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Sarah Schaschek schreibt in der MAZ über Brandenburger Blogs

Schön, dass sich die Märkische Allgemeine Zeitung als letzter Hort des Brandenburger Qualitätsjournalismus (das meinen wir wirklich so) mal wieder des Themas „Blogs auf dem flachen Lande“ angenommen hat. Sarah Schaschek schreibt dort am Montag über „Die Brandenblogger“ und erwähnt auch unser BAR-Blog als ein „mit Leben gefülltes Blog“. Herzlichen Dank für dieses Kompliment!

Für mich war besonders interessant, einige neue Brandenburger Blogs kennenzulernen, so das Blog von Sabine aus „Zepernick im Berliner Speckgürtel“. Weshalb Sarah Schaschek aber Sabine für „eine der wenigen Bloggerinnen in Brandenburg“ hält, verstehe ich nicht ganz. Allein hier auf der Blogroll des Barnim-Blogs und unter unseren Autorinnen zähle ich acht Bloggerinnen, drüben auf dem MOL-Blog zwei weitere. Unter den 170.000 aktiven Bloggerinnen und Bloggern in Deutschland gehört rund die Hälfte dem weitaus schöneren Geschlecht an – weshalb sollte es also gerade in Brandenburg keine Bloggerinnen geben?

Eine weitere Passage im Artikel der Märkischen Allgemeinen brachte mich zum Stutzen: Da wird Christian Schmidt, der Herausgeber von „Klopfers Web“, mit den Worten zitiert: „Die Bloggergeneration ist nicht mehr in der DDR aufgewachsen“. Wie bitte? Wenn man sich beispielsweise die freiwilligen Altersangaben von 1.186 Bloggern im größten deutschen Blogverzeichnis Blogoscoop ansieht, bekommt man ein ganz anderes Bild. Danach sind nämlich 7% aller Blogger älter als 50 Jahre, 19% zwischen 41 und 50 Jahren, 36% zwischen 31 und 40 Jahren, 33% zwischen 21 und 30 Jahren und nur 5% weniger als 20 Jahre alt. 95% der Brandenburger Bloggerinnen und Blogger haben also die DDR noch persönlich erlebt! (Es sei denn, dass sie erst nach dem Fall der Mauer aus dem Westen zugezogen sind.)

Trotz dieser kleinen Rechenschwächen nochmal ein großes Lob an die Märkische Allgemeine in Potsdam, das Thema „Brandenburger Blogs“ mal wieder etwas ausführlicher und unvoreingenommen behandelt zu haben. Bei der Märkischen Oderzeitung in Frankfurt haben es Blogs in den vergangenen drei Jahren lediglich zu einigen merkwürdigen Darstellungen auf einer „Hängeseite“ gebracht.

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11 Kommentare » Schreiben Sie einen Kommentar

  1. Wie immer in unseren Medien: Das Thema wird nur angerissen, einzelnes aus dem Zusammenhang gerissen und vor allem sind die Blogger in Brandenburg offensichtlich völlig unpolitisch. Bestenfalls räumen sie mit dem Vorurteil der Fremdenfeindlichkeit auf. Was ist mit anderen Inhalten, mit der Auseinandersetzung über die zum Teil verheerende Landes- und Kommunalpolitik? Gerade über den Barnim Blog könnte man wohl etwas mehr erzählen. Blogs sind inzwischen mehr als Familientagebücher im WWW ! Solange die herkömmlichen Medien so schlecht bleiben, müssen wir Blogger uns wirklich übermenschlich anstrengen!

  2. Ich finde , dass es die Mischung macht. Aber es stimmt, Fun-Blogs, die sich mit Musik,Mode,Lifestyle oder allem möglichen Quatsch beschäftigen sind nicht wirklich unterrepräsentiert. Das ist ok und wird auch von mir gern gelesen. Das Bar-Blog ist ja auch nicht ausschließlich ein Forum für schwere politische Kost, andererseits aber eine Form freier, regionaler Berichterstattung. Mir ist das wichtig und ich möchte nicht mehr darauf verzichten.

  3. Der Barnimblog kann süchtig machen. Ohne Risiken und Nebenwirkungen, wenn man mal von denkanstößen absieht…

  4. Den Argumenten von Christian Schmidt (www.klopfers-web.de) im MAZ-Artikel möchte ich auch nicht beipflichten. Blogger sind Freizeitjournalisten und eben nicht abhängig vom Brötchengeber. Sie können deshalb auch schon mal scharf formulieren und die Finger in die Wunden legen, wenn es angebracht ist. Ob dies dann vielleicht manchmal arrogant und besserwisserisch rüberkommt, müssen die Besucher selbst entscheiden. Es ist doch nur gut, wenn es (politische) Blogs gibt. Bei soviel Mainstreamjournalismus in unserer Republik sind sie nicht mehr wegzudenken.

  5. Interessant übrigens, dass der „Gatte“ von „Sabine aus Zepernick im Berliner Speckgürtel“ („possums world“ hast Du ja grade in die blogroll eingefügt) zu den direkten Konkurrenten von Jens Weinreich um die Ehre „des goldenen Prometheus“ im Bereich Online-Journalismus gehörte.

  6. @Dr. Andreas Steiner: Ich würde widersprechen, dass Blogger Freizeitjournalisten sind. Es gibt Journalisten, die bloggen. Es gibt Freizeitjournalisten, die bloggen. Es gibt Privatleute, die bloggen. Etc.

    Oder anders: Ein Politiker, der bloggt, bleibt ein Politiker und wird nicht dadurch zum (Freizeit)Journalisten. Genausowenig wie ein PR-Mann, der für ein Unternehmen ein Blog befüllt, damit Journalismus betreibt – es bleibt weiterhin PR.

    Ansonsten stimme ich zu: Blogs sind für mich in meinem privaten Medienkonsum auch nicht mehr wegzudenken.

  7. Dieser Artikel in der MAZ war nun wirklich nur ein Anreißen der Materie. Aber vielleicht entdecken gerade dadurch „Zeitungsleser“ auch dieses Medium.

  8. Steffen: Wohl wahr. Und wenn ich mir Stefans imposante Liste von 117 aktiven Brandenburger Blogs ansehe, dann muss sich Sarah Schaschek sagen lassen, dass sie noch nicht einmal richtig mit der Recherche begonnen hat.

  9. @Stefan Stahlbaum
    Den Artikel aus der MAZ vom 03.09.2007 „Worldwide Mark – Vom Webradio bis zum Online-Tagebuch: Brandenburger gehen ins Internet“
    von Jochen Hung kannte ich noch gar nicht (oder habe ich den schon vergessen?).
    Hier für die Nachwelt noch das Zitat bezüglich des BAR-Blogs:

    —————————
    Die Macher des „Barnim-Blogs“ haben sich diese Möglichkeit zu Nutze gemacht. Die Autoren der Webseite sitzen in Eberswalde, Biesenthal und Rüdnitz und steuern alle ihre Texte vom eigenen Computer zu Hause aus bei. Die Artikel sind lokalpolitisch geprägt und beschäftigen sich oft mit Naturschutzfragen und „grünen“ Themen. „Die Idee für unseren Blog entstand im November vergangenen Jahres wegen einer bedrohten Allee in der Nachbarschaft“, sagt Karl-Heinz Wenzlaff, einer der Autoren. Die Barnimer schlossen sich damals zusammen, um im Internet gegen die Fällung der Bäume zu protestieren. „Wir hatten zu dieser Zeit jeden Tag rund 1000 Leser.“ Das ist eines der Phänomene des Internets: Die Themen sind sehr lokal fokussiert, haben jedoch ein weltweites Publikum, theoretisch jedenfalls. Und es funktioniert: Die Allee steht noch immer.

    Bäume retten per Barnim-Blog

    Nach der Rettung der Bäume flachten die Benutzerzahlen ab, bis heute halten allerdings rund 300 regelmäßige Leser dem Barnim-Blog die Treue. Von internetscheuen Brandenburgern kann für ihn deshalb keine Rede sein. „Das Internet ist für mich auch kein Jugendmedium“, sagt der 49-Jährige. Unter den Autoren des Internettagebuchs ist eine Studentin, die anderen sind Berufstätige, Familienväter und Mütter. „Wir schreiben alle ehrenamtlich und sind deshalb finanziell unabhängig“, sagt Wenzlaff. „So können wir viel subjektiver und unabhängiger an Themen herangehen als die etablierten Medien.“ Die aktuellen Streitpunkte, über die in dem Blog diskutiert wird, sind die geplante Müllverbrennungsanlage in Eberswalde und die Zustände in einem örtlichen Altenpflegeheim. Die Webseite ist allerdings grundsätzlich offen für alle Themen und Autoren. Jeder darf über alles schreiben, solange es einen Bezug zur Region und ihren Menschen hat. „Das ist echter Bürgerjournalismus.“
    —————————

    @Karl-Heinz
    Vielleicht könnte man Eberswalde.tv mal gewinnen, über unser Blog zu berichten? Du wärst natürlich der erste Ansprech- und Interviewpartner.

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