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Historischer Dorfkern, Pfeilerbasilika und Eremit: Hohenfinow macht es richtig

Großes Lob an die Politik und Verwaltung der Gemeinde Hohenfinow im Amt Britz-Chorin! Seit Jahren kümmert man sich hier rührend um den historischen Dorfkern. Auf dem Dorfanger stehen die uralten Linden, die mit denkmalgeschützten Gebäuden wie der Pfeilerbasilika ein wunderschönes Ensemble bilden. Zudem sind diese Bäume Lebensraum des Eremiten, einer seltenen Käferart der „Roten Liste“.
2004 hatte die Gemeinde einen über ein Lindenblatt tanzenden Eremiten als Symbol des Dorfes auserkoren. Dies allein zeugt davon, welch hohen Stellenwert der Naturschutz in diesem schmucken Angerdorf genießt. In der aus 10 Mitgliedsdörfer bestehenden Arbeitsgemeinschaft Historische Dorfkerne in Brandenburg engagiert sich das „Städtchen“ damit nicht nur für einen touristisch attraktiven Barnim, sondern auch für ein lebenswertes Wohnumfeld seiner Einwohner.

Wir können froh sein, dass es die Hohenfinower, lange bevor es für den Denkmal- und Naturschutz gesetzliche Grundlagen gab, verstanden haben, ihr Tafelsilber vor der Zerstörung zu bewahren. Andere Gemeinden in Brandenburg, die aus einem unseligen neuen Zeitgeist heraus ihre historischen Dorfanger samt alten Baumbestand eingerissen haben, können nun zurecht neidvoll auf Hohenfinow blicken.

Erleichtert war ich deshalb vor etwa zwei Jahren, als die Hohenfinower den Vorschlägen einer beauftragten Wirtschaftsprüferin eine klare Absage erteilten. Diese monierte die Kosten zur Erhaltung des historischen Dorfangers und stellte diesen damit grundsätzlich zur Disposition. Doch solch eine rein ökonomische Bewertung hätte bei Betrachtung des gesamtes Sachverhaltes eben zu kurz gegriffen.

Ich begrüße die weitsichtige und nachhaltige Politik der Bürgermeisterin Kerstin Bernhard sowie der Gemeindevertretung und wünsche weiterhin ein glückliches Händchen und viel Erfolg!

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Dr. Andreas Steiner, Diplom-Geograph und Waldökologe, lebt seit 1999 im Barnim. Als Fachgutachter ist er bei einem Projektträger des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie in Berlin beschäftigt, der innovative Forschungs- und Entwicklungsprojekte von klein- und mittelständischen Unternehmen im Bereich Technologie betreut. Seit mehr als 10 Jahren engagiert sich der Querdenker und -tuer ehrenamtlich in der Umwelt- und Sozialpolitik.
Im Rahmen der Brandenburger Kommunalwahlen 2008 wurde er als Parteiloser für Bündnis 90/Die Grünen in die Eberswalder Stadtverordnetenversammlung gewählt. Ende 2011 musste er aufgrund eines Wohnsitzwechsels dieses Mandat niederlegen. Derzeit gehört er der Gemeindevertretung Schorfheide an und ist Vorsitzender der Fraktion Freie Wähler/Bürgergemeinschaft Kommunalabgaben (BKB).
Steiner hat Mitgliedschaften der GRÜNEn LIGA Brandenburg und der NaturFreunde Oberbarnim-Oderland. Seine Hobbys sind Wandern, Radfahren, Schwimmen, Saunieren, Kochen – und natürlich der ehrenamtliche Journalismus, insbesondere wenn es um die Behandlung kritischer und brisanter Themen geht.
Folgenden Leitspruch eines großen deutschen Gewerkschafters hat er sich zum Lebensmotto gemacht: „Nicht Ruhe, nicht Unterwürfigkeit gegenüber der Obrigkeit ist die erste Bürgerpflicht, sondern Kritik und ständige demokratische Wachsamkeit“ (Otto Brenner, 1968).

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