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Naturdenkmale im Barnim: Änderungen der Rechtsverordnungen

Als Naturdenkmale können Einzelschöpfungen der Natur oder entsprechende Flächen bis fünf Hektar festgesetzt werden, deren besonderer Schutz aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen, erdgeschichtlichen oder landeskundlichen Gründen oder wegen ihrer Seltenheit, Eigenheit oder Schönheit erforderlich ist. Das besagt § 23 (1) des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes (BbgNatSchG).
Landschaftsprägende alte, seltene oder wertvolle Bäume, aber auch bemerkenswerte Bodenformen, erdgeschichtliche Aufschlüsse, Erdfälle, Rummeln, Sölle, Trockenhänge, Felsen, Steilufer, Höhlen, Findlinge und Gletscherspuren können als Naturdenkmale in Betracht kommen.

Vorschläge zur Benennung von Kandidaten für den Schutzstatus „Naturdenkmal“ können jederzeit bei der zuständigen Unteren Naturschutzbehörde (UNB) eingebracht werden. Diesbezügliche Mithilfe aus der Bevölkerung mit entsprechenden Hinweisen ist da sehr hilfreich.

Jetzt beabsichtigt der Landkreis Barnim die bestehenden Rechtsverordnungen über Naturdenkmale in einem förmlichen Verfahren zu ändern. Anerkannte Umweltverbände müssen hierzu beteiligt werden. Konkret heißt dies, dass 20 Bäume, 7 Findlinge und 1 Geotop in die Liste der Naturdenkmale neu aufgenommen werden sollen. Im Zuge der Neubenennung sollen aber auch 11 Baum-Naturdenkmale aus dem Schutzstatus entlassen werden. Einige der Baumveteranen sind am Absterben oder haben bereits das Zeitliche gesegnet. Andere sind nicht mehr verkehrssicher oder erheblich sturmgeschädigt.

Die GRÜNE LIGA Brandenburg hat die Entscheidung über die 28 Neuaufnahmen in die Liste der Naturdenkmale begrüßt. Bei vier der bislang geschützten Bäumen erschließt es sich nicht, weshalb sie ihre Schutzwürdigkeit verlieren sollten. Dies geht aus dem von der Unteren Naturschutzbehörde Barnim lapidar angegebenen Grund „nicht mehr schutzwürdig“ auch nicht hervor.
Es handelt sich dabei um folgende Bäume:
· 044-02/1 Winter-Linde, Gemarkung Chorin
· 044-02/2 Winter-Linde, Gemarkung Chorin
· 280-02/1 Amerikanische Gleditschie, Gemarkung Werneuchen
· 088-10 Riesen-Lebensbaum, Gemarkung Hirschfelde

Im Zuge der Verbandsbeteiligung hat die GRÜNE LIGA Brandenburg über das Landesbüro anerkannter Naturschutzverbände die UNB Barnim gebeten, hierüber Auskunft zu erteilen und ggf. mit Vertreterinnen und Vertretern der Verbände Vor-Ort-Termine zu vereinbaren.

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Veröffentlicht von

Dr. Andreas Steiner, Diplom-Geograph und Waldökologe, lebt seit 1999 im Barnim. Als Fachgutachter ist er bei einem Projektträger des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie in Berlin beschäftigt, der innovative Forschungs- und Entwicklungsprojekte von klein- und mittelständischen Unternehmen im Bereich Technologie betreut. Seit mehr als 10 Jahren engagiert sich der Querdenker und -tuer ehrenamtlich in der Umwelt- und Sozialpolitik. Im Rahmen der Brandenburger Kommunalwahlen 2008 wurde er als Parteiloser für Bündnis 90/Die Grünen in die Eberswalder Stadtverordnetenversammlung gewählt. Ende 2011 musste er aufgrund eines Wohnsitzwechsels dieses Mandat niederlegen. Derzeit gehört er der Gemeindevertretung Schorfheide an und ist Vorsitzender der Fraktion Freie Wähler/Bürgergemeinschaft Kommunalabgaben (BKB). Steiner hat Mitgliedschaften der GRÜNEn LIGA Brandenburg und der NaturFreunde Oberbarnim-Oderland. Seine Hobbys sind Wandern, Radfahren, Schwimmen, Saunieren, Kochen – und natürlich der ehrenamtliche Journalismus, insbesondere wenn es um die Behandlung kritischer und brisanter Themen geht. Folgenden Leitspruch eines großen deutschen Gewerkschafters hat er sich zum Lebensmotto gemacht: „Nicht Ruhe, nicht Unterwürfigkeit gegenüber der Obrigkeit ist die erste Bürgerpflicht, sondern Kritik und ständige demokratische Wachsamkeit“ (Otto Brenner, 1968).

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