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Flughafen Finow – die „Macher“ und die „Verhinderer“

Barnimer Bürgerpost Januar 2008Die „Barnimer Bürgerpost“ geht in ihrem Leitartikel der Januarausgabe ausführlich auf den Flugplatz-Poker in Finow ein. Am 18. Januar endet die Frist für Einwendungen im Rahmen des Raumordnungsverfahrens (ROV) zum Flugplatz Finow. Der Stadt Eberswalde wurde eine Verlängerung der Frist bis zum Ende des Monats zugestanden. Nach der Beratung im Ausschuß für Bau, Planung und Umwelt am 8. Januar, werden die Stadtverordneten am 24. Januar über ihre Stellungnahme beschließen.
Die „Barnimer Bürgerpost“ schreibt über die Anfänge des Projektes in den Neunzigern:

Erstaunlich, daß die vor Jahren von Scharlatanen in die Welt gesetzten Illusionen von einem prosperierenden, arbeitsplätzebringenden, wirtschaftsaufschwungfördernden und so weiter Regionalflughafen noch immer ein begeisterungsfähiges Publikum finden. Mit einem nachvollziehbaren ökonomischen Konzept konnten weder damals Josef Brandstetter noch seine heutigen Nachfolger aufwarten. Im Wunderkerzenanzünden hingegen haben beide was drauf.

Brandstetter hatte den damaligen Bürgermeister bestochen, der ihm vor nunmehr elf Jahren 3,25 Millionen Mark auf den Weihnachtsteller legte. Schon Anfang 1996 hatte er den Flugplatz geschenkt bekommen. Der angebliche Verkauf blieb ein Scheingeschäft. Die Verluste haben die stadteigenen Technischen Werke inzwischen kaufmännisch ordnungsgemäß abgeschrieben. Verantwortlich wurde nie jemand dafür gemacht.

Gerd Markmann führt die „Macher“ der Neunziger vor, zeigt auf, wie die Visionen des kriminell gewordenen Ex-Bürgermeisters Schulz und seiner Beton-Lobby noch heute nachwirken und analysiert trefflich die missliche Lage, in der sich Bürgermeister Boginski heute befindet:

In seinem ersten Amtsjahr war Bürgermeister Boginski gleich mit zwei großen Vorhaben konfrontiert, bei deren Umsetzung die Brust seines Vorgängers voller Stolz geschwollen wäre. So gehört beispielsweise die geplante Sondermüllverbrennungsanlage der Firma Steil zweifellos zu den nunmehr sichtbar werdenden Erfolgen der Schulzschen Infrastrukturpolitik. Auch die geplante Schnellstraße quer zur Landschaft und den tatsächlichen Bedürfnissen der hier lebenden Menschen gehört zu den »positiven« Resultaten der Politik der Beton-Schulz-Ära. Es kostete und kostet Anstrengungen, diese Projekte zu verhindern.

Und nun das Flugplatzprojekt. Alle wirklich Beteiligten wissen, daß hier nur Schaum geschlagen wird. Aber die alte Betonlobby wittert ihre Chance, auch mit dem neuen Bürgermeister das alte Spiel weiterzuspielen. Der Stempel liegt bereit, dem Bürgermeister im Falle einer ablehnender Stellungnahme zum Flugplatz-ROV das Wort »Verhinderer« auf die Stirn zu brennen. Vergleiche mit den Eberswalder Altvorderen, die von der Eisenbahn nichts wissen wollten, sind schon gezogen.

Den vollständigen Artikel gibt es im Januarheft 2008 der „Barnimer Bürgerpost“, das ich diesmal nicht nur wegen des Titelbildes* sehr gelungen finde: Barnimer Bürgerpost 01/2008 Leseprobe

Das Inhaltsverzeichnis der BBP folgt hier in den kommenden Tagen.

*Ist das jetzt eigentlich auch Schleichwerbung, Achim? Das Foto stammt nämlich vom Autor dieses Beitrags hier. Danke, Gerd, für den „Link“ in der Bürgerpost!

Flughafen Finow - die
Flughafen Finow - die
Flughafen Finow - die

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2 Kommentare » Schreiben Sie einen Kommentar

  1. Die Frage ist ja nun, wie kann man diesen Unsinn noch abbiegen. Selbst massiver BÜrgerprotest scheint ja, wie man bei Steil sieht, wenig auszurichten. Wenn jemand eine Idee hat…?

  2. Gibt es hierzu eigentlich schon neue Erkenntnisse, oder wird wieder nur diskutiert?