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Zur Abschussfreigabe für Nebelkrähen und Elstern in Brandenburg

NebelkräheNicht selten ist es für mich unverständlich, auf welchen sachlichen Grundlagen der Umweltausschuss des Brandenburger Landtages Beschlüsse fasst. So hat das Fachgremium nun grünes Licht für den Abschuss von Nebelkrähen und Elstern erteilt. Diese Rabenvögel würden sich, weil sie angeblich keine natürlichen Feinde haben, zu stark vermehren und seltene Singvögel und Niederwild dezimieren. Besser wäre es gewesen, wenn sich die Ausschussmitglieder den klugen Rat von Ornithologen eingeholt hätten. Auf diese Weise hätte man sich derartige Peinlichkeiten an Unkenntnis erspart.

Tatsache ist: In Brandenburg existieren keine Nachweise für eine dramatische Zunahme dieser Rabenvogelpopulationen. Falsch ist auch, wenn behauptet wird, dass Nebelkrähen und Elstern keine natürlichen Feinde hätten, denn Greifvögel wie der Habicht zählen dazu. Ein Märchen ist es ebenfalls, dass Nebelkrähen für den Rückgang des Niederwilds verantwortlich sind.

Richtig ist vielmehr, dass dem Feldhasen und dem Rebhuhn durch die Intensivierung der Landwirtschaft und dem Roden von Hecken und Feldgehölzen Schutz und Lebensräume zunehmend genommen werden. Der Mensch könnte hierbei durch die Schaffung einer strukturreichen Landschaft auf behutsame Weise regulativ ansetzen und damit gleichzeitig noch andere Nutzwirkungen erzielen.

Eine Abschussfreigabe ist also nach neueren wissenschaftlichen Erkenntnissen biologisch unsinnig und würde die Bestandssituation von Singvögeln und jagdbaren Niederwildarten nicht verbessern, sondern die Landschaft zusätzlich mit Blei belasten. Zudem würde man das Töten von Eulen und Falken in Kauf nehmen, welche die Nester von Elstern und Krähen häufig nachnutzen.

Nebelkrähen und Elstern sind vielseitige Allesfresser und Nahrungsopportunisten. Als Fressfeinde schöpfen sie in der Regel nur die produzierten Überschüsse des Nachwuchses dominanter Singvogelarten ab. Dementsprechend greifen sie auf solche Nahrung zurück, die häufig vorhanden ist und leicht erschlossen werden kann. Sie übernehmen vielfältige und wichtige Funktionen im Ökosystem und halten nicht zuletzt als Aasfresser bzw. als „Müllwerker des Tierreiches“ die „Landschaft sauber“.

Abschusserteilungen von Rabenvögeln müssten wie bisher auf Sonderfälle beschränkt bleiben. Ansonsten sollte der Mensch der Natur, die immer bestrebt sein wird, von sich heraus ins Gleichgewicht zu gelangen, nicht zu sehr ins Handwerk pfuschen.

Vor dem Hintergrund der Entscheidung des Umweltausschusses muss ich mich wirklich fragen:
Ist die Abschussfreigabe für Nebelkrähen und Elstern in Brandenburg nicht nur ein Geschenk an den einflussreichen Landesjagdverband, sondern gleichzeitig ein Zugeständnis der SPD-Landtagsfraktion an die CDU? Will man nun auf diese Weise den Koalitionsfrieden wiederherstellen, der mit dem jüngsten Vorstoß der SPD in Sachen Sozialticket etwas angekratzt ist?

Foto: www.pixelio.de

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Veröffentlicht von

Dr. Andreas Steiner, Diplom-Geograph und Waldökologe, lebt seit 1999 im Barnim. Als Fachgutachter ist er bei einem Projektträger des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie in Berlin beschäftigt, der innovative Forschungs- und Entwicklungsprojekte von klein- und mittelständischen Unternehmen im Bereich Technologie betreut. Seit mehr als 10 Jahren engagiert sich der Querdenker und -tuer ehrenamtlich in der Umwelt- und Sozialpolitik. Im Rahmen der Brandenburger Kommunalwahlen 2008 wurde er als Parteiloser für Bündnis 90/Die Grünen in die Eberswalder Stadtverordnetenversammlung gewählt. Ende 2011 musste er aufgrund eines Wohnsitzwechsels dieses Mandat niederlegen. Derzeit gehört er der Gemeindevertretung Schorfheide an und ist Vorsitzender der Fraktion Freie Wähler/Bürgergemeinschaft Kommunalabgaben (BKB). Steiner hat Mitgliedschaften der GRÜNEn LIGA Brandenburg und der NaturFreunde Oberbarnim-Oderland. Seine Hobbys sind Wandern, Radfahren, Schwimmen, Saunieren, Kochen – und natürlich der ehrenamtliche Journalismus, insbesondere wenn es um die Behandlung kritischer und brisanter Themen geht. Folgenden Leitspruch eines großen deutschen Gewerkschafters hat er sich zum Lebensmotto gemacht: „Nicht Ruhe, nicht Unterwürfigkeit gegenüber der Obrigkeit ist die erste Bürgerpflicht, sondern Kritik und ständige demokratische Wachsamkeit“ (Otto Brenner, 1968).

37 Kommentare » Schreiben Sie einen Kommentar

  1. @ Andreas:
    du vergisst dabei eines:
    Minister Dellmann hat kürzlich seinen Jagdschein gemacht (wenn auch erst im 3. Versuch)
    Da brauch an schon ordentlich was vor die Flinte.
    Und wen an die Gesetze quasi unbedrängt selbst bestimmen kann…

    Gruß

    Szefan

  2. ich berichtige mich .Es war natürlich Minister Woidke der den Jagdschein hat (man soll halt so spät nicht kommentieren). Ob Dellmann auch auf der Jagd ist, ..keine Ahnung.

  3. …zunächst sei dahin gestellt, ob die Natur es heute schafft sich allein immer wieder ins Gleichgewicht zurück zubringen. Es sei denn, man zählt dazu Tierseuchen, die einen nicht zu unterschätzende Gefahr für Haustiere und letzlich auch dem Menschen darstellen. Wenn man von einer relativen selbständigen Regulierung sprechen wollte, so käme dies vieleicht nur noch in den Kernzonen der Biosphäre vor. Es ist nun mal so, das wir im laufe der Zeit hier eine „Kulturlandschaft“ geschaffen haben, ob es einigen schmeckt oder auch nicht. Richtig ist, das Regulatoren wie Beutegreifer nicht mehr in der Masse zur Verfügung stehen wie vor 100 Jahren. Richtig ist das auch Nebelkrähen und Elstern ihren Platz und ihre Aufgabe in der Natur haben. Aber in dem Augenblick, wo keine Regulation in der Natur mehr vorhanden sind, kann nur noch der Jäger mit seinen Mitteln eingreifen.
    Beispiele wo es zu große Kontroversen kam gibt es viele, denkt man an die Kormoran- Problematik, wie aber Höckerschwan und Kolkrabe. Auch der Biber nimmt zunehmend auf die Kulturlandschaft einfluss, welche beobachtet werden muß. Sicher ist, das nicht immer der Abschuß das Heilmittel ist.

    Wenn man versucht diese Problematik in die politische Linie zurücken, sollte man beachten, das die Rabenvögel bis zu Wende in der DDR reguläre Jagd- und Schonzeiten hatten. Ist das dann doch eher ein Versuch der SPD an die Link anzubendeln ???

  4. @Thomas W. aus B.
    Ziel meines Artikel war es, den Sinn – oder besser gesagt den Unsinn – eines solches politischen Vorstoßes zu beleuchten. Zumal Abschüsse von Nebelkrähen und Elstern als regulative Maßnahmen in Bezug auf Populationsanstiege des Niederwildes nachweislich zu keinem Erfolg führen (außer, dass es ein paar verbleite tote Vögel mehr gibt).
    Ausnahmegenehmigungen in Brandenburg kann es ja weiterhin geben.

    Diesen Satz von Dir verstehe ich aber nicht: „Richtig ist, dass Regulatoren wie Beutegreifer nicht mehr in der Masse zur Verfügung stehen wie vor 100 Jahren.“
    Wenn es übermäßig viel Beutetiere gibt, dann wird auch zeitverzögert die Zahl der Prädatoren ansteigen. Das ist ein einfaches biologisches Gesetz. Dass sich die Art an Beutegreifern ändern kann, ist davon selbstverständlich unbenommen. Auch hier gibt es, wie immer, wenige Ausnahmen. Beispielsweise der nordamerikanische Ochsenfrosch in den Altarmen des Rheines, der keine Feinde hat, weil er so übel schmeckt. Um die heimischen Amphibien vor diesem zu schützen, muss der Mensch allerdings eingreifen.

    Eines wäre noch zu überprüfen: Ich bin mir nicht sicher, ob eine solche Abschusserteilung für Rabenvögel mit EU-Gesetzen konform ist.

  5. Jäger bezahlen, um Tiere erlegen zu können und sind somit natürlich Natur-nutzer. Für Jäger steht die jagdlich verwertbare Beute wie Schalenwild und Niederwild an erster Stelle. Sog. Raubwild wie Fuchs, Marder, Rabenkrähe und andere sind Beutekonkurrenten und müssen kurz gehalten werden, sollen sie den Beuteerfolg des Jägers nicht gefährden. Derzeit ist in Deutschland diese Jagdform legal. Es werden Beutegreifer getötet, um höhere Niederwildstrecken zu erzielen. Mit Artenschutz und mit Naturschutz hat diese Form der Jagd aber nichts zu tun. Angeblich geschütztes Niederwild und Bodenbrüter werden also selbst ein Opfer der Jagd. Dieses wird natürlich kein Vertreter der Jägerschaft jemals offen zugeben. Wo hier der Naturschutzgedanke und das positive Image der Jäger vertreten werden kann, ist mir ein Rätsel.

    Die vorgeschobenen Schäden in der Landwirtschaft spielen dabei in der Regel keine große Rolle. In vielen Informationsquellen der Jägerschaften wird auch offen damit geworben, die Bauern anzusprechen, damit sie Anträge stellen, die Schonzeiten aufzuheben. Das Zusammenspiel zwischen den Jägern und der Bauern klappt – die guten Beziehungen zu den Ämtern sind bei diesem Mords-geschäft sehr hilfreich.

    Wenn das o weiter geht und niemand diese Jäger stoppt, sehe ich schwarz für viele Tierarten. Ein artgerechtes Leben ist für diese Tiere dann nicht mehr möglich bei dem dauernden Kriegszustand für diese Arten. Sollte die Jagd auf Rabenvögel jetzt auch in Brandenburg frei gegeben werden sehe ich schwarz für die Raben – im wahrsten Sinne des Wortes.

    Das Tierschutzgesetz verbietet es, einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zuzufügen. Die Jäger rechtfertigen ihr blutiges Treiben offiziell mit einer angeblichen ökologischen Notwendigkeit. Wenn es den Jägern mit dem ökologischen Auftrag wirklich Ernst wäre,, dann sollten sie die Finger von ihrem Mordshobby lassen. Die in Brandenburg beabsichtigte Ermordung von Rabenvögeln ist wieder ein Beispiel für den von Jägern angezettelten Irrsinn im Umgang mit der Natur. Nicht die Rabenvögel dezimieren die Bodenbrüter sondern eine mit Mist und Gülle betriebene extensive Landwirtschaft. Die Tötung der Rabenvögel ist ein grausames Ablenkungsmanöver. Nicht durch den gemeinen Mord an unschuldigen Tieren können von Menschen verursachte Probleme gelöst werden. Die Menschen müssen ihren Umgang mit der Natur ändern – nicht die Tiere.

    Rabenvögel gehören zu den Singvögeln! Sie sind schöne, außerordentlich lernfähige Vögel, die eine hohe Anpassungsfähigkeit besitzen und nur deshalb nicht auch längst auf der Liste jener stehen, die vom Aussterben bedroht sind.

    In einer unverschämten Dreistigkeit werden Rabenvögel zu jagdbaren Tieren erklärt, als ob es kein EU-Recht und keine EG-Vogelschutzrichtlinie gibt, nach der auch die Rabenvögel besonderen Schutz erfahren sollen. Rabenvögel sind zweifelsfrei mit unsere besten Verbündeten im Naturschutz. Insofern ist es nicht nur ein Beleg für Einfalt oder für pure Unkenntnis der ökologischen Zusammenhänge, wenn bei Rabenvögeln nur ein Unwort die Runde macht – Schädling. Und schon wird mit dem brutalen Ausmerzen und der ethnischen Säuberung im Tierreich begonnen – typisch deutsch.

  6. Nun ist es also beschlossene Sache: Nebelkrähe und Elster sollen zum Abschuss freigegeben werden, obwohl Rabenvögel zu den geschützten Vogelarten zählen. – Jäger und Landwirte brauchten einen Sündenbock, und der war schnell ausgemacht: Aktuell geht es um zwei Vertreter der Rabenvögel, deren Population aus dem Ruder gelaufen sein soll. Erstere wollen in den Krähen einen Konkurrenten sehen, der ihnen die Beute vor der Flinte wegschnappt, und Letztere sehen wohl die Früchte ihrer Arbeit geschmälert, obwohl gerade sie allen Grund hätten, die Präsenz dieser nützlichen Helfer wertzuschätzen, – besteht doch die Hauptnahrung von Elster und Krähe überwiegend aus oberirdisch lebenden Gliederfüßlern (Insekten, besondere Käfer), Regenwürmern, Wühlmäusen und anderen Kleinsäugern, Eidechsen, Kirschen, Getreidekörnern, Wildsämereien, und nur zu 0,1 bis 0,2 Prozent aus Vogeleiern und Nestlingen. Reste von Niederwild konnten nicht nachgewiesen werden! Schließlich sind es doch die Jäger selbst, die ungehemmt auf Rote-Liste-Arten, wie beispielsweise den Feldhasen, Jagd machen, und ihn damit an den Rand der Ausrottung bringen! Ein Skandal, für diese rücksichtslose, verantwortungslose Schießerei die Rabenvögel verantwortlich machen zu wollen!
    Der Ruf nach Abschuss ist durch nichts gerechtfertigt, dennoch stieß er bei den Politikern durchaus auf Gegenliebe, die sich wieder einmal „genötigt“ sahen, vor der Jägerlobby einzuknicken. – Kein Ökologe, und schon gar kein Jäger hat die Kenntnisse, gesicherte Voraussagen über die Auswirkungen derartiger Eingriffe zu machen. Jede Grenzziehung, wieviele Tiere einer Art jeweils vertretbar sind, ist fragwürdig und wird letztendlich am besten von der Natur selbst geregelt. – Es gibt keinen einzigen Hinweis darauf, dass Rabenvögel den Singvogelbestand bedrohen würden. Da alle Tierarten viel mehr Nachwuchs produzieren, als für den Arterhalt notwendig wäre, hat der geringe Verzehr von Vogeleiern und Nestlingen durch die Krähen keinen negativen Einfluss auf die jeweilige Population. Hilfe für gefährdete Arten kann nur durch den Erhalt, bzw. die Wiederherstellung ihrer Lebensräume erfolgen. – Da die Rabenvögel selbst über wirksame Mechanismen zur Selbstregulation verfügen, ist eine Übervermehrung ausgeschlossen. – Wer glaubt, mit deren Bejagung Positives für den Naturschutz zu tun, maßt sich ein Wissen an, das niemand hat!
    Mit der Jagd auf die Rabenvögel würde kein ökologisches, allenfalls ein politisches Problem gelöst! Wo immer auch eine Tierart ausgerottet wurde, war die Ursache immer beim Menschen zu suchen!

    Die Jäger täten gut daran, ein vergleichbares Engagement aufzubringen, wenn es um tatsächliche Bedrohung durch Vernichtung der Lebensräume in Wald und Feld und bei der Anwendung von Chemie und durch radioaktive Strahlung geht!

  7. Politiker haben kein Interesse humane Lösungen für Umweltprobleme zu entwickeln. Die Jägerschaft wird es schon richten, kurzer Prozess und Schluß. Jagdschein-Inhaber sollten zudem keine poltischen Ämter bekleiden dürfen , schließlich hackt keine Krähe der abderen ein Auge aus.

  8. Wie man nicht zuletzt anhand der jahrhundertelang für Staatsjagden reservierten Schorfheide sieht, sind es immer wieder die Machthabenden, die die Jagd als Hobby betreiben. Die Sucht nach Macht über Andere gipfelt halt in der Legitimation zum Umbringen von Lebewesen. In Friedenszeiten lebt man das eben an Tieren aus. Ob mal jemand eine Statistik hat, wieviele unter den Jagdscheininhabern Politiker sind?
    Dieses Gefasel von Hege und Pflege ist so absurd wie die dumme Ballerei auf Elstern und anderes Getier. Da legt man in der Schorfheide Futter und Salzsteine aus, hockt sich daneben und ballert die Tiere tot, die sich vor der Flinte blicken lassen.
    Es gibt Leute, die zahlen Tausende von Euros, um die Wildschweine in Ungarn und Antilopen in Afrika zu „hegen“. Pervers.
    Wenn jemand Geld für Hege und Pflege übrig hat, kann der das dem WWF stiften. Oder dem BUND…

  9. Thema Jagd in Ungarn, alleine in unserer Region kommen jährlich viele „geladene Gäste“ in grünen Gewändern, leider kriegt man es nur mit, wenn man sich am Versammlungsplatz trifft.
    Dass es in Ungarn Tierschutzgesetzte gibt, steht leider nur auf dem Papier, die grüne Lobby regiert in Budapest.
    Vor einigen Jahren wurden hier 40.000 Singvögel gefangen und landeten in ital. Kochtöpfen——für die Fänger gab es etwas schwedische Gitter.
    Selbst unsere Region, die nicht zu weit vom Nationalpark liegt,gibt es wenige Singvögel, Bussard, man sieht sie an der Strasse sitzen, aber auch nur in geringer Zahl.In unserem Garten gibt es keine chem. Spritzmittel,(dafür in der Nachbarschaft um so mehr) und wir konnten langsam feststellen, dass jetzt ausser Spatzen einige Meisen, Rotschwänzchen und kürzlich mal 2 Spechte hier waren.Auch haben sich viele Laubfrösche, die hier auf den Bäumen sitzen, angesiedelt, dazu Nattern(die man hier tötet weil es eine „Schlange“ ist )und einige Salamander überwintern hier.
    Es ist uns unverständlich, auch wenn keine deutsche Region, dass man die Knarre um dem Hals hat damit man schnell ein paar Vögel abknallen kann.
    Wie lange dauert es, bis man viele Tiere nur noch als Computeranimation sehen kann—————ist der Mensch dann zufrieden?

  10. Man kann das auch hier ganz in der Nähe beobachten. An einem Freitag im Dezember versammelte sich allerhand wichtigtuerisches Volk mit albernen Lodenhütchen auf einer Wiese am Werbellinsee. Auf dem Parkplatz lauter Protzautos, die meisten mit Kennzeichen von anderswo… Nach einer Weile waren da mehr Grünträger versammelt als Tierleichen. Letztere hatte man nebeneinander dekoriert, um dann seine großartige Überlegenheit über unbewaffnete Vierbeiner so richtig zu feiern.
    Warum machen Leute bei sowas Ekligem mit?

  11. Ich bin ein bisschen erstaunt, wie gut die Resonanz auf meinen Artikel ist.
    Vielleicht sollten wir im Barnim-Blog eine Diskussion über Jagd im Allgemeinen wie im Besonderen eröffnen, gekoppelt mit einer Umfrage?

    Hartmut, Du fragst auf rhetorische Weise, weshalb Leute „bei sowas Ekligem“ mitmachen. Das hat sicherlich viele Gründe. Die Jagd wird romantisch (begrifflich) verklärt: Da heißt es plötzlich nicht mehr Blut, sondern Schweiß. Wie auch in den Weltkriegen die Soldaten nicht dahingemordet oder abgeschlachtet wurden, sondern ehrenvoll „gefallen“ sind. Den erlegten Tieren wird die letzte Ehre in Form von Schmuckwerk wie Fichtenzweigen etc. dargeboten. Des weiteren werden positiv besetze Begriffe wie Hege und Pflege verwendet. Man ist in der Jagdgesellschaft in einer großen traditionellen, semi-elitären Gemeinschaft und es verbindet einen die „Liebe zu Natur und zur frischen Luft“ (wenngleich das auch sicherlich anders demonstriert und gelebt werden kann).

    Auch wenn ich mir hier vielleicht nicht nur Freunde mache, muss ich zugeben, dass mich das von der Außendarstellung ein bisschen an paramilitärische Einheiten erinnert. Machtdemonstration ist ein Teil davon.

    Der Jäger muss seinen Nutzen für die Gesellschaft begründen, indem er angibt, regulativ in die Natur eingreifen zu müssen. Dass die Wildbestände auf einem unverantwortlich hohen Niveau gehalten werden, u.a. durch die winterliche Fütterung, damit man auch was vor die Flinte bekommt, wird gern verschwiegen.
    Die jährlichen Schäden für die Forstwirtschaft wie durch den Verbiss beim Jungwuchs gehen in die Millionen. Auch möchte ich in diesem Zusammenhang auf die Erhöhung der Verkehrsunfälle durch erhöhten Wildbesatz hinweisen.
    Wie sieht es eigentlich da mit der Verkehrssicherungspflicht aus, lieber Landesbetrieb Straßenwesen? Es kommen in Deutschland sicherlich mehr Menschen durch Wildunfälle ums Leben als durch umgestürzte Straßenbäume oder deren abgefallene Äste.

  12. Wir, die AKT- Aktion konsequenter Tierschutz, waren recht früh an dieser Problematik dran, nachdem der Artikel in MOZ vom 23.02.2008 erschienen war. Aus diesem ging hervor, dass der Landesfinanzminister Herr Rainer Speer (SPD) mittels Veto den Beschluss zum Abschuss der Krähen einmal verhindert hatte. Dies fand ich sensationell, denn genau das erhoffen wir uns doch immer von den Volksvertretern. Wir schrieben daraufhin ein „Loblied“ auf diesen Finanzminister und baten in diversen Verteilern darum, es uns gleich zu tun, was aber leider nicht geschah. Das Problem ist, dass die meisten Tierschützer offensichtlich lieber schimpfen und draufhauen, anstatt die wahrlich seltenen Fälle dazu zu nutzen, auch mal Zivilcourage von Politikern, die sich für Tiere stark machen, weithin sichtbar zu loben und anzuerkennen. Auch Politiker sind Menschen und sind erziehbar. Wenn aber aus dem tierschützerischen Lager fast immer nur Schelte kommt und seltenst Lob, dann brauchen wir uns nicht wundern, dass wir als Exzentriker, Spinner und Miesepeter von Politik und Medien betrachtet, und deshalb nicht ernst genommen werden.
    Überall werden die kargen Errungenschaften des Tierschutzes unterhöhlt und ausgehebelt. Wir können gar nicht so schnell was für Tiere erreichen, wie durch unsere Gegner der Tierschutz zurückgedrängt wird. Was fehlt ist ein koordiniertes und geschlossenes Agieren im Interesse der Tiere!

  13. Moin
    Für Rabenkrähen besteht ab 2007 eine völlig neue Gefahr, die Lockjagd.
    Führend in der derzeitigen Krähenvernichtung durch die neu eingeführte Lockjagd mit freundlichem Lockbild ist ein Herr Alexander Busch. Dieser Mann hat nach amerikanischem Vorbild diese Jagdart hier eingeführt und macht gute Geschäfte. Ich war persönlich auf der Wild und Hund und habe seinen Vortrag über die Krähenvernichtung mir angehört.
    Er verspricht, daß nach seiner Methode die Reviere relativ krähenfrei zu bekommen sind. Diese Worte von ihm habe ich auf Video aufgenommen.

    Jetzt möchte ich die neue Jagdmethode des Alexander Busch vorstellen.
    Dieser Bericht über die Krähenjagd kommt aus dem http://www.wildundhund.de/forum/index.php/
    Forum. Auch in anderen Jagdforen wird die Krähe als die Pest für die „““Niederwildstrecken“““ der Jäger beschrieben, aber im Wild und Hund-Forum sind die eingefleischten Krähenjäger.
    Was es hier an Tips zur Bejagung zu lesen gibt, ist für die heutige Zeit in einem angeblich zivilisiertem Land unglaublich.
    Auch die Bilder dieser Jäger sprechen ja für sich.
    Dieser Alexander Busch
    http://www.hubertus-fieldsports.de/
    hat auf der Jagd-Messe in Dortmund seinen Stand aufgebaut, wie schon in Hannover, um dort seine Lügengeschichten über die Rabenvögel an den Mann zu bringen damit er seine seine Lockmittel gut verkaufen kann.
    Es ist wirklich der helle Wahnsinn, wie Jäger jetzt nach der Freigabe in vielen Bundesländern es sich regelrecht zum Sport machen und wetteifern, wer die meisten Rabenvögel killt. Oft ist mir aufgefallen, daß diese Typen auch den Unterschied zwischen Rabenkrähe und Saatkrähe nicht kennen und das nicht nur in dem ersten Lebensjahr der Saatkrähe. Man kann davon ausgehen, daß auch sehr viele Saatkrähen abgeschossen werden. Die Lockjagd gefährdet also auch den Bestand der Saatkrähen!!!!!!!!!
    Übrigens unterstützt die Jägerschaft Niedersachsen den „“Kampf““ gegen diese schlauen Vögel:

    einige Bilder sind vielleicht nicht einsehbar, bei Bedarf schicke ich sie Ihnen noch gerne zu

    weitere Links:
    http://www.hubertus-fieldsports.de/

    http://www.kraehenjagd.de/

    http://www.news.kraehenjagd.de/

  14. Massentötungen sind keine Lösung für angebliche Probleme, zumal eine aus dem Gleichgewicht der Natur gebrachte Situation n i c h t von den Tieren oder Vögeln zu verantworten ist. Der Mensch muss sein Verhalten schnellstens ändern, denn nur durch eine Beseitigung der Ursache kann eine gewünschte Verbesserung erreicht werden. Eine Spirale der Massentötungen bringt unmoralisches und unethisches massenweises Blutvergießen ohne jeden Nutzen für Menschen, Natur und erst recht ohne Gewinn für die Tiere, die alleine Opfer sind.

  15. Wo immer in Europa die Befugnisse von Jägern (zu Gunsten des Naturschutzes)etwas beschränkt werden sollten gingen jene zu Hunderttausenden, siehe Spanien und Frankreich, auf die Strasse. Welch bemerkenswerte Solidarität.

    Wir haben es mit einer Lobby zu tun die mit allen Mitteln versucht Ihr blutiges sinnloses Vergnügen ohne jedwede Einschränkung weiter zu betreiben.
    Ich denke daß sämtliche Institutionen den Terror dieser Spezies fürchten und daher von vornherein kneifen Änderungen durchzusetzen.
    So erklärt sich der quasi rechtsfreie Raum in dem dieser Menschenschlag agiert.

  16. Für meine Begriffe werden hier eine ganze Reihe Tatsachen missachtet und aus blinder Abneigung gegen die Jagd geleugnet, anstatt sich mit dem thema inhaltlich auseinanderzusetzen.

    Punkt 1: Deutschland hat flächendeckend ein Prädationsproblem. Insbesondere die durch den Vertragsnaturschutz extensiv bis gar nicht genutzten Schutzgebiete an Nord- und Ostsee, aber eben auch das Trappenprojekt kosten Unmengen an Geld, können aber nicht mal ansatzweise Erfolge erzielen. Obwohl immer extensiver genutzt wird, gehen die Bruterfolgsraten weiter zurück. Andere Arten sind nach der Wende vollständig ausgestorben (Auerwild in Brandenburg z.B. ist seit 96 nicht mehr gesichtet worden), bei den Trappen kam im letzten Jahr kein einziges (!!!) ungeschütztes Gelege mehr hoch.

    Das haben mittlerweile die meisten Länderregierungen erkannt. Auch die Nabu-Basis ist sich dieser Tatsache mittlerweile bewusst. Sämtliche Untersuchungen in der jüngeren Zeit zum Thema Prädation von Bodenbrütern/Wiesenvögeln kommen zu dem Ergebnis, dass eine Verbesserung des Biotops wirkunsglos bleibt, solange tagsüber Herrscharen von Greifen und Rabenvögeln und des nächtens Fuchs, Dachs, Marder, Marderhund, Wanderrate und Waschbär die Besätze zehnten.

    Punkt 2: Die Ursachen der aktuellen Situation sind vielfältig. Weswegen die Besätze der Säugetiere unter den Prädatoren seit der Wende so explodiert sind ist allen klar. Vor der Wende keine Tollwutimpfung und Prämien für den Abschuss, danach keine Prämien und Ausschaltung des einzigen Regulativs. Wer angesichts der aktuellen Besätze an Füchsen z.B. in der Schorfheide, z.B. auch an der Ostseeküste oder rund um Berlin noch von einer Selbstregultion des Fuchses träumt, der hat die Zeichen der Zeit einfach nicht erkannt. Ein Nahrungsgeneralist wie der Fuchs wird nicht mehr durch die Mäuse reguliert, er frisst einfach irgendetwas anderes was in der Kulturlandschaft vorkommt und wenns ein halber Cheeseburger von Mc. Donalds ist!!!

    Wer nun einmal mit wachen Augen durch die Landschaft geht, der wird auch feststellen, dass die Rabenvögel zugenommen haben. Überalle sitzen Kolkraben, Aaskrähen und Elstern. Diese Nabu-Äußerung eine Bestandsteigerung sei nicht festzustellen ist nicht geeignet, um sie auf dem Land zu veröffentlichen. Gehen sie doch mal durch Joachimsthal und sagt jemandem der dort die letzten 10 Jahre gewohnt hat die Krähen hatten sich nicht vermehrt. Der lässt Sie einwiesen. Da fliegen hunderte Krähen und Dutzende Elstern herum. Ein Bild das es vor 10 Jahren nicht mal ansatzweise gab. Und wer sich dann noch mit dem Bruterfolg von Wasservögeln in der Schorfheide auseinandersetzt, der weiß, dass die Kükenzahlen schon längst nicht mehr reichen um das Bestandsniveau zu halten.

    Punkt 3: Was nun? Einerseits lässt es sich leicht schimpfen, auf die Jagdlobby, auf die Bonzen in der Schorfheide (die von örtlichen Förstern bejagt wird), auf die Untätigkeit von irgendwem und die Meckerei kann auch immer verbunden werden mit dem Hinweis man müsse sich anders als mit der Jagd zu helfen wissen. Da fragt sich doch jetzt: Wie denn?

    Jäger können Rabenvogelbesätze heute sehr effektiv senken. Die oben eingestellten Bilder beweisen dies. Eine Bekämpfung der Ursachen für die Besatzsteigerung ist m.E. nicht möglich. Die Rabenvögel sind Gewinner der Kulturlandschaft, die ernähren sich von unseren Resten, von der Landwirtschaft und nehmen gerne Gelege mit und sie brüten in den Siedlungen. Die bedrohten Arten hingegen sind auf die freie Landschaft angewiesen und nicht mal ansatzweise Kulturfolger. Ihr Lebensraum ist ohnehin durch intensive Landwirtschaft und hohen Freizeitdruck nicht ideal, würde aber unter normalen Umständen zum überleben reichen. Wenn tattäglich aber Unmengen von Prädatoren am Gelege vorbekommen, dann ist es eben aus…und genau dieses durch den Menschen verursachte Ungleichgewicht kann beseitigt werden.

    Hier noch ein paar weiterführende Links zu den Praktikern vor Ort und nicht zu irgendwelchen Pressemldungen von Verbänden, deren Funktionäre doch seit Jahren die Augen verschließen vor dem Ungleichgewicht.

    ftp://ftp.terramare.de/pub/ifv/lit/exo/Buettger_et_al_Vogelwarte_2006.pdf
    http://www.nlwkn.niedersachsen.de/master/C14001073_N5454319_L20_D0_I5231158.html

  17. Ich lege Wert auf die Feststellung, dass ich nicht des Urheber der obigen Kommentars bin.
    Hartmut Ginnow-Merkert

  18. @Hartmut Ginnow-Merkert
    Konnte ich mir auch irgendwie nicht vorstellen, dass Du Deine Auffassungen innerhalb weniger Tage derartig geändert hast (s. Kommentar
    28. März, 2008 um 04:33).

  19. Nee, so einen Stuss könnte ich selbst im Suff nicht fabrizieren. Ich sehe ja auch überall mehr Autos, mehr Touristen und – zu allem Überfluss – auch mehr Jäger, ohne dass ich mich gleich von höherer Instanz ermächtigt fühlen würde, mit einem Schießeisen auf alles losballern zu müssen, was da in meiner persönlichen Wahrnehmung zuviel herum kreucht.

  20. …na ja, Argumentation würde ich das nicht eigentlich nennen :-) Aber solchen Leuten gegenüber geht das mit Argumenten eh‘ nicht. Das haben schn NABU etc. vergeblich versucht.

  21. Ach Gottchen, Diskussionen sind nur lustig solange Euch keiner widerspricht, ja? Na denn, macht mal weiter. Die fehlenden Argumente gegen einen Abschuss von Rabenvögeln sind ja nun ansatzweise deutlich geworden…und was den Nabu angeht, da habe ich vor kurzem in einem Forum ein nettes Zitat gefunden:

    „Schlupferfolg der Vögel
    Bei einer Prädation von 66% bzw. 61% in den Jahren 2000 und 2001, betrugen die Schlupferfolge
    der Rotschenkel 15 bzw. 17% aller gefundenen Eier. Die auf die gesamte Phase der Bebrütung
    bezogenen Überlebenswahrscheinlichkeiten der Gelege lagen bei 0,08 bzw. 0,10.

    Prädatorenspektrum
    An den 42 Kunsteiern wurden 61 unterschiedliche Bissspuren festgestellt. 30% der Kunsteier
    wiesen Spuren von mehr als einer Prädatorart auf. Hauptprädatoren waren demnach Rabenkrähe,
    Nager und Musteliden, auf die 95,1% aller Bissspuren entfielen (Tab. 2). Spuren von Silbermöwe
    (Larus argentatus), Igel (Erinaceus europaeus), Iltis (Mustela putorius), Steinmarder (Martes
    foina) und Hauskatze (Felis silvestris f. catus) wurden nicht festgestellt.“

    Quelle:

  22. Pingback: Soll es jetzt Kolkraben an den Kragen gehen? - BAR-blog | Wir bloggen den Barnim

  23. Gratulation zu dem tierfachlich und wildbiologisch sehr korrekten Artikel gegen die Abschussfreigabe von Elstern und Nebelkrähen!

  24. Pingback: Die beliebtesten Seiten auf dem Barnim-Blog 2008

  25. GEstern habe ich die Sendung „Planet Erde“ einen sehr interessanten Bericht zu den Rabenvögel gesehen. Nur Jäger und Bauern haben wieder mal Interesse, die außerordentlich intelligenten Tiere zu töten.
    Argumente für den Abschuß sind so fadenscheinig wie dumm und armselig. Die Raben fressen Kälber, sie würden die ERnten zerstören usw.

    Wolfgang Epple
    Buch: Rabenvögel. Göttervögel – Galgenvögel
    Verlag: Buchverlag G. Braun; Erscheinungsjahr: 2008;
    ISBN-Nr.: 978-3-7650-8135-4;

    Der Biologe Wolfgang Epple bricht eine Lanze für die krächzenden Gesellen. Der Autor schreibt mit wissenschaftlichem Sachverstand gegen das schlechte Image der Vögel an. Er hält ein Plädoyer gegen das völlig unsinnige Abschießen der als gefährlich und heimtückisch geltenden Vögel. Epple will die Sympathiewerte der Vogelfamilie steigern, denn die Tiere gelten nicht nur als die intelligentesten Vögel. Von ihrer ganzen Art und Lebensweise her sind sie eher Götter- als Galgenvögel.

    Herr Epple war übrigens Gast in der Sendung.

  26. „Die Jägerei ist eine Nebenform menschlicher Geisteskrankheit.“
    Theodor Heuss

  27. @Stine
    Mir ist kein wissenschaftlicher Beweis bekannt, dass Raben gesunde Kälber töten.
    Wenn es diesen geben sollte, so bitte ich die Fachwissenschaftler, hier im Barnimblog entsprechend zu veröffentlichen bzw. einen Link darauf zu setzen.
    Unsere unglaubliche Martina Gregor-Ness ist ja auch diesem Böse-Raben-Denken verfallen, wenngleich sie ihre Entscheidung nur aus dem Bauch heraus trifft.
    Hier könnte man wieder über die fachliche Eignung einiger unserer Brandenburgischen Landtagsabgeordneten diskutieren, aber egal…

  28. Wald- und Umweltfrevel in Brandenburg dezimiert den Vogelbestand und gefährdet die Arten!

    Die Behauptung, dass Nebelkrähen und Elstern vorgeblich zu großen Schaden anrichten, können wir nicht beurteilen. Diesbezüglich verlassen wir uns auf die fundierten Beobachtungen jener Spezialisten, die sagen, dass diese Behauptung falsch ist.

    Sicher ist aber eines, dass mit der Durchforstung des Waldes in der Vegetationsphase mittels gewisser Monstermaschinen nicht nur am Boden alles breit gewalzt wird, sondern auch brutal Nistplätze, Brut und Jungvögel vernichtet werden. Begründung der Verantwortlichen ist, dass es sich um nicht geschützte Arten handelt und der Waldeinschlag zu dieser Zeit erlaubt sei. Diese Art der Waldbewirtschaftung ist aus unserer Sicht für die Vogelwelt nicht besser als die Vogelnetze und Leimruten in gewissen europäischen Ländern.

    So geschieht das jetzt in diesen Wochen an der L 19 zwischen Herzberg und Rüthnick in den Wäldern, die unser Grundstück in Rüthnicker Str. 1, 16835 Herzberg umgeben. Ich habe den Naturraubbau gründlichst fotografisch dokumentiert, dabei ein entdecktes Nest hoch oben knapp unter der Spitze eines Baumes dann dem Maschinenführer und den verantwortlichen Förstern gezeigt. Der Maschinenführer verwies mich des Waldes und die Förster stellten lediglich fest, dass es kein Horst sei. Identifizieren konnten sie das Nest nach der Art des Brüters nicht. Nachdem sie mich gebeten hatten ihnen das Nest zu zeigen, erteilten sie mir nach Erfüllung dieser Bitte ein Betretungsverbot des Waldes und sprachen mir eine mündliche Verwarnung aus. Der gesunde Höhlenbaum soll natürlich auch weg, weil er die L19 gefährden würde, Fotos vorhanden, Specht und Höhle auf unserer Internetseite.

    Mit guter Optik ist es mir heute gelungen aus ca. 80 m Entfernung von unserem Grundstück aus bei gutem Blickwinkel die Brüter im Nest fotografisch einzufangen. Wir halten die Vögel für Nebel- oder Saatkrähen, und würden die Bilder gern zur qualifizierten Beurteilung und Bestimmung der Art an Sie schicken wollen. Im Vergleich mit Bildern stimmen unsere fotografierten Krähen mit keiner der Arten völlig überein. Doch sind es wahrscheinlich Jungvögel, und wir wissen nicht, welche Farbwechsel sich im Verlaufe ihrer Entwicklung noch ergeben können.

    Im zur Unzeit durchforsteten Waldbereich gibt es Kleinspechte, Grünspechte, natürlich die Nachtigall und weitere Singvögel, rote und schwarze Milane, Falken, und Bussarde. Seit die Waldkaputtpfleger wüsten, sind die Raubvögel in unserer Ecke am Himmel nicht mehr zu sehen. Auch der Rote Milan sitzt nicht mehr in dem Baum an unserem Grundstück, in dem er oft saß, er flattert auch nicht mehr durch den an unser Grundstück grenzenden Wald. Der gesamte Wald ist auch nach Einbruch der Dunkelheit wie aufgescheucht. Selbst die Nachtigall schimpft und zetert dann nur noch. Da es sich um einen vorgeblichen Wirtschaftswald handelt und keine geschützten Arten betroffen seien, soll es keinen Grund dafür geben, diesem Treiben Einhalt zu gebieten, weil es den Rechtsnormen entsprechen soll, – so jedenfalls die Auskunft der verantwortlichen Förster.

    Wir sind jederzeit bereit, Interessenten das Krähennest von unserem Grundstück aus zu zeigen. Eine der Spechtarten habe ich voriges Jahr intensiv fotografiert. Der Specht und weitere Dinge zur Waldpflege sind gleich auf der Startseite unserer Internetseite unter

    http://www.dackel-und-dandies.de

    zu sehen. Dort werden wir auch eine stark komprimiertes Foto vom Krähennest veröffentlichen.

    Stefan Köhler und Petra Haupt

  29. Ergänzung

    Viele Ameisenhaufen, die es hier gibt, genießen natürlich keinen Schutz.

    Stefan Köhler

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