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Kompromisslose Bremser? – Märkische Allgemeine zum Streit um die B 167

Am heutigen Tag veröffentlichte die Märkische Allgemeine einen Artikel zum Streit um die geplante „Umgehungsstraße“ B167. Autorin Jeanette Bederke kommt zu folgendem Urteil: Die Umgehung in ihrer geplanten Form ist unverzichtbar, da der jetzige Zustand insbesondere den Pendlern nicht mehr zuzumuten sei und eine fortgesetzte Verhinderung des Projektes schließlich den gesamten Industriestandort Eberswalde, sowie den Kurstadtstatus Bad Freienwaldes gefährde.

Nachvollziehbare Fakten bietet Frau B. nicht, sondern arbeitet lieber mit „gefühlten Stauzeiten“, befürchteten Lieferengpässen und nicht belegter Investorenabschreckung aus der „Welt des Hörensagens“. Natürlich wird nicht vergessen, die Angst vor Arbeitsplatzverlusten zu schüren. Das Fehlen aktueller Verkehrprognosen lässt die Berichterstatterin kalt.

Für die „kompromisslosen Bremser“ aus den Reihen der Bürgerinitiativen hat die MAZ-Journalistin wenig Verständnis, da insbesondere hinsichtlich des Naturschutzgedankens z.B. „die dritte und etwas längere Trassenvariante so konzipiert ist, dass sie eben nicht durch Naturschutzgebiete führt.“

Hierzu heißt es in den Planungsunterlagen:

Durch die B 167n Variante 3 gehen auf einer Fläche von 0,3 ha Biotope mit einer sehr hohen Bedeutung und auf einer Fläche von 19,92 ha Biotope mit einer hohen Bedeutung verloren. Darüber hinaus erfolgen Beeinträchtigungen durch Schadstoffeintrag, Verlärmung, Zerschneidung / Verkleinerung und eine Veränderung des Bestandsklimas. Weiterhin entstehen Funktionsverluste für Tierlebensräume.(…)
Bezüglich der Ertragsfunktion (vgl. UVS) gehen durch die B 167n Variante 3 auf einer Fläche von 12,0 ha Böden mit einer sehr hohen Bedeutung und 21,1 ha Böden mit einer hohen Bedeutung verloren. Darüber hinaus kommt es zu Beeinträchtigungen der Speicher- und Reglerfunktion durch Schadstoffeintrag. An Böden mit besonderen Standortfaktorenkombinationen gehen 4,0 ha verloren. Durch die Variante werden zwei Fließgewässer und drei Gräben gequert. Auf 5.000 m Trassenlänge wird eine Trinkwasserschutzzone III beansprucht. Es erfolgt ein Verlust von Waldflächen mit hoher Bedeutung bezüglich der lufthygienischen Ausgleichsfunktion auf 43,12 ha und eine Störung des Bestandsklimas im angrenzenden Bestand.

Dass die Bürgerinitiativen derzeit alle Planungsvarianten ablehnen ist übrigens wahr. In einer Stellungnahme heißt es einleitend: “Klar gesagt gibt es keine Variante, wo alle mit leben können, denn eine wirkliche Umgehungsstrasse ist nicht dabei.“

Sollte man dennoch aus drei unbrauchbaren Varianten die dritte, unbrauchbarste wählen?

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Veröffentlicht von

Stefan ist von Beruf Sozialarbeiter und arbeitet mit chronisch kranken Menschen. Der 2-fache Familienvater ist Autor verschiedener Websites und gelegentlich auch noch als Sänger aktiv. Als leidenschaftlicher Naturschützer wurde er unlängst in die Panketaler Gemeindevertretung gewählt. Weitere politische Schwerpunkte sind die Ortsentwicklung, sowie soziale Themen.

9 Kommentare » Schreiben Sie einen Kommentar

  1. 0,5 ha sehr wichtiger Biotope mit sehr wichtiger Bedeutung? 12ha Boden mit hoher Bedeutung? Mein Gott! Als ob die Landwirtschaft in unserer Region noch eine wirklich relevante Bedeutung hätte und keine Ausgleichflächen vorhanden wären? Zerschneidung von Flächen, die heute überhaupt von „50“ Menschen wahr genommen wurden!? Drei Gräben werden überquert? Nicht doch! Ist ja schon fast grotesk. Hier also weiter nach dem Motto „Wer nicht gegen den Neubau ist, der ist DOOF“. Warum zitiert denn hier keiner die Entlastungen, die es für die Bewohner der Orte geben wird??? Macht sich wohl schlecht, oder? Man könnte auch ´ne Variante, wo der Verkehr über die Region gebeamt wird, wäre wahrscheinlich auch keine Entlastung? Kompromisslos? Genau meine Meinung!

  2. Und wenn hier schon davon gesprochen wird, dass Befürworter des Ausbaus die nur Angst schüren wollten vor Arbeitsplatzverlust, muss doch wohl gesagt werden, dass auch die BI ganz gut mit der Angst operiert. Nämlich, dass die Straße unsere Region zur Marslandschaft macht! Wenn das kein Schüren von Ängsten ist, dann weiß ich nicht.

  3. Entlastung sollte auch als solche wahrgenommen werden können und genau daran krankt das Projekt. Es ist allerdings klar das einige Anwohner vielbefahrener Hauptstraßen die Belastung lieber verlagern würden, aber ob dafür 40 Millionen ausgegeben müssen?
    Wie schon von verschiedener Seite angeregt,: beschäftigen sie sich mal etwas intensiver mit den zahlreichen Argumenten der Betroffenen

  4. @Stefan Stahlbaum

    Und ich rate Ihnen, dass Sie auch die Interesse derer wahren bzw. wahr nehmen, die von Ihnen so abqualifiziert werden („das einige Anwohner vielbefahrener Hauptstraße die Belastung lieber verlagern würden..)

    Da sind wir nämlich schon beim Kern. Für deren Anliegen ist kein Ohr da. Wären anderen diese Toleranz verweigert, hat in meinen Augen selbst keine verdient.

    Wo werden denn andere Anwohner in GRÖßORDNUNGEN mehr belastet. Mit Lärmschutzmaßnahme dürfte das doch zu beheben sein. Und das geht an den innerörtlichen Hauptstraßen eben nicht.

    Freunde von mir haben sich jüngst ein Haus direkt an einer Bundesstraße in KW gekauft. In vollem Bewusstsein der Straße. Ungefähr 25 Meter von der Terasse ist ein Lärmschutzwall und dahinter die Straße. Da haben wir im Sommer gegrillt. Und was soll ich sagen. Die Autobahn (1 km entfernt) war lauter. Tatsache! Bei Bedarf kann das dort gerne telefonisch hinterfragt werden. Aber bei uns wird die Hölle ausbrechen oder was?

    Also bitte nicht die Leute mit Märchen verrückt machen und selbst keine Ängste schüren.

  5. Eines wollte ich doch noch los werden. Wenn ich hier jemandem zu nahe getreten sein sollte, dann bitte ich ausdrücklich um Entschuldigung. Ganz besonders für das „Baum besetzten“. Manchmal gibt in der Debatte ein Wort das andere und man steigerte sich hinhein. Sagt etwas, was man in dieser Schärfe eigentlich nicht vor hatte. Dabei bin ich sicher auch unsachlich geworden. Das gebe ich zu! Ein guter Diplomat war ich leider noch nie, aber ich arbeite dran. Versprochen! Will ja acuh keinem schlechte Absichten unterstellen, der sich für das Wohl seiner Mitmenschen engagiert. Aber vielleicht kann man den Sachverhalt bei Gelegenheit ja auch persönlich besprechen. Ist für eine konstruktive Meinungsfindung wahrscheinlich ohnehin besser!

  6. Um sich zu diesem wirklich sehr umfangreichen Thema zu äussern, sollte man die 8 Ordner des Raumordnungsverfahren zumindestens ansatzweise gelesen haben. Hier kann man erfahren, das die Strasse wohl weniger eine Umgehungsstrasse sein soll, sondern vielmehrt eine Transitstrasse von Polen (Hohenwutzen Süd). Wir freuen uns gerade daran, das immer mehr Menschen in unserer Region vom sanften Tourismus leben. Da ist diese künstliche Schranke in der Landschaft für die Zukunft nicht verantwortbar. Sehr viele Unternehmer in der region sind deshalb gegen diese Art von Schnellstrasse. gegen sinnvolle Umgehungen und Verkehrsplanungen ist wohl kaum jemand. Aber diese werden leider bisher nicht gefördert. Sehr interessante Informationen dazu auf http://brandenburg.nabu.de/imperia/md/content/brandenburg2/17.pdf

    Also, erst informieren, dann mitdiskutieren.
    Vielen Dank.

  7. Hallo,

    wo bitte kann man denn im internet die möglichen trassenverläufe
    für die b167 umgehung sich mal ansehen??
    ich habe bisher nichts gefunden.
    ich selbst habe ein kleines gründstück am üdersee und musste nach
    einer kurzen einsicht in unterlagen der kämmerei finowfurt feststellen, dass man , so wie es z.zt. aussieht, total abgeschnitten wird, was die zuwegung betrifft.
    es gibt zuwegungen, wo man sehen kann, dass sich pächter/besitzer von grundstücken mit besitzern der felder streiten, wegen der dienstbarkeit, und bei uns(nähe naturfreundehaus) würede man das grundstück nur noch zu fuß erreichen, nach meinen biherigen erkenntnissen.
    soviel erst mal zum einstieg.
    über infos und ansprechpartner würde ich mich freuen.

    MfG
    J.Weidemann