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„Kulturdarwinismus“? – SPD, CDU und Linke fordern Veränderung der Kulturförderrichtlinie im Barnim

50000 Euro. Diese Summe wollen SPD, CDU und Linke zusätzlich in die Kulturförderung investieren. Nicht schlecht sollte man meinen, denn wenn schon die Zooförderung beschnitten wurde kann eine gezielte Unterstützung kultureller Initiativen positive Effekte für die Entwicklung im ländlichen Raum befördern.
Vom kulturellen „Klein-Klein“ halten die „Großen 3“ aber offensichtlich nicht mehr wirklich viel. „Think Big“ ist das neue Motto.

Dementsprechend soll die Verwaltung beauftragt werden

„zur nächsten Sitzung des Kreistages eine überarbeitete Richtlinie des Landkreises Barnim zur Förderung und Unterstützung des kulturellen Lebens im Landkreis (Kulturförderrichtlinie) vorzulegen in der Großveranstaltungen und Kultureinrichtungen mit besonders starkem Besucheraufkommen eine stärkere Berücksichtigung“ finden“.


Zur Begründung heißt es:

Seit Anwendung der überarbeiteten Kulturförderrichtlinie (aus 2007) ist zu beobachten, dass
-es nach wie vor viele Anträge gibt (ca. 80 – 85 pro Jahr), die relativ kleinteilige Maßnahmen zum Inhalt haben, über die eine wichtige Stärkung des gesellschaftlich kulturellen Lebens im Landkreis Barnim erfolgte
-die beantragte Gesamtfördersumme stets bei dem ungefähr zweieinhalbfachen der zur Verfügung stehenden Mittel liegt:
-die zuschauer- bzw. besucherintensiven Veranstaltungen und Kulturangebote unterrepräsentiert sind.
Aus der letztgenannten Beobachtung lässt sich schließen, dass Änderungsbedarf an der Kulturförderrichtlinie besteht. Es sind grade die zuschauer- bzw. besucherintensiven Veranstaltungen und sonstigen Kulturangebote die im erheblichen Maße zur regionalen Wertschöpfung beitragen. Hiervon gehen auch positive Arbeitsmarktwirkungen aus, was grade in der gegenwärtigen allgemeinen Finanz- und Wirtschaftskrise besonders unterstützenswert ist.

Fazit:

Aus den genannten Gründen sollten daher
-der Mittelansatz für die Kulturförderung des Landkreises ab 2009 um 50000 € mit spezieller Ausrichtung auf die Förderung von Großveranstaltungen und Kultureinrichtungen mit besonders starkem Besucheraufkommen erhöht werden und
-die Kulturförderrichtlinie hinsichtlich ihrer Wirksamkeit überprüft und überarbeitet werden. Hierzu ist dem Kreistag durch die Verwaltung ein Vorschlag vorzulegen.

Eine regelmäßige Überprüfung und (bei Bedarf) Anpassung von Richtlinien finde ich im Grunde sinnvoll. Was aber wird der vorgeschlagene Richtungswechsel für die kulturelle Landschaft des Barnim insgesamt bringen.

Ich freue mich auf Eure Meinungen.


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Veröffentlicht von

Stefan ist von Beruf Sozialarbeiter und arbeitet mit chronisch kranken Menschen. Der 2-fache Familienvater ist Autor verschiedener Websites und gelegentlich auch noch als Sänger aktiv. Als leidenschaftlicher Naturschützer wurde er unlängst in die Panketaler Gemeindevertretung gewählt. Weitere politische Schwerpunkte sind die Ortsentwicklung, sowie soziale Themen.

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