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Unverantwortlich: Brandenburg fördert Großmastanlagen

Die Brandenburgische Bundestagsabgeordnete Cornelia Behm von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN hat sich am Freitag gegen die Landesförderung von Großmastanlagen ausgesprochen.
In meinem Artikel „Industrieschwein, Gummiadler & Co.: Großmastanlagen nehmen rapide zu“, der zu recht kontroversen Diskussionen führte, habe ich das Thema „Industrielle Mast“ erst kürzlich kritisch beleuchtet.
Wenn Fleisch allerdings ungezügelt konsomiert wird, XXL-Restaurants wie Pilze aus den Boden schießen, wird man um die Industrielle Mast wohl nicht umhin kommen.

Aber zurück zum Ausgangsthema. Hier nun die Pressemitteilung von Cornelia Behm:

Unverantwortlich: Brandenburg fördert Großmastanlagen

Brandenburg, Sachsen und Thüringen fördern als einzige Bundesländer innerhalb ihrer Förderprogramme für die ländliche Entwicklung „gewerbliche Unternehmen mit flächenloser Tierhaltung“. Cornelia Behm, Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen aus Brandenburg übt daran scharfe Kritik: „Wer die ,flächenlose Tierhaltung‘ fördert, will die Industriemast. Und das mit allen Konsequenzen für Mensch, Tier und Umwelt. Das ist unverantwortlich. Wer die Landwirtschaft industrialisiert, vernichtet Arbeitsplätze im ländlichen Raum.“ so Behm.

Aktuelle Statistiken des Bundes zeigen, dass in den vergangenen Jahren insbesondere viele kleine landwirtschaftliche Betriebe die Schweinemast komplett eingestellt haben. Während die Zahl der Mastbetriebe sinkt, steigt die Größe der Schweinebestände in den Ställen. Und Brandenburg gehört zu einer Spitzenreitergruppe: Während in deutschen Schweineställen durchschnittlich etwa 367 Schweine stehen, sind es in der Mark etwa 772 (Stand 2008). „Die Förderung treibt also Blüten. Besonders fatal ist, dass nicht nur Brandenburger Landwirte durch die Industriemast vom Markt gedrängt werden. Denn der Handel mit Schweinen ist nicht nur regional organisiert. Auch ihre Berufskollegen in anderen Bundesländern oder im Ausland können durch den verzerrten Wettbewerb nicht mehr mithalten und geben auf.“ so Behm.

Für die Förderung der flächenlosen Tierhaltung kann Brandenburg weder Gelder der EU- noch des Bundes in Anspruch nehmen. Die Subventionierung basiert damit ausschließlich auf der Initiative des Landes und seiner eigenen Haushaltsmittel. In Brandenburg ist die Förderung im Entwicklungsplan für den ländlichen Raum Brandenburgs und Berlins 2007-2013 verankert.

Statistiken und weitere Informationen erhalten Sie unter

cornelia.behm@wk.bundestag.de

Olaf Goldschmidt

Wissenschaftlicher Mitarbeiter
BürgerInnenbüro Cornelia Behm (MdB)
Jägerstr. 18, 14467 Potsdam
Tel: 0331 / 887 10 56
Mobil: 0172/59 44 384
Fax: 0331 / 887 10 55
mail: cornelia.behm@wk.bundestag.de
web: www.cornelia-behm.de

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Veröffentlicht von

Dr. Andreas Steiner, Diplom-Geograph und Waldökologe, lebt seit 1999 im Barnim. Als Fachgutachter ist er bei einem Projektträger des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie in Berlin beschäftigt, der innovative Forschungs- und Entwicklungsprojekte von klein- und mittelständischen Unternehmen im Bereich Technologie betreut. Seit mehr als 10 Jahren engagiert sich der Querdenker und -tuer ehrenamtlich in der Umwelt- und Sozialpolitik. Im Rahmen der Brandenburger Kommunalwahlen 2008 wurde er als Parteiloser für Bündnis 90/Die Grünen in die Eberswalder Stadtverordnetenversammlung gewählt. Ende 2011 musste er aufgrund eines Wohnsitzwechsels dieses Mandat niederlegen. Derzeit gehört er der Gemeindevertretung Schorfheide an und ist Vorsitzender der Fraktion Freie Wähler/Bürgergemeinschaft Kommunalabgaben (BKB). Steiner hat Mitgliedschaften der GRÜNEn LIGA Brandenburg und der NaturFreunde Oberbarnim-Oderland. Seine Hobbys sind Wandern, Radfahren, Schwimmen, Saunieren, Kochen – und natürlich der ehrenamtliche Journalismus, insbesondere wenn es um die Behandlung kritischer und brisanter Themen geht. Folgenden Leitspruch eines großen deutschen Gewerkschafters hat er sich zum Lebensmotto gemacht: „Nicht Ruhe, nicht Unterwürfigkeit gegenüber der Obrigkeit ist die erste Bürgerpflicht, sondern Kritik und ständige demokratische Wachsamkeit“ (Otto Brenner, 1968).

9 Kommentare » Schreiben Sie einen Kommentar

  1. Mensch, habe ich doch grade gesehen dass Du soeben den insgesamt 700. Beitrag auf dem Barnim-Blog veröffentlicht hast.So wie ich die Dinge derzeit sehe, werden uns die Themen wohl nie ausgehen.

  2. @Stefan Stahlbaum
    Vor allem nimmt die Bandbreite der Beiträge zu. Damit entwickelt sich das Barnimblog immer mehr zu einem echten unabhängigen Regionalmagazin.

  3. Großmastanlagen – immer da, wo man sie landschaftlich scheinbar gut verstecken kann.
    Also doch Unrechtsbewußtsein bei den Betreibern?
    Wäre schön, wenn dies Unrechtsbewußtsein den richtigen Weg zeigen würde^1. die dort eingestallten Tiere leiden und können uns nur leid tun
    2. die Förderung des hohen Fleischkonsums ist nachweislich gesundheitsschädlich.
    Frage:
    Ist es also politisch gewollt, daß wir uns daran totfressen, unser bilolgisch vorgesehenes Lebensalter nicht mehr erreichen?
    3. Die Futterproduktion verzehrt mehr Recourcen an Nahrungsmitteln als produziert wird.
    Wollen wir den Hunger auf der Welt
    WAS SOLL DAS?
    Einige wenige sollen dran reich werden, oder was?
    Es ist erschreckend und unverantwortlich, diese Mastanlagen weiter zu forcieren.

  4. Der Umgang mit den Tieren ist eine Kulturschande. Ich möchte Ihnen anschließend eine Rede von Herrn Horst Kasner zur Kenntnis geben. Das ist der Vater der Bundeskanzlerin. Ich teile Ihnen auch mit, wie ich in den Besitz der rede gelangte.

    Im Vergessen liegt die Zukunft.“ – Rede von Herrn Horst Kasner
    Herr Kasner hielt diese Rede auf der Demo am 8. Mai 2004 in Kuhz bei Haßleben als gegen die geplante Tierqualanstalt für 85000 Schweine demonstriert wurde. Herr Kasner war der einzige Redner, der über den furchtbaren Umgang der Menschen mit den Tieren sprach. Er ist übrigens der Vater von Angela Merkel.
    Ich fragte ihn, ob er mir ein Manuskript seines Beitrages zwecks „weitere Verbreitung“ zur Verfügung stellen würde. Wie Sie sehen, hat er es getan, wofür ich ihm sehr dankbar bin.
    Ich habe den Redebeitrag haargenau noch einmal in den Computer getippt, da ich diesen ja handschriftlich bekam.
    Heidrun Schultz
    10. Mai 2004

    „Im Vergessen liegt die Zukunft.“
    Das ist die beherrschende Grundeinstellung in unserer Zeit. Denke nicht daran, was vor uns war. Denke nicht daran, was Menschen vor uns einst gedacht, geachtet und geglaubt haben –was ihnen heilig war. Vergiß es; nicht mehr erinnern, sondern rücksichtslos nach vorne blicken. Darauf kommt es an, wenn wir weiterkommen wollen. Laß dich nicht verunsichern durch die Ewiggestrigen, die an moralische Werte erinnern wie Ehrfurcht vor dem Leben. Was zählt, ist das Geld. Für die Produzenten: Gewinne machen; ein „Schweinegeld“ verdienen. Und für die Konsumenten: Kaufen, möglichst billig kaufen und mehr als man braucht. Der Mensch als Verbraucher. Marktwirtschaftlich sollen wir denken, wird uns eingehämmert, und nicht nachdenken. Alles soll Markt werden, auch die Natur. Mache dich frei von moralischen Bedenken. Das alles hat seinen Preis. Was geben wir her, was geben wir auf, wenn wir rücksichtslos auf Rendite gehen.? – Die Menschlichkeit, die Ehrfurcht vor dem Leben. Das ist ein hoher Preis; ein zu hoher Preis; denn damit geben wir unser Selbst auf. Darum sollen wir uns wieder rückbesinnen auf wesentliche Ursprungswerte unserer kulturellen, unserer religiösen Überlieferungen. Wie war das einst, wenn Menschen Fleisch verzehrten? Da war jede Mahlzeit, zu der Tiere geschlachtet wurden, eine Opfermahlzeit, ein kultischer Akt. Die Gottheit wurde angerufen um Versöhnung; denn den Menschen war bewußt, Leben lebt von Leben, das auch ein Recht auf Leben hat. Darum wurden Tiere nicht bedenkenlos geschlachtet, und man genoß Fleisch in Maßen. Vieh, Geflügel, Fische waren keine Massenware; sie galten als kostbare Nahrung, die man mit Andacht genoß.. Kostbare Nahrung – man ließ es sich einiges kosten, Nutztiere zu halten. Bei der Aufzucht wie auf der Weide gewährte man ihnen ein ihrer Art gemäßes würdiges Leben, weil sie Lebewesen sind, uns Menschen verwandt.
    Heute, bei industrieller Massentierhaltung, heißt es: „Tierproduktion“, „Fleischproduktion“. Das sind, an unserer kulturellen Tradition gemessen, barbarische Begriffe; denn Tiere werden nicht industriell erzeugt. Sie werden gezeugt und geboren, wie Menschen eben auch gezeugt und geboren werden. Vieh, das ist keine Sache; das sind lebende Wesen, denen eine ihnen entsprechende Ehrfurcht gebührt. Wer sie ihnen vorenthält, entwürdigt nicht nur das Tier, sondern auch sich selbst. Es liegt eine tiefe, uralte Weisheit darin, daß in der Schöpfungsgeschichte, wie sie die Bibel erzählt, das Vieh und der Mensch am gleichen Tage erschaffen werden. Und für beide heißt es: „ Und Gott segnete sie.“ Und das bedeutet dann: Wenn der Mensch den ihm anvertrauten Tieren, dem Vieh den Segen raubt, dann bringt er sich selbst um den Segen. Industrielle Massentierhaltung ist nicht nur des Tieres unwürdig, sondern auch des Menschen. Und das bleibt nicht ohne Folgen für ihn. Ob industrielle Massentierhaltung die Umwelt beeinträchtigt, ist umstritten. Unbestreitbar ist: Bei industrieller Massentiertierhaltung , bei der es nur noch um „Fleischproduktion“ geht, nimmt der Mensch auf Dauer Schaden. Es beginnt im Kopf: Menschen werden gedanken- und bedenkenlos. Man ißt Fleisch und vergiißt das Tier. Und wenn Anlagen dieser Art, wie sie für diesen Ort geplant ist. In der Landschaft stehen, dann hält man das für normal. Ist doch genehmigt. Was den Tieren, die in sogenannten Modulen ihr Dasein fristen müssen, angetan wird, wird vergessen, Man hält eine solche Anlage für normal. Dann geht es weiter: Das Mitgefühl, das Mitempfinden für die gequälte Mitkreatur geht verloren. Den Tieren werden doch Leiden zugefügt: Auf zwei Quadratmetern muß ein Schwein, ohne je das Licht der Sonne erblickt und natürliche Luft geatmet zu haben, für die „Fleischproduktion“ dahinvegetieren. Und schließlich: Industrielles Fleisch ist ein anderes Fleisch als Naturfleisch. Das ist veterenärwissenschaftlich längst nachgewiesen. Es ist von minderer Qualität und der Gesundheit des Menschen weniger zuträglich. Darum sollten wir weniger, aber gehaltvolleres Fleisch essen. Das kostet mehr, aber gibt auch mehr. Zum Abschluß eine Voraussage: Es ist abzusehen, daß in wenigen Jahrzehnten solche Vieh – Zuchthäuser, wie hier geplant, in Deutschland nicht mehr genehmigt werden. Durch Schaden, so heißt es, wird man klug. Besser wäre es, wir würden heute schon nachdenken und den Schaden vermeiden, den auch wir durch einen menschenunwürdigen Umgang mit unseren Mitgeschöpfen, dem Vieh, zwangsläufig erleiden.
    Kuhz, Haßleben – Boitzebburger Land am 8, Mai 2004 Horst Kasner

  5. Danke für den Beitrag, Heidrun.
    Die Tochter könnte und sollte sich an ihrem Vater ein Beispiel nehmen!

    Um zum Ausgangsthema zurück zu kommen. Die Existenz von Großmastanlagen ist schon schlimm genug. Diese sollten nicht noch durch die Politik gefördert werden. Es gibt so viele kleine Unternehmen, die gute Ideen haben und händeringend Fördermittel benötigen. Aber nein, man muss ja großspurig in Chipfabrik, Lausitz-Ring, Cargo-Lifter und danach Tropical Island investieren. Alles solche mittelverschlingenden Totgeburten einer längst abgewirtschafteten Landesregierung.

  6. Wenn ich bei diesen Großmastanlagen nur an den Streß der dort aufgestallten Tiere denke , die sich gegenseitig die Schwänze abbreißen oder sie eben mal vom ZÜCHTER abgeknipst kriegen, wenn ich mir vorstelle, die vielen kleinen Eber, die man noch immer ohne Betäubung kastriert, wie viele gehen vor Schmerz/Schock, aber auchnachher an Infektionen drauf, egal, ist in der Masse mit eingeplant Und nachher die gewaltsame Vertreibung aus dem Stall, ruff auf die Hänger und ab in den Schlachthof, wo sie im Akkord mit 300 Stück pro Stunde geschlachtet werden – Wer kann da noch behaupten, daß die Metzger noch anständig betäuben? Wir klagen das Schächten als Tierquälerei an mit gutem Grund u. mit eben dem gleichen Grund argumentieren wir gegen die Massentierhaltung u. die Tiertransporte, ja gegen die Fleischfresserei, denn unser Fleischhunger erst macht die industrielle Haltung und Verwertung erforderlich . Gesund ist es auf keine Fall, was wir da lt. CMA-Reklame als ein Stück Lebenskraft von der Fleischtheke holen