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Stark abgesenkte Kanaldeckel im Barnim

Abgesenkter KanaldeckelWelcher Verkehrsteilnehmer hat sich noch nicht darüber aufgeregt? Abgesenkte Kanaldeckel sind ein Ärgernis. Mir kommt es so vor, als wenn der Landkreis Barnim besonders viele davon hat. In manch anderen Regionen beklagt man sich über überhöhte Kanaldeckel, die aber nicht minder problematisch sind.
Hier das Bild eines besonders unangenehmen Vertreters seiner Zunft, zu besichtigen und „auszuprobieren“ in der Altenhofer Straße (16227 Eberwalde) schräg gegenüber der Einmündung Erich-Steinfurth-Straße, wenn man in Richtung Lichterfelde fährt. Das ist quasi vor meiner Haustür.

Für mich als Auto- und Radfahrer ist es mehr als unangenehm, diese künstlichen Schlaglöcher zu überqueren. In Abhängigkeit vom Tiefenunterschied zwischen Asphaltdecke und Kanaldeckel “rummst“ es dann ganz schön. Ich zucke jedes Mal etwas zusammen. Am liebsten würde ich diese Dinger rechts oder links umfahren, doch dies ist aus Platzgründen und aus Gründen der Verkehrssicherheit häufig nicht möglich.

Das Überqueren dieser tiefliegenden Kanal- oder Gullydeckel mindert deutlich den Fahrkomfort und erteilt dem Fahrer einen mehr oder weniger heftigen Stoß ins Kreuz. Auch dem Fahrzeug setzen die ständigen Erschütterungen auf die Dauer zu. Folgeschäden beispielsweise an Radlagern und Stoßdämpfern sind dadurch definitiv früher zu verzeichnen. Zudem tragen sie in einem nicht unerheblichen Maße zur Lärmbelästigung bei.
Gefährlich sind abgesenkte Kanaldeckel vor allem für nichtmotorisierte und motorisierte Zweiradfahrer. Sie kommen ins Schleudern und können aus der Bahn geraten. Dies führt nicht selten zu bösen Stürzen.

Wie kann man derartige Probleme mit abgesenkten Kanaldeckeln in den Griff bekommen? Ich möchte vorausschicken, dass ich kein Fachmann für Straßenbau bin.
Vielleicht sollte bei der Sanierung von Fahrbahnoberflächen sorgsamer darauf geachtet werden, dass die Höhenunterschiede zwischen Asphaltdecke und Kanaldeckel nicht zu groß werden? Wie kann man Sorge dafür tragen, dass sich der Fahrbahnuntergrund nicht senkt? Ist es eine Frage der Qualitätssicherung beim Straßenbau, dabei insbesondere eine Frage nach der Ausführungsqualität der beauftragten Baufirma und damit eine Kostenfrage?

Angeblich soll es mittlerweile auch neuartige Kanaldeckel geben, die sich in irgendeiner Weise der Fahrbahnoberfläche besser anpassen. Dies wäre wahrscheinlich mit höheren Investitionen beim Straßenbau verbunden, jedoch würden dafür die Kosten nicht auf dem Rücken der Verkehrsteilnehmer ausgetragen werden. Meines Erachtens eine bessere Lösung.
Denn wer kommt für die durch abgesenkte Kanaldeckel verursachten Folgeschäden (Fahrzeuge, Gesundheit, Unfälle) auf, die in Deutschland wohl in die Milliarden Euro gehen? Bislang der Verkehrsteilnehmer, und das kann es ja wohl nicht sein!

Ich jedenfalls würde den zuständigen Behörden meine Schäden gern in Rechnung stellen.
Wenn dies die Automobilverbände (ADAC, ACE) konsequent bundesweit so handhaben würden, werden sich die Straßenbehörden die Augen reiben, wie teuer es Ihnen wird. Und möglicherweise werden sie dann rühriger, diese Missstände in kürzester Zeit zu beseitigen.

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Veröffentlicht von

Dr. Andreas Steiner, Diplom-Geograph und Waldökologe, lebt seit 1999 im Barnim. Als Fachgutachter ist er bei einem Projektträger des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie in Berlin beschäftigt, der innovative Forschungs- und Entwicklungsprojekte von klein- und mittelständischen Unternehmen im Bereich Technologie betreut. Seit mehr als 10 Jahren engagiert sich der Querdenker und -tuer ehrenamtlich in der Umwelt- und Sozialpolitik. Im Rahmen der Brandenburger Kommunalwahlen 2008 wurde er als Parteiloser für Bündnis 90/Die Grünen in die Eberswalder Stadtverordnetenversammlung gewählt. Ende 2011 musste er aufgrund eines Wohnsitzwechsels dieses Mandat niederlegen. Derzeit gehört er der Gemeindevertretung Schorfheide an und ist Vorsitzender der Fraktion Freie Wähler/Bürgergemeinschaft Kommunalabgaben (BKB). Steiner hat Mitgliedschaften der GRÜNEn LIGA Brandenburg und der NaturFreunde Oberbarnim-Oderland. Seine Hobbys sind Wandern, Radfahren, Schwimmen, Saunieren, Kochen – und natürlich der ehrenamtliche Journalismus, insbesondere wenn es um die Behandlung kritischer und brisanter Themen geht. Folgenden Leitspruch eines großen deutschen Gewerkschafters hat er sich zum Lebensmotto gemacht: „Nicht Ruhe, nicht Unterwürfigkeit gegenüber der Obrigkeit ist die erste Bürgerpflicht, sondern Kritik und ständige demokratische Wachsamkeit“ (Otto Brenner, 1968).

12 Kommentare » Schreiben Sie einen Kommentar

  1. So ist das, lieber Andreas. was immer man gerade vor der Haustür hat, das stinkt einem ganz besonders.
    Bei mir ist’s der Flughafen (wo heute wieder eine Motorsportveranstaltung mit ungedämpftem Motorengetöse stattfand), bei anderen die Müllverbrennung, bei noch wieder anderen diese oder jene Variante einer Umgehungsstraße.
    Nun muss ich sagen, dass mir für eine Klage über einen Kanaldeckel wirklich das Verständnis fehlt, angesichts der weitaus größeren Probleme um uns herum.
    Ein Kanaldeckel, und so viel Text???
    Oh weh, wohin geht das Barnim-Blog…

  2. Ein einziger Kanaldeckel, lieber Hartmut? Nein.

    Im Übrigen denke ich, dass es im Landkreis Barnim nicht nur um das Thema Flughafen geht, welches Dein Steckenpferd zu sein scheint.

    Denkst Du wirklich, dass Dein hier im Barnimblog eingestellter Beitrag „15 Jahre LA Kings“ eine größere Relevanz als das Thema „abgesenkte Kanaldeckel“ besitzt?

    Ich denke, im Barnimblog sollten alle Themen der Region Eingang finden. Wir sollten uns da nicht über Wichtigkeit und Unwichtigkeit streiten, oder?
    Die Themenrelevanz wird von den jeweiligen Autorinnen und Autoren des Barnimblogs eigenständig und unabhängig entschieden.

  3. @hartmut:
    Ich muss ehrlich zugeben das mein erster Reflex ähnlich war.Andererseits gibt es vermutlich jede Menge Dinge die mich stören, für Andrere aber ohne jede Relevanz sind. Damit kann ich leben.
    Als Leser ist es mir übrigens mindestens genauso wichtig gut unterhalten zu werden. Da muss das Thema nicht so wahnsinnig viel Gewicht haben.

    Straßenverkehrsthemen sind übrigens auf vielen Regionalblogs wahre „Renner“.
    Mir fällt da spontan eine Diskussion auf dem Brandenburg-Blog, zum schönen Thema „Todesfalle Liegerad“ ein.
    http://brandenburg-blog.de/10.08.2006/todesfalle-liegerad/
    Die zieht sich nun schon über 1 1/2 Jahre und verzeichnete bislang immerhin 77 Kommentare.

    Schöne Grüße

    Stefan

  4. Hallo,
    ein paarmal hat es ja hier schon den Ansatz zu einer Richtungsdiskussion gegeben. Soll der Barnim-Blog das Medienangebot der Region unterhalb des Blitz ergänzen, soll es sich vielleicht auf Umweltthemen konzentrieren, oder geht es allein um den Unterhaltungswert mit Stammtischfunktion. Die thematische Beliebigkeit mit einer Diskussion nach dem Motto, dein Problem interessiert mich nicht/ist Unsinn halte ich für unbefriedigend.
    Tipps zu Kneipen und Events wären ja auch schon begrüßenswert, die Beiträge sind aber so spärlich, dass man damit auch nichts anfangen kann.
    Gruß,
    Hartmut

  5. Andreas,
    das ist eine, deine, Sichtweise, aber – auch wenn es dich überrascht – nicht die einzige. Vielleicht kann man doch mal über Inhalte reden, oder nicht? Das mit dem Alles um den Barnim ist in der Region doch schon mehr als reichlich abgedeckt.
    hartmut

  6. @ hartmut: wenn ich es richtig verstanden habe ist ein blog nicht dazu da, die welt neu zu erfinden. natuerlich gibt es bereits jede menge themenangebote ueber den barnim in diversen medienformen… was das bar-blog aber keinesfalls ueberfluessig macht geschweige dann ueber oder unterhalb eines anderen positioniert. der gegenstand eines blogs ist aus meiner sicht doch gerade, dass ueber theman diskutiert werden kann die einzelne fuer so wichtig oder interessant erachten, dass sie lust haben einen beitrag darueber zu schreiben und zu veroeffentlichen…
    dadurch entsteht eine neue vor allem dezentrale form von journalismus, die sich im uebrigen nur dann entwickelt wenn die betraege auf das interesse der leser treffen und diskutiert werden.
    das dieses blog ausschliesslich bestimmten theman gewidmet werden sollte halte ich fuer quatsch… ich allerdings bin weder autor noch admin…aber karl-heinz erklaert das bei bedarf sicher auch gern nochmal.

  7. Lasst es einfach, wie es ist. Wenn jemand inhaltliche Probleme oder Sorgen vor Verflachung hat, kann er sich als Kommentator oder Autor betätigen. Dann wird man sehen, ob seine individuelle Sicht auf Interesse der Allgemeinheit trifft. @hartmut: Der „Blitz“ ist gar nicht so schlecht ;-) Die haben sogar schon mal einen bitterbösen Beitrag von mir über den neuen Pfarrerzaun in Schönow veröffentlicht, für den die damals noch selbständige Gemeindevertreterversammlung mal eben 8000 € spendierte. Großer Erfolg: Es hagelte nur so anonyme Briefe mit entsprechenden Beschimpfungen von den Freunden der Bürgermeisterin.Heute reagieren die selbstherrlichen Herrscher hier in Bernau ja noch nicht mal auf ganz harsche Kritik bzw. es wird nichts veröffentlicht, was am Glanze von Hubert H. oder der Kreisfürsten kratzen könnte. Auch das ist ein wichtiges Feld für den Barnim Blog.

  8. Hey, ich bin erstaunt. Mit den Kanaldeckeln ist das eine Wissenschaft für sich.
    Mr. Kalong, die elfte Plage der Menschheit :-)

    EDIT: defekter Link entfernt