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Regionalflughafen in Eberswalde-Finow? Banker sehen es anders

regionalflughafen.JPGDeutsche Bank Research ist der „Think Tank der Deutschen Bank Gruppe“. Vor zwei Jahren veröffentlichte das Forschungsinstitut des größten deutschen Bankenhauses eine Analyse zur Entwicklung der deutschen Regionalflughäfen.

Dieses Dokument sollten sich die Barnimer Parteien und Streithähne um den Flughafenausbau in Finow einmal genauer ansehen.

Die komplette Studie kann man hier nachlesen: Ausbau von Regionalflughäfen „Fehlallokation von Ressourcen“

Einige Zitate:

Flughäfen als Prestigeobjekte der Regionalfürsten
Viele bestehende Regionalflughäfen sind in Deutschland bereits zu internationalen Verkehrsflughäfen ausgebaut worden oder sollen künftig erweitert werden. Dies ist vorwiegend auf die Interessen regionaler Gebietskörperschaften zurückzuführen. Schließlich liegt die planungsrechtliche Hoheit für Flughafenprojekte bei den Bundesländern. Somit ist nachvollziehbar, dass Landespolitiker den Ausbau eines Regionalflughafens in ihrem Bundesland häufig für wichtiger erachten, als dringliche Infrastrukturprojekte von überregionaler Tragweite. Selbstverständlich ist ein naher Kleinflughafen für Unternehmen vor Ort ein wichtiger Standortvorteil. Viele strukturschwache Regionen hoffen, den lokalen Aufschwung im Hunsrück, der durch das Wachstum des Flughafens Hahn generiert wurde, in ihrer Region wiederholen zu können. Außerdem ist die Vorstellung, einen eigenen Flughafen zu haben, auch aus Prestigegründen für viele regionale Politiker verlockend.

(Anmerkung des Autors: Wenn Deutsche Bank Research in diesem Zusammenhang Landespolitiker als „Regionalfürsten“ bezeichnet, so liegt der Fall im Barnim doch anders. Hier haben wir es eher mit untituliertem Adel zu tun, sogenannten „armen Rittern“, die den Traum vom märkischen Stansted träumen.)

Regionalflughäfen sorgen für Kannibalisierungseffekte
Das Entstehen zusätzlicher Quartiärflughäfen führt zu starken Kannibalisierungswirkungen bei nahe gelegenen Flughäfen. Ein Beispiel dafür ist der geplante Ausbau des Flughafens Kassel-Calden. Dies könnte dem lediglich 75 km entfernten Flughafen Paderborn-Lippstadt Passagiere entziehen. Paderborn-Lippstadt hat mit mittlerweile
1,3 Mio. Passagieren in etwa die Break-Even-Menge zur Kostendeckung erreicht. Durch die neu eintretende Konkurrenz blieben die Passagierzahlen des Flughafens wahrscheinlich unter dieser Menge. Arbeitsplätze in Kassel-Calden entstünden somit auf Kosten von Arbeitsplätzen in Paderborn-Lippstadt. Beide Flughäfen
würden nicht kostendeckend wirtschaften, und somit von Subventionen abhängig bleiben. Daneben gibt es weitere in der Nähe gelegene Flughäfen, die Aufkommen an Kassel-Calden verlieren könnten, z.B. in Erfurt.

Selbst für Punkt-zu-Punkt-Verkehr nicht attraktiv
Zwar gewinnt der Punkt-zu-Punkt-Verkehr neben dem Hub-Flugverkehr wieder stärker an Bedeutung. Dies sollte jedoch nicht als neue Chance für Regionalflughäfen interpretiert werden. Punkt-zu-Punkt-Verkehr verzichtet auf Bündelung und erfordert daher ein starkes lokales Aufkommen. Deshalb wird dieser vorwiegend zwischen
Ballungszentren ohne Hub-Flughafen (z.B. zwischen Berlin und Barcelona) interessant sein. Für solche Relationen bestehen auf Sekundär- und Tertiärflughäfen ausreichend Kapazitäten.

Steuerzahler subventioniert ausländische Low-Cost-Carrier
Neben den einzelwirtschaftlichen Problemen vieler Regionalflughäfen verursacht deren Ausbau negative gesamtwirtschaftliche Effekte. Aufgrund der oben dargestellten schwachen Marktposition der Regionalflughäfen
und dem damit verbundenen Subventionswettlauf sind die öffentlichen Zuschüsse für diese Flughafenkategorie im
Vergleich zu anderen Infrastrukturinvestitionen unverhältnismäßig hoch. Schon zwischen öffentlichen Zuschüssen größerer und kleinerer Flughäfen existiert ein Gefälle. Je kleiner der Flughafen ist, desto höher ist die öffentliche Förderung pro Fluggast. Bei Großflughäfen beschränken sich diese auf Investitionszulagen und liegen bei ca.
EUR 0,50 pro Fluggast. Dagegen erhalten kleine Flughäfen durchschnittlich EUR 3,30 Betriebskostenzuschüsse und zudem EUR 5,90 Investitionszulagen. Das zeigt, dass diese Flughäfen teilweise nicht einmal ihre laufenden Betriebskosten erwirtschaften. Die Folge ist letztendlich, dass deutsche Steuergelder als Subventionen für
Regionalflughäfen z.T. an ausländische Billigfluggesellschaften und deren Fluggäste fließen.

Fazit
Der geplante Ausbau der meisten Regionalflughäfen bedeutet eine Verschwendung von knappen öffentlichen Mitteln, die dringend für andere Infrastrukturprojekte benötigt werden. Nur einige wenige Regionalflughäfen lassen sich wirtschaftlich betreiben. Die meisten von ihnen bieten kein Entlastungspotenzial für größere Flughäfen, erreichen nicht die kritische Größe, kannibalisieren sich gegenseitig und betreiben zudem einen Subventionswettlauf. Zudem besteht oft eine Abhängigkeit von einem einzigen LCC. Die zu Verkehrsflughäfen
ausgebauten Regionalflughäfen stellen in erster Linie Prestigeobjekte für „Regionalfürsten“ dar. Der Ausbau von unwirtschaftlichen, von der öffentlichen Hand finanzierten Regionalflughäfen führt zu Kapitalvernichtung, z.T. zu Subventionen an ausländische LCC durch den Steuerzahler und Wettbewerbsverzerrungen zu Lasten
von traditionellen Airlines und größeren, ganz oder teilweise privatfinanzierten Flughäfen.

Quelle der Zitate: Deutsche Bank Research.

Danke an Stefan Stahlbaum für den Lesetipp.

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51 Kommentare » Schreiben Sie einen Kommentar

  1. An dieser Stelle möchte ich wiederholt betonen, dass bei einem eventuellen Ausbau des Flughafens Finow keine öffentlichen, sondern privatwirtschaftliche Gelder eingesetzt werden sollen.

    Zweitens kann ich das vollständig unterschreiben, was Johannes Madeja jüngst in seinem MOZ-Leserbrief vermitteln wollte: Unabhängig davon, ob man Befürworter oder Gegner des Flughafenausbaus ist, hat die Barnimer Region doch größere Probleme, die dementsprechend stärkere Beachtung finden sollten: Zum Beispiel die bevorstehende Sondermüllverbrennungsanlage Theo Steil und die doch recht blödsinnig geplante B 167 neu.

    Dass man sich – insbesondere in den letzten Wochen – so über einen eventuellen Flughafenausbau ereifern kann, dessen Realisierung schon aus Gründen der Landesplanung derzeit völlig in den Sternen steht, halte ich für wenig angemessen und verwundert mich doch ein bisschen.

  2. Schon erstaunlich! Die sonst als „böse kapitalistische“ gescholtene Deutsche Bank dient auch mal als Argumentationshilfe!? Wie es halt passt. Ich habe die Studie auch gelesen. Enthält sicher auch viele gute Argumente.

    Zu bedenken ist dabei natürlich aber auch immer, wer diese Studie in Auftrag gegeben hat und wann diese erstellt wurde. Diese hier ist mit 11/2005 auch schon etwas älter. Zwischenzeitlich hört man aber auch, dass der Flugverkehr weiter expandiert. So Angaben der Berliner Flughafengesellschaft (konkret für den Berliner Raum) vor einigen Wochen sowie jüngst von Airbus.

    Aber bleibt man bei der hier zitierten Studie, dann „verschweigen“ die Flughafenkritiker ja gerne, dass die Deutsche Bank hier in erster Linie gegen öffentlich-rechtlich betriebene Regionalflughäfen Stellung bezieht. Diese Passagen wurden hier im Eingangsartikel leider nicht zitiert. Warum?

    Seite 7: „BEI EINER PRIVATFINANZIERUNG WÄRE DER BAU NEUER REGIONALFLUGHÄFEN FREILICH NACH WIE VOR MÖGLICH“ Und hier in Finow steht ein solcher Privatinvestor bereit. Warum wird dieser Satz von den Gegner denn nicht erwähnet? Welche Vorteile ein privat finanzierten Flughafen hat, möchte ich hier nicht nochmals aufzählen. Ist in der Studie der Deutschen Bank ab Seite 7ff. gut nachzulesen.

    Also Bitte an ALLE, die Studie nochmal genau zu lesen!

  3. Insofern ist die Überschrift „… Banker sehen es anders“ meiner Meinung nach nicht richtig, weil eben zu undifferenziert was die Meinung der „Banker“ betrifft.

  4. Michael Peukert schrieb: „Also Bitte an ALLE, die Studie nochmal genau zu lesen!“

    @Michael: Genau das habe ich oben geschrieben: „Dieses Dokument sollten sich die Barnimer Parteien und Streithähne um den Flughafenausbau in Finow einmal genauer ansehen.“

    Im übrigen bin ich wirklich kein Flughafenkritiker. Ich bin dafür, dass man BBI in Schönefeld mit Tempo ausbaut, damit man Tempelhof UND Tegel im Interesse der Anwohner endlich schließen kann.

  5. @Karl-Heinz: Ist mir nur so „aufgestoßen“ weil diese Studie auch schon in der betreffenden Stadtverordnetenversammlung in EW von Gegner des Ausbaus dazu benutzt wurde, um das Projekt in Finow niederzumachen, obwohl doch die Deutsche Bank dies viel differenzierter betrachtet hat. Insofern bezog sich mein „Bitte ALLE lesen“ eher auf diese Adressaten. Leider fehlt diese Differenzierung aber eben auch in Deiner Überschrift, denn die Argumenation der „Banker“ schließt einen privat fiannzierten Regionalflughagen Eberswalde-Finow eben NICHT aus.

  6. Nein, die Banker schließen natürlich nichts aus. Schließlich ist es ihr Job, Geld zu verkaufen. Aber das Fazit ist trotzdem ziemlich deutlich. Und ich glaube, dass sich hier keine Bank finden wird, die für ein Finow-Projekt auch nur einen Euro kreditieren wird. Also, selbst wenn man ein absoluter Kerosin-Junkie ist: FINOW International Airport ist und bleibt eine Luftnummer, ganz realistisch betrachtet.

  7. … das ist leider immer so`ne Sache mit den Banken. Mitte der 90ziger kam eine Studie der Dresdner Bank raus, wo zum Beispiel keinerlei Kredite Reisebüros mehr bekommen sollten. Das gleiche galt auch für Hotels und Gasstätten. Das ganze an der Finanzierbarkeit von Banken zu beurteilen ist glaube ich nicht der entscheidende Weg. Da gibt es eine schöne Geschichte: Als guter Bankkunde bekommst Du als Geschenk einen Schirm, wenn es aber draußen regnet muß Du dafür zahlen….

  8. Ich sags nochmal, das negative Fazit der Studie bezieht sich hauptsächlich auf öffentlich-rechtliche, NICHT privat finanzierte Regionalflughäfen. Seite 7 (siehe oben) interessiert nicht? Natürlich wenn man durch seine „Brille“ liest. Wenn man sich schon auf einer Studie einer Bank bezieht, dann aber bitte auf alle Teile! Und nicht die Teile ausklammern mit der Bemerkung „Naja eine Bank schließt nichts aus“.

    Im Übrigen ist und war von FINOW INTERNATIONAL AIRPORT nie die Rede. Aus einem Flughafen wird kein Großflughafen, nur weil internationale Ziele im Spektrum sind. Im Übrigen wären 85 Tonnen für einen Großflughafen auch viel zu wenig.

  9. @Michael: Auch private Investoren werden wohl einen Flughafenausbau in Finow nicht aus der Portokasse finanzieren können oder über die Sparkasse finanzieren wollen. Und so locker wie zu Zeiten von Jürgen Schneider sitzt bei den großen Banken das Geld für Projekte in Ostdeutschland nun auch nicht mehr, wie man an der Studie von DB Research sieht.

    Was die Zitate angeht: Jeder wird in einem achtseitigen Papier andere Punkte für bemerkenswert halten. Dafür muss sich niemand rechtfertigen. Deshalb hatte ich im Artikel auch den Link zur Originalquelle angegeben. Ich fand die von mir zitierten Abschnitte besonders lesenswert, einschließlich des Fazits. Und empfehle jedem, das Papier komplett zu lesen.

    Herzliche Grüße,
    Karl-Heinz

  10. Ich finde die von Karl-Heinz gewählte Überschrift recht passend, denn im Gegensatz zu den Finower-Flughafenbefürwortern stellen sich die DB-Leute einige Fragen zum grundsätzlichen Sinn und Nutzen eines Ausbaus (egal welche Finanzierungsform nun gewählt wird).
    Und was daraus resultiert lässt die Finow-Planung in einem wirklich ungünstigen Licht erscheinen. Das die Bank eine Privatfinanzierung preferiert ist richtig, dass entbindet aber nicht von der Pflicht sich mit den tatsächlichen Bedarf und den Wechselwirkungen auf die gesamte Region zu beschäftigen.

    Was regional geschieht ist ein blindes, vorzeitiges und durch nichts belegtes Bejubeln von Arbeitsplätzen die in Qualität und Quantität derzeit völlig in den Sternen stehen.

  11. Natürlich finanziert das niemand aus der Portokasse. Aber das betrifft wohl alle Großinvestitionen. Aber ich denke, dass INFRANTIL das Projekt Finow (den privaten Investor gibts ja bereits) durchaus kalkuliert hat. Daher sollten wir die BETRIEBSWIRTSCHAFTLICHE Entscheidung auch dem Investor überlassen. Was die kommunalPOLITISCHE Entscheidung betrifft, haben die umliegenden Gemeinden eindeutige Stellungnahmen geliefert. Natürlich entsprechenden diese nicht jedermanns Wünschen, aber da fallen mir noch tausend andere Sachen ein. Parlamentarische Entscheidungen werden aber nunmal mit Mehrheiten getroffen. Und das ist auch gut so..

    Finanzierung in diesem Fall über die Sparkasse halte ich auch für eher unwahrscheinlich. *grins*

    Das Papier komplett zu lesen, das sehe ich genauso. Das jeder andere Passagen für bemerkenswert hält, ist doch ganz klar. Ist aber auch von der Grundeinstellung „eingefärbt“, die jeder zum Flugplatz Finow hat.

    Das Fazit was ich heraus gelesen habe aus der Studie ist:

    1. NEIN zu öffentlich finanzierten Regionalflughäfen.
    2. Öffentliche Flughäfen „verbrennen“ öffentliche Mittel, da
    ein wirtschaftliches Arbeiten nicht notwendig ist (da kein
    Unternehmen).
    3. Privat finanzierte Regionalflughäfen sind jedoch weiter
    möglich, da diese eher nach Effizienzgrundsätzen arbeiten.
    4. Privat finanzierte Regionalflughäfen „Zwingen“ auch
    öffentliche Flughäfen, effizienter/kostengünstiger zu werden
    (Was bei dem BBI-Wahnsinn auch drigend notwendig ist).

  12. @Stefan Stahlbaum: Ob der Bedarf in der Region einen rentablen Geschäftsgang erlaubt und sich eine Investition trägt, muss doch der Investor für sich entscheiden. Das kann ihm doch die Politik nicht abnehmen. Soweit ich weiß, hatten wir das schonmal. Im Übrigen bejuble ich jedenfalls das Vorhaben nicht „blind“. Aber ich sage, lasst es den Investor versuchen. Das Risiko, dass eine Investition scheitert, kann niemand ausschließen und ist Teil des unternehmerischen Risikos. Und bevor hier eine Bank investiert, wird sie sich mit Sicherheit auch die Kalkulationsgrundlagen von INFRNTIL offen legen lassen und genau prüfen/abwäagen. Allerdings ist dies nicht Bestandteil eines Raumordnungsverfahrens.

  13. Keiner – und ich betone nochmals KEINER- dieser sogenannten privatwirtschaftlichen Investoren ist in der Vergangenheit ohne öffentliche Mittel ausgekommen. „Gute“ Beispiele sind Nokia, BMW in Leipzig,Luftschiffbau und später das Spaßbad in Brand usw. Was ist mit dem Ausbau der Autobahn und der Straßen, was ist mit Planungsleistungen der Stadt, die auch Geld kosten?
    @Dr. Steiner: Großer Blödsinn fängt auch mal klein an. Sicherlich war auch die Steil-Anlage ursprünglich nur eine klitzekleine Blähung im Gehirn eines unverbesserlichen Spinners – so wie dieser unsägliche Flugplatz. Deshalb: Wehret den Anfängen !

  14. Dr. Valentin
    Unverbesserliche Spinner ist gut. Die Steil-Akteure spinnen keineswegs, ganz im Gegenteil sind sie sehr berechnend und gehen intelligent vor, ohne viel Angriffsfläche in der Öffentlichkeit zu bieten.
    Bei der Sondermüllverbrennungsanlage ist eben alles noch viel schlimmer: Für den Investor ist dies ein sehr lukratives Geschäft, während die Lasten, und das nicht zu knapp, auf die Bürgerinnen und Bürger der Region abgewälzt werden. Nicht nur monetärer Art (Wertminderungen ihrer Grundstücke und Häuser), sondern vor allem gesundheitlicher Art (Lungenschäden, Allergien, Krebs etc.)

  15. Ich finde es allenfalls amüsant, dass Michael Peukert, der sich ja an anderer Stelle in diesem Forum als lediglich ganz kleine Licht bei der Sparkasse Finow bezeichnet, es hier nun wieder mal besser wissen will als die Forschungsabteilung der Deutschen Bank.
    Die Deutsche Bank könnte offenkundig eine Menge Geld sparen, indem sie einfach ihrn Think Tank zumacht und stattdessen Michael Peukert von der Sparkasse Finow abwirbt.
    Meine guten Wünsche sind mit dir, Michael. Du hast eine steile Karriere vor dir.
    Michael: „Investsor“ heißt in Brandenburg „Abkassierer“ Wenn man mit dem Abkassieren öffentlicher Gelder und dem anschließenden gezielten Pleitemachen woanders noch so weit käme wie hier, bräuchte man nicht ausgerechnet nach Brandenburg zu kommen. Mensch Leute, wacht doch mal endlich auf!

  16. @Hartmut & Dr. Valentin: Wie ich bereits sagte, bitte die Studie der Deutschen Bank genau lesen. Ich weiß es nicht besser, sondern habe nur aus der Studie ZITIERT! Ist was anderes! Ansonsten find ich es nur traurig…

  17. Ok,

    sprechen wir mal über „Ryanair“, den „Verein“ den sich „die Linke Eberswaldes“ so vorfreudig an die breite, rote Brust drückt (immerhin, es wurden Arbeitsplätze versprochen).

    Was macht diese Gesellschaft eigentlich so …äh…“preisgünstig“. Könnten es unter Umständen Billigjobs bzw. Niedriglöhne sein?
    Tscha, der Gedanke ist so weit gar nicht hergeholt.
    Ver.di-Strategen jedenfalls beschreiben die Arbeitsverträge der „Ryanair“ als „ so ziemlich das Schlimmste, das ich je gesehen habe“.

    Einige Details gefällig ?(Quelle: TAZ-Artikel vom Oktober 2007):

    1.Die Ausbildungskosten betragen zwischen 2000- und 3000 Euro (andere „Billigfluggesellschaften“ zahlen Aufwandsentschädigungen)
    2. Das Gehalt von Flugbegleitern beträgt (bei rechtlich nach Irland verlagerten Jobs) knapp über 1000 €. Die Arbeitzeit liegt zwischen 8-11 Stunden. Überstunden werden vorrausgesetzt.
    3.Die Arbeitsverträge werden i.d.R. nicht mehr direkt abgeschlossen sondern erfolgen nach irischem Arbeitsrecht. Das hat Folgen. Wird ein Mitarbeiter (über den „Zwischenhändler“ eingestellt) krank verdient er offenbar nichts.
    4.Die Uniformen der Fluggesellschaft zahlen die Angestellten selbst, die Bordverpflegung muss 1:1 (d.h. wie von jedem gewöhnlichen Passagier) erstattet werden.
    5. „Irische Angestellte“ (inzwischen eher der Regelfall) haben einen Urlaubsanspruch von 20 Tagen. „Gezahlt wird pro Urlaubstag nur Lohn für fünf Arbeitsstunden.“

    Hier noch der Link zum Artikel:
    http://www.taz.de/index.php?id=start&art=5467&src=MT&id=wirtschaft-artikel&cHash=dcea6b929e

  18. @Lieber Herr Stahlbaum, Argumente nützen hier nichts mehr. Ich glaube, die Diskussion hat keinen Sinn. Die Befürworter dieser Dreck-und Krachschleuder handeln offensichtlich nach dem Motto: Wenn man einen Hammer hat, sehen alle Probleme wie Nägel aus. So ist auch mit dem ständig bemühten Fetisch „Arbeitsplätze schaffen“. Dafür nehmen sie alles in Kauf: Vernichtung von Umwelt und Lebensqualität, Steuergeldverbrennung, Mini-Löhne für sogenannte „Aufstocker“ und man ruiniert sogar andere Existenzen z.B. den Tourismus um den Werbellinsee herum und in der Schorfheide.Das schönste Argument an dieser Stelle war m. E. „Ich fliege so gern am Wochenende mal in eine andere Stadt, da brauche ich den Flughafen vor der Haustür!“ Wie war das mit der Freiheit ? Nur solange, wie ich andere nicht tangiere? Na ja, ist ja auch nicht so leicht zu verstehen, dass andere Menschen andere Bedürfnisse haben. Jedenfalls weiß ich dann, wer am Sonntag nachmittag beim Kaffeetrinken im Garten gerade über meinem Kaffeetisch herumdröhnt und kann mich dann in der Woche früh um drei mit der Kettensäge vor dem Haus des Vielfliegers revanchieren.Auge um Auge, Zahn um Zahn, Ohr um Ohr…

  19. @Stefan Stahlbaum: Nur um eines klar zu stellen. Ich vertrete hier meine private Meinung. Innerhalb „Die Linke Eberswalde“ gibt es das ganze Spektrum der Stellungnahmen/Meinungen zum Flugplatz auch bis hin zur Ablehnung. Wie es eben in einer demokratischen Partei üblich ist. Da ich in keiner gewählten Position stehe, ist dies hier also als MEINE Meinung zur Sache zu werten. Die muss man nicht teilen oder mögen, doch aber tolerieren ohne persönliche Angriffe. Ich für meinen Teil halte es jedenfalls so.

  20. @Stefan Stahlbaum
    Zweifellos richtig, was ver.di da scharf kritisiert: Die Arbeitsverträge von Ryanair sind wirklich das Allerletzte.
    Sorry, doch dann erwarte ich aber auch, dass sich die gleichen Leute, die sich so gegen diese Unternehmensphilosophie von Ryanair mokieren auch auf kommunalpolitischer Ebene konsequenterweise gegen Bürgerarbeit und Kommunalkombi in der derzeitig vorgesehen schlecht bezahlten Form aussprechen und eben nicht dafür auf kreislicher Ebene votieren. Diese „neuen“ Arbeitsmarktinstrumente bieten nämlich keine wesentlichen Verbesserungen zu den mittlerweile allseits verhassten Ein-Euro-Jobs. Zudem vernichten sie auch weiterhin Arbeitsplätze. Da stößt selbst die FDP mal in dieses Horn.
    Ich denke, dieser Exkurs war nötig.

  21. @Andreas:
    Es gib einige Aspekte die ich an „Instrumenten“ wie der Kommunalkombi wirklich kritisch sehe. Zum einen haben wir inzwischen einen relativ undurchsichtigen „Förderungssalat“ der wahrscheinlich sowohl Arbeitssuchende als auch Berater gleicher Maßen überfordert.
    Zum Anderen kann ich die Ungleichbehandlung von Kommunen und den „Anderen“ (freie Träger usw. die ein höheres Finanzierungsrisiko tragen sollen) nicht gutheißen.

    Andererseits finde ich persönlich den integrativen Wert von Arbeit in der laufenden Diskussion nicht ausreichend beachtet. Ich selbst arbeite seit einigen Jahren mit Langzeitarbeitslosen und erlebe (von den finanziellen Aspekten an dieser Stelle mal abgesehen)die Probleme derer die aus dem „System Lohnarbeit“ schon lange raus sind. Es ist meine berufspraktische Erfahrung, dass die Betroffenen selbst die „allseits verhassten Ein-Euro-Jobs“ mitunter als Chance begreifen und gelegentlich sogar nutzen können.
    Arbeit (mit all ihren unterschiedlichen Anforderungen), Andreas, kann man durchaus „verlernen“. Im übrigen hatte ich bislang einen Fall in dem ein Klient sich ( zu Recht und erfolgreich) gegen eine völlig unpassende Arbeitsgelegenheit zu Wehr setzen musste.
    Dem gegenüber stehen ca. 10 Erlebnisse in denen das Angebot mit der Nachfrage nicht mithalten konnte und der aus eigenem Antrieb Nachfragende unverrichteter Dinge nach Hause geschickt wurde.

    Ich neige dabei nicht dazu die Tätigkeiten als bloße „Trainingsmaßnahme“ zu diskreditieren finde aber tatsächlich dass der Wiedereinstieg erleichtert werden kann (wobei natürlich immer der Einzelfall zu betrachten ist).

    Findest Du die Arbeitsbedingungen bei Ryanair (oder ähnlichen Arbeitgebern)und die angesprochenen „Arbeitsmarktinstrumente“ übrigens tatsächlich 1:1 vergleichbar?

    Um zum Abschluss doch noch zum Ausgangsthema zu kommen wollte ich Dich noch fragen ob und in welcher Form die Kritik von Ver.di gegenüber Ryanair (der ich mich übrigens noch immer anschließe) deine Einstellung zu „unserem“ Flughafenthema beeinflusst.
    Ich hatte bislang das Gefühl, dass Du dem Ausbau (mit seinen unterschiedlichen Konsequenzen) eher positiv gegenüberstehst.

    Soviel für heute und hoffentlich bald mal wieder persönlich
    (immerhin, der nächste Baumschutzstammtisch steht ja unmittelbar bevor)

    Gruß

    Stefan

  22. @Stefan Stahlbaum

    Ja, am Dienstag haben wir ja wieder unseren Barnimer Baumschutzstammtisch. Du bist mir übrigens noch ein Bier schuldig ;-) (s. Graureiher-Quiz).

    Aber um erst einmal beim Thema „Flugplatz Finow“ zu bleiben. Natürlich wende ich mich gegen Billiglöhne. Gute Arbeit muss anständig bezahlt werden. Aber dies hat nur sekundär was mit dem Ausbau des Flugplatzes zu tun. Da brauchen wir nur um die Ecke bei LIDL zu gucken.

    Beim Thema Flugplatz ist mir eines wichtig: Bei einem Ausbau, der noch völlig in den Sternen steht, dürfen keine öffentlichen Fördermittel fließen. Das Risiko, ob dieser sich trägt oder nicht, muss einzig und allein auf den Schultern der privaten Investoren lasten. Risikokapital sozusagen. Ich bin vehement gegen Fördermittelabgreifung ohne wirtschaftliche Tragfähigkeit und gegen den Bau weiterer Invest-Ruinen (die man mit Abstrichen durchaus so nennen kann). Davon haben wir in Brandenburg schon genug (Cargo-Lifter-Halle, Eurospeedway Lausitz, Chipfabrik Frankfurt/Oder).

    Und nun zu den Arbeitsmarktinstrumenten: Klar ist auch, dass die meisten Erwerbslosen jede Möglichkeit des Zuverdienstes, seien es 150 oder 200 Euro (wie bei MAEs), händeringend und dankbar annehmen. Das ist den Menschen, die so wenig Geld in der Tasche haben, auch gar nicht zu verübeln. Doch da fängt schon die Ausbeutung an.
    Dass viele Erwerbslose „richtige Arbeit verlernt haben“ halte ich für eine Mär, die gern dazu verwendet wird, Erwerbslose zu stigmatisieren. Es kann immer auf einige wenige zutreffen, aber von solchen pauschalen Äußerungen distanziere ich mich.

  23. @ Andreas Steiner:
    Natürlich ist die Qualität der zu schaffenden Arbeitsplätze (mich würde zusätzlich auch deren zu erwartende Menge interessieren) nur ein zu begutachtender Aspekt, sekundär finde ich das Thema allerdings nicht (der Verweis auf Lidl hilf mir da übrigens auch nicht weiter, schlechte Arbeitsbedingungen werden nicht dadurch besser das sie kein Einzelfall sind). Dafür sind u.a. die Auswirkungen auf Umwelt und Bevölkerung zu einschneidend .
    Um übrigens nochmals die DB-Studie zu erwähnen: Hier werden etliche Fragen zum Sinn und Nutzen des Ausbaus von Regionalflughäfen gestellt (egal ob öffentlich und privat finanziert). das Ergebnis finde ich, auch für einen Flughafen Finow, nicht grade Hoffnung verheißen (um es mal ganz zart zu formulieren).

    Nochmals zum Stichwort Arbeitsmarkt:
    Mein Beitrag enhält keine Pauschalisierung und ich habe (diesmal sehr bewusst) das Wort verlernen entsprechend gekennzeichnet.Es bleibt dennoch ein praktischer und persönlicher Erfahrungswert, dass der Wiedereinstieg in das Arbeitsleben (ich spreche von „realexistierender Lohnarbeit“) mit zuehmender Arbeitslosigkeit immer schwieriger wird.
    Das fängt bei regelmäßig, frühem Aufstehen an und hört beim Umgang mit innerbetrieblichen Hierarchien noch lange nicht auf.

    Dabei erfolgt die Entscheidung für die „Instrumente des Arbeitsmarktes“ (so unfertig und verbesserungsbedüftig diese auch sein mögen/ich gebe hier wiederum berufliche Erahrungen wieder) in der Regel sehr bewusst und hat mit den finanziellen Auswirkungen oft nur am Rande zu tun.

    Bis Dienstag (und ja, Du sollst dein „Gewinnerbier“ haben)

    Gruß

    Stefan

  24. @Stefan Stahlbaum
    Vielleicht sollte ich das Thema „Arbeitsmarktinstrumente“ wirklich mal in einem gesonderten Artikel behandeln.
    Nicht nur, weil es auch regional von großer Bedeutung ist, sondern vor allem, weil zahlreiche Mythen und Legenden darüber im Umlauf sind. So z.B., dass sie angeblich den „Wiedereinstieg in das Arbeitsleben“ erreichen können. Das ist eindeutig widerlegt.
    Zitat FTD: Ein-Euro-Jobs helfen kaum einem Arbeitslosen dabei, einen regulären Job zu finden. Und selbst wer eine neue Beschäftigung findet, ist oft weiter auf Hartz IV angewiesen, weil er eine schlecht bezahlte Stelle annehmen und seinen Lohn aufstocken muss.

    Es gäbe keine Massenerwerbslosigkeit, wenn man sie glaubwürdig bekämpfen würde und gleichzeitig könnte es auch faire Löhne und Gehälter geben, wenn man nur wollte. So gesehen stellt das Heer an Erwerbslosen ein geeignetes Druckmittel des Großkapitals dar, um weiteren Druck auf die Beschäftigten (mit und ohne Job) auszuüben und sie zudem noch gegeneinander ausspielen zu können.

    Wenn man das mal kapiert hat, wird einem deutlich, dass die Stellschrauben woanders gedreht werden müssen, um das Problem in den Griff zu kriegen.
    Deshalb sollte man nicht „im Sinne der Erfüllung der Ziele dieses unsinnigen Systems“ auf kommunaler Ebene dementsprechend dafür votieren.

  25. Sehr geehrter Herr Dr. Steiner,
    ein von mir einmal gegründeter gemeinnütziger Verein hatte in den letzten Jahren mehrere ABM und sog. 1€-Jobs organisiert.
    Davon sind, 2 dauerhafte Arbeitsplätze entstanden und eine Frau hat den Mut gefunden eine neue Ausbildung anzufangen.
    Soweit zu Ihrer Ablehnung von solchen Maßnahmen.
    Inzwischen lehne ich diese Maßnahmen aus einem ganz anderem Grund ab.
    Ich war entsetzt über die Bürokratie dabei, daher werde ich wohl nie wieder so etwas tun.
    Mit freundlichem Gruß
    Friedemann Gillert

  26. Sehr geehrter Herr Gillert,
    ich finde es lobenswert, dass Sie ABM-Kräfte und Ein-Euro-Jobber unter der Maßgabe eingestellt haben, dass daraus ggf. feste Arbeitsverhältnisse entstehen können und finde es erfreulich, dass sich dann tatsächlich auch zwei Festanstellungen daraus ergaben. In welcher Höhe Sie diese festen Stellen vergüten und welche Ausbildung bzw. Qualifikation diese beiden Mitarbeiter vorweisen, haben Sie leider nicht geschrieben. Denn auch dies sollte man in einem Verhältnis betrachten.
    Aber unabhängig davon: Wenn Sie die Arbeitsmarktstatistiken zu Rate ziehen, werden Sie feststellen, dass sich ergebene Berufsperspektiven resultierend aus Ein-Euro-Jobs kaum ergeben und Ihr beschriebener Fall leider nicht die Regel ist. Der weitaus größte Teil der Ein-Euro-Jobber wird als billige unbefristete Arbeitskräfte missbraucht und steht anschließend wieder auf der Straße. Es profitieren nur die kommunalen Träger, die sich dabei dumm und dämlich verdienen. Ich scheue mich auch nicht, in diesem Zusammenhang Beispiele wie den Regionalen Förderverein Pinnow zu nennen. Sicher ein probates Mittel, um die Stadt- und Kreissäckel zu schonen; ausgetragen auf den Rücken der Erwerbslosen. Sicher auch ein Mittel, um den kleinen Unternehmen Aufträge wegzunehmen und ihnen weiter zuzusetzen, weil die Ein-Euro-Jobber konkurrenzlos billig sind. Bürgerarbeit und Kommunalkombi sind ähnlich gelagert.

    Andererseits gebe ich Ihnen mit der Bürokratie wieder Recht. Das ist aber nicht erstaunlich, denn was ist in unserem Land nicht überreguliert? Die gesetzliche Garantie der erkämpften Bürgerrechte vielleicht.

  27. @ Dr. Valentin
    Anscheinend gehören Sie genauso zu den Frustrierten, die immer nur rumstänkern können. Sie dürfen sich deshalb gern mein Vorschlag beugen und mit Ihrem Garten und Ihrem Kaffeetisch und mit Herrn Triller und Co. in die Uckermark umsiedeln.
    Zu unserem heutigen Wohlstand bzw. heutiger Lebensqualität gehört nun mal heutige Infrastruktur. Bei Leuten wie Ihnen hätten wir bis heute keine Eisenbahn und keine Autobahn und keine Wasserstraße hier, sondern maximal kleine schnuffige Alleen, durch die man seinen Handkarren ziehen kann (übrigens auf diesem Weg recht lang bis in die Uckermark). P.S. Ohne Infrastruktur hätten Sie vermutlich auch keine Kettensäge.

  28. @Manfred Schuber
    Also Herr Schuber, das Kriegfeld Alleen brauchen Sie in diesem Zusammenhang nun wirklich nicht bereiten, denn Alleen und eine zeitgemäße Verkehrsinfrastruktur schließen sich nun wirklich nicht aus ;-)

  29. @Manfred Schuber: Ihre Diskussion wird mir zu primitiv. Auch wenn Ihnen meine Meinung nicht gefällt, sollten Sie nicht persönlich werden. Denn dann entpuppen Sie sich als Mensch aus der Steinzeit, wo Sie doch sooooo fortschrittlich sind…

  30. Sehr geehrter Herr Dr. Steiner,
    ich weiß nicht genau was die beiden Damen verdienen. Ich habe sie nicht selbst beschäftigt. Der Verein hat dazu kein Geld. Eine Dame ist von einem Vereinsmitglied eingestellt worden (Sie ist immer noch beschäftigt und fühlt sich wohl) und eine habe ich mal an eine größere ebenfalls gemeinnützige Einrichtung „ausgeliehen“. Wir hatten mal für 8 Wochen keine Arbeit. Ihr hat es dort so gut gefallen, das sie gleich dort blieb und auch fest eingestellt wurde. Die dritte Dame hat eine vollzeitliche geförderte Ausbildung angefangen.
    Das wichtigste war, den neuen ehamals arbeitslosen Menschen mit Wertschätzung engegenzutreten, ihnen die ersten Schritte am PC zu erleichtern und vor allem zu zeigen, das sie manches besser können als ich und daher dringend gebraucht werden.
    Das immer nur auf das Geld geschaut wird, halte ich zwar für wichtig aber für zweitrangig.
    Ein Beispiel noch zum Abschluß.
    Eine Frau aus dem Ausland wollte in meiner Firma (Gillert Medizintechnik e.K.) beschäftigt werden. Ich konnte sie nicht einstellen und empfahl ihr in einer ihrem Ausbildungsstand entsprechenden Einrichtung als kostenlose Praktikantin anzufangen. Ich wußte, das in dieser Einrichtung immer Geldmangel herrschte (nicht in Eberswalde). Ich sagte ihr, daß sie 6 Monate kostenlos arbeiten soll und sich dabei so unentbehrlich machen sollte, wie es geht. Das ist etwa 10 Jahre her. Sie ist dann eingestellt worden und heute eine gut angesehene und wie ich hoffe normal bezahlte leitende Mitarbeiterin.
    Mit freundlichem Gruß
    Friedemann Gillert

  31. Sehr geehrter Herr Gillert,
    haben Sie herzlichen Dank für Ihren interessanten Beitrag, der die Thematik aus einer ganz neuen, pragmatischen Perspektive beleuchtet.

    Auch freue ich mich über Ihre vorbildhafte Grundeinstellung mit Blick auf das soziale Miteinander, an der sich viele Arbeitgeber ein Beispiel nehmen könnten und sollten!

  32. @ Dr. Valentin

    Ich werde persönlich? Sie wollten sich doch mit Ihrer Kettensäge vor meinem Haus revanchieren…

    @ Dr. Steiner

    Ich hätte das mit den Alleen sicher präziser und sensibler formulieren können. Es sollte nur das Bild eines Feldweges (mit Pappeln oder Obstbäumen) zwischen zwei Feldern entstehen. Andere Gedanken zum Thema Alleen wollte ich nicht einbringen.

  33. @manfred schuber: Ich habe Sie in dem von Ihnen erwähnten Beitrag nicht direkt und nicht persönlich angesprochen.Sie brauchen keine Angst zu haben, nacht um drei schlafe ich lieber. Es tut mir auch leid, wenn Sie keinen Sinn für Ironie oder schwarzen Humor haben. Vielleicht sollten Sie aber auch mal akzeptieren, dass andere Menschen andere Interessen haben und Ihre – nun ja – zumindest nicht teilen oder im Zeitalter von Klimaerwärmung usw. eigenartig oder gar kurzsichtig finden. Im übrigen sind Ihre Aufforderungen, manche Menschen in die Verbannung zu schicken,nicht mehr zeitgemäß. Heute wird niemand mehr verbannt, auch nicht in die Uckermark.(Der Barnim grenzt übrigens an die Uckermark, waren Sie schon mal da? Was ist dort so furchtbar ?)

  34. Die Uckermark ist schon schön. Aber halt SEHR hohe Arbeitslosigkeit, Wegzug ohne Ende. Wurde in der GEO Saison nicht ohne Grund als ideales Gebiet für Aussteiger bezeichnet (Früher war das mal Kanada).Woran das wohl liegen mag??

  35. Ich dachte da eher an die Gründe für Wegzug und Arbeitslosigkeit…
    Kann wohl kaum die Perspektive für uns alle sein!

  36. Das mit dem Wegzug ist eine natürliche Konsequenz solcher Entwicklungen, die ja alle irgendwie auf eine gemeinsame Ursache zurückzuführen sind. Sondermüllverbrennung, gesamtdeutscher Genpflanzenhotspot Oderbruch, Lärmflugplatz … so etwas finden nur hart gesottenen Charaktere cool. Wer kann, zieht weg, ist doch klar. Ich werde nach meinem Wegzug auch fleißig für die Region Brandenburg werben, nicht etwa als touristisches Edelziel sondern als Ort, an dem man alles Unliebsame des Landes relativ frei von Hindernissen abladen darf.
    Gab es da in Brandenburg nicht irgendwo diese unterirdischen Salzstöcke…?

  37. Bei soviel verdrehter Weltsicht bleibt einem fast die Sprache weg. Die Leute ziehen hier in erster Linie weg, weil sie keine Perspektive, sprich ARBEIT haben und dieser hinterher ziehen (leider müssen).

  38. @ M. Peukert

    Eben.

    Interessant finde ich auch immer, dass JEDER neue Arbeitsplatz bejubelt wird. Sicher, JEDER Arbeitsplatz ist besser als keiner. Im Wettbewerb der Regionen können aber auf lange Sicht, insbesondere am Standort Deutschland, nur die gut bezahlten Arbeitsplätze eine Hauptrolle spielen. Ein Akademiker-Arbeitsplatz bindet nun mal 3-4 Nicht-Akademiker-Arbeitskräfte. Die Begeisterung für die hunderten Callcenter-Jobs in Frankfurt/Oder hält sich bei mir in Grenzen. Das kann nicht die Perspektive sein. Insofern sind Arbeitsplätze z.B. auf einem Flughafen mit gut ausgebildeten Arbeitskräften und gutem Einkommen sinnvoller. (Abgesehen von Ryanair-Flugpersonal, das ist eine eigene Geschichte, die auch schon die EU beschäftigt.) Was die Arbeitsplatz-Situation in Eberswalde betrifft, ist diese gar nicht so schlecht wie es scheint (20% Arbeitslosigkeit für den Altkreis). Wenn man mal das Pendlersaldo betrachtet (7000 Auswärtige arbeiten täglich in Eberswalde, nur 3000 Eberswalder arbeiten auswärts), gäbe es theoretisch für jeden Eberswalder einen Arbeitsplatz in Eberswalde. Weil Eberswalde eben eine recht gute Infrastruktur hat. Und wenn sich jeder hier mal umschaut, woher seine Kollegen eigentlich kommen und mal die Kennzeichen auf der Straße betrachtet (UM, MOL, PR, NVP, UER), sind wir wieder beim Thema: Ohne Infrastruktur keine Arbeitsplätze.

  39. @manfred schuber: Jetzt kommen wir uns ja doch schon etwas näher in unseren Ansichten. Wenn Sie jetzt noch endlich den Flughafen Finow vergessen würden…:-))

  40. @Dr. Valentin

    Gern. „Flughafen Finow“ ist bei der Antragstellung sowieso nicht mehr salonfähig. Ich weiß zwar nicht, wie der Flughafen jetzt heißen soll, aber wie wärs mit „Flughafen Eberswalde-Finow“ oder „Flughafen Eberswalde“?

  41. @manfred schuber
    Sie sagen: Wenn man mal das Pendlersaldo betrachtet (7000 Auswärtige arbeiten täglich in Eberswalde, nur 3000 Eberswalder arbeiten auswärts)…

    Interessant. Wo gibt’s diese Statistik?

  42. Hier ein aktueller Link der Märkischen Allgemeinen zum Thema Regionalflughäfen und Billigflieger in Brandenburg:

    Gruß

    Stefan Stahlabum

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