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Kandidaten zur Landratswahl im Barnim am 10. Januar 2010 – Heute: Bodo Ihrke

Das Internet vergisst nie? Weil das so ist war es mir heute Morgen möglich in 15 Jahre alten Artikeln zu stöbern. Am 24. Januar 1994 berichtete die Berliner Zeitung über die „neuen Landräte“ und stellte im Zuge dessen auch einen jungdynamischen Politiker aus Eberswalde vor: Bodo Ihrke. Der damals 38-järige hatte, so die „Berliner“,

„seine Arbeit als Ingenieur für Elektrotechnik im VEB Rohrleitungsbau Finow gar nicht aufgeben wollen. Doch dann ließ sich Bodo Ihrke im Mai 1990 doch zum Landrat von Eberswalde wählen.(…) Der (…)Neupolitiker hat inzwischen offensichtlich Geschmack an der Sache gewonnen. Jedenfalls ließ er sich von seiner Partei für die jüngste Kommunalwahl wieder zum Spitzenkandidaten küren. Dem anderen möglichen SPD-Kandidaten, dem ehemaligen Landrat von Bernau, Dieter Friese, waren von seiner Partei nicht so viele Chancen eingeräumt worden. Am Ende war Bodo Ihrke der einzige, der überhaupt Landrat im neuen Kreis Barnim werden wollte. Sowohl der CDU-Kandidat als auch der Bewerber vom Bündnis Barnim machten vor der Wahl einen Rückzieher. Bodo Ihrke erhielt schon im ersten Wahlgang 30 von 50 Stimmen.
In seiner neuen Positition sieht Ihrke es als eine seiner vordringlichsten Aufgaben an, gemeinsam mit seinen Amtskollegen die Stellung der Kreise gegenüber dem Land zu stärken „Mein erster ganz großer Wunsch ist aber, daß die Bürger so schnell wie möglich den neuen Kreis akzeptieren.“

Seitdem ist viel Zeit vergangen. Der Landkreis hat ca. 27000 Bürger hinzugewonnen, die Wirtschaftsförderung läuft noch immer schleppend, aber im Vergleich zu seinen Nachbarn steht der Barnim eigentlich „ganz ordentlich“ da. Im Bereich Natur- und Klimaschutz steht der Name Ihrke sowohl für das geplante Alleengemetzel in Rüdnitz/Danewitz, als auch für die 0-Emissions-Strategie.

Wir vom Barnim-Blog haben das Wirken des Amtsinhabers in den letzten 3 Jahren recht intensiv begleitet. Hier ein paar Beispiele:
-Briefkopf-Affäre
-Landrat ohne Namen
-„Bodo währt am längsten“
-Die 5 peinlichsten Barnimer 2008

Inzwischen schreiben wir das Jahr 2009. Ihrke und „sein Barnim“ sind ziemlich fest verwachsen und eine erneute Wiederwahl nicht wirklich unwahrscheinlich. Nun ist Kontinuität grundsätzlich nicht verkehrt, andererseits muss man sich fragen ob der „Gutsherrenstil“ Ihrkes den Herausforderungen der Zukunft gewachsen ist.

Ganz so schlecht scheint er mit seiner öffentlichen Wirkung allerdings nicht zu fahren, denn die Kandidatennomierung der LINKEN wirkt für mich wie eine Verneigung vor seinen hervorstechensten Eigenschaften.
Volkstümlich , hemdsärmelig robust…,
wenn man meint,  Bodo Ihrke quasi mit „seinen eigenen Waffen schlagen“ zu müssen ist Margitta Mächtig tatsächlich die einzig logische Antwort.

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5 Kommentare » Schreiben Sie einen Kommentar

  1. Meiner Meinung nach hat es sich Herr Stahlbaum zu leicht gemacht.
    Margitta Mächtig ist nicht die logische Antwort, sondern die logische Altnernative zu Bodo Ihrke.
    Wer die Beiden in den vergangenen Jahren beobachtend begleitet hat weiß, Ihrke hat sich in den vergangenen 20 Jahren von einem Quereinsteiger in die Politik mit vielen Idealen zu einem Chef von Politik und Verwaltung entwickelt, der sich immer mehr einigelt, immer weniger Transparenz zuläßt und mehr auf Machterhalt als auf kreatives Miteinander setzt.
    Margitta Mächtig hat vor 20 Jahren nochmal neu angefangen. In dieser Zeit hat sie 3 Berufe erlernt, sich weitergebildet und der Qualifizierung von Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitikern gewidmet und ist Vorsitzende dieses Bildungsvereins. Sie hat Kommunalpolitik in Stadt, Amt und Kreis praktiziert und ist als Landtagspolitikerin eng verbunden mit unserer Region.
    DIE LINKE verneigt sich nicht vor den „hervorstechenden Eigenschaften“ sondern setzt bewußt das Alternativprogramm: Gegen Schreibtischpolitik (okay außer in den vergangene 8 Wochen, wegen der Wahlen) setzt sie Politik vor Ort mit und für die Menschen, statt Distanz und Einigelei, setzt Mächtig Bürgernähe, Offenheit und Transparenz.
    Der beste Beweis war doch, als Ihrke der LINKEN einen Dezernentenposten anbot, um auf die Direktwahl des Landkrates zu verzichten.
    Es geht Mächtig und der LINKEN wohl doch nicht um Posten sondern um einen Politikwechsel. Aber mancher mag die wohl nicht verstehen. Hoffen wir, dass sich die Barnimer am 10. Januar tatsächlich entscheiden und wirklich WÄHLEN.

  2. @Frank
    Leicht gemacht? Naja, ich kann die Geschlechter von Frau Mächtig und Herrn Ihrke durchaus unterscheiden, denke aber dennoch, das die Eine dem Anderen in gewisser Weiser als „Lookalike“ genügt.

    Was die Frage des Politikwechsels angeht: Ich lasse auch einer aktuellen Angehörigen der realexistierenden Landtagsfraktion der LINKEN in Brandenburg (als unerreichte RekordhalterIn für gebrochene Wahlversprechen)die Chance sich der politischen Realität anzunähern.
    Ein Ausstieg (im günstigsten Fall als Landrätin) wär ein mehr als deutliches Zeichen.

  3. @Stefan: Abgesehen von geschlechtsspezifischen Merkmalen, die allerdings meinerseits keine Erwähnung fanden, sollten für eine sachliche Diskussion konkrete Inhalte unabdinglich sein. Auch die „unerreichte RekordhalterIn für gebrochene Wahlversprechen“ bedarf wohl einer Präzisierung.
    Sie sehen, ich lasse auch Ihnen die Chance zur Annäherung an die Realität.

  4. @ Frank:
    Sie haben in sofern Recht, dass der Begriff „unerreicht“ nur so lange Bestand hat bis dann doch jemand überbietet (was ja nun nicht auszuschließen ist).Was das Inhaltliche angeht sind z.B. die energiepolitische Ausrichtung des Koalitionsvertrages als auch die Aussagen zur Stellenplanung im öffentlichen Dienst als (formulieren wir das mal defensiv) bemerkenswerter Bruch mit den Aussagen des Wahlkampfes zu nennen. Eine längere Auflistung, aus Sicht eines Vertreters der Linken , findet sich z.B. hier.

    Aber eigentlich (kleine Rüge an mich) sind wir ja hier im „Landrätin/Landrat-Thread“. Ihr „Engagement“ für Frau Mächtig (die mir übrigens durchaus nicht unsymphatisch ist) beschränkt sich ja im derzeitigen Stand unserer Diskussion auf die Hervorstellung von Soft-Skills (so wichtig die auch sein mögen).
    Was denken Sie , kann und wird sie z.B. im Bereich der Wirtschaftsförderung anders machen als ihre Mitbewerber bzw. welche Schwerpunkte wird sie hier setzen?

    Ich selbst würde mich, abgesehen von der Tatsache das ich zur Wahl gehen werde, übrigens noch als unentschlossenden Wähler bezeichnen.

    Was bleibt ist, dass wir die inhaltliche Diskussiontatsächlich noch vertiefen sollten. Wie im vorherigen Beitrag (bzw. seiner Diskussion) erwähnt: Vielleicht erscheint an dieser Stelle ja demnächst eine Kandidatenbefragung oder die Kandidaten äußern sich selbst . Sowohl Frau Mächtig als auch Dr. Valentin haben ja bereits schon Beiträge im Barnim-Blog veröffentlicht.

  5. Pingback: Landratswahlen Barnim 2010 – Linkliste zu allen Kandidaten – Von Stefan Stahlbaum