Historischer Dorfkern, Pfeilerbasilika und Eremit: Hohenfinow macht es richtig
Geschrieben von Dr. Andreas Steiner in Kultur, Tags: Britz, Chorin, Eberswalde, Finow, Landkreis Barnim, Landkreis Uckermark, 1.653 mal gelesenGroßes Lob an die Politik und Verwaltung der Gemeinde Hohenfinow im Amt Britz-Chorin! Seit Jahren kümmert man sich hier rührend um den historischen Dorfkern. Auf dem Dorfanger stehen die uralten Linden, die mit denkmalgeschützten Gebäuden wie der Pfeilerbasilika ein wunderschönes Ensemble bilden. Zudem sind diese Bäume Lebensraum des Eremiten, einer seltenen Käferart der “Roten Liste”.
2004 hatte die Gemeinde einen über ein Lindenblatt tanzenden Eremiten als Symbol des Dorfes auserkoren. Dies allein zeugt davon, welch hohen Stellenwert der Naturschutz in diesem schmucken Angerdorf genießt. In der aus 10 Mitgliedsdörfer bestehenden Arbeitsgemeinschaft Historische Dorfkerne in Brandenburg engagiert sich das “Städtchen” damit nicht nur für einen touristisch attraktiven Barnim, sondern auch für ein lebenswertes Wohnumfeld seiner Einwohner.
Wir können froh sein, dass es die Hohenfinower, lange bevor es für den Denkmal- und Naturschutz gesetzliche Grundlagen gab, verstanden haben, ihr Tafelsilber vor der Zerstörung zu bewahren. Andere Gemeinden in Brandenburg, die aus einem unseligen neuen Zeitgeist heraus ihre historischen Dorfanger samt alten Baumbestand eingerissen haben, können nun zurecht neidvoll auf Hohenfinow blicken.
Erleichtert war ich deshalb vor etwa zwei Jahren, als die Hohenfinower den Vorschlägen einer beauftragten Wirtschaftsprüferin eine klare Absage erteilten. Diese monierte die Kosten zur Erhaltung des historischen Dorfangers und stellte diesen damit grundsätzlich zur Disposition. Doch solch eine rein ökonomische Bewertung hätte bei Betrachtung des gesamtes Sachverhaltes eben zu kurz gegriffen.
Ich begrüße die weitsichtige und nachhaltige Politik der Bürgermeisterin Kerstin Bernhard sowie der Gemeindevertretung und wünsche weiterhin ein glückliches Händchen und viel Erfolg!
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