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Architektur im Barnim I

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Wehrmühle Vorder/Rückansicht

Am letzten Wochenende öffnete das Neue Museum Berlin erstmals nach dem Krieg wieder seine Pforten. Zu sehen waren jedoch weder die Nofretete noch sonstige Exponate die hier ab Oktober ausgestellt werden sollen. Lediglich das leere Gebäude, vom britischen Architekten David Chipperfield mit modernen Mitteln wieder aufgebaut, war Besichtigungsgegenstand.
Die geschaffenen Kontraste aus Versatzstücken von erhaltenen, zum Teil  rohbauähnlich konservierten Gebäudeteilen und moderner Neubau-Architektur haben zu kontroversen Diskussionen über den Umgang mit Berlins historischem Erbe geführt.

Aber was hat das nun mit dem Barnim zu tun?

Die Zeitschrift ELLE Decoration stellt in ihrer aktuellen Ausgabe ein Objekt vor, dem eine ähnliche Symbiose aus historischem Baukörper und modernen Elementen mit „der Formsprache eines David Chipperfield“  attestiert wird. Gemeint ist die Wehrmühle in Biesenthal…

Für die ehemaligen Besitzer  prüfte ich vor ca 10 Jahren Möglichkeiten der Wiederinbetriebnahme der Wasserkraftanlage und kannte  das Objekt daher recht gut. Nach dem Brand im Jahr 2002 verlor ich das ganze jedoch aus den Augen.

Eher zufällig entdeckte ich im letzten Jahr das völlig umgestaltete Gebäude wieder und war extrem beeindruckt. Ähnlich muss es den Redakteuren der ELLE  gegangen sein…denn Objekte im Osten Deutschlands verirren sich sonst eher selten auf deren Seiten.

Das Gebäude dient der Inbalanca GmbH als Geschäftsdomizil und den Kunst beflissenen  Inhabern auch als Wohnsitz. In jedem Sommer findet hier die Kunstausstellung ART B statt

In einem schönen ca einstündigen Spaziergang ab bis Biesenthal Markt kann man dieses ungewöhnliche Objekt zumindest von außen in Augenschein nehmen.

Man läuft zuerst in Richtung Lanke und biegt dann nach rechts auf den Radweg Berlin Usedom in Richtung Schlossberg ein. Hat man diesen passiert erreicht man nach etwa 10 Minuten eine kleine Ansammlung Häuser hinter denen rechter Hand die erhaltene Fassade des ehem. Wohnhauses auftaucht. Folgt man dem Weg über die Brücke und biegt hinter dem Haus kurz nach links ab, bietet sich ein Ausblick auf die moderne Rückseite. Zurück auf dem Hauptweg  gelangt man über die Kirschenallee gegenüber der Sparkasse zurück auf die Hauptstraße

Weitere Infos über Projekt und Inhaber unter www.biesenthal.org

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1 Kommentar » Schreiben Sie einen Kommentar

  1. Als angehende Architektin bin ich immer wieder beieindruckt, welche kulturellen Schätze in so mancher Ruine verborgen sind. Der Umgang von Bestand und moderner Formsprache ist ein heiß diskutiertes Thema, vorallem in vielen Städten (siehe Berlin). Das Beispiel der Wehrmühle in Biesethal zeigt, wie „gute“ Architektur den Freiraum, das kulturelle Angebot und die Bestandsstruktur ästhetisch umgestaltet bzw. einen sinnvollen Nutzen für die Gemeinschaft anbieten kann.