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Neues von Jens Koeppen – Der Bundestagsabgeordnete und die Wehrpflicht

Die Wehrpflicht, in der Bundesrepublik Deutschland am 21. Juli 1956 eingeführt, hat zwar schon relativ lange Bestand, ist aber alles andere als unumstritten. Die Grünen halten sie für nicht mehr zeitgemäß und fordern die Abschaffung „(…)zugunsten von regulären Beschäftigungsverhältnissen in der Bundeswehr und Freiwilligendiensten in der Gesellschaft“. Die SPD plädierte 2007 für eine „freiwillige Wehrpflicht“ und geriet im Zuge dessen in einen heftigen Streit mit ihren christdemokratischen Regierungspartnern.
Jens Koeppen, CDU-Abgeordneter für den Wahlkreis 57 (Uckermark-Barnim I), ist vor einigen Tagen von einem User der Politplattform www.angeordnetenwatch.de um eine Stellungnahme zum Thema gebeten worden. Hier ein paar Auszüge seiner Antwort:

“(…)ich stehe zur Wehrpflicht und zum Grundwehrdienst in unserer Bundeswehr. Die Wehrpflicht hat sich bewährt und sie ist nach meiner Überzeugung auch zeitgemäß. Sie stellt ein geeignetes Instrument dar, um den neuen sicherheitspolitischen Herausforderungen zu begegnen. Die Wehrpflicht ist zudem eine aktive Sicherheitsvorsorge für Deutschland und seine Bündnispartner. Die allgemeine Wehrpflicht in Deutschland hat wesentliche Vorzüge gegenüber einer Freiwilligenarmee. Sie ist als Spiegelbild der Gesellschaft eine Armee des Volkes.“


Von Alternativen hält Koeppen offenbar wenig, er schreibt:

“Die Idee der SPD, eine „freiwillige Wehrpflicht“ einführen zu wollen, ist ein Widerspruch in sich. Ich halte sie außerdem mit dem Grundgesetz für nicht vereinbar. Das Bundesverfassungsgericht hat diesem Modell im Übrigen eine Absage erteilt: „Würde man im Hinblick auf die behauptete gleichheitswidrige Einberufungspraxis es jedem Wehrpflichtigen freistellen, ob er den Grundwehrdienst antritt, wäre die Verteidigungs- und Bündnisfähigkeit Deutschlands in hohem Maße gefährdet“

Einen aktuellen Artikel zum Thema „Sozialdienst statt Wehrpflicht“ findet ihr hier.

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9 Kommentare » Schreiben Sie einen Kommentar

  1. Vielen Dank für die aufschlussreiche Befragung des Abgeordneten Koeppen.
    Das passt gut zusammen: Allgemeine Wehrpflicht und Freileitungen im Höchstspannungsbereich. Das eine ist so menschenfeindlich wie das andere.
    Ohne Wehrpflichtarmee hätte es die großen Kriege nicht gegeben, kaum einer wäre freiwillig auf die Schlachtbank marschiert.

    Gestorben wurde in den Gräben für die Profite der Konzerne. Vielleicht findet ja einer eine Abbildung der Fotomontage von John Heartfield, die den Zusammenhang von Kriegstoten und steigenden Aktien zeigt.

    (Heute wo uns allen ja der Aktienkurs so am Herzen liegt, wo unser Mitgefühl den notleidenden BANKEN gilt, da könnte man das vielleicht als Rezeptur falsch verstehen.)

    Aber auch die 380-kV-Freileitung, für die sich Koeppen erst kürzlich im Uckermark-Echo stark gemacht hat, ist menschenfeindlich, denn bei der Querung Eberswaldes werden keine Mindestabstände, die nach heutigem Kenntnisstand erforderlich sind, um eine Gesundheitsgefährdung der Bevölkerung auszuschließen, nicht eingehalten. Das gilt auch für Landin, Schmargendorf, Senftenhütte, und viele andere Anrainerdörfer.
    Gegen Erdverkabelung hat sich der Abgeordnete Koeppen ausgesprochen. Er hat sich aber keine eigenen Gedanken gemacht, oder sich informiert, nein, er hat nur das nachgebetet, was ihm die Vattenfallfunktionäre vorgebetet oder eingeblasen haben.
    Koeppen hat noch nicht begriffen, dass Parteispenden von Vattenfall oder eine Vattenfall-Stiftung für „staatsbürgerliches Engagement“ oder so keine demokratische Empfehlung, sondern ein Kontaktgift sind, sobald sie öffentlich werden.
    Dafür wird noch gesorgt.

  2. Diese Armee ist solange nicht „meine“ Bundeswehr, solange sich deutsche Soldaten in fremden Ländern aufhalten und dort Krieg spielen. (Auch wenn das politker heute naders nennen)

  3. Kleiner Einwand gegen die Formulierung “ Krieg spielen“ Herr Dr. Valentin. Ich maße mir keine Urteile an über Alter , Erfahrungen und so, aber bis auf wenige, leider heute immer mehr , wahnwitzige Computerspieler kann man Krieg nicht spielen. Schmerz , Verletzung und Tod sind reale Gefahren, die vielen wohl nicht mehr so real erscheinen, wenn deutsche Politiker, welcher Partei auch immer, von der “ Verteidigung deutscher Freiheit am Hindukusch “ quatschen. Wer das glaubt, der ist zu bedauern. Ob der Herr Koeppen so weit denkt, bezweifle ich sehr.
    Ich bin übrigens nicht für die allgemeine Wehrpflicht. Wenn nach Bundeswehrstatistik nur 10 % der jungen Männer eines Jahrganges gemustert werden, dann ist das nicht allgemein. Welcher dieser Heldenpolitiker würde seine eigenen Kinder zu solchen Einsätzen senden ? Und nicht nur nach Potsdam am großen Strategie-Spieltisch der Generäle, nein, richtig nach Afganisthan. Naja, wird sich wohl keiner finden.

  4. @andreas: Sie haben recht. Allerdings meinte ich das „Krieg spielen“ auch mehr bezogen auf die „großen“ dummen Jungs am Sandkasten in Potsdam und auf der Hardthöhe/ im Bendlerblock und auf die großen Brandstifter der Politik überall in der Welt. Bezogen auf die „kleinen“ Jungs in Uniform, die sich z.B. für Afghanistan freiwillig melden, kann ich nur mein völliges Unverständnis zum Ausdruck bringen.. Ich glaube nicht, dass den meisten dieser verblendeten Menschen klar ist, worauf sie sich einlassen. Und im Gegensatz zu unseren Großvätern und Vätern braucht ja heute keiner mehr um sein Leben zu fürchten, wenn er sich nicht für den Kriegseinsatz meldet…

  5. Reimar Gilsenbach hat das alles sehr präzis formuliert:

    „Wer im Gleichschritt geht, marschiert in die falsche Richtung.“

    Er hat auch die Konsequenz aus dieser Einsicht gezogen und ist bei nächster Gelegenheit aus der großdeutschen Armee desertiert.
    Vielleicht sollten wir ein paar Exemplare seiner Autobiographie den Standortbibliotheken spenden.

  6. Der Beitrag von Herrn Köppen ist vor allem ein Paradebeispiel für die Kunst, mit vielen Worten Nichts zu sagen. Ein wahres Feuerwerk in der Rubrik „Gelaber für Fortgeschrittene“.Im letzten Absatz des ersten Zitatblocks hat er allerdings recht.
    Sie (die Bundeswehr) ist ein Spiegelbild der Gesellschaft. Ich habe den Link zu einem sehr interessanten Artikel der Berliner-Zeitung leider verloren. Hier ging es zwar nicht um die Wehrpflicht, aber um eine Art „Berufssoldaten-Casting“ .
    Fazit: Unsere zukünftigen Landensverteidiger sind extrem auf die eigene , wirtschaftliche Sicherheit bedachtund wollen einfach „einkommensmäßig“ schnellstmöglich mit dem Arsch an die Wand“. Afghanistan und ander Krisengebiete sind erst einmal weit weg.
    Wir reden hier keineswegs von notorischen Aggressivlingen oder sicherheitspolitischen Hardlinern. Das sind offensichtlich Menschen, die einfach keine Lust mehr haben sich hundertfach erfolglos um Lehrstellen oder Jobs zu bewerben. Eine „Armee der Verlierer“. Menschlich gesehen kann ich das durchaus nachvollziehen.

  7. „Unsere Kriege sind nicht Zeichen unseres Muts und unserer Stärke, sondern unserer Schande.“
    Jakob Michael Reinhold Lenz, ein (heute zu wenig gelesener) Zeitgenosse Goethes

  8. Vielleicht sollte man in diesem Bezug keine schrägen Scherze machen, als ich vorhin mal die Werbelinks unter dem Artikel in Augenschein nahm musste ich dennoch grinsen. „Partnersuche mit Niveau“ zum Thema Wehrpflicht. Na schönen Dank auch.