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Breite Kritik an der Verweigerungshaltung von Vattenfall in der Frage der Erdverkabeklung der „Uckermarkleitung“

Am 27.1.2009 hatte die Bürgerinitiative Biosphäre unter Strom – keine Freileitung durchs Reservat gemeinsam mit dem EuroParc Deutschland e.V. zu einem Parlamentarischen Abend geladen, um den Bundestagsabgeordneten, die sich gerade in verschiedenen Ausschüssen mit dem Gesetz zum beschleunigten Ausbau von Energieleitungen (EnLaG) befassen, die Argumente, die für eine Erdverkabelung der „Uckermarkleitung“ sprechen, zu präsentieren.

Dazu hatte die BI ein hochkarätiges Podium aufgeboten:
Dr. Eberhad Henne, den vormaligen Leiter des Biosphärenreservats Schorfheide – Chorin, Prof. Dr. Michael Succow, den Träger des alternativen Nobelpreises und Mitbegründer des Biosphärenreservats während seiner Zeit als stellvertretender Umweltminister der letzten DDR-Regierung, Petra Bierwirth (SPD), die Vorsitzende des Umweltausschusses des Bundestags und Thomas Pfeiffer, den Specher der BI.

Sie alle plädierten engagiert und sachkundig für die Erdverkabelung der „Uckermarkleitung“.
Prof. Succow führte aus, dass die Energiekonzeption der großen Stromkonzerne, Kohleverstromung, Braunkohletagebau und Freileitungen im Höchstspannungsbereich,  nicht zukunftsfähig sei, weil sie die Klimakrise ignorierte. Er kritisierte die Verweigerungshaltung von Vattenfall in der Frage der Erdverkabeklung der „Uckermarkleitung“, denn die geplante 380-kV-Freileitung sei mit den Zielen des Biosphärenreservats Schorfheide – Chorin nicht vereinbar. Das Biosphärenreservat sei ein Raum der Stille und der Ruhe, in dem für großtechnische Enrichtungen kein Platz sei. „Landschaft ist nicht vermehrbar – Kapital schon“, mit diesen Worten plädierte er für einen aktiven Landschaftsschutz. Er attackierte den Konzern Vattenfall, der sich weigere, einen Beitrag zur Bewältigung der Klimakrise zu leisten und ermunterte die Bürgerinitiative, ihre Arbeit fortzusetzen: „Sie sind auf dem richtigen Weg!“

Damit unterstrich er auch die Ausführungen von Dr. Henne, der am Ende seines Statements aus der MOZ des Vortags zitiert hatte, dass in Frankreich mehrere hundertausend „Verbraucher“ von der Stromversorgung abgeschnitten sind, weil  die Masten gebrochen waren. Mit dem Hinweis auf die Versorgungssicherheit, die der Stromanbieter zu garantieren habe, rechtfertigt Vattenfall landauf landab die Freileitung. 

Auch die Landesregierung war eingeladen worden, aber weder der Ministerpräsident noch einer der Minister wollten sich zu der Sache äußern. Sie schickten den Staatssekretär Dietmar Schulze aus dem Umweltministerium, der aber auch trotz besten Willens nichts über konkerte Schritte der Landesregierung zur Verwirklichung des Kabinettsbeschlusses  vom 26.  August 2008 sagen konnte. Seit dem Scheitern der Initiative der Landesregierung im Bundesrat am 19.9.08 hört man aus Potsdam in Sachen Erdverkabelung nur  dröhnendes Schweigen.

Petra Bierwirth (SPD) betonte die Schlüsselstellung der CDU in dieser Frage, denn wenn die CDU sich nicht bewege, seien auch der SPD die Hände gebunden, dann greife der Koalitionsvertrag. Es ist also durchaus möglich, dass die Erdverkabelung der Uckermarkleitung bereits in den Ausschüssen scheitert.

Die Bundestagsabgeordnete Brunkhorst (FDP) betonte in  ihrem engagierten Beitrag, dass es nicht die höhere Einsicht der Politiker oder der Konzernherren gewesen sei, die schließlich zum Niedersächsischen Erdkabelgesetz und den vier Pilotprojekten im EnLaG geführt habe, sondern der Protest der Freileitungsgegner. Sie ermunterte die zahlreich erschienen Aktiven der BI, sich weiterhin für die Erdverkabelung der „Uckermarkleitung“ einzusetzen.

Hans-Kurt Hill, der energiepolitische Sprecher der Linksfraktion im Bundestag hatte dazu ein treffliches Gutachten mitgebracht, das sein Büro in Auftrag gegeben hatte: „Entwicklung eines modernen Stromnetzes mittels Erdkabel“.

Die BI Biosphäre unter Strom – keine Freikeitung durchs Reservat  wird ihre Aktivitäten verstärken und während des bevorstehenden Planfeststellungsverfahrens alle unmittelbar von der 380-kV-Freileitung Betroffenen mobilisieren und bei der Formulierung ihrer Einwendungen unterstützen.

Es gilt nach wie vor:

Nicht über unsere Köpfe! Erdkabel statt Freileitung in „Biosphäre“ und Wohngebieten!

Breite Kritik an der Verweigerungshaltung von Vattenfall in der Frage der Erdverkabeklung der
Breite Kritik an der Verweigerungshaltung von Vattenfall in der Frage der Erdverkabeklung der
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6 Kommentare » Schreiben Sie einen Kommentar

  1. Der Koalitionsvertrag ist ein einziges Desaster, wenn eine Fraktion in entscheidenen Fragen nicht selbstständig handeln und votieren kann. Und er geht an den Interessen und Bedürfnissen der im Land lebenden Menschen völlig vorbei.

  2. Ich weiß nicht, was man sich unter einem Biosphärenreservat in der Schorfheide vorstellt, wenn man erst den Ausbau der Test- und Rennstrecke Groß Dölln genehmigt, das Riesenbauprojekt Brandenburg Village unterstützt und dann auch noch diese Freileitung zulässt.

  3. Klärt mich bitte mal auf, warum Freileitungen nicht mehr Stand der Technik sind.

  4. @ badusan
    ganz einfach, weil die Erdkabel die Technologie der Zukunft sind.
    Sie verschandeln nicht die Landschaft,
    sie gefährden nicht die Vögel, sie
    haben nicht so hohe Energieverluste, sie setzen kein elektromagnetisches Feld frei, das Menschen in der unmittelbaren Umgebung der Leitung gefährdet, sie sind
    bei Extremwetterlagen nicht störanfällig.
    Neulich in der MOZ: 1,3 Mio Amerikaner ohne Strom – warum, weil die Freileitungen im Eisregen kollabierten.

    Freileitungen heizen sich bis zu 80 Grad Celsius auf, Hochtemperaturseile werden bis 150 Grad C. gefahren.

    Bei Erdklabeln ist das anders, weil die Querschnitte der Kabel größer sind, ist der el. Widerstand geringer. Weil sie näher beieinander liegen, baut sich nicht so ein großes elektromagnetisches Feld auf.
    usw.
    Mehr in der Broschüre der BI:“Uckermarkleitung erdverkabeln“
    zu beziehen bei Thomas Pfeiffer, biosphaere@trassenfrei.de

  5. Windräder sind auch Zukunft und verschandeln die Landschaft, trotzdem werden sie gefördert und gebaut.
    Windräder gefährden auch Vogel und werden trotzdem gebaut.
    Windräder geben Geräusche ab, die der Gesundheit des Menschen nicht dienlich sind und trotzdem werden sie gebaut.
    …….
    Die Argumente gegen die Freileitung lassen sich alle irgendwie auf die Windmühlen übertragen.
    Sind wir nun alle gegen Windmühlen?

  6. @badusan.
    Ein niedlicher Vergleich.
    Allerdings, würde man die Windräder weglassen könnte man keine Windenergie gewinnen. Verlegt man Leitungen unter der Erde fließt dennoch Strom durch. Allerdings spart man sich einige Negativeffekte.