zu bewerten, ohne sie wirklich zu kennen. Ich verstehe ehrlich gesagt auch nicht, warum Sie B. Ihrkes und meine Vergangenheit auf die von vor 20/30 Jahren reduzieren. Mir scheint immer wieder, Sie sind gefangen in dem was vor 1990 war. Und es ist doch bekannt, dass wir beide in der SED waren. Weniger bekannt ist, wie wir uns in und zu dieser Partei verhalten haben. Wenn es wirklich interessiert, kann man dazu ja mal einen Abend „Wir schauen zurück“ veranstalten oder hier einen neuen Blog eröffnen „Mein Leben in der DDR“. Meine Erfahrung , ich schrieb es schon mal, ist allerdings, dass es nicht wirklich interessiert. Die meisten denken, Sie wissen schon alles, wenn Sie wissen welche Funktionen jemand in der DDR begleitete. Aber ob dies wirklich eine Entscheidungsgrundlage für die Frage wäre, wer soll Landrat im Barnim sein, wage ich zu bezweifeln. Eher nähert sich doch Dr. Stolpe dieser Frage, indem er die ihm bekannten Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse von B. Ihrke und mir abwägt. Und er handelt nach einem nachvollziehbaren Prinzip, was ich habe weiß ich, was da kommt, ist mir unbekannt. Das ist doch normal. Einerseits 20 Jahre einen Chef, dessen Stärken und Schwächen man kennt, mit dem man sich arrangiert und eingerichtet hat, mit dem man klar kommt und andererseits die Ankündigung von etwas Neuem, Unbekannten, gepaart mit der Ankündigung alle Strukturen gelten nicht mehr und längere Arbeitszeiten drohen. Herr Stolpe ehrlich,ich verstehe Sie. Ich hätte mit gewünscht die Personalvertretung und Mitarbeiter hätten die Chance genutzt, die Kandidaten mal einzuladen, um sich selbst ein Bild zu machen und dann zu arbeiten. War nicht, schade.
    Herr Wenzlaff löst das Problem anders. Keiner von Beiden, weder der der mich enttäuscht hat, noch die die in der Partei ist, die das Erbe der Partei angetreten hat, die mich „einsperrte“.
    Wir werden sehen, ob die Barnimerinnen und Barnimer das Angebot zur Wahl ihres Landrates annehmen, oder ob es ihnen gar nicht so wichtig ist, wie viele von uns glauben.
    Ich bin mir nur nicht sicher, ob die, im Falle der Nichtwahl folgende Ausschreibung und das gesamte Prozedere etwas an der Auffassung der neuen Koalition von SPD,CDU,FDP und Bündnis 90/Grüne für B.Ihrke ändert und wir die notwendigen Mittel nicht umsonst ausgeben, weil heute schon (mit einer Stimme Mehrheit) entschieden ist, wer Landrat wird: Unser Bodo Ihrke!

  18. @Margitta Mächtig
    Wie bitte? Bodo Ihrke war in der SED? Habe ich Sie richtig verstanden? Das ist mir jetzt völlig neu. Wenn dem so ist, dann verschweigt er das in seiner Biographie, und das wäre für mich ein starkes Stück!

    @Andreas Gläßer
    Herr Gläßer, vor dem Hintergrund der Realisierung Ihrer durchaus anerkennenswerten kulturellen Aktivitäten in der Region gestatten Sie mir bitte die Frage, wie frei und unabhängig Sie überhaupt bei der Beurteilung eines Landrates Ihrke sein können und sind?

  19. @Dr. Steiner
    Natürlich ist diese Frage erlaubt, wenngleich so ziemlich jeder hier im Blog schreibende und kommentierende seine eigene Interessenpolitik betreibt, auch Sie.
    Würde Bodo Ihrke nicht erneut Landrat, würde dies keine ernstaften Auswirkungen auf meine kulturellen Aktivitäten haben, auch wenn der amtierende Landrat sich zum Beispiel sehr deutlich zu dem von mir mitorganisierten Festival bekannt hat. Ich gehe nicht davon aus, das ein/e neuer Landrat/Landrätin sich da auffällig anders verhalten würde.
    Sie unterstellen mir in diesem Fall eine Abhängigkeit, die Sie nicht beurteilen können. Über das Ausmass meiner kulturellen Tätigkeit im ehrenamtlichen und wirtschaftlichen BEreich können wir uns gern aber mal unter vier Augen unterhalten.

  20. > Ich habe lediglich geschrieben, dass es durchaus SED-Genossen gab,
    > die in ihrem kleinen Bereich politisch Gutes vollbracht haben.
    @Andreas Steiner

    Wenn Sie das anders meinten, sollten Sie sich klarer ausdrücken. Sie stellten ganz klar Herrn Ihrke und Frau Mächtig gegenüber.

    Vor allem schließe ich mich Herrn Schürer an: Sie sollten sich mal grundsätzlich informieren, über die Strukturen und Kader, die das System ´DDR´ aus damaliger staatlicher Sicht am Laufen gehalten haben, was deren Aufgaben und Tätigkeiten waren und sich nicht an Hand irgendwelcher Hörensagen-Pseudofakten ein Bild aufbauen, dass vielleicht aus Ihrer Sicht logisch klingt, aber mit geschichtlichen Realitäten wenig zu tun hat. Frau Mächtig war ein Teil dieses DDR-Systems, wie viele andere Menschen auch. Sie hat jedoch in der DDR einen beruflichen Weg eingeschlagen, für den man schon sehr überzeugt von den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen sein musste und für den man auch staatlicherseits ein sehr systemtreues Auftreten voraussetzte. Um mal eins klar zu machen: Diskussionen, wie hier hätte es in der DDR nicht gegeben, auch nicht über Ihre gefällten Alleebäume – nicht weil es niemanden interessiert hätte, sondern weil so etwas gewaltsam unterbunden wurde. Teil des Gesamt-Apparates, der Meinungen bei Kindern und Jugendlichen möglichst früh bilden sollte und auch vermeintliche politische ´Fehlentwicklungen´ erkannte und weitergab, waren die Pionier- und FDJ-Leiter.

    Man kann im Übrigen Meinungen und Ansichten ändern und man kann Fehler machen – dafür sind wir alle Menschen und das kann ich aus persönlicher Erfahrung sagen. Dieses Recht billige ich natürlich auch uneingeschränkt Frau Mächtig zu. Wenn wir aber ins hier und heute wechseln, sehe ich nicht, dass sich Frau Mächtig und viele ihrer Parteikollegen überzeugend von dem damaligen Regime distanziert. Ich erinnere gerne nochmals an ihr Statement zum 7.Oktober letzten Jahres im Kreistag. Oder an ihren Vergleich – hier im Barnim-Blog – der Kreistagsfraktionen, die sich gegen eine Landrätin Frau Mächtig aussprachen, mit der damaligen Nationalen Front gleichzusetzen versucht. Frau Mächtig verklärt die Vergangenheit noch immer in unerträglicher Weise und hat daher keine oder falsche Schlüsse aus 40 Jahren Diktatur gezogen. Was aktuellpolitische Konzepte, fachliche und soziale Kompetenz angeht, zeigt sich gerade in den Diskussionen hier im Barnim-Blog von Seiten Frau Mächtigs nur absolute – und teilweise beängstigende – Ahnungslosigkeit und Unkenntnis. Wer auf der Grundlage der hier dargelegten Statements glaubt, Frau Mächtig wäre tatsächlich in der Lage die Position einer Landrätin erfolgreich auszufüllen, sollte bedenken, dass mit Antritt dieser Position die Zeit der Weihnachtswunschlisten vorbei ist und harte und klare Entscheidungen im Tagesgeschäft gefällt werden müssen, die gravierende Auswirkungen auf diesen Landkreis haben. Es geht dann nicht mehr, jedem das zu versprechen, was gerade gut ankommt. Daran würde Frau Mächtig scheitern – die Folgen für den Landkreis wären katastrophal.
    Frau Mächtig steht für mich für eine Vergangenheit, die einfach endlich mal abgeschlossen werden muss. Es gibt sicher Alternativen zu Bodo Ihrke – keine dieser Alternativen ist jedoch zur Wahl angetreten.

  21. Guten Morgen Margitta Mächtig,
    Sie schreiben (#17):

    Ich bin mir nur nicht sicher, ob die, im Falle der Nichtwahl folgende Ausschreibung und das gesamte Prozedere etwas an der Auffassung der neuen Koalition von SPD, CDU, FDP und Bündnis 90/Grüne für B. Ihrke ändert und wir die notwendigen Mittel nicht umsonst ausgeben, weil heute schon (mit einer Stimme Mehrheit) entschieden ist, wer Landrat wird: Unser Bodo Ihrke!

    Ich bin mir sehr sicher, dass die Bürger mehrheitlich zu Hause bleiben, das Quorum nicht erreicht wird. Danach wird es nicht einfach eine Abstimmung im Kreistag geben, wie Sie es prognostizieren. Warum sollte der Kreistagsvorsitzende auf die Idee kommen, einen der beiden durchgefallenen Kandidaten im Kreistag zur Wahl zur stellen? Damit würde der Kreistag gegen den Willen der Mehrheit der Barnimerinnen und Barnimer handeln.

    Selbst wenn Herr Professor Schultz dem Kreistag Bodo Ihrke erneut zur Wahl vorschlägt und damit das vorgeschrieben Verfahren der Ausschreibung umgeht, wird die „Ein-Stimmen-Mehrheit“ der Unterstützerparteien nicht zustande kommen. Es gärt nämlich an der Basis in mehreren Barnimer Parteien, auch bei den Grünen. Vielen Grünen stinkt es, dass Bodo auf den Grinseplakaten in ihrem Namen Wahlkampf machte. Mir als grünem Wähler ebenfalls.

  22. Herr Adler, wenn Sie mit Schlammwerfen anfangen, sagen Sie bitte Bescheid, damit ich den Rechner ausschalten kann. :-)
    Ich habe in der DDR 2 Berufe, nach 1990 drei Berufe erlernt. Ich bin seit 1993 Kommunal- und seit 2004 Landespolitikerin. Seit 1998 leite ich die Fraktion der PDS/LINKEN im Kreistag. Seit 1995 arbeite ich aktiv in einem der größten Vereine zur Weiterbildung und Qualifizierung von Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitiker in Brandenburg, zunächst als hauptamtliche Geschäftsführerin und seit 2004 als Vorsitzende. Ihr Vorwurf der Ahnungslosigkeit und Unkenntnis ist absurd und beleidigend.
    Herr Wenzlaff: Bitte kein Mißverständnis. Natürlich wird es bei nicht erreichen des Quorums am Sonntag eine Ausschreibung geben. Und wahrscheinlich werden sich auch mehrere Bewerberinnen und Bewerber vorstellen. Und sicher wird es ein Prozedere geben, wie wir die Kandidaten in den Fraktionen vorstellen und eine Entscheidung vorbereiten.
    Was ich nur befürchte ist, dass dies alles zu dem von mir genannten Ergebnis führt. Aber, wir werden sehen. An dieser Stelle würde ich gern irren.

  23. Frau Mächtig,
    bezeichnend ist, dass Sie den ideologischen Bachground einer Pionierleiterposition in der DDR und Ihr etwas steckengebliebenes DDR-Bild unkommentiert lassen! Das war jedoch zu erwarten.

    Woraus Sie aus dem Aufzählen Ihres Lebenweges die Kompetenz ableiten, eine Kreisverwaltung führen zu können, erschließt sich mir nicht.
    Wo hatten Sie jemals in einer Position echte Personal- und Kennzahlenverantwortung, waren für Budgets und Kosten verantwortlich? Wenn ja, in welchem Umfang?

    Im Übrigen ist der Vorwurf der Unkenntnis und Ahnungslosigkeit nicht beleidigend gemeint – er drängt sich auf Grund Ihrer Statements hier aber derart nachdrücklich auf, dass er sich nicht ignorieren lässt. Hätten Sie sich im Vorfeld besser mit Ihren eigenen Wahlkampf-Forderungen befasst, würden Sie hier auch nicht so sang- und klanglos untergehen.

    PS: Das ist auch Teil sozialer Kompetenz, die man durch Berufserfahrung in Führungspositionen erhält: Sachkritik als solche erkennen und nicht irrig als persönlichen Angriff.

  24. @Andreas Steiner (Kommentar Nr. 18)
    Du schriebst „Wie bitte? Bodo Ihrke war in der SED? Habe ich Sie richtig verstanden? Das ist mir jetzt völlig neu. Wenn dem so ist, dann verschweigt er das in seiner Biographie…“

    Da hat Margitta Mächtig offensichtlich Herrn Ihrke mit dem weiter oben erwähnten Friedhelm Boginski verwechselt. Letzterer war bis Dezember 1989 Mitglied der SED und ist heute bei der FDP.
    Vielleicht auch mit ihrem langjährigen Kollegen im Kreistag, Dr. Gert Adler, der immerhin den Wandel vom SED-Funktionär für Agitation und Propaganda zum Vorsitzenden der SPD-Kreistagsfraktions schaffte.

    Daran ist erkennbar, daß früheren SED-Mitglieder durchaus eine Weiterentwicklung zugestanden wird.

    Von Bodo Ihrke ist eine Mitgliedschaft in der SED nicht bekannt. Er gehörte vielmehr 1989/90 in Eberswalde zu den Mitbegründern der SDP, der sozialdemokratischen Partei in der DDR und gehört dieser Partei heute noch an.

    Bodo Ihrke hat damals als Abteilungsleiter (soweit ich weiß) im VEB Rohrleitungsbau sicherlich gute Arbeit geleistet. Solche Posten wurden auch zu DDR-Zeiten zumeist nicht wegen einer schönen Nase vergeben. Diese Leitungserfahrungen dürften auch beigetragen haben, daß ihn seine Genossen von der SPD im Mai 1990 für das Amt des Landrates vorschlugen.

    Herrn Ihrke ist auch nicht vorzuwerfen, daß er damals pauschal als „Kommunistenhasser“ auftrat. Im Gegenteil. Als ich 1990 nach Eberswalde kam und bei der PDS anklopfte, hieß es, daß mit Landrat Ihrke eine gute Zusammenarbeit möglich sei, während bspw. aus der Stadt Eberswalde ähnliches nicht berichtet wurde.
    Der Dezernent Jörg Mocek, noch heute in diesem Job, gehörte damals (bis Dezember 1990) sogar noch dem Eberswalder PDS-Kreisvorstand an.

  25. Gerd Markmann Januar 20th, 2010
    Beginnen Sie jetzt eine personenbezogene „Schlammschlacht“ gegen mich, weil mein Namensvetter Ihrer Landratskandidatin, Frau Mächtig, offensichtlich auf die Füße tritt? So wie Sie es gelernt haben, wird in solchen Fällen mit falschen und an den Haaren herbeigezogenen Aussagen diffamiert, isoliert, abgeschoben oder unschädlich gemacht. Es wird den Bürgern nicht gefallen, wenn Sie mit dubiosen „inoffiziellen Kenntnissen“ über Personen des politischen Konkurrenten (wahrscheinlich finden Sie Gegner besser!) Pluspunkte bei der Wahl der Landrätin Mächtig zu sammeln. Leider habe ich solche Erfahrungen schon zu DDR-Zeiten machen müssen und es war ernüchternd, als mir die damalige Gauck-Behörde 1992 die noch vorhandenen „Akten“ einer seit 1965 durch die Stasi laufenden „operativen Überwachung“ meiner Person vorlegten. Was das für mich bedeutet hat, können Sie, wenn Sie sachlich bleiben, von uns allen wahrscheinlich am Besten beurteilen! Unterlassen Sie diese Diffamierungen. Ich biete Ihnen, als wesentlicher „Meinungsbildner“ der LINKEN, jedoch an, zu dieser Problematik ein klärendes Gespräch zu führen.

  26. Danke Gerd Markmann, so ist das, wenn der Gegenkandidat einem nicht mehr aus dem Kopf geht. :-) Natürlich F. Boginski, ist aus meiner Sicht aber eben so unwichtig für das hier und heute.

    Hallo Herr Gert Adler, (nun heißt es aufpassen, was für wen bestimmt ist). Was ist Ihrer Meinung nach der Beginn einer Schlammschlacht in Gerd Markmanns Beitrag? Doch nicht das Bekenntnis zu unserem Leben, inklusive vor 1990?
    Ist denn das heute wirklich noch wichtig? Ich glaube, jeder der sich damit beschäftigt weiß, wie engagiert Sie heute für die SPD einstehen und das ist weiß Gott kein Straftatbestand, eher politisches Engagement, welches wir uns ja von mehr Mitbürgerinnen und Mitbürgern wünschen.

    Es ist schon enorm, wie Diskussionen geführt werden, wenn es um das Normalste der Demokratie geht, dass zu einer Wahl nicht nur ein Kandidat steht. Die Menschen können wählen, dazu bedarf es aber auch mehr als einen Kandidat oder eine Kandidaten. Das ist doch ok.

    Und wenn ich eine persönliche Bitte äußern darf, ohne Schlammschlacht und Diffarmierungen aller Beteiligten. Danke

  27. Margitta Mächtig Januar 20th, 2010
    Frau Mächtig, es ist für mich kein Bekenntnis zu unserem Leben, inklusive vor 1990, wenn Herr Markmann mir unterstellt, dass ich einen Wandel vom SED-Funktionär für Agitation und Propaganda zum Vorsitzenden der SPD-Kreistagsfraktion geschafft habe. Hier werden von Herrn Markmann bewusst Falschaussagen erhoben, die zeigen sollen, dass Ihr und mein Bekenntnis zu unserem Leben, inklusive vor 1990, gleiche DDR-Erfahrungshorizonte, einheitliche Ausgangsbedingungen hat bzw. gleiche demokratische Prämissen zugrunde lagen. Das dem nicht so ist, ist Herrn Markmann hoffentlich klar!
    Seine Falschaussagen zu meiner Person suggerieren den Eindruck, dass sich im Barnim das demokratische Politikverständnis des SPD-Landratskandidaten von dem der LINKEN-Gegenkandidatin nicht oder nur marginal unterscheidet. Aus meiner Sicht ist das eine Methode der politischen Auseinandersetzung im Ringen um mehrheitsfähige Positionen der/des Kandidatin/Kandidaten zur bevorstehenden Landratswahl im Barnim, die nicht nur meinem sondern prinzipiell einem demokratischen Politikstil zuwider läuft.
    Frau Mächtig, falls Sie vermuten, dass ich Herrn Matthias Adler einen Maulkorb umlegen werde, muss ich Sie leider enttäuschen. Bleiben Sie weiter am Ball!

  28. @Margitta Mächtig u.a.

    Ein (selbstkritisches) Bekenntnis zu seinem Leben muss ein jeder selber für sich abgeben, aber das kritische und genaue Hinterfragen grundsätzlicher gesellschaftlicher Standpunkte hat nichts mit einer Diffamierung zu tun. Dies ist sogar Pflicht eines jeden Bürgers, der verantwortungsvoll mit seinem Wahlrecht umgehen will.

    Ein jeder hat versucht seinen Platz vor 1990 in der DDR zu finden – der eine offensiver als ´Diener´ des Systems, die meisten Anderen eher als Teil der großen Masse.

    Es ist auch nicht diffamierend, Frau Mächtig, grundsätzlich nach einem Demokratieverständnis zu fragen, denn wer diktatorische Systeme als Gesamtheit, die gewaltsame und rechtsfreie Unterdrückung jeglicher systemkritischer Meinungen und die Fokussierung auf militärische und paramilitärische Organisationen aktiv unterstützt hat und freien Willens bereit war, beruflich diesen Werten zu dienen, muss sich natürlich heute fragen lassen, wie er jetzt aus der Distanz der letzten 20 Jahre dazu steht.

    Es geht jedoch nicht um eine Vorverurteilung oder Stigmatisierung. Dass aber gerade aus Ihrem Umfeld wenige wirklich kritische Stimmen von derartigen Personen dazu kommen, lässt nun mal Schlüsse zu – dies klar zu stellen, steht Ihnen jederzeit frei. Wir beide wissen, dass die demokratischen Spielregeln dieses Landes, die auch zum Beispiel der LINKEN eine aktive Einflussnahme auf die Politik dieses Landes ermöglichen, damals nicht einmal ansatzweise galten und stattdessen derartige Ambitionen mit Hilfe permanenter Überwachung, Kontrolle und purer Gewalt von Menschen verhindert worden wurden, die heute zum Teil sehr aktiv in Ihrer Partei und auch in Ihrem Umfeld tätig sind.
    Ich glaube, wir wissen beide, worauf ich hinaus will, oder?

    PS: Wann beginnen Sie eigentlich mit der Sachdiskussion?? Haben Sie inzwischen Ihr Wahlprogramm gelesen?

  29. Sehr geehrter Herr Dr. Adler,

    es sind keine „inoffiziellen Kenntnisse“, sondern Aussagen Ihrer früheren Kollegen und SED-Mitgenossen, die Grundlage meiner Bemerkung waren.

    Daß Sie Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion waren, ist doch richtig. Oder habe ich das falsch im Gedächtnis?

    Wenn die Aussage falsch sein sollte, daß Sie in der SED und dort als Propagandist für die Durchführung des Parteilehrjahres eingesetzt waren, dann bitte ich Sie um Richtigstellung und selbstverständlich um Entschuldigung.

    Aber warum sollten mir Ihre ehemaligen Kollegen falsches erzählen?
    Und was ist daran so ehrenrührig, daß Sie hier von „Schlammschlacht“ und Diffamierung reden?

    Die Bemerkung zu Herrn Boginski und Ihnen und auch Herrn Mocek sollte vielmehr veranschaulichen, daß Menschen sich weiterentwickeln können und das bei manchen auch anerkannt und akzeptiert wird.

    Was eine „operative Überwachung“ bedeutet und wie sowas ablief weiß ich ganz bestimmt nicht besser als Sie. Sie haben das, wie Sie schreiben, selbst erlebt und in Ihren Akten nachlesen können. Ich war, wie Sie sicher wissen, damals im Bereich der Auslandsfunkaufklärung tätig.
    Auf Ihr Angebot für ein persönliches Gespräch will ich gerne eingehen. Sie kennen meine eMail-Adresse.

    Was ich nicht verstehe, ist Ihr Hinweis, nach dem nicht richtig sei, „dass sich im Barnim das demokratische Politikverständnis des SPD-Landratskandidaten von dem der LINKEN-Gegenkandidatin nicht oder nur marginal unterscheidet“.

    Nun kann ich mir durchaus vorstellen, zwischen einem demokratischen und einem undemokratischen Politikverständnis unterscheiden zu können. Welche großen Unterschiede aber soll es zwischen einem demokratischen Politikverständnis und noch einem demokratischen Politikverständnis geben, die mehr als nur marginal sind?
    Können Sie mir da weiterhelfen?

  30. @Gert Adler
    Hallo, Gert. Erst einmal herzlich willkommen als Kommentator auf dem Barnimblog!

    @Margitta Mächtig
    Dann war das doch sozusagen ein „Freud`scher Verschreiber“, das mit Bodo Ihrke und der SED-Vergangenheit. Doch was solls, so etwas kann schon mal passieren. ;-)

  31. Also, es ist schon ein sehr starkes Stück, dass eine ehemalige FDJ-Funktionärin und heutige Landratskandidatin dem politischen Mitbewerber unterstellt, er sei Mitglied der SED gewesen!
    Das erinnert mich doch sofort an eine gängige Methode des MfS: Desinformation als „bewusste Verbreitung von den Tatsachen grundsätzlich oder teilweise widersprechenden Informationen in Wort, Schrift, Bild und Handlungen“ zum Ziel „Aktivitäten und Kräfte des Feindes in (…) genehme Richtungen zu lenken beziehungsweise diese Kräfte zu verunsichern“ definiert im Wörterbuch der politisch-operativen Arbeit des Ministeriums für Staatssicherheit.
    Offensichtlich finden diese Methoden im Barnim weiterhin Anwendung.
    Frau Mächtig – auf Ihren, vor wenigen Tagen plötzlich erschienenen Plakaten steht das Wort „ehrlich“. Wie ernst kann man das nun noch nehmen? Damit haben Sie definitiv über das Ziel hinaus geschossen.

  32. R. Frank, bitte, nun mal ruhig. Ich habe mich bereits korrigiert. Und bitte, so es Sie beruhigt nochmals um Verzeihung. Ihre Keule ist unnötig. Aber tun Sie bitte nicht so, als wäre eine SED-Mitgliedschaft zu DDR-Zeiten nun schon ein Straftatbestand. Zu Ihrer MfS-Geschichte passt ja, dass ich gerade heute einen Brief von einer Behörde erhalten habe, in der einerseits steht: „Auf Ihren ausdrücklichen Wunsch bestätige ich Ihnen: Aus den Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik hat sich ergeben, dass unter den von Ihnen eingereichten Daten… keine Hinweise auf eine hauptamtliche oder inoffizielle Tätigkeit für den Staatssicherheitsdienst vorliegen.“ und andererseits u.a. „… Die Recherchen in … haben ergeben, dass Sie mit ihren Personalien in der Personenkartei(F16) der Hauptabteilung I (Bereich Äußere Abwehr) des MfS erfasst wurden…“
    Und was stört Sie an den Plakaten? Was heißt plötzlich? Gehören Sie nur bei einem Kandidaten zum Wahlkampf?

  33. Die bisher geführte Sachdiskussion bzw. auch Polemik um das Für und Wider Mächtig/Ihrke ist vielleicht motivierend für Anhänger, Gegner und an Personen und Politik Interessierte, zur Stichwahl zu gehen, für die Masse der Bürger, die sie ohnehin nicht erreicht, eher nicht.
    Die Masse der Bürger hatte kein Interesse an der Landratswahl und wird auch kein Interesse an der Stichwahl haben.
    Vielmehr hat die überwiegende Mehrheit der Bürger gelinde gesagt, die Schnauze von den etablierten Pateien und deren Politik auf Bundesebene, Landesebene und kommunaler Ebene sowie den parlamentarischen Institutionen voll.
    Das Desinteresse an jeglicher Politik ist gegenwärtig so groß, wie nie. Und es wächst! Es wächst, weil die gemachten Erfahrungen den Bürger nicht mehr an parlamentarischen Institutionen und Parteien glauben lässt.
    Der Bürger kann nicht mehr ertragen, was das Bild von Parteien und parlamentarischen Institutionen an Skandalen, Verleumnungen, Unmoral, Machtgier, Kungeleien, Breicherung, Seilschaften u.a. prägt.
    Neueste Beispiel in MOL Landrat Friese!
    Um den Bürger wieder für eine glaubhafte Demokratie zu gewinnen, bedarf es der Neugestaltung auf vielen Ebenen. Mit dieser Landratswahl
    sind wir auf dem richtigen Weg. Dieses Pflänzchen wird allerdings nur gedeihen, wenn auch ein gedeihliches Umfeld dafür geschaffen wird!
    Im konkreten Fall Barnim sollten über die bundesweite Ausschreibung und ein folgendes objektives Procedere der Auswahl die Chancen auf Erneuerung genutzt werden!

  34. @Dr. Wolfgang Unger: Vielen Dank für Ihren Kommentar!

    Nun, die Landratswahl ist eine Personenwahl, eigentlich keine Parteienwahl. In der Praxis wird Sie aber leider zu einer Parteienwahl gemacht. Das fängt schon damit an, dass der amtierende Landrat seine komplette Wahlkampagne von seiner Partei bezahlen lässt. Barack Obama oder Dr. Frank Valentin mussten ihre Sparschweine schlachten, um in den Wahlkampf zu ziehen, um einmal zwei weit auseinanderliegende Beispiele zu zitieren.

    Sie schreiben:

    Im konkreten Fall Barnim sollten über die bundesweite Ausschreibung und ein folgendes objektives Procedere der Auswahl die Chancen auf Erneuerung genutzt werden!

    Meine Rede …

  35. @KH Wenzlaff:
    Es wären nur dann zwei weit auseinanderliegende Beispiele, wenn Barack Obama über 800 Mio. Dollar Privatvermögen gehabt hätte. Er hat sicher seinen Wahlkampf durch Spenden finanziert. Herr Valentin vielleicht auch? Und woher nehmen Sie die Gewissheit, dass die SPD den Wahlkampf von Bodo Ihrke bezahlt?

  36. @R. Frank: Sicher, Spenden zu sammeln wäre ein sauberer Weg für die Finanzierung eines privaten Wahlkampfes. Das hat Obama so gemacht, überwiegend online natürlich.

    Da die Social-Media-Kompetenz der hiesigen Kandidaten (mit Ausnahmen) noch nicht sehr ausgeprägt ist, könnte Bodo Ihrke statt dessen auf Wohltätigkeitsveranstaltungen singen oder es mit dem Klingelbeutel auf dem Markt versuchen.

    Frank Valentin hat mangels finanzieller Mittel aus meiner Sicht kaum Wahlkampf gemacht. Info-Stände auf der Straße, eine Wurfsendung, Teilnahme an Podiumsdiskussionen, Interviews für die alten Medien Presse und TV, das war’s. Alles Aktionen, die zwar viel Zeit, aber wenig Geld kosten.

    Bodo Ihrke hat Gelder des Landesverbandes seiner Partei eingesetzt. Das ist bestimmt alles im Rahmen des gesetzlich Zulässigen und womöglich auch anderen Orts in Deutschland so üblich, wo Landräte direkt gewählt werden. Ich hätte ihn aber lieber singen gehört.

  37. Herr Dr.Unger, Dieter Friese ist Landrat in Spree-Neiße, nicht in MOL.
    Die Diskussion Parteien oder Bewegung als Demoratiesystem in der BRD hatten wir nach 1990 heftig diskutiert. Aber noch ist diese Bundesrepublik eine Parteien-Stellvertreter-Demokratie und in der setzen sich Interessen eben auch so durch. Übrigens egal ob wir das gut finden oder nicht. Mich hat die Wut damals in die Kommunalpolitik geführt. Wut, wie man nach der Wende mit Tausenden hier umgegangen ist und wie hilflos viele in und mit ihrer Arbeitslosigkeit waren. Das ist heute bei vielen ALG II-Empfängern übrigens nicht anders.
    Verrückt ist aber, dass die Einen (Kommunalpolitiker aller Parteien und Bewegungen) ihre Freizeit investieren um für ihre Kommunen Gutes zu tun und die Anderen (meist Leute die sich gar nicht oder kaum für irgend etwas engagieren) wahnsinnig über die meckern, die sich engagieren. Aber ich glaube, das hört nie auf.

  38. @KH Wenzlaff:
    Der Vollständigkeit halber würde ich noch erwähnen wollen, dass, und anscheinend verfügen Sie über gute Quellen im SPD-Landesverband aber bei der Linkspartei, auch der Wahlkrampf von Margitta Mächtig maßgeblich durch den Landesverband finanziert wird.
    Ansonsten geht wohl kein Wahlkampf ohne Spenden, egal ob on- oder offline eingeworben. Das ist bis zu einer bestimmten Grenze wohl nicht zu kritisieren. Aber die Mövenpick-Partei steht da ja nun als schlechtes Beispiel da.

  39. zu MM
    Die „Keule“ haben Sie ja aus dem Sack geholt. Also weise ich Ihre Zurechtweisung zurück. Sie streuen hier im Blog Desinformationen und halten es noch nicht einmal für nötig, sich bei Bodo Ihrke zu entschuldigen. Das ist unehrlich und nicht redlich. Mag sein, dass das aber Ihr Stil ist: lospoltern, Augen zu und durch.

    Ihre Plakate seien Ihnen gegönnt. Für einen echten Wahlkampf kamen sie aber für mein Empfinden zu spät. Aber da hat Ihr Landesverband sicher Druck gemacht, oder?

  40. @R.Frank:

    1. Ihre Post`s #38 und #39 beweisen, daß Sie von Interna der LINKEN keinen blassen Schimmer haben. Wenn ich so ahnungslos wäre, würde ich meine vagen Vermutungen hier nicht als Behauptungen äußern.

    2. Frau Mächtig`s Versehen im Eifer des Gefechts wurde von Herrn Markmann richtig gestellt und von ihr selbst bestätigt und öffentlich um Entschuldigung gebeten. Dass Sie dies nicht akzeptieren und hier unterstellen, Frau Mächtig arbeite bewußt mit Desinformation, beweist wiederum, daß Sie nicht an konstruktiver, sachdienlicher Diskussion interessiert sind. Ihre anonyme Anwesenheit hier dient lediglich dazu, eine Ihnen nicht genehme Person zu diffamieren.

  41. Oh, Herr Müller, wer ist denn hier anonym? Ich bin genauso (un-)bekannt, wie Sie hier. Wenn ich so ahnungslos bin und Sie offenbar nicht, dann klären Sie mich/uns doch hier auf.

    zu 2. Es ist eigentlich noch immer so, dass man sich persönlich für einen Fehler entschuldigen sollte und nicht vermeintliche Spreche (i.d.F. Herr Markmann) vorschickt Frau Mächtig ließ lediglich dazu verlauten: „Danke Gerd Markmann, so ist das, wenn der Gegenkandidat einem nicht mehr aus dem Kopf geht. :-) Natürlich F. Boginski, ist aus meiner Sicht aber eben so unwichtig für das hier und heute.“
    Den Vorwurf der Diffamierung weise ich daher zurück! Aber trotzdem Danke für Ihren beherzten Beitrag im Namen von Frau Mächtig!

  42. Ich werde den blog verlassen, weil es nicht mehr um Argumente geht. Vielleicht gibt es wieder mal ein Thema bei dem sich der Austausch lohnt.
    In diesem Sinne herzlich Mächtig

  43. Liebe Frau Mächtig, ich beteilige mich an der Diskussion nicht ohne Erfahrung im Politischen. Ich habe viele Jahre nach der Wende die Politik in Berlin und Ahrensfelde in allen Facetten miterlebt und maßgeblich mitgestaltet.
    Genau diese Erfahrungen sind es, die mich umtreiben, Neues in der politischen Landschaft zu fordern. Hier im Barnim bietet sich beim nicht Erreichen der notwendigen Stimmen die Gelegenheit für Neues!
    Ich will hoffen, dass viele Bürger dies genau so sehen!
    Übrigens fragen Sie mal die Bürger in meiner Gemeinde Ahrensfelde, wer Frau Mächtig und wer Herrn Ihrke kennt (Personenwahl!!)?

  44. @Frank Müller und R. Frank: Wenn wir nicht der Meinung wären, dass Sie hier beide mit Ihrem bürgerlichen Namen kommentieren, hätten wir Ihre Kommentare längst gelöscht. So sind die Spielregeln hier.

    Ein Tipp für alle, die noch als „anonymer blasser Typ vor der grauen Wand“ angezeigt werden: Hinterlegen Sie ein Foto bei Gravatar. Das steht für „Globally Recognized Avatar“ und bedeutet, dass Ihr Foto angezeigt wird, wo immer Sie auf dieser Welt auf einem Blog kommentieren. Da Sie das Foto einmalig durch Klicken eines Links in einer Registrierungsmail bestätigen, geniessen Kommentare mit Avatar bei vielen Blogbetreibern, auch bei uns, einen Vertrauensbonus.

  45. @ R? Frank:

    1. Meine Anonymität pflegte ich z.B. auf mehreren, auch hier im Blog aufgeführten Wahlkampfveranstaltungen, bei denen ich mich u.a. Stefan Stahlbaum und Frank Valentin vorstellte. Ist R. Ihr Vor- oder Nachname und ist Frank Ihr Nach- oder Vorname?

    2. Zitat #32 Frau Mächtig: „R. Frank, bitte, nun mal ruhig. Ich habe mich bereits korrigiert. Und bitte, so es Sie beruhigt nochmals um Verzeihung. Ihre Keule ist unnötig.“
    Das ist für mich eindeutig. Sie dagegen wiederholen Ihren Vorwurf, wider besseren Wissens, erneut. Ebenso reiten Sie ständig auf Parolen der Boulevardpresse, die der Deligitimierung dienen sollen, ohne einen einzigen Beweis für ein tatsächliches, persönliches, Menschen schadendes Fehlverhalten vorlegen zu können. Solche Art von Meinungsmache bezeichne ich nicht nur bei der „BILD“-Zeitung für unsachlich und ehrenrührig.
    Meine Meinung hinsichtlich des Grundes für Ihre virtuelle Anwesenheit in diesem Blog basiert auf der Summe Ihrer Post`s.

    3. Wenn Sie kein Mitglied der LINKEN sind, werden Sie vermutlich weiter über die Interna im Trüben fischen müssen. Ansonsten zeigt sich DIE LINKE jedoch wesentlich offener als Sie.

  46. @R. Frank
    Bitte mal den Ball flach halten. Frau Mächtig hat sicherlich nicht absichtlich Bodo Ihrke mit Bürgermeister Boginski verwechselt.
    Ich allerdings bin der Meinung, dass Sie hier anonym agieren. Man kann Sie nicht zuordnen. Ich wiederhole mich gern: Es ist zwar legitim im Barnim-Blog, aus der Deckung heraus gegen reale Personen zu schießen. Jedoch gehört dazu nicht besonders viel Mut. Hat so ein bisschen Klu-Klux-Klan-Anrüchigkeit. ;.)

  47. @Dr. Andreas Steiner
    Du hast recht, aus der Anonymität „heraus gegen reale Personen zu schießen“ ist unfair und es gehört wenig Mut dazu.
    Allerdings bin ich der Auffassung, daß es jedem selbst zu überlassen ist, wieviel er/sie von sich Preis gibt. Das gehört zur informellen Selbstbestimmung. Das sage ich auch und gerade vor dem Hintergrund meiner DDR-Erfahrungen.
    Ob Anonymus oder Realperson ist also gar nicht so wichtig – es kommt auf die sachlichen Inhalte an. Wenn jemand mit unsachlicher Polemik punkten will, fällt das doch spätestens nach der dritten Mail auf – egal ob unter eigenem Namen oder Pseudonym.
    Wobei ich durchaus nichts gegen Polemik an sich sagen will.

  48. Den Beitrag von R. Frank (Kommentar Nr. 31) halte ich für ein Beispiel der von mir in Kommentar Nr. 47 angesprochenen unsachlichen Polemik.

    R. Frank echauffiert sich in seiner Wortmeldung über eine fehlerhafte Äußerung, die längst korrigiert war.
    Es handelte sich also auch nach der von ihm zitierten Definition eben gerade nicht um „Desinformation“, denn es war keine „bewußte Verbreitung“ falscher Tatsachen, sondern ein Irrtum, der bereits öffentlich festgestellt und von der Verursacherin des Irrtums so bestätigt worden war.

    Dies als gängige Methode des MfS zu bezeichnen ist ersten falsch (ich kann mich nicht erinnern, daß das MfS jemals einen Irrtum zugegeben hat) und zweitens eine offensichtlich bewußte und zugleich dümmliche Diffamierung von Frau Mächtig.

    Desinformation gehörte sicherlich zu den „gängigen Methoden des MfS“, wie wohl auch jedes anderen Geheimdienstes.

    Die Wikipedia definiert „Desinformation“ ähnlich wie das MfS-Wörterbuch und schreibt weiter:

    „…In zahlreichen Gebieten von Politik und Wirtschaft werden Desinformationen gezielt eingesetzt. So besitzen viele Geheimdienste eigene Abteilungen für die Fälschung und Verbreitung von Informationen. Im militärischen Bereich werden Desinformationen zur Täuschung des Gegners eingesetzt, etwa um ihn durch falsche Informationen über eigene Truppenstärken oder deren räumliche Verteilung zu fehlerhaften Entscheidungen zu leiten. Unternehmen reichen systematisch Patentanmeldungen in für sie eigentlich uninteressanten Technologiegebieten ein, um Konkurrenten über ihre Strategie zu täuschen. Verbraucher werden durch Verbreitung von Gerüchten oder öffentlich zugänglicher falscher Informationen dahingehend beeinflusst, Produkte eines Mitbewerbers nicht zu kaufen.
    Im weiteren Sinne ist Desinformation auch die gezielte Überversorgung mit aus der Rezipientenperspektive objektiv nutzlosen Informationen, welche die aus dieser Perspektive wichtigen Informationen überdecken sollen…“

    An gleicher Stelle kann man auch lesen: „Eine Information stellt gesichert dann eine Desinformation dar, wenn sie mit objektiven Maßstäben falsifizierbar ist und der Urheber oder Verbreiter der Information dies weiß.“

    Also, lieber R. Frank, bleiben Sie doch einfach sachlich. Dann kann man Ihre Kontroversen auch ernst nehmen.

  49. @Dr. Wolfgang Unger zu Kommentar 33:
    Ja, da gebe ich Ihnen Recht.
    Doch die Politikverdrossenheit der Bürger wird auch dadurch genährt, dass generell parteidisziplinierte Aktenkofferträger, also vielfach die hochgedienten Leute in den Parteien, auf die besten Listenplätze kommen. Und dann wird meist oben auf der Liste angekreuzt. Wenn sich die Bürger besser informieren würden, hätten vielleicht auch qualifizierte Außenseiter eine Chance, die Veränderungen wollen, gewählt zu werden.
    Andererseits besteht leider kein oder wenig Interesse der Bürger, direkten Kontakt mit den Abgeordneten aufzunehmen. Ich bin jetzt über ein Jahr Stadtverordneter für Eberswalde. Gegen die bestehenden Mehrheitsverhältnisse, die das Status Quo manifestieren, kann man als Triller-Zinn-Steiner-Minderheit wenig bewegen. Und ich würde mich liebend gern mal für aktuelle Problemfälle der Bürger einsetzen. Bislang ist jedoch so gut wie keiner zu mir gekommen, für den ich aktiv was bewegen durfte. :-(

  50. @Gerd Markmann

    Sie schrieben:
    An gleicher Stelle kann man auch lesen: „Eine Information stellt gesichert dann eine Desinformation dar, wenn sie mit objektiven Maßstäben falsifizierbar ist und der Urheber oder Verbreiter der Information dies weiß.“

    Das charakterisiert sehr gut die Slogans ihrer Partei in diesem Landratswahlkampf – gut recherchiert, Herr Markmann!

    Anmerken möchte ich jedoch, dass eine Landratskandidatin, die in einem öffentlich Blog diskutiert, VORHER Statements über Ihren direkten Gegenkandidaten prüfen sollte und nicht Falschaussagen herausposaunt, die den im Nachhinein lauwarm relativiert werden. Das hat einen faden Beigeschmack und im Übrigen etwas mit Professionalität zu tun – sofern man als Politiker(in) Professionalität anstrebt.

  51. @Gerd Markmann Nr.47

    Recht haben Sie: Herr Steiner kapiert es nach wie vor nicht, dass manch einer (im völligen Einklang mit den Regeln der Blogbetreiber) hier nur anonym auftreten will oder kann. Ansonsten kann ich mir meine Meinung oder meine Aussagen in diesem Blog sparen. Ich denke, dass Meinungsvielfalt in diesem Blog erwünscht ist.

  52. @Matthias Adler (Kommentar Nr. 50)
    Schade, daß Sie die Ebene der sachlichen Diskussion nun verlassen.

    Ansonsten haben Sie natürlich recht, es ist außerordentlich unprofessionell, daß sich Landratskandidaten soweit herablassen, hier oder anderswo zu diskutieren. Und das auch noch gleichberechtigt. Da zeigt sich im Unterschied bei Herrn Ihrke der wirkliche Staatsmann.

    Tja Frau Mächtig und Herr Dr. Valentin – ziehen Sie daraus ihre Schlüsse.

  53. Ich kann nicht glauben das hier offen zur Demokratieverweigerung – sprich Nichtwahl aufgerufen wird.

    Auch als Blogger hat man eine Verantwortung für seine „Empfehlungen“ – wer so etwas tut erweist der Demokratie einen Bärendienst. Punkt.

  54. Ich selbst habe mich sehr für diese Direktwahl eingesetzt. Eine solche Aufforderung ist für jeden der sich für diese Basisdemokratische Wahl ein Schlag ins Gesicht.

  55. Marc, wer nicht wählen geht, ist nicht automatisch ein Gegner der Demokratie oder von direkten Wahlen. Ich habe oben begründet, warum ich keinen der verbliebenen Kandidaten wählen kann und wählen werde. Deshalb wird doch nicht gleich die Direktwahl wieder abgeschafft, wie es heute in einer Pressemitteilung zu lesen war.

    Ich bin allerdings überzeugt davon, dass auch das anstehende Bewerberverfahren gute Kandidatinnen und Kandidaten für das Landratsamt bringen wird. Bis dahin wird uns Carsten Bockhardt mit seiner Routine und Umsicht gut „regieren“.

  56. @Claudia
    Klar, wir sind hier ja auch in einem Unrechtsstaat, wo Sie sofort von der Staatspolizei von Zuhause abgeholt werden, weil Sie etwas „Falsches“ von sich gegeben haben.
    Was würden Sie dann bloß unter einem diktatorischen Regime machen? Wahrscheinlich gar keinen Mucks mehr, noch nicht einmal anonym, von sich geben…
    Doch, ich habe Sie schon verstanden, kann aber Ihre Art von „Mut“ nicht teilen. Es ist leicht die Schnauze aufzumachen und böswillig, wie Sie, zu schießen, wenn man dafür keine persönliche (!) Verantwortung übernehmen muss.

  57. verstehe schon deinen Ansatz ist es da aber nicht besser wenn eine Wahl mangels unpassender Kandidaten ein Ergebnis von 60 % ungültigen stimmen hat (und somit das angesprochene Verfahren auslöst), um das ja zur Demokratie aber das nein zu den vorliegenden Kandidaten klar deutlich zu machen.

    Sonst wird die direkte Bürgerbeteiligung in Form von Wahlen eher in Zukunft weiter eingespart (und anhand solcher Wahlbeteiligungen kann man auch noch argumentieren es währe ja im Sinne der Bürger) da ja eh niemand hin geht.

    Ich finde diesen Ansatz allen ‚Wahlfaulen“ eine gut klingende Ausrede zu liefern gefährlich. Das führt sehr schnell zu Ergebnissen die wahrscheinlich niemand von uns will.

    Geht hin zu Wahl wenn Ihr Beide Kandidaten nicht wollt macht euren Wahlzettel doch ungültig das ist abrechnbarer Protest das Fernbleiben an der Wahlurne kann man ja aufs Wetter schieben.

  58. @Andreas Steiner:

    Volle Zustimmung. Sicher besteht ein Recht auf Anonymität. Aber wer sich, bei Aufgabe seiner Anonymität, seine Meinung sparen muß oder will oder kann, der sollte es getrost auch tun.

    Zitat von Martin Gerhard Reisenberg:

    „Glaubt der Bauch von sich, daß er der Kopf wäre,
    muß sich das Herz tatsächlich in Richtung Hose befinden.“

  59. @ Karl-Heinz Wenzlaff:

    Seit die Wahlen anstehen, habe ich mehrfach gelesen, daß diese Direktwahlen ein Versuch sind und nur bei Erfolg fortgeführt werden.
    Scheitern die Wahlen aufgrund der Wahlbeteiligung, bleibt alles wie es war.
    Bin ich da mehrfach falsch informiert worden?

  60. @ Karl-Heinz: p.s.

    Woher nehmen Sie die Überzeugung hinsichtlich der nächsten Kandidatinnen und Kandidaten? Und warum hat Carsten Bockhardt nicht gleich selbst kandidiert, wenn er so gut „regieren“ kann?

  61. @Frank Müller

    Kommunalverfassung des Landes Brandenburg:

    § 126:
    »Der Landrat wird in allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl von den Bürgern desLandkreises für die Dauer von acht Jahren gewählt…«

    § 127 (1):
    »Vor dem 1. Januar 2010 wird der Landrat für die Dauer von acht Jahren durch den Kreistag gewählt…«

    So schnell dürften diese gesetzlichen Regelungen nicht wieder geändert werden. Zumindest die derzeitige Koalitionsregierung wird das kaum auf der Agenda haben. Insofern ist Panik erstmal fehl am Platze.

    Was die Anonymität von Meinungen hier im Blog angeht, wäre ich in der Bewertung vorsichtiger. So kann ich mir bspw. durchaus vorstellen, daß ein Mitarbeiter der Kreisverwaltung sich berechtigterweise scheut, hier seine Meinung zu sagen – vor allem, falls sie von der Meinung der Vorgesetzten abweichen sollte.
    Zu Zeiten des Bürgermeisters Reinhard Schulz war diese Art des Maulkorbs für Mitarbeiter sogar üblich. Auch unter dessen Vorgänger Dr. Hans Mai soll es Fälle gegeben haben, wo die Äußerung eigener Meinungen unter der Maßgabe »Loyalität für den Dienstherrn« schlicht untersagt wurden.
    Ob sowas auch in der Kreisverwaltung üblich ist, weiß ich nicht. Es würde mich aber durchaus nicht wundern.

  62. @Gerd Markmann

    Zu Antwort 52:
    Sie wissen schon, was ´unsachlich´ ist, oder?

    Es muss schon sehr frustrierend für Sie sein, Anderen Leuten offensichtlichen Unsinn unterstellen zu müssen, weil Ihnen hier einfach die Argumente ausgehen. Was kommt als nächstes Thema? Meine Frisur?

    Um eines klarzustellen:
    ICH setze mich hier als Person mit IHREN Statements auseinander, nicht stellvertretend für Herrn Ihrke oder sonstwen. Gäbe es hier echte Alternativen zu Herrn Ihrke, wäre eine Wahl dieser Alternativen für mich zumindestens überlegenswert. Dass SIE und Ihre Spitzenkandiatin unfähig sind, von Ihren poltischen Zielen zu überzeugen, ist ausschließlich IHRE persönliche und argumenative Schwäche und hat nichts mit einer anderen Person zu tun.

    Ich schrieb außerdem bereits, dass ich die Diskussionen der Spitzenkandidaten hier sehr positiv sehe, das reicht aber nicht im Entferntesten für das Prädikat ´professionell´ – da fehlt Ihnen und Frau Mächtig eindeutig inaltliche Subtanz.

    Herr Valentin ist im Übrigen nicht Bestandteil unseres Diskurs – suchen Sie jetzt in letzter Verzweiflung Verbündete?

  63. @Matthias Adler
    Da muss ich aber ganz herzlich lachen. Was hat denn der alte Barnimer Landrat an Substanz mehr?
    Wir können gern mal ein Resümee der Erfolge/Misserfolge/Skandale der Amtszeit des Herrn Ihrke erstellen. Das wird stark in den roten Bereich gehen. Außer Propaganda und Berlin-Effekt nicht viel gewesen. ;-)
    Und Leichen pflasterten seinen Weg.

  64. Nachtrag zu Kommentar 64:
    Aber Herr Adler, das ist meistens so: Je länger jemand im Amt (oder an der Macht) sitzt, umso mehr wird dieser Person ein Heiligenschein verliehen, viele halten denjenigen dann für unentbehrlich. Das relativiert sich aber schnell, wenn ein politischer Wechsel stattfindet. Dann kommen noch mehr Leichen ans Tageslicht und auch die Leute, die sich bislang nicht getraut haben, etwas Kritisches über denjenigen zu sagen, schwenken plötzlich wie die Wendehälse um. Und dann will man nicht mehr dabei gewesen sein.
    Ich möchte Ihnen empfehlen, die Latte der Anforderungen nicht zu hoch zu hängen. Wir sind alle keine Götter, sondern nur Sterbliche. ;-)
    Außerdem ist Ihrke nicht die Verwaltung, sondern nur ein klitzekleiner Teil davon.

  65. @Andreas Steiner

    Hallo Herr Steiner, gute Idee, ich bitte Sie um ein solches (sachliches) Resümee!

    Ich hatte Sie ja schon weiter vorne mal darum gebeten, konkreter zu werden. Das einzig Konkrete hier von Ihnen, waren die abgeholzten Alleebäume, oder?

    Es gibt sicher Kritikpunkte an Bodo Ihrke, aber nur gegen ihn zu wählen und damit billigend in Kauf zu nehmen, ein großes personifiziertes Fragezeichen in dieses wichtige Amt zu hieven, dessen einziges Wahlkriterium die Eigenschaft ist, NICHT Bodo Ihrke zu sein, halte ich für einen grob fahrlässigen Umgang mit dem mühsam erkämpften Wahlrecht in dieser Direktwahl.

    Also Herr Steiner, lassen Sie uns beginnen!

  66. @Dr. Andreas Steiner
    Du schriebst:
    »Wir können gern mal ein Resümee der Erfolge/Misserfolge/Skandale der Amtszeit des Herrn Ihrke erstellen.«

    Bitte entschuldige, wenn ich jetzt hier als Dein Stellvertreter aktiv werde. Ich hoffe, es wird nicht gleich draus geschlußfolgert, daß ich Dir Deine Wahlprogramme schreibe.

    Den Part, die Erfolge zu resümieren können wir getrost Herrn Matthias Adler überlassen. Der kennt sich da bestimmt aus.

    Zu den Mißerfolgen und Skandalen des Herrn Ihrke können m.E. gezählt werden:

    – der Bau eines Kreishauses mit schiefen Treppen (wo sich die Leute die Beine brechen) in Form einer feudalen Burg (womit die eigentlich gute architektonische Idee des Gebäudeensembles zerstört wurde) auf der grünen Oase des einstigen Pavillonplatzes gegen den Willen vieler Bürgerinnen und Bürger, für dessen Finanzierung die Kreisumlage erhöht wurde

    – die Verursachung des Abwasserproblems im Bereich des ZWA Eberswalde mit anschließendem „Aussitzen“ und Abwälzen der Verantwortung auf die Kommunen

    – das Im-Stich-lassen der Gemeinde Oderberg bei der Bewältigung der finanziellen Probleme, an denen er zumindest als Kommunalaufsicht Mitschuld trägt

    – die Abwicklung des Schweinezucht- und -mastkombinates Eberswalde als wichtiges Glied regionaler Wirtschaftskreisläufe (insbesondere der Schlachtbetrieb geriet in der Folge mehrfach in beträchtliche Schwierigkeiten) – trotz vorhandener Alternativen. Auf die damals versprochenen 5.000 japanischen Arbeitsplätze warten wir noch heute vergebens

    – das Ignorieren der Sorgen und Ängste der Bürgerinnen und Bürger im Zusammenhang mit der geplanten 380-kV-Freileitung und hinsichtlich der geplanten Sondermüllverbrennungsanlage

    – die Ignoranz gegenüber den Nöten der Hartz-IV-Empfänger, indem er versäumt, die Erstattung der „Kosten der Unterkunft“ an die wirklichen Kosten anzugleichen

    – der unverfrorene und permanente Mißbrauch der Kreisverwaltung für den eigenen Wahlkampf, wofür u.a. extra eine Personalstelle im Landratsbüro eingerichtet wurde und untergeordnete Einrichtungen und Betriebe in beinahe ununterbrochener Reihe zu fotowirksamen Presseterminen getrieben wurden – eine der letzten überaus peinlichen Selbstdarstellungen war am Donnerstag die als »Deichgraf«-Imitat

    Weiter will ich Dir mal nicht vorgreifen.

  67. @Matthias Adler
    Wissen Sie Herr Adler, sicherlich werde ich mir von Ihnen im Barnimblog für die Bewertung der Person Bodo Ihrke nicht die Spielregeln vorschreiben lassen. Wenn Sie meine Artikel und Kommentare hier, in der MOZ und anderswo gründlich gelesen haben, wissen Sie, was ich gegen diesen immer vorgebracht habe und vorbringe.
    Ich würde deshalb gern zu diesem Thema auch mal andere Leute zu Wort kommen lassen. Vielleicht tatsächlich in Form eines eigenständigen Beitrags, wo dann ausschließlich über das Für und Wider der Amtsperson Ihrke Landrat diskutiert werden kann – was er in den 19 Jahren Gutes, aber auch Schlechtes für den Landkreis Barnim geleistet hat.
    Fangen Sie also bitte erst einmal an, über die „guten“ Dinge zu berichten, die wir sicherlich dann gründlich auseinandernehmen oder relativieren werden.

    @Gerd Markmann
    Danke für Deinen Kommentar, der für den Einstieg schon mal viel Futter liefert.

  68. @Gerd Markmann: Zur KIM kann ich nicht viel sagen, war ich noch bißl jung zu der Zeit. Abert der Rest sind doch mehr oder minder persönliche Meinungen/Ansichten, aber keine belegbaren Fakten für einen Mißerfolg.

    Zum Kreishaus kann ich im Nachgang nur sagen, dass dies für mich (persönlich) eine der besten Entscheidungen war. Niemand anderes wäre bereit gewesen, an der Stelle für die Aktivierung der Innenstadt in der Größenordnung zu investieren. Endlich, seit dem Kriegsende haben wir endlich wieder eine Innenstadt. Die Arbeitsplätze dort stärken auch den Handel und die Gastronomie vor Ort. Und endlich finden die Bürger (nahezu) alle städtischen und kreislichen Behörden, die man im Alltag desöfteren benötigt an einem Ort. Also ich vermisse den alten Platz kein bißchen. Im Übrigen war der auch nicht schön, im Übrigen ist der Park am Weidemdamm knapp 2 Minuten entfernt und ungleich attraktiver. Aber ist eben meine persönliche Meinung. Aber aus der eigenen negativen Meinung einen Mißerfolg des Landrats zu machen, ist schon arg an den Haaren herbei gezogen.

    Zuviel ich weiß, liegen die Probleme in Oderberg doch ganz woanders. Man muss sich natürlich auch mit Leuten unterhalten, die dort in der Materie stecken. Aber erstmal gilt doch das Prinzip der Kommunalen Selbstverwaltung. Aber weil es passt, ist eben Herr Ihrke schuld.

    Was den Wahlkampf angeht, ich finds einfach nur clever, wie er sich in Szene setzt. Wem das zu offensichtlich ist, dem steht es doch frei, anders zu wählen. Im Übrigen bin ich der Auffassung, dass jeder andere Kandidat ebenfalls die Möglichkeiten nutzen würde, wenn er/sie sie hätte. (Vorsicht Unterstellung). Aber natürlich alle anderen sind natürlich bessere Menschen. ;-)

  69. @Michael Peukert
    Da kann ich Ihnen nur beipflichten! Die eigenen Meinung wird nur zu schnell zum vermeintlichen Misserfolg des politischen Gegners umgemünzt.

  70. @Andreas Gläßer
    Nun seien Sie aber mal auch ein bisschen ehrlich zu sich selbst:
    Wenn es Bodo Ihrke vermocht hätte, in den 19 Jahren Amtszeit die Bürgerinnen und Bürger im Barnim von sich selbst zu überzeugen, dann wären bestimmt etliche mehr bereit gewesen, für ihn an die Urnen zu gehen. Dies allein aus Dankbarkeit für die gute politische Arbeit. Die Realität des 1. Wahlganges hat aber eine andere Sprache gesprochen. Trotz des hier gewerteten „cleveren“ Wahlkampfes (Michael Peukert). Es ist schwer, dies als Erfolg zu verkaufen.
    Es hilft eben nicht, nur allein im Wahlkampf sich „einigermaßen“ unters Volk zu mischen. Man kennt Ihrke einfach nicht. In Wirklichkeit waren es ja auch vielfach nur Ihrkes Firmenbesuche , also das Bedienen einer bestimmten Klientel.

  71. @Dr. Steiner: Clever in dem Sinne, dass es doch Ziel eines Wahkampfes ist, das eigene Bild möglichst positiv darzustellen. Alles andere wäre doch zur Erzielung des Wahlerfolgs (darum geht es doch im Wahlkampf) unsinnig. Oder hast Du schonmal erlebt, dass sich ein Politiker im Wahlkampf negativ darstellt? Auf dieser Basis zieht er eben alle Register.

  72. @Gerd Markmann

    So langsam mausern Sie sich hier ja parteiübergreifend zum ´Rächer der Enterbten´ für ideenlose Ihrke-Gegner – als ´Schwert und Schild´ von Frau Mächtig ist Ihnen im Parallelblog argumentativ ja schon mächtig die Puste ausgegangen. Was wird das jetzt hier? Ihr nächstes Waterloo?

    Zu Ihren ´Skandalen´ und Mißerfolgen nur soviel:

    Gerade das Kreishaus sehe ich als einen der größten Erfole des Landrates Ihrke. Die Entscheidung hierüber wurde übrigens demokratisch gefällt oder gab es ein Mehrheit im (demokratisch gewählten) Kreistag gegen das Kreishaus??? Den alten Pavillionlatz als ´grüne Oase´ zu bezeichnen, sehe ich als einen der größten Witze der letzten Jahre an, Sie sollten als Comedian aufreten! Der Pavillionplatz war einfach nur noch provinziell und aus städtebaulicher Sicht unerträglich.

    Zur Abwicklung des SVKE: Welche vorhandenen Alternativen meinen Sie konkret? Aber bitte betriebswirtschaftlich und rechtlich fundiert!

    Zur 380KV-Leitung: Meiner Ansicht nach wurde hier ausreichend auf vorgetragene Ängste eingegangen – es wird aber nie ein Projekt geben, dass nicht persönliche Interessen einzelner Bürger tangiert. Wollen Sie Derartiges ausschließen, könnten Sie beispielsweise die komplette Stadtentwicklung beenden. Mich interessieren hierbei nach intensivem Studium der ´Einwände´ vor Allem die belastbaren Belege über gesundheitliche Störungen, die angeblich von dieser Anlage ausgehen.

    Zum Thema Hartz4 wäre ich an Ihrer Stelle gaaaaanz still Herr Markmann, sonst sezieren wir mal die ´Lösungsansätze´ Ihrer Partei zu diesem Thema – was mir im Übrigen ein Fest wäre! Also, gern und zu jeder Zeit, Herr Markmann!

    Allgemein gebe ich Ihnen abschließend gerne noch die Information, dass politische Entscheidungsträger in Deutschland gewählt werden, um Entscheidungen zu treffen und nicht, um es jedem recht zu machen. Jede Entscheidung, die Ihnen nicht gefällt als ´Miserfolg´ oder ´Skandal´ zu bezeichnen, passt allerdings in Ihr etwas skurriles Politikbild.

    @Andreas Steiner
    Hier im Blog blieben mir von Ihnen bisher nur die abgesägten Alleebäume hängen – und sorry, ich werde definitiv nicht in der MOZ recherchieren um Ihre Kritikpunkte am Landrat zu begreifen.
    Unter uns gesagt: Mir wäre es allerdings als Abgeordneter etwas zu arm, mir hier im Blog von Herrn Markmann die fehlenden ´Argumente´ soufflieren zu lassen!

    Aber in einem Punkt haben Sie recht: Die Öffentlichkeitsarbeit der Person Bodo Ihrke ist trotz 19 Jahren Amtszeit stark ausbaufähig – dass ist im Übrigen aus meiner Sicht die größte Schwäche von Bodo Ihrke – sich nicht gut verkaufen zu können.

    Positiv für Bodo Ihrke möchte ich hier aber noch die Finanzsituation des Landkreises ansprechen. Und was die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen angeht, können diese nicht so schlecht sein, denn die Präferenzen der Mehrheit der Barnimer Unternehmer heisst definitiv NICHT Margitta Mächtig.

  73. @Matthias Adler
    Da kann ich meinem „Namensvetter“ nur zustimmen !
    Sehr guter Kommentar.

  74. @Dr. Andreas Steiner
    Aus meiner Sicht ist die schlechte Wahlbeteiligung beim ersten Urnengang eher ein allgemeines Phänomen (mal sehen wie es heute wird). Zudem ist dies eine neue Wahlmöglichkeit, die die Bürger vorher nicht hatten. Der Bürger selbst ist jetzt erst einmal gefragt, sich darüber zu informieren, in was für ein Amt er/sie da überhaupt einen Kandidaten wählen soll. Ich bin auch der Auffassung, dass es nicht die erste Amtspflicht eines Landrates ist, die Bürger permanent neu über seine Funktionen aufzuklären. Da sehe ich jeden auch selbst in der Pflicht. Wie Matthias Adler bereits sagte, ist die Selbstdarstellung Bodo Ihrkes sicherlich ausbaufähig. Aber mir ist definitiv ein Landrat lieber, der in seiner Amtszeit seinen Pflichten nachgeht, als einer, der 8 Jahre lang Wahlkampf betreibt. So etwas sehen wir im Bundestag in jeder Legislaturperiode auf´s Neue. Bitte nicht auch hier im Landkreis!
    Sie und nicht wenige andere Ihrke-Gegner führen oft seine Unbekanntheit beim Bürger als Argument für einen Wechsel ins Feld. Sie selbst sind ja Eberswalder Stadtverordneter, also auch Volksvertreter. Wievielen Eberswaldern sind Sie bekannt? Ich habe es bis jetzt nicht nachgeprüft, äquivalent zu Ihrer kleinen Umfrage im Februar letzten Jahres, aber ich denke es würde doch etwas ähnliches dabei herauskommen. Wenn ich die Zeit finde, werde ich das mal in Angriff nehmen (natürlich nicht nur für Ihre Person, vielleicht gleich für alle Stadtverordneten).
    Sie werden jetzt sagen, dass Sie ja nicht der Landrat des Landkreises sind, der sicherlich bekannter sein sollte, als ein Stadtverordneter. Letztendlich weist es aber auf dieselbe Problematik hin: Viele Menschen interessieren sich nicht für Alltagspolitik, es sei denn, sie werden davon unmittelbar betroffen. Heutzutage bilden sich dann ganz schnell Bürgerinitiativen, die in der Regel (nicht grundsätzlich) ihre Partikularinteressen vertreten und dabei allzuoft Gesamtzusammenhänge außen vorlassen.
    Regelmäßige deutschlandweite Umfragen zur Bekanntheit von Politikern bringen selbst bei richtigen Rampensäuen der Bundespolitik erschreckende Ergebnisse hervor. Das sagt meiner Meinung nach nichts, aber auch gar nichts über ihre Arbeit aus.

    Im Übrigen: Vergleicht man die Landkreisverwaltung mit einem Unternehmen mit ca. 800 Angestellten, würde der Chefmanager doch auch nicht Öffentlichkeitsarbeit für seine eigene Person betreiben, sondern für das Unternehmen.

    Wenn es nicht zu fatalistisch wäre, würde ich sagen: Herr Dr. Steiner, übernehmen Sie mal diesen Job für ein paar Jahre und danach reden wir darüber, was Sie geschaffen haben. Aber Menschenexperimente sind glücklicherweise verboten und Sie stehen nicht zur Wahl.

  75. @Matthias Adler, Kommentar 74
    … „stark ausbaufähig“: Ihre Bemerkungen sind immer wieder aberwitzig.
    Schade, wenn man sich über das regionale Tagesgeschehen nicht informieren will, Herr Adler. Dazu gehört eben, ob es Ihnen gefallen mag oder nicht – unabdinglich die MOZ.
    Vor diesem Hintergrund Ihrer begrenzen Information über die Region (mich auf den Fall Alleebäume Rüdnitz zu beschränken), geht Ihr Vorwurf an mich, mir würden Argumente für die Bewertung der Amtsperson Bodo Ihrke fehlen, ins Leere.

  76. @Michael Peukert
    Ich habe ja auch nicht geschrieben, dass ich Ihrkes Wahlkampf „unclever“ fand.
    Trotzdem wird dieser nicht erfolgreich sein. Hat Bodo (oder seiner Partei) viel Geld gekostet und das Quorum wird höchstwahrscheinlich zum zweiten Mal nicht erreicht.

  77. @Andreas Gläßer
    Das Amt des Landrats traue ich mir zu und würde es gern übernehmen. Ohne Zweifel würde dies eine enorme Kraftanstrengung der Einarbeitung bedeuten, wobei eigentlich keine Einarbeitungszeit gewährt werden kann, weil man von Null auf Hundert zu funktionieren hat.
    Eine Person mit Verwaltungserfahrung hätte es da leichter, birgt wiederum die Gefahr des Einzugs eines Bürokraten, der die Menschen als solche zu wenig im Blick hat.
    Im Übrigen scheide ich da sowieso aus, weil mittlerweile Verwaltungserfahrung vorausgesetzt wird. Bodo Ihrke hatte m.W. seinerzeit noch die Chance, dies in Seminaren „nachzuholen“, aber das waren andere Zeiten.

    Ihr Vergleich Kreisverwaltung und Unternehmen hinkt aber sehr, denn erstere ist für die Bürgerinnen und Bürger da, und nicht in erster Linie profitorientiert ausgelegt.

  78. @Dr. Steiner: Also ich würde die Meinung eines anderen Diskutanten hier nicht als „aberwitzig“ bezeichnen. Entweder auch mal ´ne andere Meinung hinnehmen/akzeptieren, weil das jedermanns Recht ist. Du wolltest/ solltest ja noch Beispiele nennen, wo Ihrkes Politik an konkreten Beispielen gescheitert ist. Aber bislang hat nur Gerd eine Auflistung geliefert. Du hast nur in Nr. 77 die Allee nochmals wiederholt.

  79. @Michael Peukert
    Lieber Michael, wenn ich mal viel Zeit habe, werde ich diese Liste meiner Einschätzungen erstellen. Doch das ist nicht in wenigen Minuten anspruchslos zusammen zu kritzeln.

    Aber warum muss ich mich erneut, als geouteter Ihrke-Kritiker, diesbezüglich immer wieder ins Zeug legen? Ein Beitrag hierzu, wie von mir oben angekündigt, der zu Diskussionen einlädt, wäre m.E. sinnvoller.

  80. Na immerhin geht es hier dem Blog-Thema um die Wahl. Und würde ich schon gern konkret wissen, warum ich Herrn Ihrke nicht wählen soll. Es würde ja ein Link reichen, wo man eine ähnlich geartete Aufstellung von Dir findet. Einfach nur etwas in den Raum zu werfen, nur um eine Diskussion zu entfachen erscheint mir einfach zu billig. Ich musste mir schonmal zu so was wie den Begriff „Troll“ anhören.

  81. @Dr. Steiner #79
    Ich finde den Vergleich eigentlich sehr passend, zumal ja gerade auch von den Ihrke-Kritikern immer wieder die notwendige Dienstleistungsmentalität in der Verwaltung angemanht wird. Zudem gibt es das gGmbH-Modell.
    Unabhängig davon geht es dabei um einen Vergleich, nicht um eine Gleichsetzung. Zur leichteren Vorstellung könnte man sagen, dass die Zielgruppe des Verwaltungsunternehmens alle Bürger der Region sind und das Produkt ist die möglichst effiziente Verwaltung ihrer Belange. Der Profit der Verwaltung? Zufriedene Bürger und ein konsolidierter Haushalt? Wobei Zufriedenheit genau die Krux ist. Denn dafür sind immer große oder kleine Kompromisse nötig.

    Aber zum Thema meines Kommentars: Meinen Sie wirklich, dass Sie die Qualität der Arbeit eines Landrates an seinem vermeintlichen Bekanntheitsgrad messen können? Wollen Sie dauerhaften Wahlkampf? Ich möchte das nicht!

  82. @Andreas Gläßer
    Da haben Sie mich falsch verstanden.
    Für mich stellt es keinen dauerhaften Wahlkampf (den ich auch nicht möchte) dar, wenn sich ein Landrat mehr unters Volk mischen würde und nicht nur Besuche bei Organisationen, Vereinen und Firmen macht. Wann war Ihrke in seiner Funktion als Landrat das letzte Mal im Brandenburgischen Viertel bzw. bei anderen sozialen und ökologischen Brennpunkten der Region?

  83. @Michael Peukert (Kommentare Nr. 80 und 82)
    Lieber Micha, es ehrt Dich, daß Du Dich in die Bresche wirfst, „auch mal ´ne andere Meinung hinnehmen/akzeptieren, weil das jedermanns Recht ist“.
    Und Du tust auch gut daran, dies für einen Diskutanten einzufordern, der selber weit davon entfernt ist, die Meinung anderer ohne hysterische Keiferei hinzunehmen oder zu akzeptieren. Der jede Diskussion, seien seine Argumente auch noch so billig, in ein „Waterloo“ für den anderen enden lassen will.

    Deine Wortmeldung und Dein Eintreten für Bodo Ihrke zeigen zudem, wie weit – im Gegensatz zum polarisierenden Getöse von einer „Richtungswahl“ an anderer Stelle – Pluralität und Toleranz innerhalb der LINKEN gehen.
    Das ist ein wichtiges Plus – wir beide können uns, wie schon praktiziert, bis aufs Messer streiten, und trotzdem sicher sein, daß der eine dem anderen nicht die Kehle durchschneidet. Andere sind leider von soviel Streitkultur weit entfernt. Aber vielleicht lernen sie’s auch noch. Nur das wird wirklich „Zukunft bringen“.

    Der schon vor ein paar Tagen geposteten Einschätzung von Karl-Heinz, daß nach dieser Wahl beide Stichwahl-Kandidaten „verschlissen“ sind, ist wohl letztlich zuzustimmen.

  84. Nach all Ihrem Für und Wider gestatten Sie mir meinen Dank für Ihr Interesse. Wenn sich künftig an Entscheidungen des Landkreises gleiche Aktivitäten entfalten, ist der Weg zur Bürgerkommune nicht mehr weit.
    Mein Resümee:
    1. Ja, die LINKE ist stark im Barnim.
    2. Hätten die Parteien der Allianz einzeln soviel Stimmen erlangt, wie DIE LINKE, hätten wir nun einen Landrat.
    3. Bürgerinnen und Bürger haben nicht verinnerlicht, welche Aufgabe die Funktion hat. Das ist wohl doch eher ein Defizit des Amtsinhabers als der der Mitbewerber.
    Wir werden sehen, wieviel Demokratie jetzt funktioniert.

  85. @GerdMarkmann: Danke für das Lob. Aber muss Dich in einem leider enttäuschen. Aber bin ausgetreten aus „Die Linke”.

  86. @Gerd Markmann
    Den Parteiaustritt von Michael habe ich schon vermutet.
    Ansonsten hätte er sich in seinen Kommentaren bestimmt nicht so deutlich für Bodo Ihrke positioniert. ;-)

  87. @Dr.Steiner: Hat nichts mit einer Präferenz für eine Partei zu tun. Da hab ich keine…

  88. Im Übrigen hatte es dafür eine Vielzahl von Gründen, welche aber auch eher keinen direkten regionalen Bezug haben.

  89. @Andreas Steiner
    Wenn Sie mich für uninformiert über das regionale Tagesgeschehen halten, weil ich Ihre MOZ-Präsenz nicht auswendig kenne, nehmen Sie sich etwas zu wichtig. Ich weiss noch immer nicht, was Sie konkret am Landrat kritisieren – wobei einige Ihrer Äußerungen den Schluss nahelegen, dass hier persönliche Antipathien hineinspielen, die mit Sachthemen wenig oder nur am Rande zu tun haben.
    Dass Sie glauben, die Führung der Kreisverwaltung hätte mit einer Unternehmensführung wenig oder nichts zu tun (und sich dies selbst uneingeschränkt zutrauen! :o)), finde ich dann schon eher (um mit Ihren Worten zu reden) ´aberwitzig´ – in diesem Zusammenhang möchte ich daran erinnern, dass Gewinnorientierung auch Kostenverantwortung beinhaltet. Gerade, was die Erstellung und Einhaltung von Budgets angeht, sehe ich moderne Verwaltungen sehr nahe an privatwirtschaftlichen Unternehmen – gerade unter dem Eindruck massiver Verschuldungen der öffentrlichen Haushalte und einer sehr unklaren Situation, was das Aufkommen an Steuern und Abgaben in den nächsten Jahren angeht. Da würde ich mir auf allen Verwaltungsebenen viel mehr klassisches Management wünschen!

    Dazu kommt noch der Punkt der Personalführung: Ein extrem großer und wichtiger Teil der Arbeit eines Managers ist reine Führungsarbeit – Motivation, Entwicklung und Führung von Mitarbeitern und Leitungskräften – das ist genauso eine herausragender Bestandteil der Arbeit des Landrates!

    @Margitta Mächtig
    Wenn man verliert, sollte man auch das Rückrad haben, dies ehrlich einzugestehen – Sie haben verloren, auf der gesamten Ebene, obwohl ich mir einen noch deutlicheren Abstand gewünscht hätte.
    In Punkt 3 Ihres Resümees muss ich widersprechen: Ich glaube gerade, dass die Bürger, die wählen gingen, die Wichtigkeit der Position erkannt haben – und entsprechend votierten.

    Darüber hinaus ist meine feste Überzeugung, dass die LINKE von allen Parteien am Besten ihr Wählerpotenzial ausschöpfen kann und konnte – eine höhere Wahlbeteilligung hätte mit Sicherheit die Ihrke/Mächtig-Schere noch weiter auseinandergehen lassen.

  90. @Gerd Markmann
    Ich würde mal darüber nachdenken, warum Sie selbst mit solchen ´billigen´ Argumenten komplett überfordert sind.

    Und noch eins: Ich könnte Ihnen hier zum Thema ´polarisierendes Getöse´ seitenlang Statements Ihrer Partei, Ihrer Spitzenkandidatin und Ihrerselbst um die Ohren hauen – das ist ein ziemlich schwacher Abgang für einen ´Chefredakteur´, Herr Markmann!

    PS: War der letzte Leitartikel in der BBP ´Die Menschen wollen die Direktwahl´ eigentlich von Ihnen?

  91. @Andreas Steiner
    Ganz großes Kino, Herr Steiner – was sind Sie doch gleich? Abgeordneter???

    Diesem verzweifelten Versuch, witzig zu sein, entnehme ich, dass sich Ihre Kompetenzen doch auf abgeholzte Alleebäume reduzieren.
    Naja, wenigstens etwas bleibt hängen, wenn man Ihren Namen hört!

  92. Lieber Andreas,
    laß es sein, Dich von Herrn Matthias Adler in sinnlose Streitereien verwickeln zu lassen. Der Mann ist doch so leicht zu durchschauen und dann auch zu manipulieren.
    Das Experiment ist voll aufgegangen. Er reagiert wie ein kleiner Straßenköter, der sich in die hingeworfenen Knochen verbeißt und alle Umstehenden mit heiserem Gekläff anbellt.
    So beschäftigt bleibt dann auch gar keine Zeit, um bspw. die von Dir eingeforderten Erfolge seines Landrats darzulegen. Auf seinen Vorschlag, wie das Problem mit Dumpinglöhnen und Tarifflucht im Zusammenhang mit öffentlichen Aufträgen zu lösen wäre, werden wir wohl auch bis in alle Ewigkeiten warten können.
    Widme Dich besser wichtigeren Dingen.

  93. @Gerd Markmann

    Zum Thema Mindestlöhne hilft lesen:

    http://www.bar-blog.de/2010/01/10/landratswahl-im-barnim-bodo-ihrke-spd-verfehlt-mehrheit-und-quorum/#comment-25369

    Es gibt keine ´schnelle´ Lösung – das zu begreifen, erfordert jedoch mehr Sachkenntnis, als ich bei Ihnen erkennen kann.

    Jemand Ihres Alters sollte sich im Übrigen etwas mehr im Griff haben. Dass Sie jetzt verbal Amok laufen, zeigt nur Ihre argumentative und charakterliche Schwäche – aber ich muss Sie enttäuschen: Ich werde Ihnen in den unendlichen Tiefen Ihres Niveaus keine Gesellschaft leisten – trotzdem taugen Sie hiermit wenigstens als abschreckendes Beispiel für einen schlechten Verlierer!
    Was kommt als Nächstes von Ihnen? Fäkalausdrücke?

  94. @ Gerd Markmann
    Aus ihren Zeilen spricht Verachtung für einen Menschen mit einer anderen Meinung. Sie sollten sich was schämen. Mit diesen Aussagen disqualifizieren Sie sich und vor allem Ihre eigenen Argumente.

  95. @Mathias Wiegand
    Lieber Mathias, trotz Deiner offensichtlich politischen Nähe zu Matthias Adler würde mir von Dir etwas mehr Objektivität wünschen um beurteilen zu können, wer hier wild, destruktiv, beleidigend und inhaltlos um sich schlägt. Dies ist nicht Gerd Markmann, sondern Herr Adler. Herr Markmann hat nur entsprechend und folgerichtig „zurückgebissen“.
    Ab sofort werde ich Herrn Adler in meine Troll-Sammlung einsortieren und keine Diskussionen mehr mit ihm führen.

  96. @Andreas Steiner

    Haben wir eigentlich jemals eine Diskussion geführt? Mir ist so, als wären Sie diesem Vergnügen konsequent ausgewichen – also brauchen Sie Ihr Verhalten ja auch nicht weiter zu ändern!

    Im Übrigen gehts hier nicht mehr um politische Ansichten. Ich diskutiere gerne – auch gerne mal mit härteren Bandagen.

    Wer hier jedoch verbal so entgleist, wie Herr Markmann, hat ein Problem mit Persönlichkeit und Charakter und nicht mit politischen Ansichten.

    Das Sie, Herr Steiner, sich über jede noch so fragwürdige argumentative Rückendeckung freuen, sei Ihnen jedoch gegönnt!

  97. @Mathias Wiegand
    Sie haben recht. Man muß nicht gleiches mit gleichem vergelten.
    Als Herr Adler anfing, sachliche Diskussion durch persönliche Angriffe auf die Diskutanten zu ersetzen, hätte man ihn in seinem Frust auch alleine lassen können. Ich werde versuchen, mich künftig in solchen Fällen zurückzuhalten.
    Das Barnim-Blog zeichnet sich ja gerade durch sachliche Diskussionen aus. Wollen wir da weitermachen.

  98. @Gerd Markmann

    Sorry, aber ´Gleiches mit Gleichem´?
    Mit Ihrem verbalen Ausraster stehen Sie ganz allein, Herr Markmann!

  99. Was hier im Blog, u.a. in Sachen Personaldebatte passiert, ist genau das, was dem Bürger zuwider ist. Unterstellungen, Falschdarstellungen, Verunglimpfungen und mehr sind Mittel, die Abschrecken, die Politiverdrossenheit fördern und letztendlich in Wahlverhalten münden, wie wir es jetzt bei der Stichwahl wieder erleben durften.
    Wahlanalysen, wie sie von den Abgewählten in den Medien auch jetzt wieder kundgetan werden, sind realitätsfremd. Für eigene Unzulänglichkeiten werden das Land, der Bund, der bequeme Bürger und sogar das Wetter verantwortlich gemacht
    Mächtig und Ihrke sind abgewählt. Das sollten sie bei Anstand sich eingestehen und adäquate Konsequenzen daraus ziehen. Ihrke hat sich nach den vielen Jahren den Ruhestand redlich verdient.
    Wie bei Parteien üblich, werden schon jetzt die “ Kanalarbeiter “ die vorbereiteten Untergrundarbeiten in Sachen Neuaufstellung anstoßen. Das Bündnis gegen Rot wird zerfallen. Jeder wird sein Süppchen kochen wollen!
    Ganz intensiv die CDU. Die werden jetzt ihren Verwaltungsstrategen ins Spiel bringen, den sie bisher geschickt im Rücken der SPD platzierten.
    Unerklärlich, wie sich die SPD auf einen solch Kuhhandel einlassen konnte!
    Auch über den Tellerrand hinausschauen. sollte Teil der Strategie sein.
    Nun die Wahl durch den Kreistag. Das Gerangel um den Landrat wird hoffentlich auch kompetente Kandidaten von nah und fern einschließen, die unabhängig und ohne Parteinominierung antreten. Bekannt dürfte sein, dass Kandidaten aus den Parteien mitunter einzig Kompetenzen auszeichnen, die sie an die Parteispitze hieven.
    Mit der Entscheidung für die Direktwahl hat der Kreistag gut entschieden.
    Ich gehe davon aus, das Potenzial für eine gute zukünftige Entscheidung wird ihm nicht abhanden gekommen sein!

  100. @96: Da meldet sich gerade der Richtige! Herr W., Sie sind bekannt dafür, dass Sie den politischen Gegener diffamieren und denunzieren, wo es nur geht. Pfui,schämen Sie sich!
    @Dr. Wolfgang Unger: Absolut richtig.

  101. @ Dr. Wolfgang Unger

    Sicher tragen die in Ihrem ersten Absatz genannten Punkte zur Wahlverdrossenheit bei, sie sind meiner Meinung nach allerdings nicht die Hauptursache. Für mich liegt die Hauptursache in der Bundespolitik, wie sie seit dem Beitritt der DDR und dem Verschwinden des konkurrierenden Systems praktiziert wird. Sie ist gekennzeichnet von fortwährendem Sozialabbau und anhaltender Beschneidung demokratischer Rechte für den größten Teil der Menschen dieses Landes, der Arbeitnehmer und den dazugehörenden Arbeitsuchenden, durch demokratisch gewählte Regierungen der unterschiedlichsten Konstellationen, weil diese bisher alle bewiesen haben, daß sie Veränderungen zum Wohle dieser Menschen gar nicht wollen. Die Erkenntnis dieser Sinnlosigkeit, leere Versprechungen zu wählen um dann wieder enttäuscht zu werden, steckt in den Köpfen der Menschen und wirkt bis in die Kommunalpolitik hinein.
    Insofern würde ich eine Nichtwahl durch mangelnde Wahlbeteiligung nicht ursächlich an den Kandidaten festmachen. Möglicherweise hatten sie gar keine Chance die Wähler besser zu überzeugen.
    Nebenbei sei bemerkt, abgewählt wurde nur einer. Dieser hätte aufgrund seiner Funktion, verbunden mit einer erfolgreichen Politik, eigentlich einen Bonus haben können und müssen. Dennoch hat er die Menschen nicht überzeugt.
    Ob ein unabhängiger Kandidat ohne Parteiunterstützung eine Chance auf die Funktion hat, wage ich zu bezweifeln. Im Kreistag entscheiden nun mal die Mehrheiten von Fraktionen der Parteien. Bei den gegenwärtigen Kräfteverhältnissen werden wieder Bündnisse notwendig werden. Es bleibt zu hoffen, daß diese diesmal auch nach dem Willen ihrer Basis fragen. Dann haben sie tatsächlich Potential für gute Entscheidungen.

  102. @Frank Müller

    Ihrer Darstellung nach, müsste die Mehrheit der Bürger sehr gut über Inhalte der Wahlen, Wahlziele, Personen und Parteien informiert sein – die Nichtwahl faktisch als Protest einer politisch interessierten und informierten Masse – dies ist in Deutschland erwiesenermaßen nicht der Fall.

    Vielmehr sinkt der Stellenwert politischer und gesellschaftlicher Information seit Jahren rapide.

    Ein weiteres Phänomen ist, dass der Wähler in Deutschlabnd mittlerweile seit Jahrzehnten konsequent Ehrlichkeit und Offenheit in der Politik abstraft – dagegen jedoch Populismus und Wendehalsmentalität wahltaktisch belohnt.

    Warum fangen alle Parteien in Deutschland unisono vor Wahlen an, Geschenke zu verteilen und Statements nach Umfragetrends auszurichten? Weil der Wähler dies durch sein Wahlverhalten fordert – der stromlinienförmige Politiker als Produkt des Wahlverhaltens!

    Es ist unfair, der Politik Konzeptlosig- und Orientierungslosigkeit vorzuwerfen, wenn jeder Politiker im Vornherein weiss, dass er nach Verkündung unangenehmer und schmerzhafter Wahrheiten in 4 Jahren definitiv nicht mehr in der Lage ist, Politik in Regierungsverantwortung zu gestalten.

    Das Problem liegt daher meines Erachtens schon in unserem Bildungssystem, dass es nicht schafft, den Stellenwert demokratischer Steuerungselemente jedem Bürger nachhaltig und glaubhaft zu vermitteln.

  103. @Gerd Markmann (99)
    Danke, genau das meine ich. Auch wenn wir in politischen Grundfragen nicht immer einer Meinung sein werden, in Sachfragen wird dies eher der Fall sein, sollte eine Streitkultur schon möglich sein. Ich versuche mich hier auch, gelingt nicht leider nicht immer, selbst zu zwingen.

    @Peter Rose (102)
    Wer sind Sie? Sie scheinen mich zu kennen. Nennen Sie bitte dann auch Ross und Reiter wenn Sie Anschuldigungen vorbringen, ich würde „diffamieren und denunzieren“. Ansonsten hat Ihr Beitrag nichts mit dem Artikel zu tun.

    @Matthias Adler (103)
    Ich bin der Vorsitzende der CDU/FDP Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung der Stadt Werneuchen.

    Für alle anderen:
    Ich habe am Wahlabend mit einigen im „Wunderlich“-Haus (was für ein Name zu dieser Wahl :-) ) mal über die Möglichkeit einer Gesetzesänderung nachgedacht. Wie wäre es, wenn einfach das Quorum (mind. 15% Wahlbeteiligung)wegfallen würde? Hier gab es viel Zuspruch. Wäre dann der Wählerwille zumindest in der Stichwahl, egal ob Ihrke, Mächtig, Müller oder Schulze, wirklich durchsetzbar. Was halten die Sie von diesem Vorschlag?

  104. @Mathias Wiegand

    Herr Wiegand, wo bliebe dann eigentlich der Sinn dieser Direktwahl?

    Bisher wurde der Landrat vom – ebenfalls demokratisch – gewählten Kreistag bestimmt. Mir erschließt sich dann eigentlich grundsätzlich nicht der Sinn dieser Direktwahl. Wäre es nicht besser und billiger, das Procedere der Wahl des Landrates durch den Kreistag transparenter zu machen? Was wäre daran weniger demokratisch?

    Man muss hierbei auch bedenken, dass man Landrat und Kreistag nicht trennen kann. Beides muss ein politisches Team bilden, um tatsächlich effektiv arbeiten zu können. Die Situation eines Landrates, der gegen den Mehrheitswillen des Kreistages im Amt ist, wäre ausgesprochen schwierig.

    Denn was persönliche Anymositäten für Auswirkungen haben können, dürfte allgemein bekannt sein – siehe diesen Blog!

  105. @ Matthias Adler (107)

    Weder die direkte Wahl durch die Bürger noch die Wahl durch den Kreistag sind undemokratisch.

    Die Wahl der Bürgermeister in den Städten und Gemeinden erfolgt direkt. Die Wahl der Stadtverordneten und Mitglieder der Gemeindevertretungen sowie der Mitglieder der Kreistage erfolgt ebenfalls direkt.

    Bisher erfolgte die Wahl des/der Landrates/rätin indirekt. Das hat nichts mit mehr oder weniger Demokratie zu tun.

    Im Übrigen ist es hierbei aus meiner Sicht unerheblich, über Kosten zu diskutieren. Demokratie sollte es uns wert sein, hierfür finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen. Die Parteien oder Vereinigungen lesiten hier einen großen eigenen Beitrag für den Erhalt von Arbeitsplätzen in der Druckindustrie.

    Die Frage ist, ob die Wahl durch 19,5% der Bürger oder 15% oder einen anderen Prozentsatz, legitimer wird oder nicht? Wenn doch alle die Möglichkeit hatten, an der Wahl teilzunehmen.

    Das was auf unterster kommunaler Ebene möglich ist, sollte auch hier weiter möglich sein. Die Frage ist nur, wie sich die Menschen an diesen Wahlen beteiligen. Und hier gilt es von der Schule an in politischer Bildung die freien Wahlen als Grunfundament demokratischer Freiheit zu lehren und zu begreifen.

    Zu ihrem ersten Satz zurückzukommen. Erklären Sie mir doch, welchen Sinn bzw. Unterschied zwischen der Wahl durch den Kreistag und die Wahl durch die Bürger besteht. Der Sinn ist hier sicherlich wichtig. Ich halte viel vom Beiteiligungsrecht der Menschen. Direkt.

  106. @Dr. Steiner #98
    Mittlerweile ist es leider allzudeutlich, dass Sie als Mitbetreiber des Bar-Blogs eigentlich keine ernsthafte Streitdiskussion wünschen. Wenn jemand wie Matthias Adler mit guten, stichhaltigen Argumenten kommt, weichen Sie dem aus und applaudieren denen, die sich verbal in die Waden Ihres Kombatanten verbeissen. Absolut schwach für Ihr sonstiges Gebaren finde ich die Troll-Nummer! Sie könnten ja durchaus auch mal konkret antworten, aber das verweigern Sie. Warum? So wie Sie sonst aus der Hüfte schiessen, müssten Sie auf die vorgebrachten Argumente doch eigentlich etwas zu sagen haben.

    @ Gerd Markmann
    Ich habe sehr aufmerksam die Kommentare verfolgt und kann ehrlich gesagt überhaupt nicht nachvollziehen, warum Sie sich so gehen lassen. Ich konnte an keiner Stelle der Kommentare Ihres Widerparts auch nur ansatzweise solche Unsachlichkeit finden. Lediglich Polemik und die, Sie erinnern sich, nutzen Sie ja selbst sehr gern und ausführlich. Da kann ich Herrn Adler nur zustimmen, das ist leider unterstes Niveau.

  107. @Andreas Gläßer
    Sie können mit Ihrem Compagnon Adler wohl nicht lockerlassen… ;-)
    Doch so leicht bringen Sie mich (mit Beleidigungen) nicht aus der Reserve, indem Sie einfach den Ball, den ich Ihnen zugespielt habe, zurückgeben.
    Warten Sie am besten den Artikel ab, da können Sie sich dann in Kommentaren lang und breit für Bodo Ihrke erwärmen.

  108. @Frank Müller (Kommentar 105): Danke für den Kommentar.

    Bitte geben Sie künftig bei Kommentaren eine korrekte E-Mail-Adresse an, da Kommentare mit einer unzutreffenden E-Mail-Adresse automatisch im Spamfilter landen.

  109. @ #112:

    Sollte meine angegebene Mail-Adresse einen Tipfehler beinhaltet haben, bitte ich um Entschuldigung. Allerdings sehe ich die Adresse hier vom Rechner vorgeschlagen vor mir und kann keinen finden. Dennoch habe ich sie mittels copy & paste getestet und sie ist nach wie vor gültig. Zum Test im Blog nutze ich selbige also hiermit nocheinmal.

  110. @Mathias Wiegand

    Sinn oder Unsinn kann ich nicht begründen. Der Bürger kann jedoch direkten Einfluss auf die Person des Landrates durch die Zusammensetzung des Kreistages nehmen. Wenn er dieses Recht durch eine faktische Wahlverweigerung nicht oder nur zu einem sehr kleinen Teil wahrnimmt, stellt sich mir die Frage, warum Bürger, die sich der Kommunalwahl verweigern, sich dann an einer aktiven Direktwahl des Landrates beteilligen sollten.

    Diese Direktwahl des Landrates wäre sinnvoll, wenn wir eine hohe kommunale Wahlbeteilligung hätten und durch einen politisch sehr heterogenen Kreistag die Bestimmung des Landrates sehr schwierig und kontrovers abliefe – dann wäre der direkte Ansatz der Landratswahl notwendig und nachvollziehbar.

    Davon sind wir jedoch weit entfernt. Ich glaube nicht, dass man der Wahllustlosigkeit und – leider – oft anzutreffenden Uninteressiertheit mit einer Erhöhung der Wahlimpulse begegnen kann.

    In diesem Zusammenhang stellt sich dann aus meiner Sicht doch die Kostenfrage: Demokratie sollte uns das wert sein, doch zeigt der Bürger durch sein Wahlverhalten nicht andere Präferenzen? Geht es wirklich um den Bürger oder versucht eine solche Direktwahl nicht doch vor dem Hintergrund der derzeitigen Mehrheitsverhältnisse im Kreistag das kommunale Wahlergebnis von 2009 im Nachhinein zu revidieren?

    Was genau hat diese aktuelle Direktwahl im Barnim jetzt gebracht?

  111. @Andreas Steiner
    Jeder präsentiert sich nunmal so gut, wie er es auf Grund seiner persönlichen und intellektuellen Voraussetzungen kann. Das wird hier sehr klar!

    @Andreas Gläßer
    Danke für Ihr Statement!

  112. @Dr. Steiner
    Sehr schön, ich freue mich drauf!
    Zu: „Doch so leicht bringen Sie mich (mit Beleidigungen) nicht aus der Reserve…“ Häh?

  113. @all:
    Ausschreibung und Wahl im Kreistag stehen nun an.
    Bodo Ihrke hat sich bereits erklärt und bleibt im Wahlkampf.
    Die „ungeduldigen „Roten Garden“ wurden bei Ihrem Sturm auf das „Wunderpalais“ durch die Wählerinnen und Wähler im Landkreis gestoppt. Der Panzerkreuzer „Aurora“ steckt im Eis fest. Wird Margitta Mächtig nun durch den Kreistag zur Landrätin gewählt und kann endlich die „Räterepublik Barnim“ ausrufen?
    Wie sehen das die Lokalanalysten hier im Blog?
    (Zitate aus der BBP 01/09)

  114. @Dr. Steiner: welchen ball hast du denn zugespielt? Schaffst es doch kaum, dein tor sauber zu halten. Kann andreas gläßer nur zustimmen. Von dir kommt 0.

  115. @Michal Peukert
    Noch einmal für jene Leute, die schwer von Begriff sind:
    Ich habe mich schon so häufig inhaltlich mit Landrat Bodo Ihrke auseinandergesetzt, dass ich mich in meinen geplanten Artikel diesmal nicht selbst äußern werde und eigens Einfluß ausüben möchte. Vielmehr ziele ich darauf ab, sachliche Diskussionen anzuregen. Ob Dir, Herrn Gläßer und Compagnon Adler dies schmecken mag, oder nicht, ist mir dabei relativ Banane. :-)

  116. @Andreas Steiner

    Gratulation – vollkommen sinnfrei – das muss man auch erstmal schaffen!
    Welchen Teil von ´Compagnon´ finden Sie eigentlich witzig?

    Als kleine Hilfestellung:

    Defintion ´Diskussion´:
    Gespräch zwischen zwei oder mehr Personen, meist zu einem Thema, wobei jede Seite ihre Argumente vorträgt

    Nur blöd, wenn eine Seite keine Argumente hat bzw. diese aus unerfindlichen Gründen für sich behält. Ich frage mich im Übrigen, warum Sie auf sachliche Fragen mittlerweile nur noch unsachlich reagieren? Setzen Sie sich so als Abgeordneter auch über Sachthemen auseinander? Wenn ja, könnte darin der Grund dafür liegen, dass sich noch kein Bürger mit konkreten Problemstellungen an Sie gewendet hat…

  117. Die Diskussion, wenn man sie denn überhaupt noch so nennen kann, scheint langsam zu entgleisen. Ich schlage vor, jeder geht mal in seine Ecke des Rings und schaltet das Gehirn ein und Gehässigkeit, Bosheit, Denunziation, Neid, Rachsucht usw. aus. Damit man mal wieder eine richtige Diskussion erleben kann.