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Eine Tankstelle in zentraler Ortslage von Panketal – Was soll das denn?

Ich hätte es wissen müssen. Als Mandatsträger der Panketaler Gemeindevertretung kann es zu Verwirrungszuständen kommen. Am kommenden Montag muss ich mitentscheiden, ob die zentrale Ortslage (Straße der Jugend/ Bucher Straße) einer 24-Stunden-Tankstelle mit Waschanlage und 7,50 m hoher Leuchtreklame bedarf.

Nicht nur aus meiner Sicht spricht Einiges dagegen. Die „Tanke an der Panke“ ist eigentlich nicht nötig (die nächste liegt ca. 1200 m vom geplanten Standort entfernt, sämtliche Ausfallstraßen werden bereits ausreichend „betankt“), erhöht die Verkehrsgefährdung für Fußgänger, Radfahrer (der Fernradweg Berlin-Usedom führt hier entlang), Reiter (Stall- und Übungsgelände des Reit- und Fahrvereins „Hubertus Zepernick“ liegen in der Nachbarschaft) die Nutzer des in Entwicklung befindlichen Sport- und Spielparks und verstößt, ganz nebenbei, offenbar gegen eine örtliche Satzung (hinsichtlich der Werbeanlagen). Dass „Panketals 2. Tankstelle“ den ( anerkannt schützenswerten) „Winkelanger“ in seiner Wahrnehmung beeinträchtigt, sei hier nur am Rande bemerkt.

Hierzu heißt es aus dem Bauamt:
„Zu den Werbeanlagen ist festzustellen, dass die an der Straße der Jugend bzw. Bucher Str. geplanten „Preismasten“ mit einer Höhe von ca. 7,50 m die höchsten Werbeanlagen des Vorhabens darstellen. Als Besonderheit können die LED-Leisten an den Gebäude erwähnt werden. Eine Beeinträchtigung des Ortsbildes kann nicht gesehen werden, da die Blickbeziehungen auf der L 314 aus Richtung Bernau bzw. aus Richtung Buch nicht direkt auf die Vorhabenfläche treffen.“

Derzeit wird die Brachfläche übrigens von einer massiven Baum- und Gehölzhecke umgeben. Panketals Verwaltung hat auch hierzu (oder besser dagegen) natürlich „gute Argumente“:
„Nach Rücksprache mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises muss festgestellt werden, dass der Baum- bzw. Gehölzbestand trotz seines üppigen Erscheinungsbildes nicht über schützenswerte Strukturen verfügt. Lediglich vier Bäume fallen unter die Baumschutzverordnung des Landes Brandenburg. Der übrige Bewuchs ist von geringer Qualität und auf Dauer für eine Unterhaltung, die den Ansprüchen einer Verkehrssicherungspflicht unterliegt, nicht haltbar. In der Anlage ist die Planung hinsichtlich der Grünflächen ablesbar. Dabei werden insbesondere an der Westseite des Vorhabengrundstücks begrünte Bereiche entstehen. Auch die der Kreuzung zugewandte Seite wird mit einer Heckenpflanzung eingefasst.“
(Quelle: www.panketal.de)

AAAAhhh ja….Nach einer faunistischen Begutachtung und Bewertung als Lebensraum (sowie der vermehrten Lärmbelastung) frage ich demnach lieber nicht.

Um die Verwirrung komplett zu machen seien folgende Projekte erwähnt die ebenfalls im Rahmen der kommenden Gemeindevertretersitzung entschieden werden sollen.

  1. Entwicklung eines Wohngebietes mit 6 Einfamilienhäusern (soll direkt neben der Tankstelle entstehen)
  2. den „Lärmaktionsplan“ (OK, wir sollen das also wörtlich nehmen?)
  3. die Weiterentwicklung des „Sport- und Spielparks Panketal“ (wollen wir an dieser Stelle eine „rund um die Uhr geöffnete Suffluke“?)

Fragen über Fragen.
Was meint Ihr?

PS: An besagtem Ort wollte Panketals Bürgermeister Rainer Fornell vor ca. 2 Jahren einen „Fast-Foood-Tempel“ errichten lassen. Das Barnim-Blog berichtete im „zarten Alter“ von ca. 6 Wochen.

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7 Kommentare » Schreiben Sie einen Kommentar

  1. Mir recht, weil dann vielleicht auch mal die überhöhten Preise der einzigen Tankstellen der Stadt fallen.

  2. Ich dachte immer, die Barnimer fahren sowieso nach Polen zum Tanken? Allerdings bleibt ohne Tankstelle die Frage nach der Entfernung zur nächsten Einkaufsmöglichkeit – denn der Umsatz mit Dingen, die „unbedingt“ zum Weiterfahren benötigt werden, ist ja wohl der eigentliche Grund, warum heute noch Tankstellen gebaut werden. Wo soll man denn sonst Alkohol, Zigaretten, Pornohefte usw. nach 20 Uhr kaufen?
    An den Vorkommentator: Ob es unter Tankstellen auch nur im Entferntesten einen „Wettbewerb“ gibt, der für günstigere Preise sorgt, wage ich zu bezweifeln! Und ob es noch genau so leidenschaftslos gesehen würde, wenn das Ding in seinem Vorgarten gebaut wird?

  3. Lieber Michael,

    mir ist es furchtbar egal, ob die Tankstelle gebaut wird – Bei mir im Vorgarten steht sie nicht.

    Ich glaube aber daran, dass die Mondpreise von „Total“ keine lange Halbwertzeit mehr haben, wenn es erst einmal Konkurrenz in geringer Entfernung.

    Wir könnten aber auch die Straße komplett zuschütten und unsere Pferdewagen wieder rausholen, weil wir doch gegen alles und jeden sind…

  4. Ui, da ist aber jemand dicht am Wasser gebaut! Pferdewagen wären sicher nicht die schlechteste Idee, um CO2 zu reduzieren, das ganze Gehetze etwas zu entschleunigen und sicher auch Geld und Ressourcen zu sparen. Die Pferde könnten ja dann auch wirklich problemlos im Vorgarten grasen. Im übrigen sind „wir“ nicht gegen jedes und alles, sondern für die konstruktive Diskussion von Sinn und Unsinn einer Planung. Und die Preise an den Tankstellen werden sowieso untereinander abgeglichen, da hilft Konkurrenz leider eben gar nichts, wie man (nicht nur) am Beispiel der direkt nebeneinander liegenden Tankstellen an der B2 Höhe Bernau Ortseingang Süd erkennen kann.

  5. Heute Abend hat sich die Gemeindevertretung Panketals recht eindeutig dazu entschieden dem Tankstellenprojekt „kein Einvernehmen zu erteilen“.
    Die verbliebenen Tankstellen-Fans fanden sich überwiegend in den Reihen der SPD.
    Mit dabei Bürgermeister Rainer Fornell und die Landtagsabgeordnete Britta Stark.
    Weiteres später.

  6. Was soll denn eine Tanke in zentraler Ortslage?
    Fällt den SPD-Genossen nichts Besseres ein, wie der Platz zu nutzen wäre?
    Ansonsten wird doch auch alles ausgelagert, so die großen Einkaufszentren vor den Städten. Da beschwert sich auch niemand, dass Ömchen und Oppachen ohne Führerschein da auch nicht mehr so leicht hingelangen.

  7. … schon lustig, wie bei Bedarf auch mal ein Radfernweg herhalten muss, wenn es vermutlich darum geht seine eigene Ruhe samt Auto – aber bitte nicht die anderen Autofahrer – vor seiner eigenen Tür zu schützen.

    Der Radweg Berlin-Usedom biegt übrigens vier Querstraßen vor der Bucher Straße ab … ;-)

    Natürlich gehe ich als Radfahrer gerne in Brandenburger Tankstellen einkaufen – da kann man sich wenigstens auf die Öffnungszeiten und ein Grundangebot an Nahrungsmitteln verlassen … :-)