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„Gift unter Strommasten“

Unter dieser Schlagzeile berichtet die Süddeutsche Zeitung am 6.2.09 über das Ergebnis von Bodenuntersuchungen unter Freileitungsmasten, die RWE, einer der Stromgiganten, in Auftrag gegeben hatte. In den Bodenproben aus dem Erdreich von ca 200 Freileitungsmasten wurden erhöhte Bleiwerte festgestellt, die von den bleihaltigen Rostschutzanstrichen herrühren. Gefunden wurden stellenweise mehr als 1 Gramm pro Kilogramm des untersuchten Bodens. Damit sind die Grenzwerte des zulässigen Bleigehalts  für Kinderspielplätze (0,2g/kg) und  Wohngebiete (0,4 g/kg) deutlich überschritten. Auf landwirtschaftlich genutzten Flächen liegt der Grenzwert bei 1,2 g/kg.

Das Problem ist schon seit 1982 bekannt, als das Bundesumweltamt das Umweltsiegel „BlauerEngel“ für bleiarme Korrosionsschutzfarben einführte. Damals nannte das UBA die Stromversorger als wichtigste Abnehmer von Korrsionsschutzfarben. Untersuchungen über die Bodenbelastung unter Freileitungen durch alte Anstriche wurden damals nicht veranlasst.

Seit 1993 ist die Verwendung von Bleimennige zwar nicht mehr zulässig, aber die Altlasten stecken im Erdreich, wie die Untersuchungen im Auftrag der RWE aber auch andere Untersuchungen in der Schweiz ergeben haben.

Von „ökologioschen Freileitungen“, für die sich der Vattenfall-Experte Prof. Harald Schwarz von der TU Cottbus um die Jahreswende in der MOZ so stark gemacht hat, kann also keine Rede sein. Vielmehr ist zu fragen, wann Vattenfall sich dem Problem der Bleibelastung in den Böden seiner Trasse bei der Querung von Eberswalde und andernorts stellt. Wann werden im Brandenburgischen Viertel und in Finow-Ost die ersten Bodenproben genommen und wann wird das Erdreich saniert?

Um Kosten zu senken sollte man die Bodensanierung der alten Trasse am besten gleich mit der Erdverkabelung der geplanten 380-kV-Leitung verknüpfen.


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Hartmut Lindner lebt als (Un)Ruheständler in Berlin und Senftenhütte. Bis 2006 arbeitete er als Lehrer für Deutsch, Geschichte und Politische Weltkunde in Berlin. 1993 kam er als Wochenendler nach Senftenhütte, einem idyllischen Ort auf dem Endmoränenbogen. Er engagiert sich in der Bürgerinitiative Biosphäre unter Strom - keine Freileitung durchs Reservat und lokalen Initiativen, vor allem dem Keramikhütte e.V. in Senftenhütte und ist seit Jahren begeisterter Leser der Barnimer Bürgerpost.

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