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„Förderpreis für Demokratie“ wird in Eberswalde verliehen

Am 21. November 2008 wird im Eberswalder Paul-Wunderlich-Haus zum ersten Mal der „Barnimer Förderpreis für Demokratie“ vergeben. Die Bürgerstiftung Barnim-Uckermark und der Landkreis Barnim haben den Preis ausgelobt, um besonders beispielhaftes Engagement für die Demokratie öffentlich zu würdigen und zu unterstützen.

Der Förderpreis ist mit 2.000 Euro dotiert. Das Preisgeld wurde von Privatpersonen und Unternehmen gestiftet, darunter der in Bernau lebende stellvertretende Integrationsbeauftragte des Landes Brandenburg, Dr. Mohamed Hamdali, der Wirtschaftsinteressenring Eberswalde WIR e.V. sowie die Amadeu Antonio Stiftung (Berlin). 14 Einzelbewerber, Vereine, Initiativen, Projekte und Kommunen haben sich beworben oder wurden vorgeschlagen:

  • Herr Axel Ritter (Kreissportbund Bernau)
  • Frau Ursula Nikitenko (Stadt Bernau)
  • Jugendmigrationsdienst im Diakoniewerk Barnim gGmbH, Theatergruppe AKZENT
  • Kinder- und Jugendparlament Eberswalde
  • Kontakt Eberswalde e.V.
  • Sozialer Integrationsverein Diamant e. V. (Bernau)
  • Jüdische Gemeinde Barnim
  • Verein für Heimatkunde zu Eberswalde, Gedenkbuch für die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus
  • Evangelische Kirchgemeinde Joachimsthal, Mit Musik und Tanz zu Demokratie und Toleranz
  • Netzwerk für Toleranz und Weltoffenheit Bernau
  • Jugendinitiative Light me Amadeu
  • Stadt Biesenthal: „Biesenthal ist bunt statt braun“
  • Stadt Eberswalde: „AG Spielleitplanung“
  • Stadt Eberswalde: „Engagement für Demokratie“

Nun wurden aus diesen 14 Vorschlägen drei Initiativen für den Förderpreis nominiert:

  • Die Kampagne „Light me Amadeu“ ist ein Zusammenschluss von Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus dem ganzen Landkreis. ‚Amadeu’ bezieht sich auf den angolanischen Vertragsarbeiter Amadeu Antonio, der im Dezember 1990 von rechtsextremen Jugendlichen in Eberswalde erschlagen wurde. Die Kampagne engagiert sich gegen Rassismus und Rechtsextremismus, organisiert Rockkonzerte und Demonstrationen. Aktuell beschäftigen sich die Jugendlichen mit der Residenzpflicht für Asylsuchende.
  • Die Theatergruppe „Akzent“ ist ein Projekt des Jugendmigrationsdienstes Barnim/Uckermark in der Diakoniewerk Barnim gGmbH. Das semiprofessionelle Schauspielensemble ist ein Integrations- und Kulturprojekt für junge Zuwanderer. 13 der 14 jungen Erwachsenen haben einen Migrationshintergrund. Obwohl die Muttersprache der meisten Schauspieler Russisch ist, werden die anspruchsvollen Stücke in deutscher Sprache aufgeführt.
  • Die Stadt Biesenthal hat sich mit der Initiative „Biesenthal ist bunt statt braun“ beworben. Die Initiative ist als Reaktion auf die Aktivitäten der NPD entstanden, die ein ehemaliges Asylbewerberheim zu einem rechtsextremen Schulungszentrum umbauen will. Die Bürgerschaft reagierte mit einem Ökumenischen Friedengebet sowie einem großen Familienfest unter dem Motto „bunt statt braun“, an der sich fast alle Vereine und Institutionen der Stadt beteiligten. Auch auf Plakaten brachten die Bürger ihre Ablehnung und Empörung zum Ausdruck.

Der Preisträger wird auf einer Festveranstaltung am Freitag, dem 21. November, 19.00 bis 21.00 Uhr, bekannt gegeben. Die Veranstaltung wird durch Landrat Bodo Ihrke eröffnet. Die Festrede hält Dr. h. c. Joachim Gauck.

Ort: Paul-Wunderlich-Haus, Plenarsaal, Am Markt 1, 16225 Eberswalde


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