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„Krieg der Tafeln?“ – Über Lebensmittelspenden und den Konkurrenzkampf um das tägliche Brot

atafelEssen, da wo es hingehört! In diesem Sinne versorgen „Die Tafeln in Deutschland“ seit über 15 Jahren „unentgeltlich oder gegen einen geringen Kostenbeitrag“ Bedürftige mit Lebensmitteln und anderen Artikeln des täglichen Bedarfs.
Der Grundgedanke:

„Nicht alle Menschen haben ihr täglich Brot – und dennoch gibt es Lebensmittel im Überfluss. Die Tafeln bemühen sich um einen Ausgleich – mit ehrenamtlichen Helfern, für die Bedürftigen ihrer Stadt. Das Ziel der Tafeln ist es, dass alle qualitativ einwandfreien Nahrungsmittel, die im Wirtschaftsprozess nicht mehr verwendet werden können, an Bedürftige verteilt werden. Die Tafeln helfen so diesen Menschen eine schwierige Zeit zu überbrücken und geben ihnen dadurch Motivation für die Zukunft.“


Nicht immer gelingt das. Besonders in ländlichen Regionen haben die Organisatoren oft große Schwierigkeiten den wachsenden Bedarf zu decken. In Eberswalde , so jedenfalls berichtet der Evangelische Pressedienst, führte diese Situation

„unlängst zum „Tafelkrieg“ mit einer Einrichtung im benachbarten Bernau. „Brot und Hoffnung“ hatte sich jahrelang bei einem Supermarkt aus deren Einzugsgebiet Spenden abgeholt. Als in Bernau eine Tafel eröffnete, gab es Streit. Normalerweise sollen Tafeln nicht um Geschäfte konkurrieren, jede bleibt in ihrem Landkreis. Inzwischen herrsche „Waffenstillstand“, heißt es bei den Sozialeinrichtungen.“

Die Konkurrenz zwischen Spendenbewerbern besteht allerdings offensichtlich fort.
So wird es als „bizarr“ bezeichnet, „dass drei Eberswalder Supermärkte ihre Lebensmittelreste ausschließlich dem örtlichen Zoo liefern.“
„Der habe finanzielle Probleme und eine größere Lobby“, wird eine Eberswalder Tafel-Mitarbeiterin zitiert. (Quelle.: www.epd.de).


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Veröffentlicht von

Stefan ist von Beruf Sozialarbeiter und arbeitet mit chronisch kranken Menschen. Der 2-fache Familienvater ist Autor verschiedener Websites und gelegentlich auch noch als Sänger aktiv. Als leidenschaftlicher Naturschützer wurde er unlängst in die Panketaler Gemeindevertretung gewählt. Weitere politische Schwerpunkte sind die Ortsentwicklung, sowie soziale Themen.

1 Kommentar » Schreiben Sie einen Kommentar

  1. Dass die Supermärkte ihre Reste in den Zoo liefern und nicht an die Tafeln ist moralisch sicherlich nicht nachzuvollziehen. Andererseits sind die Supermärkte grundsätzlich nicht für die wachsenden sozialen Unterschiede verantwortlich zu machen. Da müssten sich eigentlich ganz Andere in der Pflicht sehen zu helfen.
    Von der Grundidee finde ich die Tafeln eine absolut gute Sache. Über die Jahre haben sich hier leider einige negative Begleiterscheinungen eingeschlichen. Bei uns um die Ecke ist auch eine Tafel und ich sehe öfter, dass den Lebensmitteln und der Arbeit der Helfer nicht immer mit Respekt entgegengetreten wird. Vieles landet nach der Verteilung doch wieder im Müll, da die Waren angeblich nicht gut genug waren oder weil es eben zu viel war. Ich glaube, dass solche Begleiterscheinungen eher schädlich sind.
    Wie gesagt, grundsätzlich finde ich die Tafeln eine absolut gute Sache aber wie so oft im Leben hat jede Medaillie zwei Seiten.