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Gutshof Liepe – Neue Wege im brandenburgischen Strafvollzug

Die Gemeinde Liepe feierte in diesem Jahr ihr 750-jähriges Bestehen.
Das ehemalige Fischerdorf im Oberbarnim liegt in landschaftlich reizvoll „am ehemaligen Eisrand der letzten Eiszeit“ (Quelle; www.liepe-barnim.de
Liepe, dass ist eine Dorfkirche mit ihrem Förderverein, die Lieper Chorgemeinschaft, das Rallye-Team, die Freiwillige Feuerwehr, der Heimatverein und was sonst noch so zu einer gewachsenen Gemeinschaft gehört.

Liepe, das steht aber auch für neue Wege im brandenburgischen Strafvollzug. Seit Dezember 2006 stellt das Evangelischen Jugendfürsorgewerk Lazarus Plätze für Inhaftierte der Jugendvollzugsanstalt Wriezen  bereit. Derzeit haben hier 12 junge Menschen die Gelegenheit, sich unter intensiver pädagogischer und psychologischer Betreuung auf das Leben „da draußen“ vorzubereiten.

„Leben lernen heißt das Pilotprojekt des Justizministeriums (…). Bis zu 70 % der jungen Haftentlassenen werden wieder rückfällig.(…)Die Hürde, aus dem Gefängnis ins normale Leben zurück zu finden, liege hoch. Liepe soll helfen durch einen strukturierten Tag und durch Übernahme von Eigenverantwortung den Sprung in den Alltag zu schaffen.(…).(Quelle: knast.net).

In Guben eröffnete Justizministerin Beate Blechinger heute ein vergleichbares Projekt für das südliche Brandenburg.
„Meine Zukunft“ nennt sich das Wohnprojekt in Trägerschaft des „Gemeinnützigen Berufsbildungsvereins Guben e.V“.
„Ich bin“, so Frau Blechinger gegenüber „Niederlausitz Aktuell“, überzeugt, dass gerade in der Entlassungsphase die umfassende Einbeziehung erfahrener freier Träger ein richtiges und wichtiges Mittel ist, einem erneuten Abgleiten in delinquentes Verhalten entgegen zu wirken.
Da selbst- und fremdverantwortliches soziales Verhalten in den Strukturen einer Haftanstalt nur eingeschränkt erlernt werden kann, bedarf es für junge Inhaftierte mit entsprechenden Defiziten eines Übergangsmanagements. In der Entlassungsphase müssen überlappende Strukturen bestehen, in denen die Betreuung der Gefangenen schrittweise auf engagierte Sozialpädagogen außerhalb der Haftanstalten übergeht.“

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Veröffentlicht von

Stefan ist von Beruf Sozialarbeiter und arbeitet mit chronisch kranken Menschen. Der 2-fache Familienvater ist Autor verschiedener Websites und gelegentlich auch noch als Sänger aktiv. Als leidenschaftlicher Naturschützer wurde er unlängst in die Panketaler Gemeindevertretung gewählt. Weitere politische Schwerpunkte sind die Ortsentwicklung, sowie soziale Themen.

2 Kommentare » Schreiben Sie einen Kommentar

  1. Nach der Entlassung muss aber auch eine vollständige Chance zur Integration ermöglicht werden. Dazu gehört zentral eine Jobperspektive.
    Doch welche Chance haben ehemalige Straftäter auf dem Arbeitsmarkt, wenn selbst nicht straffällig gewordene bereits auf der Straße liegen??? Gute Nacht Brandenburg!

  2. Nachtrag: Dieses blöööde, ja freche Gesülze von einem „strukturierten Tag und Übernahme von Eigenverantwortung“ kriegen ja auch die im „Offenen Strafvollzug“ befindlichen Langzeiterwerbslosen ständig zu hören.
    Doch wie sieht es mit einer strukturierten Arbeitsmarktpolitik und mehr gesellschaftliche Eigenverantwortung der Bundes- und Landespolitik aus, die dazu führen sollte, dass mehr Arbeitsplätze entstehen?
    Der Blechinger kann ich für Ihre Lebenserfahrung zwei Dinge empfehlen:
    Ein Jahr Erwerbslosigkeit und eine Woche Knast!