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Behütet oder verwahrt? – Kinderbetreuung in Panketal

kita1.jpgJeder der Arbeit und Kinder unter einen Hut bringen will, kennt das Gefühl: dieses latent schlechte Gewissen seine Zwerge in der KITA abzuliefern gekoppelt mit dem Druck seine Arbeit (Studium, Ausbildung etc.) vernüftig zu erledingen. Man ist gezwungen seine Kinder praktisch Fremden stundenlang zu überlassen und muß darauf vertrauen, dass es den Kindern dann auch gut geht. Normalerweise funktioniert das gut, nach einer Weile haben sich die meisten Kinder daran gewöhnt in den Kindergarten zu gehen, kontinuierliche, verlässliche Betreuung durch Fachleute vorrausgesetzt.

Nun ist es so, dass so eine Einrichtung wie ein Kindergarten den Träger (sei es die Gemeinde, sei es ein freier Träger) und die Eltern eine Menge Geld kostet. Aus dem in allen Bereichen des Lebens großen Sparzwang ist es so, dass auch in den Kindergärten gespart werden muss und das ist ein Problem. Meine Kinder besuchen einen großen Kindergarten in Panketal, der Platz für über 170 Kinder bietet. Die Gruppe meiner Kinder besuchen ungefähr 35 Kinder im Alter zwischen einem Jahr bis hin zum Vorschulalter, die von vier Erzieherinnen betreut werden, die zum Teil in Teilzeit arbeiten.

Zur Zeit sind von den vier Erzieherinnen zwei krank und eine im Urlaub, mit dem Erfolg, dass von einer kontinuierlichen Betreuung nicht mehr die Rede sein kann.
Die Kinder werden von Mitarbeiterinnen aus anderen Gruppen, von der Leiterin der Einrichtung (die, wie ich glaube, eingentlich andere Aufgaben hat und diese auch wahrnehmen muß) und von Hortnerinnen, die nur vormittags da sind, betreut.

Gut, Ausfall durch Krankheit kommt vor und ist nicht zu vermeiden, aber wie kann es sein, dass es in einer großen Gemeinde wie Panketal, in der es fünf Kitas in gemeindlicher und drei weitere in freier Trägerschaft gibt, nicht genug Personal gibt, um Krankheitsausfall aufzufangen? Ich weiß, dass auch Hortnerinnen Fachpädagoginnen sind, aber ich unterstelle, dass die Arbeit mit Kleinstkindern (und das sind Ein- bis Dreijährige einfach) inhaltlich etwas anderes ist, als Hortkinder zu betreuen.

Es heißt, der Betreuungsschlüssel wäre so berechnet, wie es das Kindertagesstättengesetz (KitaG) des Landes Brandenburg vorschreibt. Tatsächlich werden diese Grundsätze aber nicht eingehalten. Insbesondere in der „Spätgruppe“ (für Kinder die erst nach 16:00 Uhr abgeholt werden) ist eine Erzieherin für alle verbleibenden Kinder zuständig mit dem Erfolg, dass teilweise ca 20 Kinder, von denen die Hälfte unter drei Jahren alt ist, von einer Erzieherin betreut werden. Das habe ich selbst erlebt, und auch auf Nachfrage bekam ich die Antwort, dass das organisatorisch nur so möglich wäre, da es zuwenig Personal gäbe und auch von den Erzieherinnen niemand damit zufrieden sei.

Was sind das für Zustände? In „Krisenzeiten“ mag ein gewisses Notfallmanagement notwendig sein, aber für die reguläre Spätgruppe? Muß man die gesamten Richtlinien des Betreuungsschlüssels überdenken oder ist es Sache der Gemeinde über das gesetzliche Mindestmaß hinaus zu wirtschaften?

Es ist schade, dass ich den Kindergarten nicht als Ort der Ruhe erleben kann, in dem meine Kinder zufrieden den Tag verbringen können, sondern als hocheffizienten Betrieb, in den jeder funktionieren muß, Personal, Eltern und nicht zuletzt auch die Kinder.

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