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Was haben Peter Kikow und Bodo Ihrke gemeinsam?

Letzte Woche berichtete die Märkische Oderzeitung über den Austritt des Mitbegründers der regionalen SPD, Peter Kikow. Anschließend kam es zu einem heftigen öffentlichen Disput zwischen Kikow und dem amtierenden Landrat Bodo Ihrke (SPD). Empfehlen möchte ich hierzu auch den Beitrag von EberswaldeTV.

Als ich noch Mitglied der regionalen SPD war, war ich nie Freund eines Peter Kikow. Er und seine politischen Anhänger führten in der Partei ein autoritäres Regime gegen Andersdenkende und Erneuerer.
Zudem war Kikow ein nicht unbedeutender Teil des verfilzten, auf Kumpanei basierenden Systems des ehemaligen Eberswalder Bürgermeisters Reinhard Schulz, wenngleich er im Nachhinein seine engen Beziehungen zu ihm relativiert. Beide haben in der Vergangenheit sich gegenseitig die Bälle zugespielt und davon hervorragend profitiert. Deshalb ist seine neue Distanz zu Schulz weder ehrlich noch geradlinig und gegenüber seinem alten Kumpel schon gar nicht fair.

Kikows politische Verdienste für Eberswalde möchte ich nicht in Abrede stellen. Doch seine Politik kann kaum, wenngleich er dies der Öffentlichkeit jetzt so zu vermitteln versucht, als solidarisch, sozial handelnd und ausschließlich dem Bürger dienend bezeichnet werden. Denn diese war nur allzu oft auf seine eigenen Vorteile ausgerichtet.

Nach dem Wechsel in der Führungsebene der SPD-Eberswalde bläst nun dem „alten Kämpen“ der eiskalte Wind des politischen Tagesgeschäftes ins Gesicht.
Im Zuge dessen wurden aus den Mitstreitern Kikow und Ihrke erbitterte Kontrahenten. Beide sind als Machtmenschen mit Ellenbogenmentalität aus ähnlichem Holz geschnitzt.
Ihrke wirft Kikow vor, dass sein Politikstil nicht mehr von der Partei getragen wird. Doch damit trifft er am meisten sich selbst. Ihrke, der öffentliche Auseinandersetzungen eher scheut, beherrscht die intrigante Hinterzimmerpolitik nahezu in Perfektion. Als Strippenzieher verteilt er die langen Dolche, nicht zuletzt um in den beiden SPD-Ortsvereinen Eberswalde und Finow seine Steigbügelhalter zu installieren. Kikow nimmt es richtig wahr, wenn er einen Riss mitten durch die Eberswalder SPD erkennt. Denn zu einem nicht unerheblichen Teil ist es Bodo Ihrkes Verdienst, dass die Eberswalder SPD vor der Selbstzerfleischung steht. Die politischen Mitbewerber reiben sich nun die Hände.
Wie das bisherige Ergebnis der aktuellen Umfrage des Barnimblogs zeigt, kommt seine Kandidatur für den Barnimer Kreistag im Rahmen der Brandenburger Kommunalwahl 2008 bei den Bürgern nicht gut an.

Doch auch seine Amtsgeschäfte als Landrat sollten kritisch aufgearbeitet werden. Als Chef des Landkreises stand Ihrke für viele schwerwiegende politische Fehler nicht selbst gerade. Wenn es brenzlig wurde, ließ er seine Untergebenen über die Klinge springen.
Und derzeit schwelt der Streit um das Oderberger Rathaus. Ausgang ungewiss.

Achtzehn Dienstjahre als Landrat sind einfach genug. Bodo Ihrke sollte aus eigenem Willen gehen, so lange man ihn noch in Würde gehen lässt.

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Dr. Andreas Steiner, Diplom-Geograph und Waldökologe, lebt seit 1999 im Barnim. Als Fachgutachter ist er bei einem Projektträger des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie in Berlin beschäftigt, der innovative Forschungs- und Entwicklungsprojekte von klein- und mittelständischen Unternehmen im Bereich Technologie betreut. Seit mehr als 10 Jahren engagiert sich der Querdenker und -tuer ehrenamtlich in der Umwelt- und Sozialpolitik. Im Rahmen der Brandenburger Kommunalwahlen 2008 wurde er als Parteiloser für Bündnis 90/Die Grünen in die Eberswalder Stadtverordnetenversammlung gewählt. Ende 2011 musste er aufgrund eines Wohnsitzwechsels dieses Mandat niederlegen. Derzeit gehört er der Gemeindevertretung Schorfheide an und ist Vorsitzender der Fraktion Freie Wähler/Bürgergemeinschaft Kommunalabgaben (BKB). Steiner hat Mitgliedschaften der GRÜNEn LIGA Brandenburg und der NaturFreunde Oberbarnim-Oderland. Seine Hobbys sind Wandern, Radfahren, Schwimmen, Saunieren, Kochen – und natürlich der ehrenamtliche Journalismus, insbesondere wenn es um die Behandlung kritischer und brisanter Themen geht. Folgenden Leitspruch eines großen deutschen Gewerkschafters hat er sich zum Lebensmotto gemacht: „Nicht Ruhe, nicht Unterwürfigkeit gegenüber der Obrigkeit ist die erste Bürgerpflicht, sondern Kritik und ständige demokratische Wachsamkeit“ (Otto Brenner, 1968).