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Totale „Marktwirtschaft“ – Neues aus dem Einkaufsparadies Panketal

Was den Lebensmitteleinkauf betrifft haben die Bewohner der Siedlung am Steenerbusch in Kürze mehr denn je die Qual der Wahl. Einmal aus der Tür gefallen und schon ist man bei Netto an der Bucher Straße. Wer diese überqueren möchte geht zu Plus oder zum 200 Meter entfernten Lidl. „Extremsportler“ schwingen sich aufs Rad und sind in 3-5 Minuten bei Aldi, REWE, Bolle, Norma oder EDEKA.

“Díe EDEKAS“ wollen nun umziehen. Panketal strotzt (zumindest statistisch) vor Kaufkraft und die soll mittels eines Vollsortimenters und einer entsprechend gewaltigen Verkaufsfläche (+ 107 Stellplätzen) noch gründlicher abgemolken werden. „Freuen“ dürfen sich vor allem die Menschen im beschaulichen Musikerviertel, denn der Standtort Bernauer Straße/Händelstraße bringt die Segnungen der Konsumgesellschaft direkt vor ihre Haustür. Aber die Undankbaren meutern, sprechen von Nebensächlichkeiten wie Lärmbelästigung Wohnqualität, Ortsgestaltung, befürchten eine Verödung des Dorfkerns und erdreisten sich gar eine konzeptionell unterlegte Einzelhandelsplanung zu fordern.
Auch die „Spielverderber“ der gemeinsamen Landesplanungsabteilung Berlin-Brandenburg meckerten und bemerkten mit Schreiben vom 25.11.2008 „ dass die angezeigte Planung mit den Zielen der Raumordnung nicht vereinbar ist“.

Bürgermeister Fornell, Panketals prominentestes „Shopping Victim“, tangieren derlei „Peanuts“ bestenfalls peripher. Die neue Einkaufshalle böte „echte Architektur“, senke die derzeitige Bodenversieglung (minimal) und der Kaufkraftabfluss in Richtung Bernau könne eingedämmt werden. Und weil „DIE EDEKAS“ schon so toll vorgeplant haben sollte die öffentliche Beteiligungsfrist halbiert und auf eine Umweltverträglichkeitsprüfung verzichtet werden. Soviel Euphorie war dann doch Einigen zuviel. Im Wesentlichen wurde der Vorentwurf zum Bebauungsplan aber mit großer Mehrheit abgesegnet. Lediglich Heinz-Joachim Bona (Bündnis 90/ Die Grünen), Christel Zillmann, Prof. Jürgen Elsner, Markus Günther (Die LINKE), Carola Wolschke, Dieter Schwertner (Bündnis Panketal), Pfarrer Gerd Natho (CDU) und ich (ebenfalls grün) wiedersprachen den Planungen.

Mein Fazit: Investoren haben in Panketal (fast) „Narrenfreiheit“ und die 2006 verabschiedeten Ortsentwicklungsleitlinien inzwischen annähernd der Nutzwert von Toilettenpapier. Und was man damit macht muss ich hier wohl Keinem erklären.

Totale
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Veröffentlicht von

Stefan ist von Beruf Sozialarbeiter und arbeitet mit chronisch kranken Menschen. Der 2-fache Familienvater ist Autor verschiedener Websites und gelegentlich auch noch als Sänger aktiv. Als leidenschaftlicher Naturschützer wurde er unlängst in die Panketaler Gemeindevertretung gewählt. Weitere politische Schwerpunkte sind die Ortsentwicklung, sowie soziale Themen.

7 Kommentare » Schreiben Sie einen Kommentar

  1. Ich finde, bei der Gestaltung neuer Einkaufsmärkte darf man nicht so kleinlich agieren. Da denken doch unsere Volksvertreter unter kluger Abwägung des Für und Wider absolut uneigennützig nur an unser aller Wohl. Dafür steht doch auch der Herr Bürgermeister, oder ? Ist doch immer der gleiche Mist, ob für überteuerte Straßenprojekte oder Einkaufstempel, Hauptsache es wird viel Geld bewegt, für wen was dabei abfällt, hat den Normalbürger nie zu interessieren und erfährt der nur zufällig, wenn mal wer schmutzige Wäsche wäscht. Es sind nur immer die gleichen Gemeindevertreter gegen solche Projekte, die schon immer auch ein Gewissen hatten. Dieses hindert aber die Mehrheit nicht, treu glaubend den Vorschlägen des Herren F. zu folgen. Man denke nur an die Lobeshymnen auf das Fiasko Klettergarten !

  2. Also ich finde es toll, wenn die Anwohner der Bucher Str. , Winterthurthurstr. und der Küssnachter mit noch einem weiteren Markt beglückt werden. Da macht dann Netto der eigenen Firma Plus Konkurrenz. Weitere riesige Parkflächen müssen her. Wozu soll man die Anwohner denn informieren, wie man sich Anlieferzonen, Lärmbelästigungen usw. vorstellt. Die meckern doch sowieso nur rum. Das versteckte Schild „Spielstrasse“ in der Küssnachter Str. sollte man am Besten auch gleich entfernen, da sich sowieso fast niemand an Geschwindigkeitsbegrenzungen hält. Die Kinder in der Süba-Siedlung sollten von Ihren Eltern eingesperrt werden. Die stören doch nur! Diese Strassen werden schon seit Jahren als Durchgangsstraßen für die Autofahrer genutzt, die nicht über die holprigen Sandwege in der Steenerbuschstr. Unterwaldenstr. usw. fahren wollen.

  3. Netto wird Plus nicht Konkurrenz machen. Ich vermute mal, dass dieser Netto-Markt irgendwie zum EDEKA Eigentum gehören wird, wobei der PLUS Markt vermutlich nur Mieter in der Bucher Str. ist. Da PLUS ja in Netto aufgehen soll verschwindet der Plus . Es sei denn dieser PLUS gehört zum Tausch mit REWE und wird dann umlackiert zu Penny. Möglich ist alles.
    Die Erschliessung kann aus meiner Sicht nur über die Bucher Str. erfolgen. Warum sollte man auch erst in die Küßnachter Str. einbiegen und sich dann aufs Gelände schlängeln? Als Variante könnte man den LIDL in Karow nehmen. Interessant wird nur die Frage, wie die Lösung für das Oberflächenwasser aussieht?

  4. Was die Anwohner und Nettomarkt-Neunachbarn jetzt und den Sommer über an Baulärm ertragen müssen, wird zukünftig auch noch der allseits bekannte „Duft“ aus den Ventilatoren des Kühlhauses und die Abgase des Kundenparkplatzes übertrumpfen.
    Das hätten sie sich beim Erwerb ihres Eigenheimchens sicher nicht gedacht…

    Warten wir noch ein Jahr ab und dann werden auch die derzeitigen „Ich-werde-dort-nie-einen-Fuß-hineinsetzen“-Nettoboykottierer birkenstöckig und freizeitlich bekleidet kurz vor Ladenschluß ihre Gartenpforte beschreiten und den kürzesten aller Wege zum neuen Nachbarn einschlagen, um grillgutbestückt auf dem gleichen Wege wieder ins holde Eigenheim zurückzukehren. Wetten??

    Warum allerdings das so viele Jahre freiliegende Stück Land nicht zum dringend benötigten Bau eines Kindergartens oder eines eingezäunten Abenteuerspielplatzes oder zu einem Mutter-Kind-Treff oder schlicht und ergreifend zu ebenso dringend gebrauchtem Bauland für die schon schlangestehenden Häuslebauwilligen weitaus sinnvoller genutzt wird – das wird unser Herr F. wohl nur ganz allein wissen…leider!

    Achja, Herr F., das Geld, was Sie ja nun von Herrn Netto eingenommen haben, können Sie sehr sinnvoll einsetzen:

    In jede Menge Bremsschwellen in der Küßnachter Strasse und der Winterthurstrasse.
    Das Schild „SPIELSTRASSE“ konnte ich MEINEN Kindern in den beiden Kindern bisher noch nicht sinnvoll erklären!!

    L.Germes

  5. Bei dem Besuch der Gemeindevertreterversammlung zeigte sich die Haltung unseres Bürgermeisters Hr. F. eindeutig, obwol er „natürlich“ den Nettomarkt für entbehrlich hielte. Der Fehler liegt hier nicht nur beim Kreisamt Eberswalde, sondern es ist meiner Meinung nach ein schwerwiegender Fehler bzw. Absicht durch jahrelange nicht gewünschter bzw. nicht für erforderlich erachteter Erstellungen von Einzelhandelkonzeptionen und Bauplänen bzw Bauleitplänen. Somit drehen wir uns wie in einer Spirale ohne jegliche Aussicht auf Erfolg, da somit trotz einvernehmlicher Meinungen in der Gemeindevertreterversammlung gegen diesen Bau, die Macht bzw. die Hoheiten eine entscheidene Rolle spielen und somit das Kreisamt Eberswalde so handeln kann und darf?! Es durfte genau aus diesen Gründen und bedauerlichen Umständen kein Gebrauch von §34 Abs. 3 gemacht werden.

    Im Prinzip könnte man den Eindruck gewinnen, dass es unter Umständen so gewünscht ist. Ich wußte vor dem Vorfinden scheinbar entschiedener Tatschen gar nicht, dass der Flächennutzungsplan genau so gut als Toilettenpapier verwendet werden könne. Sorry, für meine kleine Provokation.

    Aber mal ernsthaft: Wenn ich weiß, dass in solchen Fällen die Wünsche und Anregungen der Gemeinde und Einwohner nicht greifen können.

    Wer zahlt mir eigentlich die Wertminderung meiner Immobilie?
    Wer zahlt mir die notwendigen Maßnahmen oder den Schadenersatz für die gesundheitl. Schädigungen?

    Es muss hier ein deutliches Zeichen gesetzt werden!!!!!!!!!

    Wir gehen hier sonst im wahrsten Sinne des Wortes baden.

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