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„Wir rasen nicht, wir fliegen tief!“ – Tuningclub Panketal

Es gibt Momente im Leben eines Menschen, in denen man sich den eigenen Vorurteilen stellen muss. Das bestimmte „Reizworte einfach“ entsprechende Assoziationen hervorrufen, darf hier als Entschuldigung nicht gelten. Heute möchte mich, in einer seltenen Aufwallung „edler Selbsterkenntnis“, dem Begriff Auto-Tuning widmen.

Vor meinem „geistigen Auge“ baut sich spontan eine Reihe bierbäuchiger Männer mittleren Alters auf (Hey, die sehen ja aus wie ich) die normaler Weise Handwerksberufe bekleiden und „Haus und Hof“ in die „ Verschönerung“ ihres „Blech-Babys“ stecken. Das Konversationsreportoire beschränkt sich in der Regel auf ein paar „technische Versatzstücke“ die gelegentlich durch „geil“ oder „cool“ ergänzt werden. Frauen sind in „dieser kleinen“ Welt „schmückende Staffage“, relativ schweigsam (gerne blond) und hören auf Tiernamen (Hasi, Schnucki usw.). Führerscheinlose und „notorische Radfahrer“ sind für diese Spezies „bedauerliche Randexistenzen“ die den Kontakt zur wirklichen Welt schon lange verloren haben. Einer Erektion kommt man(n) ab Tempo 130 (speziell in Kurven) am nächsten.

Soweit zur Theorie. Also rein in die Praxis und rauf auf die Homepage des „Tuningclub Panketal“.

Mein erste Eindruck:: Das „Projekt“ wird liebevoll gepflegt. Die Site ist leidlich aktuell, es gibt eine Art „Clubbekleidung“ und sogar „downloadbare Hymnen“ (wenn auch, wie Gästebuchbenutzer behaupten, partiell geklaut).

Die Altersdurchmischung kann durchaus als „jugendlich frisch“ bezeichnet werden (also nix mit „ beleibten Daddys“) und erstreckt sich von 16 bis 25 Jahren. Frauen werden als gleichberechtigte Mitglieder geführt, sind unterschiedlicher Haarfarbe, tragen allerdings tatsächlich Tiernamen. „Hasis“ sucht man allerdings vergeblich, denn Panketal setzt eindeutig auf „Rennmäuse“ (oder „Mausis“).

Kommen wir nun zur Berufswahl der Mitglieder. Die „Herren der Schöpfung“ sind mehrheitlich gestandene oder werdende Kfz-Mechaniker , es ist aber auch ein angehender Krankenpfleger dabei. Die „Mädels“ wirken überwiegend in sozialen bzw. pflegerischen Berufen. Fußgänger und Fahrradfahrer werden kommentarlos akzeptiert.

Was die „Erektionsfähigkeit“ und Kommunikationskultur angeht empfehle ich einen Bildbeitrag auf www.clipfish.de.

Alles in allem eine gewöhnungsbedürftige, aber durchaus sympathische Website. Ich wünsche allen Mitgliedern (und besonders den Ihnen begegnenden Verkehrsteilnehmern) ein langes und unfallfreies Leben.

Dass ich persönlich unverändert für Tempolimits, autofreie Zonen und „angemessene Spritpreise“ plädiere wird man mir sicherlich verzeihen.

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Veröffentlicht von

Stefan ist von Beruf Sozialarbeiter und arbeitet mit chronisch kranken Menschen. Der 2-fache Familienvater ist Autor verschiedener Websites und gelegentlich auch noch als Sänger aktiv. Als leidenschaftlicher Naturschützer wurde er unlängst in die Panketaler Gemeindevertretung gewählt. Weitere politische Schwerpunkte sind die Ortsentwicklung, sowie soziale Themen.

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