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Wirtschaftskrise 2010 im Barnim und in Deutschland – Bewährungsprobe für Demokratie und Freiheit?

*Unser heutiger Gastautor Mathias Wiegand ist Fraktionsvorsitzender der CDU in der Stadtverordnetenversammlung Werneuchen.

Die letzten Monate lassen kein gutes Bild von der Sozialen Marktwirtschaft aufkommen. Wirklich? Wie ist es bestellt um unseren Sozialstaat, um die Wirtschaftskraft von Großunternehmen aus dem Maschinenbau, der Autoindustrie mit dem gesamten Bereich Zulieferer, den Mittelständlern, aber auch den kleinen Unternehmen im Barnim? Wie geht es dem Dachdecker, mit seinen vielleicht zwei Gesellen und einem Auszubildenden, wie geht es dem Kurzarbeiter, der aufgefangen vom „Staat“ wird?

Mich treiben Fragen um, nicht, ob ich Vertrauen in die Soziale Marktwirtschaft haben soll oder nicht. Ich habe Vertrauen, da nur diese Ordnung mir selbst meinen Freiraum lässt, für mich, meine Familie und den Freiraum lässt, mich aktiv für andere einzusetzen und Hilfe zu geben. Nein, mich treibt die Frage, wie gehen Menschen mit der Freiheit in unserem Land um. Der Freiheit der Wirtschaft aber auch der Freiheit, selbst für sich zu entscheiden unter dem Aspekt der Verantwortung FÜR unsere Gesellschaft.

Hier stellt sich dann die Frage, ist jeder auch für den anderen verantwortlich? Auf den ersten Blick meint Freiheit ja immer die eigene Freiheit, die im Grundgesetz garantierte Freiheit der eigenen freien Entfaltung. Aber gibt es darüber hinaus nicht auch eine Freiheit, sich für andere verantwortlich zu zeigen? Eine Moral. Für mich, eine Verantwortung vor Gott. Für andere…?

Hat ein Manager eine Verantwortung, trägt ein Facharbeiter eine Verantwortung, eine Lehrerin, ein Polizist, ein selbstständiger Architekt, ein Sozialarbeiter, tragen Arbeitssuchende Verantwortung?

Wir können alle mehr fordern, sind wir alle auch bereit, mehr zu geben?

Teilhabe am Wohlstand ist der wichtige „Kitt“, der unsere Gesellschaft zusammenhält. Aber wer definiert den Wohlstand unserer Gesellschaft? Die Werbung? Teilhabe an einer Krise? Ist da ein Sozialstaat der für uns da ist? Ich kann sagen ja, und wer diesen Sozialstaat möchte, muss sich Gedanken machen um dessen zukünftige Finanzierung. Einfach zu sagen, nehmt es denen und gebt es anderen, ist zu einfach, ist für viele aber die einfachste Lösung. Ob es eine Lösung ist, die aber für die nächste Generation tragfähig ist, ist zu bezweifeln.

Heute veröffentlichen unsere „Wirtschaftsweisen“ ihre Prognosen. Einbruch der Wirtschaft bis 6 Prozent. Die Frage ist, wie können wir alle in dieser Gesellschaft sich diesen Bedingungen stellen. Wir begegnen wir dieser Krise. Jeder einzelne ist gefragt. Und nicht nur einfach mit dem Spruch „…die da oben müssen es richten…“

Wenn Herr Sommer als DGB-Chef vor „…sozialen Unruhen…“ und vor einem Vergleich der jetzigen Krise mit der Krise der 30-er Jahre nicht zurückschreckt, dann ist dies verantwortungslos. Herr Sommer meint, die Folgen der 30-er Krise seien das Erstarken der Nazis gewesen, er hat nur zur Hälfte recht. Es hat auch dazu geführt, dass die Kommunisten erstarkten. Bei der letzten Reichstagswahl am 6. November 1932 erhielten die beiden radikalsten politischen Parteien der Weimarer Republik zusammen 50% Prozent der Stimmen. Das Ergebnis dieser Radikalisierung ist bekannt, die Nazis stürzten fast die ganze Welt in einen barbarischen Tod und die Kommunisten wurden in den durch sie unterjochten Gebieten erst ab Ende der 1980-er Jahre von der politischen Macht entfernt.

Wer in einer solchen Zeit wie der jetzigen, nur politisch-radikale Lösungen vorschlägt, hat aus unserer Geschichte nicht gelernt. Soziale Marktwirtschaft will gelebt werden, von JEDEM, die Freiheit für sich und die Freiheit, sich für andere einzusetzen ist das höchste Gut was wir haben. Den Polit-Radikalen das Wort hier zu lassen, wäre fahrlässig der nächsten Generation gegenüber.

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6 Kommentare » Schreiben Sie einen Kommentar

  1. @Mathias Wiegand
    Da ich im Moment wenig Zeit habe, ausgiebige Kommentare zu schreiben, zunächst einmal nur zwei wesentliche Anmerkungen zu Ihrem Beitrag, die mir ein wenig die „Zehnägel krümmen lassen“. Eigentlich reichen hier keine kurzen Anmerkungen, weil die Thematik einfach zu elementar und komplex ist, welche Gesellschaft und welchen Sozialstaat wir uns wünschen und wollen.
    1. Es ist eine gebetsmühlenartig vorgebrachte und immer wieder unreflektiert nachgeplapperte Mär bestimmter Interessengruppen in der Gesellschaft, dass der Sozialstaat in der alten Form nicht mehr finanzierbar sein. Sie sehen doch selbst, was alles finanzierbar ist, wie viel Geld potentiell zur Verfügung gestellt werden kann, wenn es beispielsweise um die Stützung notleidender Banken geht, die Ihre Krise selbst verschuldet haben. Dieses oft verwendete Totschlagargument lasse ich deshalb so nicht gelten. Hierzu empfehle ich http://www.nachdenkseiten.de, sowie die Bücher „Die Reformlüge“ und „Machtwahn“ von Albrecht Müller.

    2. DGB-Chef Sommers Verhalten finde ich absolut nicht verantwortungslos, sondern er warnt davor, was wirklich kommen könnte, wenn eine „Weiter-so-Politik“, und danach sieht es aus, betrieben wird. Ihn indirekt einen Polit-Radikalen zu nennen, finde ich schon ziemlich befremdend.
    Ich dachte, Sie sind auch Gewerkschafter?

  2. Es ist einfach ein Fakt das wir Interpedenten Welt Leben, wir alle sind also von uns gegenseitig abhängig. Die Handlungen und Entscheidungen eines jeden haben Auswirkungen auf andere Menschen. So kann jeder auch dazu beitragen diese Welt Lebenswerter zu machen.

    Daraus erwächst daraus für jeden auch eine Verantwortung für seine Umwelt. Das größte Gut der Freiheit ist die Unabhängigkeit höre ich oft in Diskusionen. Unabhängigkeit ist jedoch eine Illusion.

    Politische Radikalisierung ist immer durch Gruppenegoismus geprägt. Die scheinbar Benachteiligten wollen sich über die oberen 10.000 Erheben um endlich auch das zu bekommen was diese Haben.
    z.B. Die Arbeiterklasse im Kommunismus und im Sozial Nationalismus sind es die Angehörigen eines Volkes.

    Das diese Radikallösungen vor den Baum gehen müssen ist ein Naturgesetz. Den es wird die gegenseitige Abhängigkeit vernachlässigt. Hier wird lediglich die einseitig künstlich Abhängigkeit geschaffen.

    Um eine Kriese zu bewältigen müssen jedoch alle Menschen in die selbe Richtung Arbeiten alle anderen isolierten Maßnahmen sind nur Kosmetik und wirken im Endeffeckt nur verstärkend da die Energien in die Falsche richtung investiert wurden.

    Auch Top manager haben in der letzten Zeit nur auf Ihren Teller geschaut und genau deshalb haben wir diese Kriese jetzt. Auch wenn es nur verständlich ist das man diese bestrafen will, müssen wir doch in unser aller Interesse mit Ihnen gemeinsam einen Weg aus dieser Lage finden.

    Wir müssen keine Schuldfrage klähren sondern Probleme lösen. Und Werte wie das Verantwortungsbewusstsein für andere Menschen in unserem Handel Manifestieren. Das geht leider nicht per Gesetz. Und wir müssen lernen gezielt intollerant zu sein – ja wir dürfen in unserem täglichen Leben den Verstoß hiergegen ebend nicht Tollerierien. Nur so gewinnen unetisch handelde doch erst den Raum dieses zu tun. Und das fürt zu Situationen wie dieser.

  3. @Dr. Steiner
    Nur eine Anmerkung: Ja, ich bin auch Gewerkschafter. Deshalb bin ich aber noch lange nicht „obrigkeitshörig“. Wer wie Herr Sommer und andere im DGB, auch in Einzelgewerkschaften Ver.di oder GdP in Brandenburg, den Kern einer Einheitsgewerkschaft mit Füßen treten, der kommt bei mir nicht kritiklos davon.

    Und… In Brandenburg werden die Einheitsgewerkschaften von den „LINKEN“ als 5. Kolonne für parteipolitische Interessen missbraucht. Aber das ist ein anderes Thema und hat mit dem Thread nichts zu tun.

  4. Als Nachtrag hier eine aktuelle Presse der ARD

    Link

  5. @Mathias Wiegand
    Nicht dass ich ein besonderer Sympathisant der Linken bin, aber man sollte bei Recht und Wahrheit bleiben.
    Wurden die Gewerkschaften in der bundesrepublikanischen Nachkriegszeit nicht in all den Jahren als 5. Kolonne der SPD missbraucht?
    Schauen Sie sich doch die hervorragend ausgeprägten Stukturen, auch in Brandenburg, zwischen der SPD und dem DGB, an. Dass nun auch die Linke ein Stück vom Kuchen abhaben möchte und dort Potenzial bei der Einwanderung in solchen Strukturen sieht, ist doch strategisch nachzuvollziehen.

  6. @Dr. Steiner
    Sehen Sie, wieder hat eine Interessengruppe in Deutschland nichts aus unserer Geschichte gelernt. Die „LINKEN“ werden nie lernen, was freie Einheitsgewerkschaften sind.

    Im Übrigen rechtfertigt die Handlung einer „Partei“ nicht die Handlungen anderer.

    Aber kommen Sie doch mal zurück zum Thema …. :-)