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Happy Birthday taz – Die „tageszeitung“ aus Berlin wird 30

Eine Rebellin kommt in die Jahre. Die taz, im „Windschatten des Deutschen Herbstes“ als Alternative zum bürgerlichen Medienbrei ins Leben gerufen, wird (offiziell) am 17. April 30 Jahre alt.
Immer mal wieder die Insolvenz vor Augen  ist sie eine zähe Überlebende die sich einige Prinzipien bewahrt hat. So sind die Bruttolöhne noch immer konkurrenzlos niedrig, die Unterschiede im Gehaltsgefüge (bis in die frühen 90er galt ein Einheitslohn) überschaubar und der Sportteil unverändert mit „Leibesübungen „ überschrieben.
An der politischen Ausrichtung scheiden sich die Geister. Links? Ja, aber…LINKE-links, nicht so wirklich. Eine gewisse Nähe zu den Grünen ist sicher vorhanden, von Liebe würde ich nicht sprechen wollen.

Kleine bis mittlere „Rüpeleien“ hat sich das Blatt kaum austreiben lassen. Das geht schon bei den Headlines los. „Es ist eine Mädchen“ (zur KanzlerInnen-Nominierung von Angela Merkel) oder  „Vattenfall jetzt ohne Gau-Leiter“( zum Rücktritt von Klaus Rauscher) gehören zu meinen persönlichen Lieblingen.
Zur Legende geworden ist auch das Gerempel mit der BILD. Ich kann nicht beurteilen ob deren Chefredakteur Kai Diekmann eine Penisverlängerung nötig hat. Das er gegen die entsprechende taz-Satire mit anwaltlicher Hilfe „zu Felde zog“ wirkte aber irgendwie „potenzarm“.

Die Schnittstellen von taz und Barnim-Blog sind überschaubar, aber immerhin vorhanden. Im Januar 2007 berichtete Ulrich Schulte mehrmals über unseren Kampf zur Rettung der „Rüdnitz –Allee“.
“Baumsterben in Reih und Glied“ oder „Allee trotz Sturm und Kettensäge“ sind sauber recherchiert und dennoch pointiert geschrieben. Und weil schöne Frauen und große Bäume prima zusammenpassen gab es auch noch ein Interview mit „Bar-Blog Autorin“ und Baumbesetzerin Katharina Tomaschek.

Ich wünsche Deutschlands siebtgrößter, überregionaler Tageszeitung einen langen Atem, weitere Geburtstage und einen vergnüglichen „taz-Kongress“ .

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5 Kommentare » Schreiben Sie einen Kommentar

  1. Schön dass es die Taz immer noch gibt, aller Schwierigkeiten zum Trotz.
    Ich hoffe das bleibt auch so.

  2. Mir fiel grade auf das die Tageszeitungen taz und MOZ jeweils 3 Buchstaben im Kurznamen führen und noch dazu alle beide auf z enden. Jetzt die Aufgabe: Benennt bitte den wesentlichsten Unterschied zwischen den beiden Blättern.
    Ich stifte dem Sieger ein wohlwollendes Schulterklopfen.

  3. Lieber Stefan!

    taz und MOZ kann man nicht ernsthaft vergleichen. Die MOZ ist ja doch eher ein drittklassiges Regionalblättchen, während die taz ein paar Klassen höher angesiedelt ist.
    Der MOZ fehlt es z.B. an ökologischer Orientierung:
    ein Kommetar wie der von M.Hausding in der aktuellen Wochenendausgabe der MOZ (Mit Adleraugen), der dem Alleenschutz eine lange Nase dreht, wäre in der taz nicht vorstellbar.
    Natürlich gab es in der taz auch ein paar Verirrungen, nun wiederum in der MOZ nicht denkbar sind.
    Wiglaf Droste ist als Redaktionsmitglied oder Gastkommentator in der MOZ undenkbar und vergriff sich seinerzeit mit der Formulierung die Diso „war gaskammervoll“ derart im Ton, dass es zunächst mit der Karriere in der taz vorbei war.
    Vielleicht erinnert sich auch noch der eine oder andere an die wenig inspirierende Serie „Der Barbier von Bebra“, in der die
    Bürgerechtler rasiert wurden.
    Aber das ist ja inzwischen ausgestanden.
    Nicht übersehen werden darf, dass eine ganz Reihe von Leuten, die in der taz mit dem Journalismus angefangen haben inzwischen von den „honorigen Blättern“ engagiert wurden. Insofern hat die taz den bundsdeutschen Journalismus belebt, das kann man von der MOZ nicht sagen.

  4. Lieber Hartmut,

    ich würde nie ernsthaft versuchen die genannten Blätter zu vergleichen. taz und MOZ, da stimmt halt die Endung. Ich mag die taz, lebe mit der MOZ und bin bereit der Erstgenannten einige Fehler zu verzeihen.