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Der Traum von der 2. Basketball-Liga in Bernau

Der noch sehr junge Basketballsport (wurde 1891/92 durch den Kanadier James Naismith entwickelt) hat in Bernau eine verhältnismäßig lange Tradition. Das erste dokumentierte Basketballspiel mit Beteiligung einer Bernauer Auswahl, der TSG Einheit, soll am 15. Februar 1958 stattgefunden haben. Mit den Jahren weitete sich der Spielbetrieb neben Berlin auf andere ostdeutsche Städte, wie Leipzig oder Halle, aus.

Um den Spielbetrieb mit den gestiegenen Reisekosten aufrecht erhalten zu können, ging man in die Betriebssportgemeinschaft Lokomotive Bernau auf. Ehemalige Bernauer leisteten später zudem Basketball-Pionierarbeit in vielen anderen brandenburgischen Städten, wie Eberswalde oder auch Eisenhüttenstadt. Nach dem Auflösen des Deutschen Basketball-Verbandes der DDR (DBV) wurden 1991/92 die Damen- und Herrenmannschaft in die 2. Regionalliga Nord-Ost eingeordnet.

Der bisher größte Erfolg in der Geschichte des Bernauer Basketballs war der Aufstieg der RimRockers 2003 in die zweite Bundesliga. Nach einer aufregenden und lehrreichen Zweitliga-Saison 03/04 als umformierte Barnim RimRockers im Unterhaus der BBL ging es wieder in die 1. Regionalliga Nord zurück. 2004/05 landete man mit der Verpflichtung des ehemaligen National- und Bundesligaspielers Teoman Öztürk vom deutschen Serienmeister ALBA Berlin einen Transfercoup. Damals scheiterte man nur ganz knapp an der direkten Rückkehr in Liga 2 (der MBC aus Halle/Weißenfels hatte das glücklichere Ende nach einer sehr spannenden Spielzeit). Die Jahre danach waren geprägt von vielen Trainerwechseln, so versuchten sich unter anderem Sven Wehrmeyer, Thomas Dröll und Andreas Hinz am Projekt „2. Liga in Bernau“.

Ebenfalls ereignisreich verlief dann das Frühjahr bzw. der Sommer 2007. Mit Erfolgsmanager Rainer Jeschonek nahm ein langjähriger Basketballkenner seinen Hut. Die erfolgreichen und bekannten Barnim/Bernau RimRockers wurden wieder in den Hauptverein eingegliedert und firmieren aktuell im zweiten Jahr als erste Herrenmannschaft des SSV Lok Bernau. Mit Trainer Torsten Schierenbeck übernahm 2006 ein alter Bekannter das Zepter in der Hussitenstadt. Am mittelfristigen Ziel, dem Aufstieg in die Zweite Liga, hat sich aber nichts verändert.

Währenddessen entwickelte sich am südlichen Berliner Rand mit dem RSV Eintracht Stahnsdorf / Teltow / Kleinmachnow ein ernsthafter Konkurrent für den Bernauer Basketball, der sich jahrzehntelang als bester Basketballverein in Brandenburg betiteln durfte. 2007 schaffte der RSV völlig überraschend den direkten Durchmarsch in die 2. Bundesliga. Im zweiten Jahr sind die Basketballer aus Potsdam-Mittelmark derzeit dort aktiv, wo der SSV Lok Bernau so gerne wieder hin möchte: In der ProB. Im letzten Jahr mussten die Bernauer dem Osnabrücker Sportclub und dem UBC Hannover den Vortritt lassen, doch dieses Jahr soll es nun klappen.

Erst gestern untermauerte die Bernauer Mannschaft mit einem 68:85 Auswärtserfolg bei „Angstgegner“ Magdeburg (in der Saison 04/05 verspielte man dort den Wiederaufstieg) seine Ansprüche. Als härteste Konkurrenten erwiesen sich bisher der SC Rasta Vechta (Aufsteiger), die zweite Mannschaft von ALBA Berlin (Absteiger aus 2. Liga) und auch der SC Rist Wedel. Der SSV Lok Bernau steht mit zwei amerikanischen Profispielern (Douglas Hammond und Topscorer Ryan Williams) auf dem zweiten Tabellenplatz (14:4), direkt hinter den punktgleichen Vechta-Jungs. Die zwei Niederlagen gabs zum einen zu Hause gegen ALBA Berlin II und auswärts in Weißenfels gegen den MBC II.

Die Zweitliga-Chancen stehen für die Jungs von Trainer Schierenbeck im übrigen sehr gut. Ein ausgeglichener Mix von erfahrenen Regionalligaspielern (wie Kapitän Sebastian Trzcionka oder Forward Konstantin Mau), zwei ausländischen Akteuren (Hammond und Williams) und mehreren, aufstrebenden Nachkömmlingen (Finn Göing, Armin Willemsen, Felix Schekauski, Marcus Dathe, Mayu Tho-Horst, Robert Barbarino und Marcus Krenzlin) bildet das neue Gesicht der Bernauer. Eine chronische Krankheit scheint den Niederbarnimern in diesem Jahr unterdessen treu zu bleiben: Die Anfälligkeit für Verletzungen. Der ohnehin nicht gerade große Kader blieb in den vergangenen Wochen von Ausfällen verschiedener Leistungsträger nicht verschont, denn eines bleibt sicher: Der Aufstieg in die 2. Liga ist nur mit dem gesunden, kompletten Team möglich.

Im übrigen: Seit 2003 gibt es eine FanPage für die erste Männermannschaft des SSV Lok Bernau, deren Ziel es ist, eine Plattform für alle Basketballfans der Regionalligatruppe anzubieten. Mit einem Liveticker, Forum und Kommentarfunktion werden verschiedene Mittel des Web 2.0 bedient. Die Webseite ist unter der Domain www.lokbernau-fans.de zu finden.

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2 Kommentare » Schreiben Sie einen Kommentar

  1. Hallo Christian, danke für diesen Insider-Artikel über die Rimrockers und Glückwunsch zu deinem gelungenen Debüt auf dem Bar-Blog! Würde mich sehr freuen, wenn Barnimer Sportthemen hier künftig noch mehr Platz fänden.

    Danke auch für den Hinweis auf das Rimrockers-Fan-Blog. Kannte ich noch garnicht! Habe gleich die Blogroll vervollständigt.

    Auch an andere Sportvereine und Fangruppen im Barnim: Wer betreibt ein Blog? Wir nehmen das gern in unsere Blogroll auf!

  2. Da ich mich in bestimmten Sparten des Barnimer Sports ganz gut auskenne, werde ich versuchen ab und zu mein Wissen hier bekannt zu geben :-) Btw: Wie im Artikel sind die RimRockers leider passé, heißen jetzt offiziell wieder SSV Lok Bernau. Schade eigentlich und für mich unverständlich, warum man diese Marke abgegeben hat :-(