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BUND-Schwarzbuch Wald behandelt Biotopholz-Gemetzel im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin

holzpolter_fuer_hokaweDas genau vor einem Jahr von Georg Möller und mir entdeckte Biotopholz-Gemetzel im Forstrevier Eichheide (Zentrale Schorfheide, Kernzone des Biosphärenreservates Schorfheide-Chrorin) ist nun mit dem treffenden Namen Persilschein für Raubbau in das BUND-Schwarzbuch Wald aufgenommen worden.
An dieser Stelle sei dem mittlerweile in den wohlverdienten ehrenamtlichen Ruhestand gegangenen regionalen NABU-Vorsitzenden Prof. Achim Oehlke für sein Engagement in der Sache herzlich gedankt!

Trotz Anzeige hatte dieser Naturskandal bislang keine Konsequenzen für die ausführenden Forstbehörden, die von ihren Forstverwaltungen und den Landesbehörden „gedeckt“ wurden. Zudem hatte mich seinerzeit diesbezüglich das Stillhalten der Biosphärenverwaltung und auch der Unteren Naturschutzbehörde Barnim ziemlich gewundert. Haben diese Behörden, die Garant für den Erhalt dieser einmaligen Natur- und Kulturlandschaft sein sollten, überhaupt nichts Kritisches dazu zu sagen?

Gern möchte ich den Artikel hier vollständig wiedergeben:

Persilschein für Raubbau
Kernzone Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin

Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Barnim
Waldbesitzart: Staatswald/Landeswald
Verantwortlich für
Bewirtschaftung: Amt für Forstwirtschaft
Eberswalde (jetzt Landesbetrieb
Forst Brandenburg
– Betriebsteil Eberswalde)
– Oberförsterei Pechteich
Zeitraum: Sommer 2008

Tatbestand:
Verstoß gegen Bundesnaturschutzgesetz, Bundesartenschutzverordnung und gegen Prinzipien einer pfleglichen Waldbewirtschaftung durch Fällung wertvoller Alt- und Biotopbäume, Unterlassung einer FFH-Verträglichkeitsprüfung, Verstoß gegen NSG-Verordnung.

Details:
Im Sommer 2008 fanden umfangreiche forstliche Einschlagmaßnahmen im sogenannten „Libanon“, dem Naturschutz- und FFH-Gebiet „Kienhorst, Köllnsee, Eichheide“ in der inneren Schorfheide, statt. Neben vielen anderen Urwaldreliktarten wurde hier als prioritäre FFH-Art der Eremit festgestellt. Zusätzlich finden sich in der Eichheide auch große Populationen der FFH-Anhang II-Arten Hirschkäfer und Großer Eichenbock sowie ein Restvorkommen des seltenen Körnerbock-Käfers, der ebenfalls auf Biotopholz angewiesen ist. Beim Körnerbock handelt es sich um das einzige Reliktvorkommen in Mittel- und Norddeutschland. Das nächste bekannte Vorkommen liegt in Hessen. Der Einschlag erfolgte auf 44 Hektar in zwei Forstabteilungen. Hauptziel war die Erschließung mit Rückegassen gemäß den PEFC-Richtlinien. Etwa 2.000 Kubikmeter (circa 4.500 Stämme) Holz, überwiegend Eichen, Birken, Buchen und uralte Kiefern, wurden bei dem Eingriff geerntet, darunter eine große Menge an ökologisch wertvollem Alt- und Totholz. Ein erheblicher Teil der Stämme wies klar erkennbar umfangreich verpilzte Areale, Großhöhlen, große Mulmkörper und zum Teil deutlich erkennbare Larvengänge beziehungsweise Schlupflöcher des Körnerbocks auf. Viele ältere Stammteile waren von Großhöhlen bildenden Pilzen wie Schwefelporling und Eichenfeuerschwamm besiedelt. Zumindest eine vom Körnerbock besiedelte Altbuche wurde eingeschlagen. Heruntergebrochene Kronenteile von Uraltbuchen wurden aus dem Bestand gezogen und zum Abtransport bereitgelegt. Erschwerend kommt hinzu, dass das Holz über mehrere Monate im Wald gelagert wurde. Die riesigen Mengen an austrocknendem und verpilzendem Holz übten im Sommer 2008 eine ungeheuere Anziehungskraft auf zahlreiche holzbrütende und streng geschützte Tiere aus und dienten als Bruthabitat. Festgestellt wurden unter anderem Larven vom Eremiten und Körnerbock. Der größte Teil des Holzes wurde mitsamt der Brut der besonders streng geschützten Arten aus dem Wald abtransportiert, an das Holzkraftwerk Eberswalde abgegeben und somit vernichtet.

Kritik bzw. Rechtsverstoß:
Das damalige Amt für Forstwirtschaft Eberswalde hat durch die Maßnahme eindeutig gegen § 41 und § 42 BNatSchG1 verstoßen, da die Großhöhlen, Larvengänge und Pilzkonsolen eindeutig erkennbar gewesen sind und das Vorkommen des Körnerbocks bekannt war. Es liegen außerdem massive Verstöße gegen die FFH-Richtlinie sowie die Biosphärenreservatsverordnung vor. Die Schutzvorschriften wurden beim Verwaltungshandeln zu keinem Zeitpunkt angemessen berücksichtigt. Bei einer Maßnahme im Schutzgebiet besteht die Verpflichtung, zuvor in geeigneter Weise zu prüfen, ob geschützte Arten beeinträchtigt werden. Eine FFH-Verträglichkeitsprüfung wurde nicht durchgeführt. Die Zerstörung des Körnerbock-Habitats entspricht außerdem einem klarem Verstoß gegen die BArtSchV.

Konsequenzen des Eigentümers, Wirtschafters bzw. der Behörden:
Im August 2008 erstatteten der Biologe Georg Möller und der Eberswalder Waldökologe Andreas Steiner wegen Verstoßes gegen das Naturschutzgesetz Anzeige bei der Polizei sowie bei der Unteren Naturschutzbehörde gegen die Försterei Pechteich. Einen Verstoß konnte aber weder die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) noch das Landesumweltamt feststellen. Im Oktober 2008 fand auf Grundlage dieser Anzeige eine Abschlussbesprechung aller Verantwortlichen aus Forstwirtschaft und Naturschutz statt. Anwesend waren dabei Vertreter des Amtes für Forstwirtschaft, der Unteren Naturschutzbehörde, des Landesumweltamtes, des Ministeriums für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Verbraucherschutz sowie Sachverständige. Dabei wurde als Ergebnis festgestellt: „Die Maßnahmen erfolgten nach den Prinzipien der ordnungsgemäßen Forstwirtschaft (§ 4 LWaldG)“.
Obwohl das Landesumweltamt das Protokoll so nicht mittragen wollte und dagegen protestierte, wurde es bis heute nicht korrigiert.

Schlussfolgerungen bzw. Forderungen des BUND:
Die Brandenburger Forst- und Naturschutzverwaltung ist offensichtlich weder fähig noch willens, eine Waldbewirtschaftung durchzuführen oder durchzusetzen, die in hoch rangigen Schutzgebieten des Landeswaldes den naturschutzfachlichen Ansprüchen und den gesetzlichen Vorgaben entspricht. Dieser Fall offenbart, dass Forst- und Naturschutzverwaltungen hier reihenweise versagt haben. Zuerst bei der Planung, dann bei der Durchführung der Maßnahmen und abschließend bei der Kontrolle. Diese Zustände sind nicht tragbar und müssen sich ändern. Gerade beim Vorkommen seltener Tier- und Pflanzenarten, insbesondere von Anhang II- und Anhang IV-Arten nach der FFH- und SPA-Richtlinie, muss darauf Rücksicht genommen werden und die Naturschutzverwaltung ist vor Durchführung der Maßnahme mit einzubeziehen.

Der Höhepunkt des Skandals besteht allerdings darin, dass bei der oben genannten Abschlussbesprechung in großer Runde quasi ein „Persilschein“ für den Raubbau beziehungsweise für Verstöße gegen das Verschlechterungsverbot der FFH-Richtlinie ausgestellt wurde. Hier müssen personelle Konsequenzen gezogen werden. Ebenso macht dieser Vorfall überdeutlich, dass eine ordnungsgemäße Forstwirtschaft im Sinne einer guten fachlichen Praxis definiert werden muss.

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Veröffentlicht von

Dr. Andreas Steiner, Diplom-Geograph und Waldökologe, lebt seit 1999 im Barnim. Als Fachgutachter ist er bei einem Projektträger des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie in Berlin beschäftigt, der innovative Forschungs- und Entwicklungsprojekte von klein- und mittelständischen Unternehmen im Bereich Technologie betreut. Seit mehr als 10 Jahren engagiert sich der Querdenker und -tuer ehrenamtlich in der Umwelt- und Sozialpolitik. Im Rahmen der Brandenburger Kommunalwahlen 2008 wurde er als Parteiloser für Bündnis 90/Die Grünen in die Eberswalder Stadtverordnetenversammlung gewählt. Ende 2011 musste er aufgrund eines Wohnsitzwechsels dieses Mandat niederlegen. Derzeit gehört er der Gemeindevertretung Schorfheide an und ist Vorsitzender der Fraktion Freie Wähler/Bürgergemeinschaft Kommunalabgaben (BKB). Steiner hat Mitgliedschaften der GRÜNEn LIGA Brandenburg und der NaturFreunde Oberbarnim-Oderland. Seine Hobbys sind Wandern, Radfahren, Schwimmen, Saunieren, Kochen – und natürlich der ehrenamtliche Journalismus, insbesondere wenn es um die Behandlung kritischer und brisanter Themen geht. Folgenden Leitspruch eines großen deutschen Gewerkschafters hat er sich zum Lebensmotto gemacht: „Nicht Ruhe, nicht Unterwürfigkeit gegenüber der Obrigkeit ist die erste Bürgerpflicht, sondern Kritik und ständige demokratische Wachsamkeit“ (Otto Brenner, 1968).

14 Kommentare » Schreiben Sie einen Kommentar

  1. Dieser Fall zeigt einmal mehr auf, daß Schutzvorschriften gleich welcher Art auch Zähne haben müssen, sonst sind sie nur gut für den, der sich nicht daran hält.
    Wenn Schutzvorschriften lax gehandhabt und Verstöße gegen geltendes Recht anschließend mit fadenscheinigen Gründen gedeckelt werden können, ohne daß es wirksame Gegenmittel gibt, dann braucht man die Vorschriften nicht!
    Man kann sich den Aufwand für den Vollzug (Leute, Sachkosten, Büros etc…) in der Größenordnung von Abertausenden von Euros schlicht sparen.

    Entweder man will den Naturschutz – dann aber bitte richtig und konsequent!
    Oder man will ihn nicht – aber auch dann bitte richtig und konsequent!

    Wer den Naturschutz nicht will, der sollte sich aber auch als Gegner des Naturschutzes outen, damit man sich mit den Argumenten auseinandersetzen oder ihn bei Nichtgefallen schlicht abwählen kann.
    Das Sich-Einlassen auf eine Aufweichung von Vorschriften, bis sie nicht mehr wirken, führt nur zu sinnlosen Kosten für ein ohnehin überschuldetes Gemeinwesen.

    Da ökonomische Überlegungen heutzutage auf breiter Front den Naturschutz zurückzudrängen drohen, sollte sich jeder Gegner dieser Entwicklung überlegen, wem er seine Stimme am 27.09.09 gibt.
    Ich sehe dabei nur eine Partei, die den Naturschutz konsequent auf ihre Fahnen geschrieben hat.
    Naturschutz zur Sicherung eines Wirtschaftsfaktors in Brandenburg…

  2. Lieber Herr Dyhr,

    Ihre Sichtweisen in Ehren aber….

    Diese Schwarz-Weiß Malerei ist in der Politik nicht machbar. Diese Überzogene und poulistische Meinungsäußerung ist es gerade, die viele Bürgerinnen und Bürger auf die „Palme“ bringt und sie sich von demkratischen Prozesen abwenden lässt.

    Ihr Ausspruch

    „Entweder man will den Naturschutz – dann aber bitte richtig und konsequent!
    Oder man will ihn nicht – aber auch dann bitte richtig und konsequent!“

    zeigt, dass

    1. wieder ein Mensch da ist, der uns weiß machen will, er kenne die Wahrheit und nur seine Wahrheit zählt
    2. sie in der Konzequenz ihrer Aussagen die demokatrischen Prozesse des Zustandeskommens von Vorschriften und Verordnungen leugnen.

    Mit diesen Aussagen haben Sie sich leider disqualifiziert, die Menschen unserer Region in irgendeinem Parlament zu vertreteten. Ich kann den Menschen daher nur abraten, Sie zu wählen.

    Mathias Wiegand

    p.s. Der Antrag der CDU/FDP Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung Werneuchen zum Bekenntnis zur Gentechnikfreien Zone, fand eine Mehrheit. Also, auch in anderen Parteien gibt es „Umweltschützer“.

    Da dies hier aber kein Blog für Parteienwerbung sein soll, verzichte ich, und ich hoffe auch auf andere, auf „Parteivorstellungen a’la Dyhr“.

  3. Lieber Herr Karl-Heinz Wenzlaff ,

    in den „Richtlinien“ steht:

    Werbung in den Kommentaren ist unerwünscht und führt zur Löschung des Kommentars.

    Ich wäre froh, wenn dieses auch für die Partei der „B90/Grüne“ zuträfe und der Link zur Seite von Herrn Dyhr gelöscht würde. Man kann ja sagen, er ist „Kandidat der Partei XY“, aber dies Verbindung….

    Ich möchte nicht, dass der Bar-Blog zur alleinigen Spiel- und Werbewiese einer einizige Partei verkommt.

  4. Lieber Herr Wiegand,

    jede demokratische Partei im Barnim ist eingeladen, hier mitzudiskutieren. Selbst wenn Angela Merkel oder Herr Schönbohm hier mit Backlink auf ihre jeweiligen Homepages kommentieren würden, würde ich die Links bei ihren Namen stehen lassen. Sie sind gern eingeladen, auch eigene Artikel zu pubkizieren, wie Sie das ja auch bereits getan haben.
    http://www.bar-blog.de/author/mathias/

    Gern veröffentliche ich auch Hinweise auf Ihre Wahlkampfveranstaltungen auf der Seite http://www.bar-blog.de/events-im-barnim/

    Herzliche Grüße nach Werneuchen!

  5. Waldplünderung am Honeker-Bunker:

    Als Neuling im Barnim-Blog habe ich mein Anliegen zu der rigorosen Waldausholzung um den Stromberg bei Prenden im Bereich der Baumschutzverordnung vielleicht am falschen Platz angesprochen und es gehört besser in diese Rubrik zu einem weiteren Fall von „Biotopholz-Gemetzel“ .
    Wie in der MOZ vom Freitaq, 21.08. auf Seite 3 aufgezeigt, wurde der im Juni vom Bund verkaufte fast 50 Hektar große Waldteil
    (= 50 Fußballfelder) direkt am Honecker-Bunker schon gleich im Juli in der besten Urlaubszeit fast komplett umgesägt. Tag und Nacht arbeiteten die modernsten Erntemaschienen mit Schwedischer Besatzung und die riesigen Holzmengen wurden sofort abgefahren. Schneller kann man aus Bäumen kein Geld verdienen, aber was sind die Folgen für das Ökosystem Wald und die langfristigen Folgekosten?
    Waldplünderungen am Amazonas oder in Russland werden angeprangert, aber hier Mitten im Naturpark Barnim nicht?
    Wie das möglich ist? Inzwischen ist es ganz einfach geworden: Man kauft günstig vom Staat Wald in Größenordnung,
    bezahlt eine eigene Försterin, die die Lücken des Brandenburger Waldgesetzes kennt und betreibt ganzjährige erlaubte „ordnungsgemäße Forstwirtschaft“ indem man die qualitativ schlechtesten Bäume und den Unterstand als Kulisse übrig lässt. Dann ist die Forstbehörde machtlos und alle anderen schauen betroffen weg, die Holzindustrie freut sich (aber nur kurzfristig).
    Wenn sich diese einfache Rechnung bei allen Waldbesitzern im Barnim rumspricht, werden die bisher durch Wald getrennte Nachbarorte sich gut sehen können. Aber wehe ein normaler Bürger fällt bei uns im Sommer einen einzigen Baum auf seinem Grund. Das ist weiterhin verboten! Wer weis noch wie das hier zutreffende Kinderlied weitergeht?: „Karl der Käfer wurde nicht gefragt, man hat Ihn einfach…“
    Die Seenprivatisierung soll ja vorläufig gestoppt sein, ob das nicht auch für Wald mit seinen vielfältigen Wohlfahrtswirkungen nötig tun würde?

  6. Lieber Herr Wiegand, lieber Herr Dyhr,
    Rechtsbestimmungen werden als gesellschaftliche Willensbekundung erlassen. Dies haben wir zu respektieren. Der Widerspruch zur gesellschaftlichen Realität besteht darin, dass anscheinend ein bis ins Detail gehender Reglungbedarf gegeben ist, der jede Auslegung unterbindet und auf der anderen Seite aber der dadurch entstehende Umfang der Gesetze und Verordnungen von „Otto Normalverbraucher“ nicht mehr übersehen werden kann und was noch wichtiger ist, von den Verfolgungsbehörden personell nicht abgedeckt werden kann. Für mich sind also alle diese Dinge im weitesten Sinne Vollzugsprobleme.
    Wir sollten dies auf die politische Agenda setzen.
    Für beide Diskussionspartner wäre dies sicher ein Angebot, bei dem man sich treffen könnte.

  7. Lieber Herr Wiegand,

    offenbar gibt es einen Dissenz zwischen uns in der Frage der Bedeutung eines Kompromisses schlechthin.

    Wenn ich Sie recht verstanden habe – korrigieren Sie mich, wenn ich mich da irre – stehen Sie für Kompromisse um der Kompromisse willen. Das heißt, daß es letztlich egal ist, ob die gefundene Regelung funktioniert oder nicht. Hauptsache man hat sich geeinigt und jeder findet sich wieder.

    Ich halte diese Sichtweise schlicht für falsch, weil ich das Ergebnis dessen was man tut, im Vordergrund sehe und nicht den Weg dorthin.
    Das hat Nichts mit „Wahrheit“ oder „meiner Wahrheit“ zu tun, sondern mit einer nüchternen Folgen-/ Kostenabschätzung dessen, was man mit einer ins Auge gefassten Regelung erreicht.
    Und daß untaugliche Regelungen nur Kosten erzeugen ohne Nutzen zu bringen, dürfte ja wohl unbestritten sein. Gelder, die ein überschuldetes Gemeinwesen besser nutzbringend anderweitig einsetzen könnte.

    Über diese unterschiedlichen Sichtweisen kann man gerne sachlich streiten – und keine Sorge … von mir brauchen Sie nicht zu befürchten, ich würde Ihnen eine Qualifikation absprechen. Ich trenne Person und Sache.

    Mit freundlichen Grüßen
    Thomas Dyhr

  8. @Herr Dyhr

    Ich berichtige Sie gern.
    Ich stehe nich für Kompromisse der Kompromisse wegen.

    Und…. ich fürchte Sie nicht.

    Trennung von Person und Sache? Sie treten als Person Herr Dyhr zur Bundestagswahl an. Sie sollen sicherlich, wie andere Direktkandidaten auch, dass man bei Ihnen die Erststimme abgibt? Also kommt es schon auf die Person an.

    Oder wollten Sie behaupten, ein Herr Gysi oder ein Herr Stolpe oder Frau Merkel wären nur auf Grund der Parteiprogramme gewählt worden?

  9. Zum Kommentar vom Forstmann Johannes Müller aus Prenden:
    Wir haben uns die Waldausholzung um den Stromberg bei Prenden am Donnerstag angeschaut.
    Noch nie habe ich in Deutschland eine Ausplünderung des Waldes in dieser Art und Weise und in dieser Flächengröße gesehen!!!
    Da hat ein Privatmann aus dem Westen, der die Flächen kürzlich erworben hat, auf schätzungsweise 50 ha alles rausgeschlagen, was man nur in irgendeiner Weise zu Geld machen konnte. Übrig geblieben sind wenige dünne Bäume in großen Abständen zueinander, so dass man nicht vorwerfen kann, dass es sich um einen (totalen) Kahlschlag handelt. Wer also noch nicht am Amazonas war und sich einen Wald in der Region anschauen möchte, der strukturell ähnlich wie nach einer Brandrodung aussieht, wird dort auf seine Kosten kommen.

    Das wird Konsequenzen haben. Die Berichterstattung möchte ich zunächst beenden, um die laufenden Recherchen nicht zu gefährden. Das Barnim-Blog wird zu gegebener Zeit über diesen schlimmen Fall eines Raubtierkapitalismus im Wald berichten.

  10. Hier ein Link zum „Fuchsbau“ (Fürstenwalde):
    http://www.bunker-fuchsbau.de/

    Darin heißt es:
    In der MOZ ist am 21. 08. 2009 ein Artikel über den „Solinger“ (Herr Grellmann) als Käufer der Forstfläche Ex „Honecker-Bunker“ von der BIMA in Prenden erschienen. „Er“ hat den dortigen Wald auch von der BIMA gekauft und jetzt schnell abgeholzt…. Diese Geschichte wiederholt sich nun schon mehrmals !!!
    Sollte das zum Nachdenken anregen ???

  11. @Andreas:
    Das ist Alles eine Frage des Interessenausgleichs und der demokratischen Prozesse.
    Wir gleichen am Besten Alles so lange aus, bis kein Wald und keine Allee mehr da ist… und freuen uns an dem Erreichten in der Gestaltung der Schöpfung (…wenn ich Mathias Wiegand richtig verstanden habe…)

  12. @Thomas Dyhr
    Da gebe ich Dir Recht.
    Es gibt Dinge, bei denen es keine Kompromisse geben darf.

    Übrigens hat Eberswalde.tv am Freitag (04.09.09) einen sehenswerten Beitrag über die Abholzungen in Prenden gebracht. Dieser trägt den Titel „Ärger in Prenden“ und wird auch „für nachfolgende Generationen“ im Archiv des Senders (auf der Homepage) abrufbar sein.
    Der Landesvorsitzende und Spitzenkandidat von Bündnis90/Die Grünen, Axel Vogel, sowie die grüne Bundestagsabgeordnete Cornelia Behm hatten sich die Flächen am Mittwoch angeschaut.
    Axel Vogel brachte Sache auf den Punkt und informierte im Interview hervorragend über die Situation.

  13. Lieber Andreas,

    Ich gebe Dir recht, was das Abholzen der Wälder betrifft. Soweit ich informiert bin, ist dies aber rechtlich fast so möglich. Ich denke aber, ihr habt Eure Recherchearbeit aufgenommen und eine Anzeige wird folgen. Dann wird ein Gericht entscheiden.

    Die Bäume werden dadurch nicht mehr aufgerichtet. Wenn das Gesetz solche „Totalrodungen“ zulässt, und die Mehrheit (Landtag) das im Gesetz so haben will, dann ist das sicherlich aus den Augen der „Grünen“ nicht so ganz dolle. Ich schließe mich dem ürigens an. Rodungen auf ein waldökologisches und waldökonomisches Maß begrenzen und Aufforstung zur Auflage machen. Da wäre ich dafür.

    Dein Satz „Da hat ein Privatmann aus dem Westen, …“ solltest Du Dir nochmal überlegen, Hexenjagd der Herkunft wegen, fällt ja wohl aus. WEM der Wald gehört, besser, aus welchem Landesteil ein Eingetnümer ist, ist für die Handlung egal.

    Und Herr Dhyr, Sie haben mich NICHT richtig verstanden. Aber das erübrigt sich auch.

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