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Gefährliche Idylle – Zugefrorene Seen im Barnim

Gestern habe ich den Tag genutzt, um noch die schöne winterliche Idylle im Barnim zu genießen und fuhr zum Schwärzesee nahe von Eberswalde.
Wer  das Bild betrachtet, kann sicherlich nachempfinden, wie verlockend diese wunderschöne Winterlandschaft mit einem ebenso herrlich zugefrorenen See ist.
Dennoch möchte ich warnen, die Seen erst wirklich zu betreten, wenn sie von Fachleuten freigegeben wurden.
Die Eisdicke von 6-7 cm ist immer noch lebensgefährlich, denn gerade durch die unterschiedliche Dicke des Eises ist die Gefahr groß, einzubrechen. Besondere Vorsicht gilt bei schneebedeckten Eisflächen, die in der Regel geringere Eisdicken aufweisen sowie Seen mit einem Zu- und Abfluss wärmeren Wassers. Damit die Winterfreude nicht getrübt wird, sollte man nur freigegebene Flächen betreten. Bei 12 bis 15 Zentimetern ist die Eisfläche entsprechend der DLRG stabil genug.
Ich hatte mich auch verleiten lassen, von dem schönen Anblick, den Eisanglern und jungen Leuten, die schon auf dem See ihre Runden drehten, ergriff aber schnellstens die Flucht, als nach einem Spaziergang auf dem See in Nähe des Ufers das Eis plötzlich knirschte und riss. Ich hatte dann nur noch einen Gedanken, bloß raus aus der Gefahr.  Eigentlich hätten mir die vielen Löcher von Eisanglern schon zu denken geben müssen, denn genau dort sah man ja schon Risse im Eis. Die ansonsten glatte Eisdecke suggerierte eine Sicherheit, die in Wirklichkeit nicht vorhanden war. Dann schoss es mir auch durch den Kopf, wie unvorsichtig dort andere Leute waren. Sie ließen ihre kleinen Kinder allein sehr weit auf den See hinaus. Ein junger Vater spazierte mit seinem Baby im Tragegurt hinterher.
Tatsächlich begibt man sich beim Betreten des Eises in Lebensgefahr, wenn dieses einfach noch nicht dick genug ist. Das den See durchströmende Wasser bewirkt Temperaturunterschiede und damit auch unterschiedliche Eisdicken, wodurch es brüchig und unberechenbar wird. Für die Öffentlichkeit freigegebene Seen kann man in den jeweiligen Gemeinden erfragen.
Ich finde, dass dieses Thema doch sehr brisant ist und echte Aufmerksamkeit verlangt!

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Veröffentlicht von

Silvia Zacharias ist Verwaltungsfachangestellte und gebürtige Eberswalderin. Ihr Hobby ist ihr achtjähriger Sohn Max. Wenn dann noch Zeit bleibt, macht sie gern ausgedehnte Wanderungen und Radtouren durch den landschaftlich reizvollen Barnim, geht schwimmen und genießt die Natur. Gern probiert sie neue Koch- und Backrezepte aus. Beliebt sind ihre selbst hergestellten Blütenhonigsorten, Marmeladen und Kräutertees.

4 Kommentare » Schreiben Sie einen Kommentar

  1. Ich habe mir das Treiben auf dem Schwärzesee heute angeschaut. Beängstigend und verrückt leichtsinnig zugleich. So etwas kann man nur mit Massenpsychologie erklären. Ganz nach dem Motto: Wenn mehrere das Eis betreten, muss es ja sicher sein…
    Wehe, wenn dann jemand mal einbricht, dann bricht Panik aus.

  2. @andreas
    … du wirst lachen, ich fand es ja am Anfang auch nicht gefährlich und hab mich echt verleiten lassen, von denen, die schon auf dem Eis waren. Hat ja auch Spaß gemacht ;-).

  3. … wie kann man bei den jetzigen Temperaturen noch die Eisflächen betreten, und dann noch mit einem Kleinkind. Das ist unverantwortlich!
    Das mit dem Vater und seinem dreijährigen Sohn finde ich besonders tragisch :-( ! Ich hoffe, es rüttelt ein wenig die Sinne solcher noch waghalsigen Menschen wach und mahnt zur besonderen Vorsicht!