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Kuba 2008

Che lebt…Wer Ende der sechziger, Anfang der siebziger Jahre in Westdeutschland studierte, fuhr in den Semesterferien mit dem VW-Bus ans Nordkap oder nach Marokko, manch einer gar bis Indien (man reiste damals noch einigermaßen unbehelligt auf dem Landweg durch Jugoslawien und Afghanistan). In fast jeder Studentenbude hingen Poster von Che Guevara; man schwärmte auf eine naive Weise für Ho Chi Minh und Mao und forderte „Amis raus aus Vietnam“. All dies wohl aus dem Bedürfnis heraus, zwischen uns und der Generation unserer Nazi-Eltern eine größtmögliche politische und geografische Distanz zu schaffen.

Aus dieser Zeit blieb uns bis heute die Neugier gegenüber den sozialistischen Paradiesen, die ihre Ideale noch nicht gegen harte Taler an den Klassenfeind verhökert, zwecks Machterhalt einem hemmungslosen frühkapitalistisch geprägten Kommerz geopfert haben (China) oder deren ins Hässliche verzerrte Karikatur nur durch Terror und gnadenlose Unterdrückung der Bevölkerung aufrecht zu erhalten in der Lage sind (Nordkorea).

Für diejenigen, die die touristische Massenabfertigung in den All-Inclusive Resorts als Gräuel empfinden, existiert seit kurzem die Möglichkeit, Kuba individuell per Mietwagen* zu bereisen, in Kubanern zugänglichen Hotels und sogar Privatunterkünften zu wohnen und auf diese Weise mit den Menschen dieses schönen und interessanten Landes auf vielfältige Weise in Kontakt zu kommen.

Wir – meine Frau und ich – haben diese Möglichkeit genutzt und sind gerade von einer zweiwöchigen Reise nach Havanna und durch den Osten des Landes zurückgekehrt. Weit davon entfernt, nach dieser kurzen Reise eine Einschätzung der Situation in Kuba abgeben zu wollen (bzw. zu können), sind uns Eindrücke in Erinnerung geblieben, die wir mit diesem Beitrag gern an eventuell interessierte LeserInnen des Barnim-Blogs weitergeben.

Vorab einige der Dinge, die uns spontan auffielen:

– Kuba ist unglaublich sauber. Nur in den Städten und Dörfern Asiens wird noch mehr geputzt und gewischt. Selbst (das europäische!) Spanien ist dagegen eine einzige Ferkelei (wer das nicht glaubt, sollte einmal Esskneipen im Landesinneren oder eine Fiesta in einer spanischen Kleinstadt mit 5000 Einwohnern und 10000 auswärtigen Besuchern erlebt haben, in der nicht mal zu diesem Anlass auch nur eine einzige öffentliche Toilette eingerichtet wurde).

– Die meisten Kubaner, die wir kennen gelernt haben, sind offen, selbstbewusst, gebildet und gastfreundlich, und die meisten von ihnen wirken trotz der bekannten und offenkundigen Defizite von ihrem System überzeugt.

– Tiere, außer Haustieren, scheinen nicht zu existieren. Weder gibt es (wie in Kolumbien) Jaguare oder Tapire in den Urwäldern, noch muss man mit Schlangen rechnen. Keine Leguane (wie in Costa Rica) kreuzen den Weg, noch schreckt einen vermeintliches Löwengebrüll aus dem Morgenschlummer (das z.B. in Costa Rica von den harmlosen Brüllaffen im Baum nebenan stammt). Keine Ketten von Pelikanen schweben abends im Gleitflug die Küste entlang (z.B. Kolumbien, Florida). Tukane oder Aras (Costa Rica, Guatemala) sucht man vergebens. Selbst eine fette Kakerlake haben wir nur ein einziges Mal gesehen, die jedoch schon halbtot war! Wo sind nur all die Tiere in Kuba?

– Eine Presse, etwa in Form von Zeitungen und Zeitschriften, ist nicht wahrnehmbar. Nirgends, nicht einmal in den Hotels, gibt es Zeitungsstände oder -Kioske. Allein die Granma**, die offizielle Parteizeitung Kubas, im Format und Erscheinungsbild bestenfalls den Berliner Obdachlosenzeitungen vergleichbar, wird – mit ähnlichem Erfolg – von alten Männern in den Städten Kubas zum Verkauf angeboten. Einheimische ignorieren sie, aber wenigstens nimmt ihnen hier und da ein Tourist eine Granma ab, als Kuriosum und Souvenir für daheim. Oder zum Einwickeln eines der kitschigen Souvenirs, die in den touristisch aktiveren Teilen der Hauptstadt angeboten werden…

– Im Gegensatz zu den anderen lateinamerikanischen Ländern, die ich kenne, sieht man in Kuba keine offenkundigen Anzeichen von Armut. (Ebensowenig die anderswo üblichen und penetrant zur Schau gestellten Anzeichen extremen Reichtums). Slums, die man in keinem anderen lateinamerikanischen Land übersehen kann, haben wir in Kuba nicht gefunden. In der Hauptstadt Havanna wühlen nicht mehr Menschen in Abfallbehältern nach Essbarem als in Berlin.

– Obst, sonst in lateinamerikanischen Ländern an jeder Straßenecke und auf den von tropischer Pracht überquellenden Bauernmärkten reichlich dargeboten, scheint in Kuba Mangelware zu sein. Ananas gibt es hier und da in den Hotels, stets unreif und sauer. Grapefruits und Orangen existieren in einer Qualität, die nur leidensbereite Vitaminsüchtige zum Verzehr verführt. Papaya und Mango sieht man praktisch nirgends. Allein in Havanna fanden wir in einigen dunklen Gebäuden Andeutungen von Obst und Gemüseständen, an denen sogar ein paar Tomaten angeboten werden. Und jede Menge Kohl. (Kohl? In den Tropen??)

Gleich am ersten Abend in Havanna eine Überraschung: Auf einem der großen Plätze in der Altstadt, der Plaza de Armas, spielt ein großes Orchester (ca. 100 Blas- und Rhythmusinstrumente) klassische europäische und kubanische Musik. Ein kanadisches Jugendorchester, auf Tournee in Kuba, gesellt sich später zu den kubanischen Musikern und spielt einige Stücke gemeinsam mit diesen. Am Publikum erkennt man die ersten Anzeichen eines beginnenden Individualtourismus. Hauptsächlich Kanadier und Westeuropäer genießen die an Kulturdenkmälern reiche und zumindest nicht vom Kommerz verunstaltete Stadt Hauptstadt. Amerikaner gibt es in Kuba praktisch nicht, denn zu deren Seelenheil hat ihnen ihr demokratisches Musterland in seiner Fürsorge eine Reisebeschränkung für Kuba auferlegt (Stichwort: Embargo).

Zwei Tage später treffen wir schon wieder auf ein Großaufgebot an Musikern. Gleich neun Orchester treffen sich auf der zentralen Plaza in Bayamo, einer Kleinstadt südwestlich von Holguín im Osten der Insel. Das müssen mindestens 400 Musiker und Musikerinnen sein, die da mit ihren Instrumenten und in festlicher Kleidung im Halbrund auf der zentralen Plaza sitzen und nach Einbruch der Dunkelheit gemeinsam spielen werden. Endlich um 21 Uhr der Beginn. Die Ansagerin stellt in einer langen, politisch sehr korrekten Rede die Orchester vor: 9 der insgesamt 17 Orchester aus der Provinz Granma sind hier anwesend! Ach so: es ist gar nicht unbedingt die natürliche Begeisterung der Kubaner für Blasorchester und klassische Musik, sondern ein Beschluss der Partei aus dem Jahre 2002: jeder Bezirk in Kuba hat ab sofort ein Blasorchester! Das nimmt meiner Freude über soviel Kultur doch etwas den Wind aus den Segeln.

Umso begeisterter trägt die Ansagerin vor, dass Kuba als einziges Land der Welt Gefangenenorchester öffentlich auftreten lasse, als überaus erfolgreiche Maßnahme der Resozialisierung und zur Illustration der humanitären Einstellung der kubanischen Regierung. Das also sind die ca. 60 Herren mit dem kurzen Haarschnitt da hinten rechts! Auch diese spielen dann ganz ordentlich, wenn auch ein bisschen schräg, als in endlos scheinender Reihenfolge erst das eine, dann das andere Orchester seinen Auftritt hat.

Das mit den Gefangenen muss ich mir natürlich anschauen, als schließlich gegen Mitternacht die Veranstaltung endet. Vielleicht haut ja mal einer ab? Das dürfte angesichts der Dunkelheit und der zivilen Kleidung eigentlich kein Problem sein. Ich mische mich unter das Volk, das den Abmarsch der Gefangenen beobachtet. In einem herrlichen, entspannten Durcheinander versuchen ein paar junge, unbewaffnete Soldaten so etwas wie eine Gasse freizuhalten, was ihnen nicht besonders gut gelingt. Ihre Obersten eilen geschäftig hin und her, und bald sitzen die speziellen Gäste in zwei schrottreifen Kleinbussen, durch deren offene Fenster sie noch eine Weile mit Freunden und Bekannten palavern, bevor sie sich schließlich mit den knatternden Vehikeln in einer monströsen Abgaswolke entfernen. Alles geht ganz friedlich zu. Dem fremden Beobachter bleibt jegliche dramatische Szene erspart. Dafür gesellt sich ihm ein Herr mittleren Alters zu, der mich als ausländischen Besucher erkennt und mir die humanitäre Einstellung der Partei bzw. der Regierung noch einmal erklärt. Tico, mein neuer kubanischer Freund, kann sich vor Begeisterung kaum halten. „Das gibt es nirgendwo sonst auf der Welt“, sagt Tico. „Wir glauben, dass so die Gefangenen viel besser auf den rechten Weg zurückfinden als in den Ländern wo sie immer nur eingesperrt bleiben“. Tico und ich haben zu diesem Zeitpunkt schon einige Bier intus und unterhalten uns freundschaftlich noch eine ganze Weile lang. Ich widerspreche ihm nicht, denn warum sollte ich ihm seinen Job unnötig schwer machen? Noch während wir miteinander reden, ist die Plaza schon wieder abgeräumt und gefegt, sind die 1000 oder mehr Stühle zum Abtransport gestapelt. Früh um 6 wachen wir im Hotel an der Plaza auf: Eine Crew von mindestens 12 Stadtreinigern gießt einen nicht endenden Schwall von Wasser über die Plaza, wischt und schrubbt das Pflaster, leert die Mülleimer, wässert die Pflanzen und säubert gleich auch noch alle Straßen um die Plaza herum. Alles natürlich begleitet von herzhaftem Geklappere mit Blechgerät und einer dieses noch an Lautstärke übertreffenden Konversation. Als wir gegen 9 Uhr abfahrbereit sind, ist auch die Reinigungscrew mit ihrer Arbeit fertig; Stadt und Plaza glänzen erneut vor Sauberkeit.

Mit Ausnahme einiger Streckenabschnitte sind die Fernstraßen in sehr gutem Zustand. Und leer. Außer uns fahren noch vereinzelt einige alte LKW, die von den Menschen Kubas als Transportmittel genutzt werden. Man sieht in der Tat noch die vielen Oldtimer aus einer wirtschaftlich besseren Zeit, die von ihren technisch kreativen Besitzern auch nach 60 Jahren Betriebsdauer in fahrbereitem Zustand gehalten werden. Dies sind die einzigen Autos in Privatbesitz, die frei verkauft werden dürfen. Auf dem Markt bringen sie noch 3000 – 4000 Euro. Eduardo, ein junger Kubaner, den wir am Straßenrand aufgabeln, erklärt uns die Farben der Nummernschilder: Gelb, das sind die privaten Autos, meist eben die genannten Oldtimer. Die – deutlich neueren – Taxis oder Transporter mit den blauen Kennzeichen gehören staatlichen Unternehmen. Und Rot, das sind wir: ausländische Touristen mit Mietwagen. Mit gelben (privaten) Kennzeichen fahren auch ein paar Lada, die etwas neuer aussehen. Diese, so erklärt Eduardo, wurden einst verdienten Arbeitern zugewiesen. Man darf sie verkaufen, und der neue Besitzer darf damit fahren, soviel er will. Der Besitztitel (Kfz.-Brief) jedoch verbleibt auf immer beim Ur-Besitzer!

Wir verstehen allmählich, warum in den Städten so viele Menschen in Trauben an Unterständen warten, zu Fuß unterwegs sind, sich in Fahrradrikschas mitnehmen lassen oder in privaten (Oldtimer- oder Jeep-) Taxis mitfahren. Auf dem Land entfällt die Möglichkeit, weite Strecken zu Fuß zu gehen, nicht zuletzt wegen der auch im März heißen Tropensonne. Hier sieht man dafür Menschen zu Pferd, auf Ochsenkarren und den eben schon genannten LKWs.

Später berichtet uns Emilia, eine andere Mitfahrerin: „Ich bin unterwegs zur Abendschule. Die ist etwa zwölf Kilometer von meinem Dorf entfernt. Manchmal, zum Beispiel wenn wir eine Prüfung haben, stehe ich schon 4 Stunden vorher an der Landstraße, damit ich auf jeden Fall pünktlich komme. Meist warte ich zwei oder drei Stunden, bis mich jemand mitnimmt.“

Wir wurden gewarnt, dass wir keine Mitfahrer mitnehmen sollen. Es habe schon einige Überfälle auf Touristen gegeben. Wir trauen unserem Gefühl und nehmen vorwiegend Familien, einzelne Frauen oder Frauen mit Kindern mit. Wegen des roten Kennzeichens geben uns nur wenige der Wartenden Handzeichen, dass sie mitgenommen werden möchten. Wir halten trotzdem wann immer möglich.

Es ergeben sich hierdurch interessante Kontakte mit den Menschen Kubas, die sich trotz aller Probleme nicht unterkriegen lassen. Die Menschen sprechen nüchtern über die Probleme des Landes. Sie machen dabei nicht den Eindruck, dass sie uns nach dem Mund reden, und scheinen trotz allem auf ihr System ein wenig stolz zu sein.

Hierzu haben sie einigen Grund. Yolanda ist eindeutig schwanger. Ihr Mann, Eduardo, erklärt, dass sie auf dem Weg in die nächste Stadt sind, wo Yolanda bis zum in ca. drei Wochen erwarteten Geburtstermin in ein Mütterhaus (Casa Materna) einziehen wird. Hier, in der Nähe einer Geburtsklinik, wird sie vor und nach der Geburt betreut, sodass alle Eventualitäten im Zusammenhang mit der Geburt ihres Kindes weitgehend ausgeschlossen sind. Kein Land Lateinamerikas hat eine niedrigere Säuglingssterblichkeit als Kuba. Diese (staatliche) Leistung ist selbstverständlich kostenlos. In Havanna, wo das Transportproblem nicht so gravierend ist, findet sich mitten in der schön restaurierten Altstadt eine Casa Materna, deren Bewohnerinnen sich dort nur im Fall einer Risikoschwangerschaft aufhalten. Die Orientierungstafel im Eingangsbereich ist lang und weist neben einer Cafeteria und Bibliothek sogar einen Schönheitssalon auf.

Ein großer Teil der staatlichen Finanzen geht in das Bildungssystem. Kuba hat mit bald 100% die höchste Alphabetisierungsquote in Lateinamerika und liegt damit noch deutlich vor Deutschland und, erst recht, den USA.

Doch es gibt auch Fahrgäste, die sich emotionaler über Unzulänglichkeiten des kubanischen Systems aussprechen. Francisco wartet mit Frau und Kind schon seit zweieinhalb Stunden im Schatten eines Baumes am Straßenrand, als wir die drei zu uns einsteigen lassen. Während der nächsten halben Stunde, die wir bis zur Ankunft in der Kleinstadt benötigen, redet Francisco ohne Pause. „Die Regierung verspricht uns seit Jahren einen Bus, aber nichts passiert. Ich habe Medizin studiert und könnte eigentlich als Arzt arbeiten. Da es aber viel mehr ausgebildete Ärzte gibt als man in Kuba benötigt, habe ich keine berufliche Perspektive. Jetzt studiere ich Theologie.“

Zur Knappheit in vielen Dingen, die nicht nur den Transport der Menschen betreffen, befragt, sagt Francisco: „In Kuba kannst du mit Bestechung alles haben. Die Regierung hält uns künstlich knapp, denn sonst bräuchte man keine Bestechung mehr. Dann hätten alle die ein Problem, die von der Bestechung profitieren. Das können die natürlich nicht zulassen, also hält man die Mangelsituation, solange es geht, künstlich aufrecht.“ Als ich ihn nach seiner Meinung zur Zukunft Kubas nach Castro frage, meint Francisco: „Gib den Kubanern Zugang zu Konsumgütern, und in 15 Minuten haben sie ihre Revolution vergessen.“ Das würde der Máximo Lider aber wohl gar nicht gern hören. Deshalb haben wir die wirklichen Namen von Francisco und seiner Frau auch ganz schnell wieder vergessen.

Vieles gäbe es noch über die kurze Zeit zu erzählen, die wir mit den Menschen in Kuba verbringen durften. Wir könnten von den Stunden erzählen, während derer wir in Musikhäusern (Casa de la Trova) kubanischer Musik gelauscht haben. Wir könnten von dem Gerichtssaal in Baracoa (Provinz Guantánamo) berichten, dessen große Türen zur Straße hin für alle Besucher (wie auch für Straßenlärm und Autoabgase) offen standen. Wir könnten von einer herrlichen Wanderung durch den Küstenurwald des Humboldt-Nationalparks erzählen. Wir könnten von einer westlich gegelten und gestylten Jugend berichten, die statt traditioneller kubanischer Musik lieber (kubanischem) Hip-Hop lauscht und deren zukünftige Unterstützung der kubanischen Revolution wohl eher zweifelhaft erscheint.

Um die Geduld der Leser nicht zu überstrapazieren, wollen wir es hierbei belassen, nicht ohne abschließend noch einmal zum Ausdruck zu bringen, wie wohl wir uns als Gäste dieser warmherzigen und offenen Menschen und dieses tropischen Landes trotz aller seiner Probleme und Defizite gefühlt haben.

Ach ja, irgendwie tut es auch mal gut, sich wenigstens einmal in einem Land aufzuhalten, das seine eigene Identität und Kultur noch nicht zugunsten von McDonald’s & Co. aufgegeben hat. Möge es seinen eigenen Weg zum Glück finden, hoffentlich dann ohne Einschränkung der Meinungs- und Reisefreiheit und mit etwas weniger wirtschaftlicher Not. Mögen ihm aber die IKEAS, Lidls und Aldis sowie die Massenverblödung durch Bildzeitung und kommerzielles TV noch eine lange Zeit erspart bleiben!

* Oder wahlweise per Bus, Eisenbahn, zu Fuß oder per Fahrrad. Wir sind wirklich einigen europäischen Radlern begegnet. Dazu muss man wegen der großen Entfernungen, und angesichts des Klimas sowie der schlechten Versorgung unterwegs allerdings schon ziemlich leidensbereit sein

** „Granma“ (Großmutter) war der Name des Bootes, mit dem Fidel Castro 1956 von Mexiko aus die Revolution einleitete. Deshalb wiederholt sich dieser Begriff überall in Kuba.

Der Autor lebte und arbeitete 14 Jahre in Kolumbien und den USA und ist beruflich viel in Nord- und Lateinamerika sowie Asien unterwegs.

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9 Kommentare » Schreiben Sie einen Kommentar

  1. Hallo Hartmut,

    vielen Dank für diesen superinformativen Reisebericht.

    Gruß

    Stefan

  2. Pingback: Meine Lieblings-Beiträge auf dem Barnim-Blog

  3. Nunja, wenn man sich den Blog von Yoani Sánchez durchliest

    oder sich die Berichte und Bilder von

    oder sich die Diashows von

    anschaut, dann erscheint Ihr Bericht reichlich schön gefärbt, oder wie erklären Sie sich diese starken Differenzen?

    Im Bildungssystem müssen bis zu 50% Nothilfelehrer arbeiten,weil keiner mehr den Job für den geringen Durchschnittslohn von umgerechnet 13,40 € machen möchte. Das bedeutet, dass dort 17-19 Jahre alte Kinder als Lehrer fungieren, die selber kaum ne Ahnung haben (Quelle: Generation Y).

    Mir ist Konsum und Kapitalismus um Welten lieber als ein Leben, in der vielen MEnschen ihr Leben lang noch nie den Strahl einer Dusche gespürt haben, in der man nur als Kranker oder Schwangere Rindfleisch bekommt oder überhaupt 13 Euro im Monat verdient und sich ohne Verwandte im Ausland kaum über Wasser halten kann.

  4. @Wolf
    …Tja, das kommt immer wieder vor, das Diktaturen durch rosarote Brillen gesehen werden.

    Ein Land das seine Menschen in Unfreiheit lässt, taugt nichts. Freiheit ist der einzige Wert, der zählt. Alles andere baut drauf auf. Meine Meinung.

  5. @Wolf: Bitte geben Sie künftig eine korrekte E-Mail-Adresse an, da wir Kommentare von Arnold Schwarzenegger, Freddy Mercury und Micky Mouse üblicherweise löschen.

  6. Matthias und Wolf,

    ich lebe ja hier in einem Teil unseres Landes, in der eine ganze Menge Leute ihre letzen ein oder zwei Diktaturen mit einer rosaroten Brille sehen. Insofern wäre meine rosarote Sicht der Dinge in Kuba ja nichts Ungewöhnliches. Nur – was an meinem Bericht seht ihr als rosarot an?
    Soll ich nicht schreiben dürfen, was ich im Gespräch mit Kubanern beobachtet habe: dass sie außerordentlich gebildet sind, weniger Analphabeten haben als wir aber eine vorbildliche medizinische Versorgung?
    Ich denke nicht, dass ich Unfreiheit irgendwo in meinem Artikel gepriesen hätte.
    Im November war ich noch einmal dort, mit einer Gruppe Studenten. Wir haben mit legalen und illegalen Straßenhändlern und Stadtteilkünstlern gearbeitet und haben auch bei den ärmsten Menschen dort immer wieder den Zwiespalt erlebt: Ja, man möchte reisen können. Und nein, man möchte kein anderes System. Nur ein bisschen mehr Freiheit. Das kriegen die ja jetzt auch. Es gab weniger Gejammere als hierzulande und meist ein bisschen Stolz auf die Errungenschaften. Fahrt mal in andere Lädner Lateinamerikas, nur mal so zum Vergleich.

    Bei einem Vortrag eines kubanischen Lehrers in Berlin wurde dieser gefragt, wieso die Infrastruktur in Kuba denn noch so desolat aussehe. Der Kubaner antwortete, man habe eben andere Prioritäten dort als wir hier, und wieso denn in einem so reichen Land wie dem unseren laut Armutsreport jeder Vierte von Armut bedroht sei.

    Beste Grüße,
    Hartmut Ginnow-Merkert

  7. @Hartmut Ginnow-Merkert

    Sie dürfen alles schreiben was sie wollen. Diese Freiheit haben wir hier. Gibt es die auch in Kuba?

    In Kuba gibt es sicherlich viele Menschen die zufrieden sind, das glaube ich Ihnen ja gern. Aber um welchen Preis? Ich kenne Gewerkschafter in Kuba die sitzen seit Jahren im Gefängnis, weil sie FREIE Gewerkschaften wollen.

    Sie schreiben in ihrem Artikel „“Gib den Kubanern Zugang zu Konsumgütern, und in 15 Minuten haben sie ihre Revolution vergessen.” Das würde der Máximo Lider aber wohl gar nicht gern hören. Deshalb haben wir die wirklichen Namen von Francisco und seiner Frau auch ganz schnell wieder vergessen.“

    Sehen Sie, wenn Sie die Namen der Menschen nennen würden, wäre es wahrscheinlich, dass sie im Gefängnis landen. Und das für den Preis des Lesen lernens oder der medizinischen Versorgung. NEIN! Denn so beugen Sie sich einer Diktatur.

    Es gibt AN Diktaturen NICHTS Gutes, rein gar NICHTS. Weder unter Stalin noch unter Hitler, nicht unter irgendwelchen kommunistischen Führern der jüngsten Geschichte, von Castro bis Honecker.

    Was es IN Diktaturen gibt, ist perönliche Freude in der Familie oder Freundeskreis.

  8. Oh Mann…
    Ich freue mich über jede Belehrung. Sie können es scheint’s noch immer nicht akzeptieren, dass ich nirgendwo im Artikel eine Diktatur gepriesen habe. Was für eine Brille tragen Sie da bloß? Im übrigen ist es auch in den deutschen Medien üblich, die Namen von Personen zu anonymisieren. Sind wir deswegen auch eine Diktatur? Klar, dass unser guter Francisco* dort Repressalien zu fürchten hätte!
    Und das mit der Freiheit… Haben Sie sich schon mal mit den Aussagen der Piratenpartei beschäftigt?

    *Name geändert

  9. @Hartmut Ginnow-Merkert: Herr W.hat nur seine schwarze Brille und sieht vor allem hinter jeder Ecke den bitterbösen Kommunisten mit dem obligatorischen Messer im blutbefleckten Maul. Herr W. ist für mich ein rechter Troll. Man muss nicht mit ihm diskutieren, es bringt nichts.