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Willkommen im Eichenhof (Part 2)

bericht4.jpgZepernicker Mensa am 10.12.2007 gegen 18:45 Uhr:
Bereits 15 Minuten vor Veranstaltungsbeginn sind im Saal kaum noch Sitzplätze zu finden und noch immer strömen die Menschen herbei . Bürgermeister Fornell, von Berufs wegen mit dem Fassungsvermögen des Gebäude gut vertraut, schätzt die Besucherzahl später auf ca. 200 Personen. Fornell führt die Anwesenden kurz in die Materie ein, stellt Akteure vor und übergibt das Wort dann an die Vertreter der Führer-Gruppe. Es werden an diesem Abend etliche Menschen zu Wort kommen, der erstaunlichen Präsenz Burchard Führers kann sich aber niemand annähern.

Der Mitfünfziger beginnt mit launigen Bemerkungen über die eigene Familie, kommt dann aber recht schnell zur Sache. Schon nach wenigen Minuten scheinen 2 Dinge sicher:

  1. Dem Zepernicker Seniorenheim stehen tatsächlich gravierende Veränderungen bevor.
  2. Die Parole des Abends lautet: „Optimismus verbreiten“.


bericht1.jpgDementsprechend streift Führer die Vergangenheit des „Krisenheimes“ nur mit wenigen Worten, sein Geschäft ist die Zukunft. Das Publikum wirkt abwartend, neugierig und ist extrem diszipliniert. Führer bittet die Angestellten des Heimes um ein Handzeichen, „gefühlte 50 Prozent“ der Anwesenden melden sich. Die Zusammensetzung der Zuhörerschaft bedingt die Gewichtung der Fragestellungen. Natürlich dominiert die Angst um die Sicherheit der Arbeitsplätze. Führer bleibt in seinen Aussagen recht allgemein. „Bewerben sie sich bei uns“ ist seine primäre Botschaft.

Die Antworten zu anderen Fragen, z.B. bestimmten Antragsangelegenheiten, sind immerhin zum Teil konkreter. Führer spricht in knappen, klaren Sätzen und bleibt seiner „optimistischen Grundlinie“ den ganzen Abend treu. Er selbst wird später einschätzen, dass die Verunsicherung innerhalb der Belegschaft sich deutlich gelöst hat und die Leute „spürbar verändert sind“.

bericht2.jpgVon wirklicher Planungssicherheit kann allerdings noch immer keine Rede sein. Als Führer von einer Besucherin gebeten wird, sich zur Klärung einiger Fragen bereits jetzt vor Ort sehen zu lassen, muss er dankend ablehnen. Man habe ihm über Anwälte deutlich zu verstehen gegeben, dass seine Anwesenheit derzeit „nicht erwünscht sei“. Das macht auch die jetzt notwendige Kommunikation mit den derzeitigen Heimbewohnern schwierig.

Im Saal befinden sich, neben Panketals Bürgermeister, ca. 10 Gemeindevertreter. Führer lobt ihr schnelles und engagiertes Handeln. In der Tat hat man die Abgeordneten selten so betriebsam und effektiv erlebt. Dennoch ist noch immer weitgehend ungeklärt, wie es möglich war, dass die seitens der Heimaufsicht als gefährlich eingestuften Pflegebedingungen mit möglicher Weise punktuell strafrechtlich relevanten Folgen erst in diesem Jahr ins Blickfeld der Verantwortlichen rückten.

bericht-3.jpgGisa Kuhn, soviel ist klar, hat nicht „im luftleeren Raum operiert“ sondern war lange Zeit ein geschätzter Bestandteil der politischen Öffentlichkeit und gefragte Kooperationspartnerin. Die Niederbarnimer Grünen haben aus diesem Grund eine Antragvorlage vorbereitet und fordern einen zeitweiligen Untersuchungsausschuss. Ziel ist es, die den entstandenen Verhältnissen im Seniorenheim zugrunde liegenden Prozesse gründlich zu begutachten, Fehler zu analysieren und in Folge dessen eine grundlegende Neuausrichtung der Kommunikations- und Kooperationsstrukturen zwischen Betreiber (einschließlich der Vertretungen des Personals), Bewohnern, Aufsichtsbehörden und der Gemeinde zu erarbeiten.

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3 Kommentare » Schreiben Sie einen Kommentar

  1. Wenn diese unselige Affäre ausgestanden ist und bei den Bewohnern endlich die wohlverdiente Ruhe eingetreten ist, muss dringend darüber aufgeklärt werden, wieso es so weit kommen konnte. Woher nahm und nimmt diese Frau Kuhn eine derartige Machtbefugnis her? Wer von unseren Provinzfürsten aus Gemeinde und Kreis hat das jahrelang gestützt und gedeckt, weil die Dame in der CDU ist und sicher (?) – wie vor hier schon ein krimineller Bundeskanzler, der wie ein Mafia-Pate ein „Ehrenwort“ über seinen Amtseid stellt- „große“ Verdienste für ihre Partei erarbeitet hat? Wie kam sie zu dem überaus günstigen Pachtvertrag für den Altbau, wo sind die Gelder für die Rotunde her und und und ??? Allerdings befürchte ich, unsere unheilige Allianz aus SPD und CD hier im Barnim und Brandenburg wird wohl kaum auf diese Fragen reagieren oder gar zur Klärung beitragen wollen…

  2. Auf einen Teil ihrer Fragen zielt besagter Antrag der Grünen.Was bei einer gründlichen Begutachtung der Hintergründe und Kommunkationsstrukturen herauskommt ist derzeit natürlich völlig offen.Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass Frau Kuhns …äh..Fehlleistungen nicht „aktiv gedeckt wurden“ sondern tatsächlich strukturelle Unzulänglickeiten und unzureichende Kontrolmechanismen gewirkt haben.
    Ob die Gemeindevertreter einem entsprechenden Untersuchungsauschuss zustimmen wird sich bald zeigen. Im Ortsbeirat Zepernick konnte man sich gestern mehrheitlich allerdings nicht entschließen eine solche Vorlage zu unterstützen bzw. einen entsprechenden Antrag einzureichen.
    Fairer Weise sollte dabei erwähnt werden dass in der Diskussion auch ein Vertreter der SPD das Vorhaben offen befürwortete.

    Da es sich eigentlich noch nie bewährt hat die Fehler der Vergangenheit zu ignorieren sollten sich eigentlich ausreichend Gemeindevertreter finden die eine Aufarbeitung wollen. Zumal der Skandal um das Seniorenheim nicht nur dem Ruf des Heims geschadet haben dürfte.

  3. Heute berichtet auch die MOZ zur Versammlung vom Montag.
    http://www.moz.de/index.php/Moz/Article/category/Bernau/id/211550
    Interessant ist u.a. (das hatte ich ja glatt vergessen zu erwähnen) dass der Bürgermeister nun auch endlich das Thema der zum „Kuhn-Betrieb“ gehörigen Kindertagesstätten aufgreift.
    „Bringen Sie die Dinge in Ordnung – bevor etwa auch die zwei Kitas im Strudel untergehen.“ wandte er sich (so jedenfalls steht es im Bericht von Hajo Zenker)an den Förderverein.
    Na da hat es sich ja schon gelohnt dass wir vor Tagen die „Kita-Frage“ behandelten (siehe: http://www.bar-blog.de/2007/12/04/seniorenbetreuung-nein-kinderbetreuung-ja/ )
    Wie im Falle des Seniorenheims sehe ich die Gemeindevertretung, auch wenn die Einrichtungen von einem freien Träger betrieben werden, bezüglich der Betreuungsqualität in den Kitas ebenfalls in der Verantwortung.
    Dabei sei daran erinnert, dass es Amt und Gemeinde Panketal waren, die Gisa Kuhn zur Eröffnung der Kita auf dem alten Krankenhausgelände „überredeten“. Das jedenfalls schrieb die MOZ im Jahre 2003 (siehe: )