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Weniger Tiere im Zoo Eberswalde? – Petra Bierwirth und die Haushaltskonzepte der SPD-Kreistagsfraktion

Der Eberswalder Zoo ist ein weit über die Stadtgrenzen hinaus bekanntes Wahrzeichen und bietet viele Besonderheiten. Kein Wunder, dass manche Leute lange Anreisewege in Kauf nehmen um das „aufregendste Löwengehege der Welt“ zu besichtigen oder einfach entspannt an den großzügigen Anlagen vorbei zu schlendern.
“Hier laufen nicht nur die Menschen frei herum“ heißt es in einem begeisterten Testbericht auf www.dooyoo.de.

Natürlich kostet das alles Geld und genau darum ging es in einem Gespräch zwischen MOZ-Journalist Hans Still und Petra Bierwirth. Im aktuellen Barnimer Haushaltsentwurf sind 500.000,- € als „Betriebskostenzuschuss“ für den Zoo eingestellt. Gleichzeitig wird der Kreis seine Rücklagen angreifen müssen um den Etat zu sichern. Hierzu machte die Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion folgende Aussagen:

„Grundsätzlich wollen wir den Zoo unterstützen. Aber auch wir sagen, es muss ein Konzept her. Es kann nicht sein, dass wir 2009 eine halbe Million Euro zuschießen und im Jahr darauf liegt die Summe dann schon bei einer Million Euro.(…)der Zoo setzt mit Sicherheit über den Landkreis hinaus Zeichen. Aber Tatsache ist auch, der Barnim hat nicht so viel Geld.(…)“

Wie die Sozialdemokraten vorgehen werden beschreibt Petra Bierwirth wie folgt:

„Na ja, im Januar werden wir eine Klausurtagung zum Haushalt abhalten und dazu den Eberswalder Bürgermeister Friedhelm Boginski und Zoo-Chef Bernd Hensch einladen. Dann wollen wir gern hören, welche Konzepte für die Zukunft bestehen. Wie sich die Betriebskosten entwickeln werden und ob es vielleicht ratsam wäre, die Zahl der Zootiere zu reduzieren. Von den Antworten machen wir unsere Position abhängig.“

Kein Zweifel, es ist die Pflicht der Kreistagsabgeordneten den Sinn und Zweck aller Ausgaben auf Herz und Nieren zu prüfen. Ich hoffe nur das Bierwirth bei Straßenbauprojekten ähnlich strenge Maßstäbe angelegt. Ihre Position zum geplanten Ausbau der Danewitzer Straße zeugte nicht davon.

PS: Das Foto zum Beitrag zeigt nicht den Eberswalder Zoo sondern meine Tochter im Berliner Tierpark. Eberswalde gefällt dem Kind allerdings „einen Tick“ besser.

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22 Kommentare » Schreiben Sie einen Kommentar

  1. Es reicht vielleicht, wenn wir zunächst die Zahl der Politiker, nicht die der Tiere reduzieren. Vorzugsweise um die von der SPD. Spart auch ’ne Menge, mehr noch als man beim Zoo jemals sparen kann.
    (Und so was will ernsthaft Landrat werden? Danke für Backobst)

  2. @Stefan Stahlbaum
    […] der Barnim hat nicht so viel Geld. […], sagt Frau Bierwith.

    Darüber kann ich nur müde lächeln.

    Wir brauchen gar nicht das Beispiel des noch abgewendeten Luxusausbaus der Allee Rüdnitz-Danewitz-L29 heranzuführen, denn es gibt aktuelle, haushaltsrelevant noch gravierendere Begebenheiten:
    Vor Jahren wurde die Gesamtschule Finow niedergerissen. An etwa gleicher Stelle (!, hinter dem Gymnasium Finow) soll nun ein Schulneubau entstehen, der an die 8-10 Mio. EUR verschlingen wird. Sieht so eine sorgsame, mit der Stadt Eberswalde auf kurzem Wege abgestimmte Schulentwicklungs- und Finanzpolitik aus, Herr Finanzdezernent Dr. Mocek?
    Ich appeliere an die Kreistagsabgeordneten, Dr. Mocek auf die Finger zu schauen und ihn nicht blind gewähren zu lassen.

  3. @Andreas:
    Natürlich ist der Ausbau besagter Straße nur ein Beispiel von Vielen.
    Dennoch bleibt auffällig das in den Bereichen Kultur, Naturschutz, Freizeit und Bildung sehr viel mehr Wert auf Sparsamkeit gelegt wird als bei Bauprojekten beschriebener Art.

    Im Gespäch mit Hans Still gab Frau Bierwirth weitere Einblicke in die Förderpolitik ihrer Partei
    -Artistenmuseum („hätte nach meinem Eindruck deutlich weniger finanzielle Probleme, wenn die Träger sich entscheiden könnten, die Einrichtung nach Bernau zu verlegen. Dort gäbe es größeren Publikumszulauf und damit eine deutlich günstigere Einnahmesituation“)
    -Choriner Musiksommer („verhilft dem Barnim zu überregionalem Ansehen. Aber dort fließen ja Förderungen durch den Ostdeutschen Sparkassen- und Giroverband. Ein finanzielles Problem kann ich da auch nicht erkennen.“)

    @Dr. Valentin:
    Ich würde es ebenfalls sehr begrüßen wenn uns Frau Bierwirth als Landrätin erspart bleibt.
    Es gibt doch sicher noch andere stille Beschäftigungsmöglichkeiten für den „Bundestagsruhestand“.
    Stricken soll zum Beispiel sehr entspannend sein.

  4. @Andreas: Auf dem Bau heißt es:

    „Wir bauen auf und reißen nieder – so haben wir Arbeit immer wieder.“

    Solange es immer noch Wähler gibt, die Schnellstraßenbau und Regionalflughafenbau für „Fortschritt“ halten, haben Bau-Lobbyisten natürlich mit Provinzpolitikern leichtes Spiel. Die Bevölkerung Brandenburgs wird bis 2025 um 140.000 Einwohner sinken, wie eine aktuelle Studie von Bertelsmann prognostiziert. Da wäre eigentlich vernünftiger Straßenrückbau angebracht. Stattdessen soll neu gebaut werden, als wenn die zweite Besiedelung der Mark bevorsteht.

    Dagegen wirkt das Tierfutter, das Petra Bierwith einsparen will, geradezu lächerlich. In der Kommunalpolitik macht man solche Vorstöße zu Pille-Palle-Haushaltsposten immer dann, wenn man andere Posten sicher durchbringen will. Aber Boginski wird schon wissen, was da läuft :-)

  5. @Andreas:
    …vielleicht besser auf dem Kamm blasen.Extrem kostengünstig in der Anschaffung und gleichzeitig für die Haarpflege brauchbar.
    Wo der Petra doch Sparen so am Herzen liegt.

  6. PS zum PS zum Foto im Beitrag:
    Der stark gelockte Hinterkopf hinter dem Ziegenbock gehört ebenfalls zu mir(man möchte es kaum glauben), heißt Nuria, ist ca. 3,3 Jahre alt und somit (O-Ton) nur noch „ein bißchen klein“.

  7. Da habe ich einen (unpopulären) Vorschlag: Die Eintrittspreise erhöhen.
    1.000.000 Euro Miese im Jahr : 250.000 Besucher = 4 Euro mehr Eintritt.
    Na und? Ein paar Beispiele: Kino: 7-8 Euro, 2,5h Sauna im baff: 8,00 €, Guiness Brauerei in Dublin: 15,00 €, Eifelturm 12,00 €.
    Ich sehe da keine Unverhältnismäßigkeit, zumal die meisten Besucher von außerhalb kommen. Zusätzlich den Souvenirshop ausbauen, den gastronomischen Aufenthaltswert erhöhen, Parkplätze ausbauen (wer keinen findet, dreht um), ein bißchen mehr Werbung in Berlin und bei den Sommer-Touris und schon sollte der Laden sich selbst finanzieren.
    Und für diejenigen, die auch an die Sozialschwachen (blödes Wort) denken: Wie ware es, wenn z.B. an jedem ersten Mittwoch im Monat für alle der Eintritt frei ist?

  8. @Karl-Heinz

    In besagtem Artikel steht aber auch, was ohnehin bekannt ist, dass in berlinnahen Landkreisen die Einwohnerzahl weiter steigt.
    Warum sollen wir dann ausgerechnet beim Straßenbau auf dem Stand von 1940 bleiben oder auch noch rückbauen?
    Eine moderne Gesellschaft benötigt nunmal moderne Verkehrswege. (Ja, wir im Eberswalde und Bernau haben eine gute Bahnverbindung nach Berlin und die A11, aber alles andere ist irgendwie keine gute Verkehrsverbindung.)
    Ihre Aussage von mir aus für die Uckermark und Vorpommern, aber nicht für den Barnim südlich von Britz.

  9. @Kleiner Zoo(Tier)Freund:
    Genau Deiner Meinung! Im Übrigen ist die pauschale Aussage „-140.000“ ohnehin zu undifferenziert. In der Studie wird nämlich auch ausgeführt, dass div. Landkreise erheblich Einwohner hinzugewinnen (Bsp. Barnim & OHV: 6-10%bei stabilem Trend für Berlin!). Aber so´ne Studie lässt sich immer prima instrumentalisieren. Aber lasst uns ruhig Straßen zurückbauen, dann kommen die Uckermärkler wieder mit dem Pferdekarren in die Zivilisation… :o)

  10. Hallo Michael, welcome back!

    Bitte nicht falsch verstehen: Ich fahre auch so gern Auto wie Sie. Ich gehe sogar noch weiter: Als wir hier von 1961 bis 1989 von den Kommunisten extrem in unserer Bewegungsfreiheit eingeschränkt waren, habe ich mir nichts sehnlicher gewünscht, als ein richtiges Auto.

    Aber noch lieber fahre ich Bahn oder auf kurzen Strecken Rad. Weil es gesünder, bequemer, ökologischer und preiswerter ist. Deshalb bin ich auch dafür, öffentliche Investitionen in die Instandhaltung der Bahnen zu stecken, Strecken wie Joachimsthal-Templin wieder in Betrieb zu nehmen, einen 10-Minuten-S-Bahn-Takt zwischen Bernau und Berlin anzubieten, Regionalexpress und ODEG zwischen Bernau und Eberswalde so zu koordinieren, dass die Züge mit 30 Minuten Abstand fahren, statt unmittelbar hintereinander. Alles mit dem Ziel, den öffentlichen Personenverkehr noch attraktiver zu machen.

    Aber ich bin explizit gegen einen dreispurigen Ausbau der B167, gegen eine Erhöhung des Abfluggewichtes in Finow und gegen einen Ausbau der „Telekomstraße“ Biesenthal-Finow. Auch, weil alles drei unnötigerweise intakte Natur zerstört. (Gleiches gilt für Havelausbau, Tagebauerweiterungen in der Lausitz etc.)

  11. @Karl-Heinz:

    Unglaublich, aber wahr. Ich fahre ziemlich ungern Auto und wenn es geht auch Bus und Bahn, bin Inhaber einer Bahncard, hab meiner Freundin eine geschenkt und 2/3 meiner Urlaube bisher mit der Bahn unternommen. Na ist das nix? :o) Obwohl man manchmal das Gefühl hat, irgendwie als unnormal wahrgenommen zu werden, wenn man den ÖPNV propagiert. „…Wie Du fährst Bahn??…“Aber soviel zu dem u.U. bestehenden Gerücht, ich würde mit dem Auto von der Küche aufs Sofa fahren oder über den Flughafen Finow zur Arbeit jetten. :o)

    Und wenn wir schon bei den Gemeinsamkeiten sind (hoffe ist Ihnen nicht unangenehm) bin ich auch für einen 30Minuten-Takt nach Berlin. Jetzt mit der Nord/SüdVerbindung ist mit der Bahn unschlagbar schnell dort. Dieser „10-Minuten-Abstand“ zwischen RE und ODEG macht echt keinen Sinn. Ob die Strecke Templin/Jo´thal Sinn macht im Hinblick auf die Auslastung kann ich nicht beurteilen. Grundsätzlich kann man aber den Rentabilitätsgedanken aber nicht außer Acht lassen finde ich.

    Bei der Telekomstraße finde ich, dass gegen einen maßvollen Ausbau nichts einzuwenden wäre, es meiner Meinung nach, viele wichtigere Projekte gibt. Zum Flughafen sag ich mal lieber nix. ist hier ja hinlänglich ausdiskutiert worden.

    Das mit der intakten Natur ist natürlich so´ne Sache. Hat nicht jede Baumaßnahme seit jeher intakte Natur zerstört? Da wo Eberswalde jetzt steht, war vor über 750 Jahren Natur pur! Zurückbauen? Wie grenzt man hier dann ab? Nehmen Sie das o.g. Beispiel der viel gelobten Eisenbahnverbindung nach Berlin. Als die gebaut wurde, wären Sie denn da auch dagegen gewesen im Hinblick auf die Zerstörung intakter Natur oder die Zerschneidung der Landschaft (rein rhetorisch). Bitte nicht allzu ketzerisch verstehen, aber wie stehen Sie dazu?

    Abschließend, was spricht denn gegen 3spurige Straßen. Eine zeitlang bin ich oft nach Schwedt unterwegs gewesen. Und da war ich schon froh, gelegentlich einen LKW überholen zu können ohne zum Überholen in den Gegenverkehr zu müssen. Insofern sprechen 3Spuren doch auch für einen höheren Sicherheitsstandard. Selbstmörder-KfZ-Lenker lassen sich auch nicht von nur 3Spuren vom Kamikaze-Fahren abhalten. Und ich kann hier auch nur dem „Kleinen Tierfreund“ beipflichten. Moderne Verkehrsverhältnisse erfordern auch moderne Verkehrswege. So schön die Brandenburger Alleen auch sind, die wurden in einer Zeit angelegt, als man noch mit Pferd und Kutsche unterwegs war und das auch nur die, die es sich leisten konnten. Nicht falsch verstehen, soll kein Aufruf zum Abholzen sein. Aber doch dafür diese Straßen durch moderne Verkehrswege zu entlasten (da wo es Sinn macht). Genereller Rückbau kann nicht der Maßstab sein, außer wir haben unsere Heimat schon völlig abgeschrieben!

    So, dass solls in aller Schnelle erstmal gewesen sein, Micha muss ins Bettchen… Gut´s Nächt´le.

  12. .. doch nochmal. Wollte sagen, dass sich Selbstmördern in KfZ nicht von nur 2Spuren vom Kamikaze-Fahren abhalten lassen. Weil man ja immer behauptet, 3 Spuren würden zum Schnellfahren aufordern..

  13. Pingback: Die fünf peinlichsten Barnimer 2008

  14. Die „MOZ“ bringt heute in einem Bericht die Kernaussagen der Linken zur Zoofinanzierung. ( http://www.moz.de/index.php/Moz/Article/category/Eberswalde/id/261130) Folgende Aussage von Frau Mächtig hat mir wieder die Zornesröte in das Gesicht getrieben: „“Zoochef Hensch hat ein klares Konzept für seinen Zoo. Aber was an seiner Seite fehlt, ist ein ökonomischer Direktor.“ HALLO, LINKE ! GEHTS NOCH? Da macht einer seine Hausaufgaben, kommt mit weniger Geld für Personal aus, weil er die Arbeit selber macht (so ein Direktor ist garantiert nicht für unter 120000 € pro Jahr zu haben) und dann ist das Euer einziger Kritikpunkt, um dem Mann das Geld zusammen zu streichen? Endlich baut mal jemand Stellen im öffentlichen Dienst Brandenburgs ab und dann von Euch so eine „qualifizierte“ Ausage ? Ihr wollt hier regieren ? Worum geht es Euch eigentlich ? Um einen neuen Versorgungsposten für einen Eurer Genossen ? Oder geht es Euch frei nach dem Motto „Väterchen Stalin bzw. Mütterchen Mächtig hat immer Recht ?“ nur noch um die Bestätgung Eurer Weltanschauung ? Dann seit Ihr genauso flexibel wie die alten Säcke im Poltibüro der SED und habt leider in denl etzten Jahren nichts dazu gelernt. Es kann natürlich sein, dass die MOZ wie schon so oft etwas sehr verkürzt wieder gegeben hat. Dann sollte diese ruhmreiche Geschichte der linken Bewegung vielleicht von einem Insider richtig gestellt werden.

  15. Übrigens wollte ich meine Fragen Frau Mächtig persönlich vorlegen. Aber unter der Mailadresse maechtig@pds-barnim (von der aktuellen Internetseite der Barnimer Linken) ist leider nur „kein Anschluss unter dieser Nummer“. Man ist eben gewählt, was braucht es da noch Kommunikation mit dem unbequemen Volk…

  16. @Dr. Valentin
    Ich schüttele auch nur mit dem Kopf, welche sinnentleerten Vorschläge zum Eberswalder Zoo kommen. Nun auf den Hensch permanent draufzuhauen und alles besser als er zu wissen, ist für mich befremdlich.

    Beim Bau des Tigergeheges hat man noch unisono gejubelt, jetzt will man davon nichts mehr wissen. Tja, ein Zoo mit Exoten ist eben etwas kostspieliger als ein Tierpark (mit heimischen Tieren, wie Wildschweinen und Füchsen). Wer von den Akteuren hat eigentlich eine Langzeitperspektive für den Zoo und schaut mal ein bisschen über den Tellerrand?

  17. Pingback: Kulturangebot in Eberswalde und im Barnim - Sind Sie zufrieden?