web analytics

Endlich – Investigativer Journalismus auch im Barnim!

Aus Interesse an den regional wichtigen Ereignissen und Entwicklungen bin ich schon seit Jahren  regelmäßiger, konsequenter Leser der kostenpflichtigen Tagespresse. Mag man von der MOZ halten was man will, wenn man in der Lage ist, gedruckte Informationen etwas zu filtern, kann man hier doch die eine oder andere Information erhalten. Und das mehr oder weniger objektiv. Selbst wenn ich mich darüber wundere, wie sehr sich Hans Still in Bodo Ihrkes Wade verbissen hat oder dass Monika Schmidt in ihrem Artikel vom 20.02.2009 den mit 35.000 Euro ohnehin schon knappen Etat für Freie Kulturarbeit noch einmal um 2 Drittel gekürzt hat (ohne Beschluss der Stadtverordnetenversammlung!): das alles kann ich be- und auswerten. Die Information zählt, und die bekomme ich dann doch irgendwie.
Nun aber sind die Zeiten des ruhigen Informationsflusses vorbei und das nicht nur, liebe Mitautoren und Leser, weil verschiedene Webblogs im Barnim versuchen, alternativ über Entwicklungen aufzuklären. Nein, echter Boulevard-Journalismus bricht über uns herein!

 Wir werden Zeuge der Barnimer Medienrevolution. Vor unseren Augen und Ohren wird jetzt investigativ ermittelt und gnadenlos aufgeklärt. Wo? Nein, lieber Karl-Heinz, ich muss Dich enttäuschen, ich meine nicht den BAR-blog! Die Rede ist vom Medienhaus Eberswalde. Dieses mittlerweile seit vielen Jahren aktive Schlachtschiff der Aufklärung tritt nun die Nachfolge von Ulrich Meyer und seiner erfolgreichen Sendung „AKTE …“ an. Kleines Beispiel auf Eberswalde TV gefällig? Wenn man auf das Kamerasymbol klickt, bekommt man zum Artikel auch den ergötzlichen Fernsehbeitrag.

Das ist echter Journalismus! Gekonnt werden hier (Pseudo-)Informationen vermittelt und gleichzeitig bekommt die Stadt Eberswalde noch qualifizierten Nachhilfeunterricht in puncto Öffentlichkeitsarbeit und Verwaltungstransparenz. Liebe Stadt, dass müssen wir Euch jetzt aber mal erklären, wie das mit dem Hätscheln und Tätscheln der Medien funtkioniert. Denn die Verwaltung ist doch verpflichtet, den Medien auf Anfrage Auskunft zu erteilen!

Allen Medien? Grundsätzlich ja, das klärt das Medienrecht. Was genau aber macht ein Informationsmedium aus? Wie objektiv kann ein privater Dienstleister sein, der seine Informationen den Nutzern kostenlos zur Verfügung stellt und der sich mit Anzeigenverkauf und Werbung finanziert? Wenn ich die Wochenzeitung BLITZ aufschlage oder eben Eberswalde TV im Kabelnetz oder Netz schaue und dort redaktionelle Beiträge über Firma xy neben Anzeigen/ Werbespots derselben Firma finde, wirkt das nicht unabhängig. Wenn ich aber ein Fass aufmache, wie im oben genannten Beitrag, suggeriere ich eine journalistische Unabhängigkeit. Und das beides passt nicht zusammen.

Mein Vorschlag: Schuster bleib bei deinem Leisten. In Zeiten des verstorbenen, früheren Chefredakteurs Christian Trill wurden die in dem oben genannten Fernsehbeitrag monierten Verständigungsprobleme im Gespräch direkt geklärt. Wenn so etwas nun auf eine scheinbar journalistische Ebene gehoben wird, verbunden mit einer regelrechten Anklage, muss man sich schon die Frage gefallen lassen, ob hier früh im Jahr bereits Stimmung für den Wahlkampf gemacht werden soll?

Ich habe bis jetzt Eberswalde TV oft und gern geschaut, weil es mein Informationsbild wenn schon nicht geprägt, so doch abgerundet hat. Von der aktuellen Entwicklung fühle ich mich persönlich vor den Kopf gestossen und hoffe, dass die Macher des Hauses darüber nochmal nachdenken. Theo Koll von „Frontal 21“ im ZDF kann so etwas viel besser und vor allem sachlicher! Das müssen wir nicht kindergartenmässig nachspielen.

Der Gerechtigkeit halber muss ich zugeben, dass von dieser Tendenz nicht nur das Eberswalder Medienhaus betroffen ist. Viele kleine und große Mediendienstleister gehen derzeit diesen Weg. Eine Entschuldigung kann das aber nicht sein.

Endlich - Investigativer Journalismus auch im Barnim! auf Facebook teilen
Endlich - Investigativer Journalismus auch im Barnim! auf Twitter teilen
Endlich - Investigativer Journalismus auch im Barnim! auf Google Plus teilen

Ähnliche Artikel:

15 Kommentare » Schreiben Sie einen Kommentar

  1. @Andreas Gläßer
    Dem kann ich mich nicht anschließen.
    Ich finde, dass Eberswalde.tv seit dem Wechsel von Christian Trill zu Nancy Kersten eine enorme Aufwertung in Richtung Vielseitigkeit und Bürgernähe erfahren hat. Vorher war es eher ein „staatstragendes“ Medium, wo kritische Beiträge von Bürgerinnen und Bürger nur ganz selten und wenn dann als Alibi in abgeschwächter Form rein kamen.
    Auch die Internetpräsenz wurde stetig verbessert. Klasse ist ebenfalls das Archiv, wo man sich ältere Beiträge noch einmal anschauen kann.

    Gut, am Blitz könnte noch ein bisschen gewerkelt werden, aber meines Erachtens ist das Team auf dem richtigen Weg.

  2. @ Dr. Andreas Steiner
    Ich bin grundsätzlich dafür, ‚sachdienliche Hinweise‘ von Bürgerinnen und Bürgern zur Grundlage einer fachkompetenten und umfassenden Recherche zu einem Thema zu machen. Das aber ist bisher gar nicht der Ansatz von BLITZ und Eberswalde TV gewesen. Glücklicherweise, denn dafür würde man einen wesentlich höheren personellen Aufwand betreiben müssen. Die beiden Medien des Medienhauses Eberswalde waren nie Bürgermedien und werden es nie werden, allein schon auf Grund dessen, weil hier ein Marketingunternehmen Betreiber ist.
    Zudem muss man sagen, dass die Veränderungen der vergangenen zwei Jahre bei Eberswalde TV eben auf das Konto des ehemaligen Chefredakteurs Christian Trill gehen.
    Ich weiß nicht genau, was Du mit ‚staatstragend‘ meinst. Ich halte es für notwendig, in einem Medium ohne unmittelbare Kommentarfunktion (ist ja nun mal kein Blog) eine gewisse Sachlichkeit an den Tag zu legen. Der von mir angeführte Fernsehbeitrag ist ein Musterbeispiel für Meinungsmache und Unsachlichkeit. Und das bei einem Bildungsauftrag, der auch daraus resultieren sollte, dass der Sender mit Fördermitteln der Medienanstalt Berlin Brandenburg nach vorne gebracht wurde. Das sind letztlich Steuergelder. Und damit sollte wohl nicht unbedingt polarisierende Boulevardberichterstattung finanziert werden, oder wie siehst Du das? Meine Meinung bilde ich mir selbst, wenn ich alle Fakten auf dem Tisch habe. Die bekomme ich aber bei Blitz und e-tv nicht. Es wäre erfrischend für den regionalen Medienmarkt, wenn das Medienhaus so offen und objektiv wären, wie Du es beschreibst. Fernsehbeiträge, wie der oben genannte, oder gar Satire-Versuche wie die „Medienhausputze“ zeugen nicht davon.
    Wenn man so als Lokalmedium agieren kann, bin ich dafür, jedes noch so kleine Schülermedienprojekt genauso stark zu pushen, dann aber unter medienpädagogischer Betreung. Dann würde wenigstens ein echter, offener Bildungsauftrag als Messlatte dienen.

  3. @Andreas Gläßer
    Es ist ja legitim, unterschiedlicher Meinung zu sein ;-)
    Mit staatstragend meine ich, dass das Organ unter Trill häufig als Sprachrohr der alten Strukturen in Kreis und Stadt fungierte. Und nicht selten als verlängerter Arm der regionalen SPD-Größen.
    Deshalb finde ich es gut, dass Eberswalde.tv nun erfrischend aufmüpfig ist. Wenn zahlreiche Meinungen zu Worte kommen können (z.B. in Studiogesprächen mit Holzhauer und Zinn als Gegenspieler zum Thema Ein-Euro-Jobs) sollte damit doch der Sachlichkeit und Ausgewogenheit Genüge getan sein, oder nicht? Die Satiren mit der „Medienhausputze“ und der „Omma Kötenklöter“ könnten sicherlich noch witziger und pointierter sein, aber Humor guter Qualität bleibt letztendlich eine Kostenfrage.

  4. @Dr. Andreas Steiner
    Ich gebe Dir dringend recht, Meinungsvielfalt gehört zu Meinungsfreiheit.
    Dann aber, muss man sagen, fehlt es in der Redaktion des Medienhauses an konzeptioneller Konsequenz. Das kann nicht wundern, denn auch dafür würde man eben mehr fachlich geschultes Personal brauchen. Für einen vergleichsweise kleinen Betrieb, wie das Medienhaus kaum zu leisten.
    Aber ‚echter Journalismus‘ ist ja gar nicht gefragt bei einem Lokalsender, da geht es um Berichterstattung, möglichst ungefärbt, so dass sich der Rezipient selbst ein Bild machen kann.

    zu „Die Satiren mit der “Medienhausputze” und der “Omma Kötenklöter” könnten sicherlich noch witziger und pointierter sein, aber Humor guter Qualität bleibt letztendlich eine Kostenfrage.“ Da bin ich anderer Meinung: Eberswalde TV ist kein Video-Club und der Blitz ist keine Schülerzeitung. Beliebigkeit ist ein Negativ-Kriterium.
    Aber um nicht missverstanden zu werden: Ich bin nicht gegen das Medienhaus, ich habe dort selbst mal gearbeitet. Die Arbeit der Kollegen dort ist sehr wichtig. Sie erfordert ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein. Ich bin für Sachlichkeit und kriege Sodbrennen, wenn diese außen vor gelassen wird.

  5. @Andreas Gläßer
    Ich weiß, Du bist vom Fach. Vielleicht legst Du deshalb eine relative hohe Messlatte an.
    Ich kann nur den Vorher-Nachher-Vergleich ziehen, und da bin ich mit der Entwicklung ganz zufrieden.
    Wollen wir mal sehen, wie es mit dem Medienhaus weitergeht.

  6. Nachtrag: Unsachlichkeit, mit der Intension Aufmerksamkeit zu erlangen, den Finger in die Wunde zu legen und übers Ziel hinauszuschießen, stört mich gar nicht so.
    Was mich stört, ist einseitige Berichterstattung, wo z.B. nur die „Großkopferten“ bzw. die Geldgeber das Sagen haben.

    Ein schlimmes Beispiel für mich ist die neoliberale Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, die von der übermächtigen Bertelsmann Stiftung finanziert wird.

  7. @ Dr. Andreas Steiner
    Es ist im Kleinen wie im Großen. Auch für eine Eberswalder Werbe- und Verlags GmbH/ Medienhaus Eberswalde ist die Meinung ihrer großen Anzeigenkunden zu berücksichtigen. Freier Journalismus ist das jedenfalls nicht.
    Auch ich verfolge gespannt, wie sich das entwickelt.

  8. Du schriebst: Freier Journalismus ist das jedenfalls nicht.
    Da treffen wir uns wieder.
    Den gibt es aber im Barnimblog und in der Barnimer Bürgerpost. Ich werde fürs Schreiben nicht bezahlt und muss folglich auch keinem Rechenschaft über meine veröffentlichten geistigen Ergüsse abgeben. ;-)

  9. Da kann man natürlich nochmal diskutieren, wie man Journalismus definiert. Für mich ist das BAR-blog eine Plattform, auf der die Autoren ihre Meinungen zu Themen äußern und Stellung beziehen. Das hat manchmal journalistische Züge, ist aber wohl nicht die Grund-Idee.
    Unabhängiger, freier Journalismus hat nicht primär mit der Bezahlung zu tun. Aus meiner Sicht ist es das Bestreben, einen Sachverhalt so genau, wie möglich und eigentlich sogar meinungsfrei darzustellen. Das ist schwierig, aber der Bildungsauftrag an die Medien beläuft sich auf „Aufklärung zur individuellen Meinungsbildung“, nicht auf Meinungsmache!
    Hier bist Du natürlich nur Dir selbst moralisch verpflichtet ; )

  10. Danke, Herr Gläßer,

    denn die teilweise sehr starke Meinungsmache und tendenziöse Berichterstattung über Ereignisse im Barnim hier im bar-blog kann nicht ernsthaft als journalistische Arbeit klassifiziert werden. Sowohl dieses Blog als auch die BBP sind nicht mehr und nicht weniger als Autorenforen. Und, nach meinem Eindreck, publizieren hier und und in der BBP vor allem frustrierte Bürgerinnen und Bürger unter dem Deckmantel der Aufklärung und journalistischen Berichterstattung. Schauen wir uns doch nur den Bericht „Landrat ohne Namen?“. Was für ein infamer Beitrag! Dort wird ohne Fakten und ernsthaften Inhalt der Landrat öffentlich diffamiert („an den Trögen sitzen“, Klüngelhaufen“). Haben wir nicht einen Pressekodex (u.a. „Achtung der Wahrheit“, „Vermutungen sind als solche erkennbar zu machen“ etc.) in Deutschland, der auch hier im Blog berücksichtigt werden sollte? Verspricht uns Herr Dr. Steiner hier nicht freien Journalismus?
    Nicht nur das Team von EberswaldeTV und BLITZ befinden sich in einem Lern- und Entwicklungsprozess. Aber im Gegensatz zum promovierten Diplom-Geographen und Waldökologen Dr. Steiner hat N. Kersten von EberswaldeTV eine journalistische Ausbildung vorzuweisen.

  11. @Marco
    Tatsächlich erkenne ich in den meisten Beiträgen dieses Blogs die Meinung des jeweiligen Autors ganz deutlich. Das ist das Prinzip dieser Blogs, die journalistisch eher wie eine Kolumne oder ein ‚Kommentar‘ funktionieren. Gute Blogs leben von der (hoffentlich) kontroversen Diskussion, Meinungsdiktaturen wären äußerst langweilig. Umso spannender und wichtiger ist es, sich insbesondere in den Blogs, die nicht sowieso schon meiner Meinung sind, zu Wort zu melden und dann eben das Gespräch auf einem sachlichen Niveau zu belassen.
    Ich sehe verbale Überspitzungen durchaus als als legitimes Mittel zum Erregen von Aufmerksamkeit an. Jedoch halte ich nichts von dauerhaften Pauschalverurteilungen.
    Ich sehe insbesondere auch in diesem Blog eine starke Anti-Haltung gegenüber der derzeitigen Kreisverwaltungsspitze. Ich kann diese nicht teilen, da ich bis dato keine prägenden Negativerfahrungen machen musste. Ich ärgere mich sicher über verschiedene Sachen, ergreife auch hin und wieder Partei für oder wider etwas, allerdings versuche ich auch immer wieder mal, mich in die Sichtweise meiner Opponenten zu versetzen. Das ist für mich die Grundlage, etwas bewegen zu können. Und sollte auch eine Rolle spielen, wenn man seine Meinung öffentlich kund tut.
    Ganz andere Kriterien spielen eine Rolle, wenn ich ein Medium, wie eine Wochenzeitung, herausgebe. Diese werden natürlich immer auch geprägt von den persönlichen Meinungen der jeweiligen Macher. Aber immer unter einem gewissen journalistischen Ehrenkodex, Sie sprachen es an: “Achtung der Wahrheit”, “Vermutungen sind als solche erkennbar zu machen” etc. Das Problem der Medien des von mir kritiserten Medienhauses ist die konzeptlose Vermischung von Kommentaren, journalistischen Arbeiten und (oft nicht gekennzeichneten) Marketingprodukten. Daran kann ein Chefredakteur in der Regel nur in Maßen etwas ändern. Wir haben mit dem BLITZ der vergangenen Woch wieder ein schönes Beispiel dafür bekommen: Das erste Mal in meiner Laufbahn als interessierter Zeitungsleser hielt ich eine Wochenzeitung mit ‚journalistischem Anspruch‘ in der Hand mit zwei Titelseiten, wovon die erste Seite Werbung war, GANZSEITIG! Sicherlich, Werbung für einen Kulturstandort, aber klar formulierte Werbung! Netter Weise schreibt uns das Team vom BLITZ auf dieser Seite auch noch: „Liebe Leserinnen, liebe Leser, heute halten Sie ein Novum in der Hand – … …Moderne Werbung in einer innovativen Zeitung!…“
    Auch sehr zu empfehlen, und das aus rein journalistischer Sicht, sind die Kommentare im BLITZ. Nach dem Weggang von Jochen Stennert wäre nun eigentlich die Dauerüberschrift „Meckern bis zum Abwinken“ passender. Dass man eine solche feste Kommentarrubrik für sachliche und fundierte Kritik nutzt, ist mehr als legitim. Was hier aber teilweise gemutmasst und verdreht wird, ist himmelschreiend. Beispiel: Kommentar von letzter Woche, Ester Schleidweiler schreibt darüber, dass im Zuge der Ausschreibung der Betriebsführung für den Eberswalder Familiengarten die sich bewerbenden Unternehmen erst später erfahren haben, dass es sich nicht um eine Verpachtung handelt. Wenn Frau Schleidweiler alle (absolut öffentlichen) Informationen einbezogen hätte, wüsste Sie, dass die Stadt bis zu dieser Ausschreibung der festen Überzeugung war, dass Verpachtung aus förderrechtlichen Gründen nicht möglich ist und darum die Ausschreibung auch so explizit formuliert hat. Sollten die Unternehmen sich tatsächlich als Pächter beworben haben, haben sie falsch gelesen. Das ist kein Aufhänger für ein Kommentar gegen die Stadt! Solche Fehlleistungen muss man in der Redaktion im Blick haben und unterbinden. Es sei denn, man versucht, mit seinen Texten nur den Raum zwischen den Anzeigen zu füllen. Dann aber bitte etwas weniger ambitioniert!
    Fazit: Ich bilde mir meine Meinung – ich übernehme sie nicht von woanders!

  12. @Andreas Gläßer: Manchmal glaube ich es einfach nicht ! Sie haben also „keine prägenden Negativerfahrungen“ mit der Kreisverwaltung gemacht? Da war nichts mit dem Abholzen der Danewitzer Allee und üblen Nachkarten durch Bockhardt, als man dann vor Gericht verloren hatte- um nur ein Beispiel zu nennen. Da ist keine Untere Naturschutzbehörde, die dem Witschaftsdezernenten untersteht und bei der Umweltschutz nicht mal auf dem Papier steht. Jetzt müssen Sie mir nur noch erzählen, dass der arme Landrat nichts davon weiß und dann lache ich mich tot ! Dass die meisten Barnimer „ihren“ Landrat nicht kennen oder kennen wollen, ist wohl nicht die Schuld der Wähler, sondern einer Politikverdrossenheit geschuldet, die aus genau dem „An den Trögen sitzen“ dieses Klüngelhaufens an der Kreisspitze resultiert: Man wird immer wieder auf den Versorgungsposten geschoben, die Parteien sorgen schon dafür. Die unsägliche Diskussion um die Direktwahl des Landrates ist wohl eine überdeutliche Bestätigung für die herrschende Klüngelwirtschaft und Parteien“demokratie“. Dass daraus bei vielen politisch Interessierten eine von Ihnen prognostizierte Anti-Haltung resultiert, kann doch in Wirklichkeit niemanden wundern, oder?
    Noch was zum Thema Journalismus : Was nützt eigentlich eine Ausbildung als Journalist, wenn 10 Konzerne in diesem Land den Zeitungsmarkt dominieren und der Journalist nur nach der Maxime „wes‘ Brot ich ess‘. des‘ Lied ich sing“ schreiben darf? Genau aus diesem Grunde gibt es gottseidank das Internet und Blogs.
    @Marco: Wenden Sie sich mit Ihren Totschlagargumenten und Zensurvorschlägen am besten gleich an den Bundesinnenminister.

  13. @Reinhard Pichl
    Tatsächlich habe ich persönlich, wie gschrieben, keine prägenden Negativerfahrungen gemacht und bin sehr vorsichtig, mir über eine Sache, von der ich Fakten nur über Dritte vermittelt bekommen habe, ein Urteil zu bilden. Ich war nicht bei den Aktionen in der Danewitzer Allee dabei. Ich lasse mich gern kompetent aufklären, das schliesst aber im Zweifel auch die Gegenseite ein. Und für die Sachen, die ich verbreite, übernehme ICH Verantwortung. Da wir hier zu einem Artikel hinsichtlich Medienarbeit im Barnim diskutieren, muss ich sagen, dass dieses Verantwortungsbewusstsein eben etwas ist, was vielen Medienmachern abgeht.
    Herr Pichl, ich bin hier kein Stellvertreter für irgend jemanden. Da ich recht gut weiß, wie Meinungsbildung über Medien heute funktioniert, weiß ich eben, dass ich nicht viel weiß. Wissen Sie genug, um sich über alle Ereignisse im Barnim eine OBJKEKTIVE Meinung zu bilden? Es gibt (vermutlich ziemlich viele) Menschen im Barnim, die über die von Ihnen angesprochenen Beispiele, wenn überhaupt, nur aus unseren regionalen Medien erfahren haben. Habe ich damit alle Fakten auf dem Tisch? Das ist der Punkt, über den ich mit meinem Artikel diskutieren wollte. Möchten Sie mir dazu etwas sagen?

  14. Nachtrag:
    Eine Ausbildung als Journalist ist natürlich auch in unserem Land nur die Erlernung des Handwerks. Die Moral muss man schon selbst mitbringen, oder?

  15. @Reinhard Pichel: Danke für Ihre Worte und die argumentative Unterstützung!

    @Marco
    Jaja, ein infamer Beitrag :-). Nur gut für uns, dass wir in der Bundesrepublik leben und nicht mehr den Tatbestand der „Majestätsbeleidigung“ haben, sonst müsste ich jetzt wohl noch einem unschuldigem Kinde den Apfel vom Kopf schießen… ;-) Von bloßen Vermutungen berichte ich nicht, dafür wäre mir meine Zeit zu schade. Noch einmal zum Mitschreiben: Ein Blog, wie das Barnimblog, kann und will sich an journalistischen Grundsätzen einer „Zeit“ oder „Welt“ nicht messen lassen. Unsere Intension ist es vielmehr, auf Basis eines freien Journalismus den Finger in die Wunde legen zu dürfen und auf regionale Missstände aufmerksam zu machen. Und das machen wir – dies zeigt die uns entgegengebrachten Resonanz – bislang recht erfolgreich. Viele Bürgerinnen und Bürger geben uns Recht. Aber wir erheben im Barnimblog ja nicht nur Kritik, sondern berichten vielfältig. Das belegen die Beiträge der Autorinnen und Autoren, die aus ganz unterschiedlichen Bereichen kommen.