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Ist ein Blog ohne Kommentarfunktion wirklich ein Blog?

Manchmal komme ich tief „aus dem Mustopf“. Vielleicht fiel mir deshalb erst heute auf,  dass die Kollegen vom Hauptstadtblog die Kommentarfunktion ihrer Seite bereits im August letzten Jahres (hähä, jetzt kann ich das endlich schreiben) geschlossen haben. Wie es dazu kam? HSB-Autorin Susanne schrieb:

„Dieses Vorgehen hat unterschiedliche Gründe. Der eine und sicherlich gewichtigste ist ohne Frage die Strapazierung der Nerven unserer Autoren, die sich in letzter Zeit zum Teil bis an die Schmerzgrenze Beschimpfungen und Unterstellungen ausgesetzt sehen. Darüber hinaus entwickelt sich die Kommentarfunktion bisweilen hin zu einer Art Privatforum – abseits der ursprünglichen Themen. Und das in einem Maße, das wir nicht bewältigen wollen.“

Ich muss zugeben, dass ich die Hauptstädter nur unregelmäßig besucht habe, empfand die Einhaltung der „Netiquette“ im Wirkungsbereich des „Placeblog-Branchen-Primus“ allerdings recht gewöhnlich. Andererseits ist kaum etwas individueller als „persönlicher Leidensdruck“.

Die Nachricht vom „Ende der offenen Kommunikation“ blieb in der Blogosphäre nicht unkommentiert. „Würzblogs Ralf“ sah die Sache differenziert:

„Wobei es nicht so ist, dass mir nie der Gedanke kam, die Kommentare ganz abzuschalten. Aber diese Momente waren selten und sind auch schnell wieder vorbeigegangen. Ich und die anderen Autoren haben ja noch die Möglichkeit zu Ermahnen, die Kommentare für den einen Artikel dann abzuschalten oder – die Ultima Ratio – Kommentare zu löschen. Und das hat mich bisher selten zeitlich überfordert (…), da sollte es ein 25-Personen-Team auch schaffen. Ich finde es schade, dass sich das Hauptstadtblog so amputiert, auch wenn ich dafür einen Funken Verständnis habe.“

Das Stuttgart-Blog hielt sich knapper.“Kesselblick“ resumierte:

So ein amputierter Blog ist ja,(..) nur noch ein Späßle, ein Witz.

Zurück zur Ausgangsfrage. Ist ein Blog ohne Kommentarfunktion wirklich ein Blog? Nun ja, streng nach Definition wohl schon. Wikipedia bemerkt:

Bei vielen Weblogs ist es möglich, eine eigene Meinung zu einem Eintrag zu veröffentlichen. Ein solcher Kommentar wird dann auf der gleichen Seite wie der Eintrag selbst oder als Pop-up angezeigt. Bei vielen Weblogs kann man jedoch festlegen, ob der Kommentar sofort angezeigt wird oder moderiert, d. h. vom Inhaber geprüft und dann freigeschaltet werden muss. Dies wird häufig angewandt, um Vandalismus und Spam in den Blogs zu verhindern.

Der „Software Guide“ zitiert aus einer Unfrage auf „Techcrunch“:

Frage (ins Deutsche übersetzt): Ist ein Blog wirklich ein Blog, wenn Leser nicht kommentieren können?
Antworten (ebenfalls ins Deutsche übersetzt):
a) Kommentare sind nicht notwendig, aber erweitern den Content erheblich (829 Votes)
b) Kommentare sind nicht notwendig für Blogs (726 Votes)
c) Ohne Kommentare ist es kein Blog (544 Votes)

Ich selbst kann die Frustration gegenüber Spam-Kommentaren und „Troll-Gezeter“ punktuell nachvollziehen und habe kürzlich selbst (schweren Herzens) 2-3 Lesermeinungen gelöscht. Andererseits ist „Euer dazugegebener Senf“ genau das was mir am Bloggen so richtig gut schmeckt.
Das Barnim-Blog kommentarlos? Ich kann es mir nicht vorstellen!

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Veröffentlicht von

Stefan ist von Beruf Sozialarbeiter und arbeitet mit chronisch kranken Menschen. Der 2-fache Familienvater ist Autor verschiedener Websites und gelegentlich auch noch als Sänger aktiv. Als leidenschaftlicher Naturschützer wurde er unlängst in die Panketaler Gemeindevertretung gewählt. Weitere politische Schwerpunkte sind die Ortsentwicklung, sowie soziale Themen.

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