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Wachet auf, ruft uns die Stimme – Chorkonzert in Zepernick

Die St. Annen-Kirche Zepernick ist am morgigen Sonntag, den 28.10.2007, erneut Schauplatz eines kirchenmusikalischen Leckerbissens. Unter der Leitung von Kantorin Karin Zapf interpretieren die St. Annen-Kantorei, Solisten und Instrumentalisten die Bachkantaten „Wachet auf, ruft uns die Stimme“, „Ein feste Burg ist unser Gott“ sowie „Ein Überlebender aus Warschau“ von Arnold Schönberg. Als Tenor ist erneut „der singende Chefarzt“, Hans-Beatus Straub von der Epilepsieklinik Tabor, zu erleben. Das Konzert beginnt um 17 Uhr. Der Eintritt beträgt 12,- € (ermäßigt 9,-€).

Zu den Hintergründen der Darbietungen heißt es:
Beide Kantaten entstanden in der Leipziger Zeit Johann Sebastian Bachs. Der kunstvoll komponierte Eingangschoral der Kantate „Ein feste Burg ist unser Gott“ ist quasi eine Motette und wird als einer der Höhepunkte der bachschen Choralbearbeitungskunst angesehen. Textquelle sind alle 4 Strophen des Lutherliedes in Anlehnung an Psalm 46.
Die Kantate „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ basiert auf dem Choral des lutherischen Pastors Nicolai, welchen er aus Matthäus 25, 1-13, in Liedform brachte. In diesem Gleichnis Jesu bringt er die ganze Liebe Gottes zu seiner Kirche zum Ausdruck. Bach entwickelt daraus quasi einen Liebesgesang, welcher sich in der damaligen Zeit musikalisch kaum von den weltlichen barocken Liebesgesängen unterscheidet.

In diesem Konzert zum nahenden Kirchenjahresende erklingt als Gegenpol zu den Bachkantaten „Ein Überlebender aus Warschau“ von Arnold Schönberg (komponiert 1947), einem musikalischen Denkmal an den Holocaust. Der benutzte Text ist eine Erzählung: 1943 kam es zu einem Aufstand der dort noch lebenden Juden im Warschauer Ghetto gegen die deutschen Besatzungssoldaten. Nach einem vierwöchigen Kampf wurden viele Juden auf der Stelle getötet, die Überlebenden in die Gaskammern nach Treblinka geschickt…
Mit dieser Unterbrechung der beiden Bachkantaten wollen wir die Aufmerksamkeit neu wecken, ein Wachrütteln aus den uns so scheinbar gut vertrauten Klängen Bachscher Musik erreichen. Schönbergs Werk unterstreicht die kirchenjahreszeitliche Stellung dieses Konzerts: das Kirchenjahr geht dem Ende zu, eine Zeit, in der man der Verstorbenen in besonderer Weise gedenkt und den Blick auf die Ankunft Christi richtet.

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Veröffentlicht von

Stefan ist von Beruf Sozialarbeiter und arbeitet mit chronisch kranken Menschen. Der 2-fache Familienvater ist Autor verschiedener Websites und gelegentlich auch noch als Sänger aktiv. Als leidenschaftlicher Naturschützer wurde er unlängst in die Panketaler Gemeindevertretung gewählt. Weitere politische Schwerpunkte sind die Ortsentwicklung, sowie soziale Themen.

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