web analytics

Flugplatz Eberswalde-Finow träumt den Traum vom „Märkischen Stansted“

Ryanair im Anflug auf Eberswalde FinowWas Stansted für London ist, möchte Eberswalde-Finow gern für Berlin sein: Eine Basis für Billigflieger wie Ryanair. Finow möchte sich gern einreihen in die Liste der deutschen Ryanair-Hubs Hahn, Bremen und Weeze. Das Vorhaben steht im Widerspruch zur Landesentwicklungsplanung von Berlin und Brandenburg. Dennoch hat sich hier im Barnim die ganz große Koalition aus CDU, Linkspartei, SPD und Freien Demokraten gebildet, die der Fata Morgana vom „märkischen Stansted“ nachhängt.

Am Donnerstag stand der Möchtegern-Flughafen Finow auf der Agenda der Stadtverordnetenversammlung in Eberswalde. Die Stellungnahme der Eberswalder Stadtverwaltung zum neuen Landesentwicklungsplan Berlin-Brandenburg sollte von der StVV abgenickt werden. Der Finower Ortsbürgermeister Albrecht Triller wollte sein Recht auf Anhörung in der Versammlung wahrnehmen, der Vorsitzende der StVV Sven Köhle (CDU) entzog ihm jedoch das Wort. Hier das Manuskript des Finower Bürgermeisters im vollen Wortlaut. Zugegeben etwas lang, dennoch spannend zu lesen:

Sehr geehrter Herr Boginski, verehrter Herr Köhle,
werte Damen und Herren Stadtverordnete,

Sie beraten und entscheiden heute über die Stellungnahme der Stadt zum
ROV Regionalflughafen Eberswalde-Finow

Üblicherweise heißt es dann bei der Behandlung des Tagesordnungspunktes,
dass die StVV nicht Ort der Fachdiskussion wäre, da diese in die
Ausschüsse gehört. Doch im Ausschuss für Bau, Planung, Umwelt fand dazu
keinerlei Fachdiskussion statt. Dabei war dies der einzige Ausschuss,
der die Vorlage überhaupt auf der Tagesordnung hatte. Dieser hatte daher
die besondere Verantwortung für eine Erörterung der Vorlage. Neben den
Bau- und Planungsfragen hätten besonders auch die Umweltfragen im
Ausschuss eine besondere Prüfung erfordert. Aber, wie gesagt, es fand
überhaupt keine Debatte statt. Die im Ausschuss von mir vorgetragenen
Fragen, Probleme und Argumente wurden nicht zum Anlass der Diskussion
genommen.

Es liegt deshalb in der Verantwortung der heutigen
Stadtverordnetenversammlung, eine inhalt-liche Diskussion zu führen und
sich mit den Fragen und Problemen auseinanderzusetzen.

Die Beratung und Entscheidung der vorgelegten Stellungnahme der Stadt
zum ROV 85 t erfor-dert die Kenntnis der ausgelegten Unterlagen zum
Raumordnungsverfahren! Ich gehe davon aus, dass Sie diese eingesehen haben.

Kennen die Stadtverordneten auch die Stellungnahmen der
Ortsbürgermeister Oehler und Triller? Warum wurden diese Stellungnahmen
nicht der Vorlage beigefügt?

In der Stellungnahme der Stadt wird Bezug auf Einwendungen von Süd-Ender
Bürgern genommen. Die Bürgerversammlung in Finow zum Thema ROV 85 t
(siehe Amtsblatt 12/07) findet keine Berücksichtigung. Warum gab es
keine Einwohnerversammlungen zu diesem für die Bürger so wichtigen Thema?

Das Interesse der Eberswalder Bürger wird wesentlich geprägt durch die
öffentlichen Verlautbarungen über die Änderung des LEP und die
Äußerungen maßgeblicher Politiker dazu. Daraus ziehen die Bürger den
Schluss, dass sich das Thema Flugplatzausbau erledigt hat und verzichten
auf Einwendungen. Das bedeutet jedoch keine Zustimmung zum Antrag.

Bei der Genehmigungsbehörde wurden über 1200 Bedenken gegen den
Flugplatzausbau eingereicht. Die BI gegen den Flugplatzausbau hat eine
35 Seiten umfassende Stellungnahme der Genehmigungsbehörde übergeben.
Beim Betreten des Hauses wurde Ihnen eine Kurzfassung dieser Bedenken in
die Hand gedrückt.

Die Kernaussage der Bedenken ist, dass sich aus falschen Grundannahmen
zwangsläufig falsche Aussagen zu den Belastungen der Menschen und der
Umwelt durch den Lärm und zu den Schadstoffemissionen ergeben und dass
wegen der falschen Grundaussagen und unzureichender Antragsunterlagen
das ROV zurückzuweisen und eine Genehmigung für einen
„Regionalflughafen“ mit internationaler Ausrichtung (85 Tonnen
Startmasse) zu versagen ist.

Die Stadt Eberswalde sieht den „Bedarf“ des Regionalflughafens im ROV
als nachgewiesen an. Wo und wie wird der Bedarf nachgewiesen? Der
Investor beansprucht ausdrücklich das Recht auf „Wettbewerb mit
bestehenden Flughäfen“ und dokumentiert damit, dass er seinen „Bedarf“
im Wettbewerb von anderen Flughäfen abziehen will. Auch im Entwurf den
neuen LEP GR geht die Landesregierung ausdrücklich davon aus, dass der
Bedarf auf lange Sicht durch den Großflughafen Berlin/Brandenburg
International abgedeckt wird. Worin sieht die Stadtverwaltung also einen
Bedarf?

Die Stadt betrachtet den aktuellen LEP (von 2004) als Grundlage für ROV.
Andererseits erkennt sie, dass die vorgegebenen 20/30 t Startmasse
erheblich überschritten werden. 85 t werden trotzdem noch als zulässig
bezeichnet, obwohl der neue LEP selbst 20/30 t für Linienverkehre als
nicht mehr zulässig ansieht. Die Stadt will offenkundig neue Sichtweisen
und Erkenntnisse auf dem Gebiet des Luftverkehrs nicht akzeptieren. Es
soll sich nichts ändern. Alles soll beim alten bleiben — § 1 der
Mecklenburgischen Verfassung. Mehr noch: das Alte soll auf höherem
Niveau — nämlich 85 t — noch zementiert werden.
Die Stadt argumentiert, dass der Investor einen Anspruch darauf habe,
dass der LEP von 2004 als Handlungsgrundlage Bestand haben müsse. Aber
es gibt keinen Anspruch auf Unantastbarkeit eines einmal gebildeten
politischen Willens. (siehe MVA). Politisch klug handelt, wer möglichst
früh veränderten Erfordernissen Rechnung trägt, d.h. im konkreten Fall
auf die Pläne für einen Regionalflughafen verzichtet.

Die Stadt macht wirtschaftliche Gesichtspunkte zur Grundlage ihrer
Stellungnahme. 20/30 t wären nicht wirtschaftlich, deshalb müssten 85 t
Startmasse zugelassen werden. Ferner betont die Stadtverwaltung die
Bedeutung eines Regionalflughafens zur Stadtentwicklung und
Wirtschaftsstandortentwicklung, wie im INSEK und WISTEK festgeschrieben.
Diese Aussagen werden durch den Entwurf des LEP GR ad absurdum geführt.
Statt INSEK und WISTEK als Argumente für den Regionalflughafen zu
gebrauchen, muss die Flugplatzentwicklung aus diesen herausgenommen werden.

Mit der vorliegenden Stellungnahme erweist sich die Stadt bereit,
Belastungen für die Bürger im wirtschaftlichen Interesse hinzunehmen.
In der Sachverhaltsdarstellung heißt es: „Die Stadt Eberswalde hat
Verständnis dafür, dass auch bei Einhaltung der DIN 18005 das einzelne
Fluggeräusch als Belästigung empfunden werden kann oder empfunden wird.
Ein Ausschluss dieser Art von Belästigung würde aber einem
Entwicklungsverbot für den Flugplatz entsprechen“. Dazu kann ich nur
sagen: die betroffenen Bürger haben kein Verständnis dafür, dass die
Stadt die Prämissen pro Wirtschaft und kontra Bürger setzt. Warum hat
die Stadt Wohngebiete entwickelt, wissend, dass Beeinträchtigungen durch
Flugplatzentwicklung zu erwarten sind? Sie ist diesen Bürgern gegenüber,
wie auch allen Bürgern gegenüber, in der Pflicht, die Belastungen durch
einen Flughafen abzuwenden. Es handelt sich bei den Erwartungen der
Betroffenen auch nicht um Wünsche irgendwelcher Minderheiten, die sich
nicht der Mehrheit beugen wollen, sondern um verfassungsgemäß gewährte
Rechte auf Leben und körperliche Unversehrtheit (Art. 2).

Im Zusammenhang mit dem Schutz vor Fluglärm „hält es die Stadt
Eberswalde jedoch für erforderlich, für die Entwicklung der Stadt
Eberswalde als Wohnstandort, Gesundheitszentrum und Ort naturnaher
Erholung, klarstellend die Verkehrszeiten des zukünftigen
Regionalflughafens auf die Zeit von 6 Uhr bis 22 Uhr zu begrenzen, um
eventuellen Konflikten zwischen Flugverkehrsaufkommen und
städtebaulicher Gesamtentwicklung vorzubeugen“. Also kein Nachtflug!
Wenn die Stadt dies wenigstens zur Bedingung ihrer Zustimmung gemacht
hätte! Es nur „für erforderlich“ zu halten, kann nur ein Feigenblatt für
die Bürger sein, aber nichts ernsthaft bewirken.

Zu fragen bleibt aber, warum der Fluglärm nur nachts mit der
„städtebaulichen Gesamtentwicklung“ in Konflikt geraten soll. Die 50.000
Flugbewegungen im Jahr — ich wiederhole: 50.000 — finden fast
ausschließlich am Tage statt. Am Tage sind die Flugzeuge nicht leiser.
Die Stadt will den Lärm in der Stadt vermindern und organisiert sich
zusätzlichen Lärm. Zusätzlich ist nicht nur der Fluglärm sondern auch
der Lärm auf den Straßen für den Zu- und Abtransport für 2,2 Millionen
Passagiere und Frachten. Zusätzlich ist aber auch die Luftverschmutzung,
die durch Flugzeuge verursacht wird. Der Konflikt zur „städtebaulichen
Gesamtentwicklung“ besteht doch in mehrfacher Hinsicht rund um die Uhr.
Der Konflikt „zur Entwicklung der Stadt Eberswalde als Wohnstandort,
Gesundheitszentrum und Ort naturnaher Erholung“ stellt die verschiedenen
Entwicklungskonzeptionen der Stadt wie WISTEK, INSEK,
Verkehrsentwick-lungsplan, Lärmaktionsplan usw. in Frage.

Es wird immer wieder betont, dass die Entwicklung des Regionalflughafens
ohne Fördermittel erfolgt. „Der Investpartner Infratil Ltd. hat
gegenüber dem MW des Landes Brandenburg eine Erklärung abgegeben, wonach
die für den Ausbau des Regionalflughafens benötigten Mittel
bereitgestellt werden, ohne auf Fördermittelmittel angewiesen zu sein“,
heißt es in den Antragsunterlagen.
Hat diese Erklärung jemand gesehen? Hat sich die Stadt die Erklärung
zeigen lassen? Glauben Sie tatsächlich, Infratil habe eine bindende
Finanzierungszusage gegeben? Bedeutet diese Erklärung nicht im
Umkehrschluss, dass der ROV-Antragsteller kein Geld hat und nur
Strohmann für Infratil ist, so wie es Brandstetter für die Flughafen
Wien-AG war? Warum tritt nicht Infratil Ltd. selbst als Investor auf?
Auch die Wien — AG hatte eine Erklärung abgegeben, wollte aber nur den
fertigen Flugplatz betreiben. Und wo war die Flughafen Wien AG, als
Brandstetter Pleite ging? Von der Fluggesellschaft Raynair weiß man,
dass sie zwar an der Entwicklung von Flughäfen interessiert ist, diese
aber nicht bezahlen will, sondern selbst dafür kassieren will, dass sie
für Passagiere sorgt, sprich den so genannten Bedarf heranbringt.

Wenn Infratil erklärt, nicht auf Fördermittel angewiesen zu sein, dann
heißt das nicht, dass sie nicht alle Fördermittel mitnehmen, die sie
kriegen können, die aber besser anders eingesetzt werden sollten. Man
darf auch sicher sein, dass für die genannten Summen von insgesamt 33
Millionen € kein Regionalflughafen für 2,2 Millionen Passagiere machbar
ist. In der gemeinsamen Grundsatzerklärung von Brandstetter, Flughafen
Wien AG, Eberswalde, Finowfurt und Landkreis von 1997 waren schon 170
Mio DM, also ca. 85 Mio €, angegeben — nicht 33 !). Das ganze Projekt
ist mehr als fragwürdig.

Es muss schon sehr verwundern, wenn die Stadt in ihrer Stellungnahme zum
ROV 85 t dem Vorhaben grundsätzlich zustimmt. Das verbietet sich schon
wegen der anstehenden Änderung des LEP GR.

Für einen Skandal halte ich es, dass heute über die Stellungnahme der
Stadt zum ROV beraten und beschlossen wird, aber die Stadtverwaltung
schon in der letzten Woche eine Stellungnahme zum Entwurf des neuen LEP
GR abgegeben hat. Mit dieser Stellungnahme nimmt die Stadt die heutige
Beschlussfassung vorweg und fordert vom Land, dass die Entwicklung eines
Regionalflughafens mit 85 t Startmasse in die Landesplanung aufgenommen
wird.
Dies hätte gleichfalls einer Diskussion und Beschlussfassung in der StVV
bedurft. Auch hierzu wäre eine Einbeziehung der Bevölkerung zwingend
notwendig gewesen. Die Stadt kann sich nicht damit rechtfertigen, dass
ihr vom Land keine Terminverlängerung gewährt wurde. Es war genügend
Zeit. Mit dieser Verfahrensweise wurden nicht nur die Abgeordneten
brüskiert, sondern auch die Einwohnerschaft außen vor gelassen. Dies
widerspricht den Erklärungen von transparenter und bürgernaher Politik.

Sehr verehrte Damen und Herren Stadtverordnete,
Sie erweisen der Einwohnerschaft von Eberswalde und sich selbst einen
schlechten Dienst, wenn Sie dieser Vorlage zustimmen.

Albrecht Triller

Flugplatz Eberswalde-Finow träumt den Traum vom
Flugplatz Eberswalde-Finow träumt den Traum vom
Flugplatz Eberswalde-Finow träumt den Traum vom

Ähnliche Artikel:

20 Kommentare » Schreiben Sie einen Kommentar

  1. Komisch, dass immer Leute – wie Herr Triller – die in Ihrem Leben keinen einzigen Arbeitsplazt geschaffen haben, so viel von Wirtschaft verstehen. Schon komisch.
    Herr Triller wundert sich bestimmt auch, wenn Eberswalde nicht genug Geld hat, um soziale Projekte zu finazieren. Vielleicht kann jemand mal Herrn Triller klarmachen, dass Steuergeld von Unternehmen und den Angestellten kommen. Die brauchen wir in Eberwalde und im ganzen Barnim!

    Also, rauskommen aus der Nein-Sager-Ecke.
    Ja, zur Zukunft!

  2. Lieber Karsten,
    Ihre Zukunft ist die Vergangenheit. Mehr als Blahblah bringen Sie nicht, oder? Wie wär’s denn mal, wenn Sie die Argumente von Herrn Triller zu widerlegen versuchten?
    hartmut

  3. Lieber Karsten,

    bevor Sie Behauptungen in die Welt setzen, sollten Sie sich informieren. Herr Triller war bis zu seinem Ruhestand Geschäftsführer eines größeren Eberswalder Unternehmens, das unter seiner Führung nicht nur die Wende überstanden hat, sondern in den 90er Jahren auch eine beträchtliche Expansion hinbekam. Daß die Umwandlung von einem sozialistischen Betrieb in ein betriebswirtschaftlich geführtes Unternehmen nicht ohne Arbeitsplatzverlust funktionieren konnte, dürfte jedem klar sein, der einigermaßen mit der Historie seit 1990 vertraut ist. Diese Erfahrungen sind m.E. eine der Motivationen, auf denen das derzeitige politische und soziale Engagement von Herrn Triller beruht. In der Expansionsphase des Unternehmens dürfte im übrigen auch der eine oder andere Arbeitsplatz entstanden sein.

    Was das fehlende Geld für soziale Projekte angeht, so liegt das u.a. daran, daß damals dem „Flugplatzentwickler“ Bepo Brandstetter u.a. 3,25 Mio DM in den Rachen geworfen wurden. Geld der Eberswalder Bürgerinnen und Bürger, das man dann irgendwann abgeschrieben hat. Dafür zur Verantwortung wurde nie jemand gezogen.

    Abgesehen davon greift Ihre Argumentation, daß nur jemand etwas von Wirtschaft versteht, der schonmal einen Arbeitsplatz geschaffen hat m.E. viel zu kurz.
    Um Arbeitsplätze zu schaffen – was im Prinzip nur die Umschreibung dafür ist, fremde Arbeit auszubeuten – braucht es neben dem Verständnis von der Wirtschaft vor allem eins: Kapital.

  4. Mancher träumt davon unbesiegbar zu sein, ein anderer will zum Mars und in Eberswalde sagt man, dass man mit nur einer Fluggesellschaft mehr als 2 Mio Fluggäste herbeizaubern will.
    Hier mal kurz zu den Regionalflughäfen. Hahn ist keiner. Der Flughafen wird von den deutschen Behörden als internationaler Flughafen gewertet.
    Auf dieser Basis schafft keiner der restlichen Regionalflughäfen in Deutschland die 2-Mio-Marke und nur ein oder zwei Regionalflughäfen (von 40) kommen überhaupt in die Nähe der Rentabilitätsgrenze, das aber auch nur weil mehrere Gesellschaften den Flughafen nutzen.
    7/8 der 40 Flughäfen erreichen nicht die 500.000 Fluggäste-Grenze im Jahr und 2/3 der knapp 40 Flughäfen haben keine 100.000 Fluggäste.

    Noch eine kurze Bemerkung zum betriebswirtschaftlichen Imparitätsprinzip (Vorsichtsprinzip). Genau dieses wird bei allen Vermutungen, Träumen und zukunftsgerichteten Wunschvorstellungen der Flughafenbefürworter völlig außer Acht gelassen. Wer sein Geld rentabel anlegen will betrachtet auch den Worst-Case, also den schlechtesten Fall. Hier wird aber nur der sehr sehr unwahrscheinliche Best-Case betrachtet. Das impliziert, dass viel viel Steuergeld verpulvert werden soll.

    Würden sich die Verkäufer von Banken oder Versicherungen hinstellen und ihren Kunden nur den besten Fall darstellen und die Risiken verschweigen, z.B. von Investments, so bekämen deutsche Gerichte und JVAs viel zu tun. Und das nicht erst seit 2007.

    Aber scheinbar ist derartige Verschleuderung von öffentlichen Geldern ohne Konsequenzen für die Entscheidungsträger.

    Auch wenn ich glaube, dass den Befürwortern des Flughafens reale Zahlen egal sind, hier nochmal ein Link:

    Anmerkung zum Schluss: Mich würde schon interessieren, welche Banken sich mit Kundengeldern bei einem derartigen Projekt engagieren. ;-)

  5. Stefan Reckin: „[…] Anmerkung zum Schluss: Mich würde schon interessieren, welche Banken sich mit Kundengeldern bei einem derartigen Projekt engagieren. ;-)“

    Wenn es nach Miachel Peukert ginge, „seine“ Sparkasse…

  6. @Karsten: VOLLE zustimmung! Das was Albrecht Triller da abspult, hat nix aber auch gar nix mit den Interessen von Finow zu tun. Man kann nicht die Ungerechtigkeiten von Hartz IV (WAS ZWEIFELSOHNE RICHTIG IST) anprangern und dann Invstitionen abwürgen wollen! Arbeitsplätze, das ist es, was es hier an erster Stelle braucht. Sonst ist keiner mehr da, der die schöne Natur bewundern will. Den Trend zum Wegzug wird doch hoffentlich niemand übersehen haben.

    Ich hoffe, die beträchliche Expansion von MÄRKA in den 90ern kannst Du auch mit Zahlen unterlegen Gerd? Hast hoffentlich die entsprechenden Bilanzen vorliegen? Oder sollte es einfach auch nur so eine Behauptung sein, die Du gern anderen unterstellst.

  7. @Hartmut: Erstmal nicht „meine“ Sparkasse, bin da nur ´n kleineres Licht. Im Falle einer möglichen Finanzierung, also eines EXTERNEN Geldzuflusses wären natürlich Konzepte/Renta-Planungen etc. einzureichen. Selbstverständlich mit der Betrachtung Worst-/Best-Case, hab auch ich schon mal gehört. *grins* Auf dieses Basis wäre dann eine Entscheidung zu fällen. Und da wird heut zu Tage genau geprüft, für die Sparkasse kann ich das mit absolutem guten Gewissen versichern. Von dem Verschleudern von Kundeneinlagen kann hier im Barnim in keinster Weise die Rede sein. Wer das in Abrede stellt, dem fehlen leider die Fakten! Und im Übrigen würde JEDE Bank, die das bzw. ein Investment für gut befindet, Kredite ausreichen. Weil das ein Wichtiger Teil Ihrer Aufgaben ist. Meint man denn, die Zinsen, die man für Guthaben gezahlt werden (natürlich zu gering, klar!) fallen vom Himmel und müssen nicht über Zinseinnahmen verdient haben. Wem das zu hoch, dem muss ich Betriebswirtschaft echt absprechen. Und abschließend sei angermerkt, dass eine Renta-Planung nicht Teil eines Raumordnungsverfahrens ist!!!

  8. Lieber Michael,
    jetzt argumentierst Du nicht mehr ganz fair. Ich hatte auf einen Kommentar geantwortet, der einem ehem. Geschäftsführer unterstellte, nichts von der Wirtschaft zu verstehen. Das gleiche wäre, wenn man Dir unterstellt, Du würdest als Sparkassenmitarbeiter nichts vom Bankwesen verstehen.

    Die Bilanzen des Märka-Konzerns liegen mir natürlich nicht vor. Ich bin weder Gesellschafter dieser Firma, noch arbeite ich bei der Sparkasse, wo solche Unterlagen u.U. abgeliefert werden.

    Wenn Du in den letzten Jahren die Presse verfolgt und vielleicht auch mal einen Blick in diverse Handelsregisterveröffentlichungen geworfen hättest, wäre Dir die von mir angesprochene Expansion nicht verborgen geblieben. Märka hat in den 90er Jahren so ziemlich alles aufgekauft, was sich in Ostbrandenburg mit dem Aufkauf und der Weiterverarbeitung von Getreide beschäftigt. Derzeit gehören wenigstens um die 10 Unternehmen zur Märka-Unternehmensgruppe, die im Eberswalder Kraftfuttermischwerk ihren Ursprung hatte. Hinzugekommen sind seit Anfang der 90er Jahre u.a. Betriebe in Wriezen, Röbel (MeckPom), Halle, Göda (Sachsen). Sogar in den Westen soll die Firma inzwischen expandiert sein.

  9. @Gerd: OK,Ok. :o) Das der Betrieb die Wende überstanden hat, ist sicher nicht die Regel gewesen, sondern als Leistung von Albrecht zu würdigen. Insofern sicher nicht ganz fair gewesen von mir! Gebe ich Dir recht! Unternehmer/Geschäftsführer=betriebswirtschaftiche Kompetenz ist aber auch kein Naturgesetz, dazu habe ich in meiner beruflichen Laufbahn bereits auch diverse negative Beispiele erlebt.

    Die betriebswirtschaftlichen Kenntnisse von Albrecht im Detail kann ICH nicht beurteilen, daher lass ich das an der Stelle auch. Mein letzer Kommentar bezog sich ohnehin eher auf die Aussagen von „Hartmut“. Anfang der 90er war mein Interesse für die wirtschaftlichen Vorgänge usw. aber auch noch unterdurchschnittlich ausgeprägt (1990=16 Jahre alt >> eher andere „Schwerpunkte“).

  10. Opa Triller und seine Pfeifen (ja: Trillerpfeifen hatten wir schon mal) können gern einpacken und irgendwo in die Uckermark umziehen. Dort können sie live erleben, wie ein Landstrich ohne Infrastruktur aussieht. Zwar ruhig, aber die, die noch da sind, sind arbeitslos.
    Spätestens seit Herr Triller behauptet, DIE Finower zu vertreten, ist er unhaltbar geworden. Dieser Störenfried sollte zurücktreten.

  11. Prima, klingt so wie früher: Geht doch nach drüben! Jetzt also in die Uckermark. Warum nicht nach Tibet? Oder zu Putin? Oder gar in den Westen?
    Warum kann man sich nicht einfach mal i n h a l t l i c h auseinandersetzen – ohne einen derartigen Blödsinn? Vielleicht, weil man gar keine richtigen Argumente hat? Die Argumente hatten nämlich hier eindeutig die Flugplatzgegner. Alle anderen träumen nur ihrem Glück (und unserer Feierabendruhe) hinterher…

  12. Übrigens, ich denke früher hatten wir Blockflöten, keine Trillerpfeifen. Und die Blockflöten haben in CDU und FDP leider immer noch das sagen.

  13. @Manfred Schuber: So sieht es aus!
    Gute Begründungen sind von BEIDEN Seiten zu hören gewesen. Ich hab doch auch einige gute Arguemente geliefert. Für welche Seite man sich dann im Endeffekt entscheidet, bleibt dann doch jedem selbst überlassen. Jedoch muss keiner nieder gemacht werden, nur weil er PRO oder CONTRA ist. Ich glaub, soviel Courage sollte jeder haben.

  14. @Manfed Schuber: Um es nochmal klar zu machen, ganz Deiner Meinung!

  15. @ Dr. Valentin

    Ganz egal wohin die ziehen, Hauptsache weg.
    Hier ein Argument FÜR einen Flughafen Finow: Was mich betrifft, fliege ich sehr gern für ein verlängertes Wochenende in eine europäische Großstadt, z.B. Newcastle, Krakau, Kopenhagen, Cardiff, Barcelona. Wenn ich von Finow fliegen könnte, wäre dieses Wochenende rund 6 Stunden länger (ich wohne in Finow).
    Wenn jemand gegen Fluglärm ist, dann doch bitte gegen diese kreisenden Nervtöter am Wochenende. Eine Verkehrsmaschine kommt, landet und fliegt wieder: Kurz und schmerzlos.

  16. Das ist mir zu einfach.Außerdem haben andere Menschen andere Hobbies. Nach Ihrer Logik braucht auch jeder einen Bahnhof im Vorgarten.

  17. Pingback: Regionalflughafen in Eberswalde-Finow? Banker sehen es anders - BAR-blog | Wir bloggen den Barnim

  18. Pingback: Obere Luftfahrtbehörde Berlin-Brandenburg entscheidet: Flugplatz Eberswalde-Finow wird nicht zum Regionalflughafen ausgebaut