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Alleenrodung: Untere Naturschutzbehörde Barnim erneut in der Kritik

Lindenallee in Lichterfelde (Gemeinde Schorfheide)In einer Presseerklärung mit dem Titel „Alleenabholzung an Messingwerkstraße keineswegs ‚ordentlich‘ gelaufen“ üben Vertreterinnen und Vertreter der regional aktiven Naturschutzverbände NABU, BUND und GRÜNE LIGA sowie des Finower Imkervereins scharfe Kritik an der Rodung des Baumbestandes in den Bereichen der Altenhofer Straße / Messingwerkstraße (Eberswalde, OT Finow und Gemeinde Schorfheide, OT Lichterfelde). Diese Reaktion erfolgte in Bezugnahme auf einen in den letzten Tagen veröffentlichten MOZ-Artikel.

Hier der Wortlaut der Presseerklärung:

Auch die Umweltverbände begrüßen die Neupflanzung von Alleen. Im Falle der Messingwerkstraße hat dies jedoch einen sehr faden Beigeschmack. An der Straße waren noch zahlreiche vitale und standfeste Altbäume – Linden und Robinien – vorhanden. Zum Teil war der Altbestand bereits durch Neupflanzungen ergänzt. Obgleich nicht mehr voll vital, leisteten die spätblühenden Krim- und Silberlinden einen wichtigen Beitrag für die Bienentracht. Die für Landschaftsbild, Klima und Tierwelt wertvollen alten Bäume wurden zum größten Teil ohne Not abgeholzt, um einer neuen Allee Platz zu machen.
Die Naturschutzverbände hatten sich in ihrer gemeinsamen Stellungnahme zu dem Projekt vom Juli 2007 eindeutig gegen die Abholzung ausgesprochen und unter Berücksichtigung der Verkehrssicherungspflicht Alternativvorschläge zur Komplettierung der Allee gemacht. Eine Diskussion über diesen Fall fand nicht statt. Die Untere Naturschutzbehörde ignorierte die Einwände und veranlasste die Fällung. Die Verbände wurden erst nachträglich informiert.
Offensichtlich sollte ein Beispiel für die „Neue Alleenkonzeption“ des Landes geschaffen werden. Verkehrsminister Dellmann tut sich selbst und dem Baumschutz keinen Gefallen, wenn er sich an dieser Stelle als „Alleenpflanzer“ ablichten lässt.
Dem Gesprächs- und Klärungsbedarf zu diesem Thema könnte eine möglichst breit gefächerte Arbeitsgruppe „Baumschutz“, wie sie im letzten Umweltausschuss gefordert wurde, begegnen. Die örtlichen Umweltverbände würden sich hier selbstverständlich einbringen.

Die Unterzeichner:
Ute Krakau (BUND Eberswalde)
Prof. Joachim Oehlke (NABU Barnim)
Dr. Andreas Steiner (GRÜNE LIGA Brandenburg)
Dr. Günter Riedel (Imkerverein Finow)

Das Foto zeigt die Messingwerkstraße in Lichterfelde im Bereich der Seniorenresidenz (jenseits linker Straßenseite) vor und nach der Alleenrodung. Deutlich wird, welche gravierend negativen Auswirkungen dieser Eingriff auf die Ästhetik des Landschaftsbildes hat. Von dem Schaden mit Blick auf den Natur- und Artenschutz ganz zu schweigen…

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Veröffentlicht von

Dr. Andreas Steiner, Diplom-Geograph und Waldökologe, lebt seit 1999 im Barnim. Als Fachgutachter ist er bei einem Projektträger des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie in Berlin beschäftigt, der innovative Forschungs- und Entwicklungsprojekte von klein- und mittelständischen Unternehmen im Bereich Technologie betreut. Seit mehr als 10 Jahren engagiert sich der Querdenker und -tuer ehrenamtlich in der Umwelt- und Sozialpolitik.
Im Rahmen der Brandenburger Kommunalwahlen 2008 wurde er als Parteiloser für Bündnis 90/Die Grünen in die Eberswalder Stadtverordnetenversammlung gewählt. Ende 2011 musste er aufgrund eines Wohnsitzwechsels dieses Mandat niederlegen. Derzeit gehört er der Gemeindevertretung Schorfheide an und ist Vorsitzender der Fraktion Freie Wähler/Bürgergemeinschaft Kommunalabgaben (BKB).
Steiner hat Mitgliedschaften der GRÜNEn LIGA Brandenburg und der NaturFreunde Oberbarnim-Oderland. Seine Hobbys sind Wandern, Radfahren, Schwimmen, Saunieren, Kochen – und natürlich der ehrenamtliche Journalismus, insbesondere wenn es um die Behandlung kritischer und brisanter Themen geht.
Folgenden Leitspruch eines großen deutschen Gewerkschafters hat er sich zum Lebensmotto gemacht: „Nicht Ruhe, nicht Unterwürfigkeit gegenüber der Obrigkeit ist die erste Bürgerpflicht, sondern Kritik und ständige demokratische Wachsamkeit“ (Otto Brenner, 1968).

1 Kommentar » Schreiben Sie einen Kommentar

  1. Tja,

    ich denke die Geschehnisse an der Messingwerkstraße geben uns nur einen kleinen Vorgeschmack darauf, was uns im Zuge der „Dellmanschen Alleenkonzeption“ erwartet. Weg mit allen alten Bäumen, egal wie vital.Dafür allseits „freie Fahrt für freie Raser …äh …Bürger“.
    Kein Wunder das der ADAC da applaudiert.