web analytics

Finower Dreckecke durch illegale Abfallentsorgung

Illegale Abfallentsorgung in FinowNoch immer ist keine nachhaltige Lösung für die unhaltbaren Zustände an der Abfallsammelstelle Altenhofer Straße/Ecke Mühlenstraße im Eberswalder Stadtteil Finow gefunden worden. Es geht auf den Sommer zu und die illegal abgeladenen Abfälle türmen sich wieder zu Bergen auf. Der Barnimblog berichtete darüber bereits im August letzten Jahres. Seitdem hat sich nichts Wesentliches vor Ort getan.

Wie Bild 1 zeigt, haben verantwortungslose Zeitgenossen letzte Woche gelbe und blaue Müllsäcke und dazu jede Menge Unrat unterschiedlicher Art so hoch aufgetürmt, dass es nicht möglich war, an den Altglascontainer für Grünglas zu gelangen. Man hätte erst eine Vielzahl der Säcke wegräumen müssen. Alten und gebrechlichen Menschen ist das schon gar nicht zuzumuten. Sollen sie etwa über die Abfälle hinwegklettern? Eine Nachbarin, die am Platz wohnt, hat schon wieder Ratten gesichtet, die sich dort über die essbaren Abfälle hermachen. An heißen Tagen kommen Fliegenschwärme hinzu.

Am Freitag morgen wurden die Glascontainer abgeholt. Da waren die Säcke den Müllwerkern natürlich im Wege. Sie wurden beiseite geschoben und lagen dann quer über dem Platz (Bild 2).

Fest steht, dass illegale Müllentsorgung häufig als „Kavaliersdelikt“ abgetan wird. Ob die verhängten Bußgelder wirklich richtig weh tun, also hoch genug angesetzt sind, wage ich zu bezweifeln. Fakt ist andererseits aber auch, dass der Landkreis den Abfall offensichtlich nicht in genügender Regelmäßigkeit abfahren lässt.

Ich fordere den Landkreis und die Stadt Eberswalde erneut mit Nachdruck auf, hier gemeinsam eine nachhaltige Lösung zu erarbeiten, um die Müllproblematik endlich in den Griff zu bekommen. Allein das Abfahren hat sich nicht bewährt. Die Entsorgung eingesammelter, illegaler Abfälle führt zu enormen Entsorgungskosten, die in die Abfallentsorgungsgebühr eingerechnet werden. Dementsprechend ist die illegale Müllentsorgung nicht nur ordnungswidrig und umweltbelastend, sondern auch besonders teuer, da derartige Abfälle arbeitsaufwendig aufgesammelt und sortiert werden müssen.

Vielleicht sollten an der Abfallsammelstelle Altenhofer Straße/Ecke Mühlenstraße Schilder aufgestellt werden, die eindrücklich darauf hinweisen (obwohl es eigentlich ein jeder wissen müsste), dass das Müllabladen auf diesem Platz illegal ist? Oder das Gelände könnte eingezäunt werden und Schlüssel an die Anwohner verteilt werden.

Doch es ist nicht meine Aufgabe (und ich werde nicht dafür bezahlt), Lösungsmöglichkeiten zu erarbeiten. In anderen Kreisen funktioniert es doch auch einwandfrei. Da liegt nicht so viel Dreck in den Straßenecken rum.

Ich werde dieses Thema jedenfalls so lange öffentlich anprangern, bis sich hier etwas tut!

Finower Dreckecke durch illegale Abfallentsorgung auf Facebook teilen
Finower Dreckecke durch illegale Abfallentsorgung auf Twitter teilen
Finower Dreckecke durch illegale Abfallentsorgung auf Google Plus teilen

Ähnliche Artikel:

Veröffentlicht von

Dr. Andreas Steiner, Diplom-Geograph und Waldökologe, lebt seit 1999 im Barnim. Als Fachgutachter ist er bei einem Projektträger des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie in Berlin beschäftigt, der innovative Forschungs- und Entwicklungsprojekte von klein- und mittelständischen Unternehmen im Bereich Technologie betreut. Seit mehr als 10 Jahren engagiert sich der Querdenker und -tuer ehrenamtlich in der Umwelt- und Sozialpolitik.
Im Rahmen der Brandenburger Kommunalwahlen 2008 wurde er als Parteiloser für Bündnis 90/Die Grünen in die Eberswalder Stadtverordnetenversammlung gewählt. Ende 2011 musste er aufgrund eines Wohnsitzwechsels dieses Mandat niederlegen. Derzeit gehört er der Gemeindevertretung Schorfheide an und ist Vorsitzender der Fraktion Freie Wähler/Bürgergemeinschaft Kommunalabgaben (BKB).
Steiner hat Mitgliedschaften der GRÜNEn LIGA Brandenburg und der NaturFreunde Oberbarnim-Oderland. Seine Hobbys sind Wandern, Radfahren, Schwimmen, Saunieren, Kochen – und natürlich der ehrenamtliche Journalismus, insbesondere wenn es um die Behandlung kritischer und brisanter Themen geht.
Folgenden Leitspruch eines großen deutschen Gewerkschafters hat er sich zum Lebensmotto gemacht: „Nicht Ruhe, nicht Unterwürfigkeit gegenüber der Obrigkeit ist die erste Bürgerpflicht, sondern Kritik und ständige demokratische Wachsamkeit“ (Otto Brenner, 1968).

8 Kommentare » Schreiben Sie einen Kommentar

  1. Echt mal, die schönen Rohstoffe…

    Aber im Ernst: Die Menge der gelben Säcke lässt doch schon auf gewerbliche Abfälle oder wenigstens Mülltourismus schließen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass die Polizei hier nichts machen kann (außer man stellt eine Strafanzeige, die nach ca. 4 Wochen Nichtstun mit „konnte kein Übeltäter ermittelt werden“ als erledigt beantwortet wird), sondern gern auf das Umweltamt verweist.

  2. Warum unternehmen die zuständigen Behörden hier nichts, dieses Problem gibt es doch schon seit langem und jedes Jahr werden es immer mehr Müllsäcke, die dort abgeladen werden. Das stinkt zum Himmel, dass hier nicht endlich was unternommen wird. Der Zuweg zu den Flaschencontainern ist dicht und man muß hier schon eine Bergsteigerprüfung absolviert haben, um an die Container zu gelangen.
    Andreas, ich gebe dir da vollkommen recht, warum wird dieser Platz nicht eingezäunt und die Anwohner bekommen hier einen Schlüssel. So kann es jedenfalls nicht weitergehen. Anscheinend interessiert es die Behörden nicht, wenn sich hier die Ratten breitmachen und die ansteigende Sommerhitze den Müll so richtig zum Wallen bringt. Aber ich glaube auch Schilder nutzen hier nicht viel, wer seinen Müll abladen möchte, der tut das auch so und ohne Skrupel. Leider!!

  3. @Tobi Langohr

    Die Idee mit dem Zaun ist (Entschuldigung) blöd. Um so einen Sack über den Zaun zu bringen, muss man ja nicht mal werfen, oder wie hoch soll er sein?
    Bevor hier wieder alle nach der Obrigkeit rufen und Repressalien fordern: Kann es sein dass es in der Gegend einfach zu wenig Möglichkeiten der Entsorgung gibt? Die öffentlichen Containerplätze sind doch für jedermann zugänglich und vorgesehen und somit hat doch jeder das Recht seine Wertstoffe auch dort abzulegen (Übrigens auch die Pächter der angrenzenden Gartensparte). Ich sehe hier (natürlich nur im Falle von gelben Wertstoffen) den Schuldigen eher beim DSD. Denn die werden doch über die Gebühren, die man als Konsument für die Entsorgung entrichtet, bezahlt und sind somit in der Verantwortung, geeignete Entsorgungsmöglichkeiten anzubieten.
    Die illegalen Müllentsorger sollten doch mal ein paar Tage in der Recyclinganlage arbeiten oder noch besser illegalen Müll einsammeln.

  4. …wieso denn zu wenig Möglichkeiten der Entsorgung (Entschuldigung)? Jeder kann seinen Müll, auch die Gartenspartler mit nach Hause nehmen und dort entsorgen. Und es geht doch hier um den wirklichen Restmüll. Das was in Gelbe Säcke eigentlich gehört, befindet sich ja nicht mal darin. Dass die illegalen Müllentsorger mal richtig rangenommen werden müßten, da geb ich Dir recht, Manfred Schobert.

  5. Jetzt habe ich durch mein Nachhaken bei der Stadt Eberswalde ein Schreiben vom Leiter des Ordnungsamtes, Uwe Birk, erhalten.
    Darin teilt er mir mit, es wäre in naher Zukunft geplant, dass Mitarbeiter des Bodenschutzamtes und der Ordnungsbehörde gemeinsame Kontrollen an Schwerpunktstellen durchführen, wozu auch der Containerstellplatz in der Altenhofer Straße gehört. Damit sollen die festgestellten Verstöße dann ggf. unterbunden oder geahndet werden.

    Der Inhalt dieses Schreibens stellt mich keineswegs zufrieden. Will man seitens der Stadt Eberswalde damit das Problem nachhaltig in den Griff bekommen? Ich hege da arge Zweifel.

  6. Nun reagiert die Stadt endlich.
    Ein Schild „Müll abladen verboten!“ ist auch schon auf dem Platz installiert.

    Inwieweit diese Maßnahmen allerdings von Erfolg gekrönt sein werden, ist fraglich.
    Zumindest finde ich es strategisch unklug, wenn Kreis und Stadt schon mal in der MOZ ankündigen, in welchem Zeitraum sich die Bediensteten des Ordnungsamtes in Nähe der Containerstellplätze auf die Lauer legen werden. Vielleicht sollten sie als besondere Serviceleistung noch die genaue Uhrzeit angeben????

    Außerdem sind die Bußgelder von 35 Euro viel zu gering. Hier müssten empfindliche Sanktionen erfolgen, die richtig ins Geld gehen. Der Handlungsspielraum wäre ja vorhanden. Die Verwaltungen müssten rigoros und mit aller Härte vorgehen. Zunächst einmal 500 Euro für ein paar illegal entsorgte gelbe Säcke mit Abfall. Damit würde auch mehr Geld ins Stadtsäckle kommen, welches für die Sauberkeit in der Stadt verwendet werden könnte. Allerdings hätte ich noch weitere Vorschläge für drastische Maßnahmen, falls diese nicht fruchten sollten.

    Denn illegale Abfallentsorgung ist kein Kavaliersdelikt und sollte auch nicht als ein solcher geahndet werden.

  7. Das bisschen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in der Angelegenheit trägt mittlerweile Früchte:

    Letzte Woche kamen Journalisten von Antenne Brandenburg an die Altenhofer Straße und haben Anwohner zur örtlichen Müllproblematik interviewt. Angeblich wurde auch die Kreisverwaltung Barnim dazu befragt. Der Beitrag lief allerdings schon im Radio.

    Nun wird an den Containerstellplätzen in Eberswalde seitens des Bodenschutzamtes des Landkreises Barnim und des Ordnungsamtes der Stadt Eberswalde verstärkt kontrolliert. Dabei sind, so ganz nebenbei, auch etliche erwischt worden, die ihr Altglas lärmend am Sonntag entsorgt haben.

    An der Altenhofer Straße ist es so, dass einige Anwohner nun auf Müllsünder achten und Verstöße an die Behörden weiterleiten.

    Ich denke, dass nur eine enge und gute Zusammenarbeit zwischen Anwohnern und Behörden erfolgreich sein wird, um diese Problematik nachhaltig in den Griff zu bekommen.