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Sexualstraftäter im Barnim auf freiem Fuß

In der Märkischen Oderzeitung wird berichtet, dass ein als gefährlich eingestufter Sexualstraftäter aus Brandenburg an der Havel das Gefängnis als freier Mann verlassen durfte, weil die Justiz in diesem Fall Fehler gemacht hat. Werner K. hat 22 Jahre seines Lebens hinter Gittern verbüßt und unverständlicherweise jegliche Therapie hinsichtlich seiner pädophilen Neigung abgelehnt. Seit letzten Donnerstag lebt er nun im Landkreis Barnim im Städtchen Joachimsthal inmitten eines Wohngebietes, wo Familien mit ihren Kindern bisher ein nahezu unbeschwertes Leben führten. Laut Polizeiangaben soll der Sexualstraftäter dort so lange unter permanenter Beobachtung bleiben, bis eine neue Regelung getroffen wird.

Da stellen sich mir folgende Fragen: Wie kann der Bundesgerichtshof in einem solch sensiblen Bereich eine derartige Fehlentscheidung treffen, die als Folge den Bürgerinnen und Bürgern in und um Joachimsthal den Atem stocken lässt? Wie lange soll die Überwachung des Sexualstraftäters dort andauern? Wie viele Steuergelder sollen hierfür verwendet werden? Wäre es nicht zwingend notwendig, dass die direkt betroffene Bevölkerung über solche Maßnahmen besser informiert wird? Wer steht dafür gerade, wenn Werner K. erneut rückfällig wird?

Es ist schlichtweg ein Skandal, dass ein gefährlicher Sexualstraftäter noch mit Haftentschädigung „belohnt“ wird.
Internationale Studien belegen, dass einmal einschlägig straffällig gewordene Pädophile einer hohen Rückfallquote von 40 bis 50 Prozent unterliegen. Wenn notorische Straftäter als solche erkannt werden, sollte das Rechtssystem im Sinne des Gemeinwohls konsequent reagieren, um weitere Opfer zu verhindern.

Aber solange die Justiz solche Fehler macht und gegen die Sicherheitsverwahrung von gefährlich eingestuften Vergewaltigern entscheidet, haben es die Opfer in unserem Land schwer. Die Familien sind verunsichert und die Spielplätze in und um Joachimsthal werden in Zukunft wohl leer bleiben. Wir alle haben Angst um unsere Kinder.

Ich wünsche mir nur, dass sich die Sexualstraftaten bei Werner K. nicht wiederholen, aber die Hoffnung, dass nichts passieren wird, hilft uns auch nicht weiter. Deshalb genießt dieses Urteil des BGH meine tiefste Verachtung.

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Veröffentlicht von

Silvia Zacharias ist Verwaltungsfachangestellte und gebürtige Eberswalderin. Ihr Hobby ist ihr achtjähriger Sohn Max. Wenn dann noch Zeit bleibt, macht sie gern ausgedehnte Wanderungen und Radtouren durch den landschaftlich reizvollen Barnim, geht schwimmen und genießt die Natur. Gern probiert sie neue Koch- und Backrezepte aus. Beliebt sind ihre selbst hergestellten Blütenhonigsorten, Marmeladen und Kräutertees.

3 Kommentare » Schreiben Sie einen Kommentar

  1. Auch die Sicherungsverwahrung ist nicht wirklich sicher. In diesem Video beschreibt ein Krimineller, wie er seine Psychologen belogen hat…

  2. …das ist schon richtig, das auch die Sicherungsverwahrung nicht wirklich sicher ist, aber es ändert ja nichts an der Tatsache, dass sich jetzt zu diesem Zeitpunkt ein gefährlicher Sexualstraftäter auf freiem Fuß befindet und viele Familien verunsichert. Wer denkt dabei an die Opfer des Täters? Wie mögen die sich jetzt fühlen, was geht in ihnen vor, bei dem Gedanken, der Täter könnte ihnen jederzeit wieder über den Weg laufen?

  3. Das Job-Center Barnim hat dem entlassenen Sexualstraftäter Werner K. nun einen Ein-Euro-Job vermittelt:

    Der Landkreis Barnim tritt damit wieder mal voll ins Fettnäpfchen, zeigt er doch die besondere Gabe, zwei derart sensible Themen zu einem Sprengsatz zu verbinden.

    Die frischen Wunden werden jetzt weiter aufgerissen. Ein Fall für TOLL!