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Prof. Michael Succow über die Uckermarklandschaft

„Diese herausragende Landschaft ist ein nicht reproduzierbares Gut: Kapital ist vermehrbar, Landschaft ist nicht vermehrbar. Gesunde, hochwertige Landschaft ist ein immer knapper werdendes Gut… Und deshalb: Es darf nicht sein! Diese neue Freileitung ist eine zu viel! Sie entspricht nicht den Erfordernissen der Nachhaltigkeit, zu der ja alle Bereiche aufgefordert sind. Jeder Wirtschaftszweig muss sich heute überlegen, wie er dazu seinen Beitrag leisten kann.“ (M. Succow)

Mit diesem eindringlichen Worten unterstützte Prof. Succow auf dem Parlamentarischen Abend der Bürgerinitiative Biosphäre unter Strom – keine Freileitung durchs Reservat am 27.1.2009 die Bestrebungen der BI. Zuvor hatte er an die Entstehungsgeschichte des Biosphärenreservats erinnert:

„Vor fast 20 Jahren, in der Wendezeit, war es möglich, diese Landschaft der privilegierten DDR-Führung, diese Staatjagdgebiete von Mielke und Honecker, in ein Biosphärenreservat zu verwandeln, schon nach einem Jahr von der UNESCO zertifiziert…“

Das Biosphärenreservat ist ein Erbe der Wende, das gepflegt werden sollte. Es steht nicht gut ums Biosphärenreservat. Die Zahl der großtechnischen Projekte, die auf seinem Gebiet oder in seiner Nachbarschaft realisiert werden sollen, steigt ständig. Zwar ist es um die in Eberswalde von der Firma Theo Steil geplante Sondermüllverbrennungsanlage in den letzten Monaten etwas ruhiger geworden, aber noch sind die Pläne nicht endgültig vom Tisch. Vattenfall arbeitet an der Fertigstellung der Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren für eine 380-kV-Freileitung durch das Biosphärenreservat, durch Eberswalde und durch den Naturpark Barnim, obwohl sich die Landesregierung im vergangenen Herbst für eine Erdverkabelung der Trasse ausgesprochen hat und auch die Kommunalparlamente der wichtigsten Städte und Gemeinden an der Trasse, Eberswalde, Angermünde und Chorin und auch der Kreistag diese Freileitung ablehnen. In Kleinziethen droht immer noch die Errichtung einer Schweinemastanlage für zunächst 8000 Ferkel, die später auf 12000 Ferkel ausgebaut werden soll, denn noch ist der Rechtsstreit um die Versagung der Zustimmung der Gemeindevertretung zu diesem Vorhaben nicht entschieden. Und im benachbarten Schmargendorf soll nun eine Anlage für 1200 Kühe inkl. Biogasanlage errichtet werden, während in Haßleben ebenfall an einer gigantischen Schweinemastanlage gearbeitet wird.

Was kann man dagegen tun? Einiges, zum Beispiel die örtlichen Initiativen, die sich gegen den Raub unserer Landschaft wehren, unterstützen. Es steht ein Superwahljahr ins Haus – da kann man die Kandidaten zu den Projekten befragen, da kann man sehen, wer sich mit den Problemen des Umwelt- und Landschaftsschutzes glaubwürdig auseinandersetzt. Da fällt einem dann schon die Wahlentscheidung leichter.

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