web analytics

Schlaflos in Bernau? – Konflikt um Musikzelt spitzt sich zu

dr-motte-in-bernau.jpgEs gibt so Themen bei denen einem die Annäherung schwer fällt.
So geht es mir dieser Tage mit den Auseinandersetzung um das „BernauerMusikzelt“.

Klar ist in jedem Fall: Hier steht „Ärger ins House“. Aufgebrachte Anwohner machen mobil und werden vermutlich demnächst mit anwaltlicher Hilfe gegen die ihres Erachtens unerträgliche Lärmbelästigung vorgehen.
Ihr Vorwurf: Die vom Betreiber vorgelegte Lärmprognose deckt sich nicht mit der tatsächlichen Belastung und beruht zudem überwiegend auf Schätzungen.

Das Bernauer Ordnungsamt hält sich bedeckt und erklärt:

Die ihren Beschwerden zu Grunde liegende Annahme, die o.g. Behörde hätte zu gewährleisten, dass vom Musikzelt keine wahrnehmbaren Immissionen ausgehen trifft nicht zu.. Gemäß § 21 Landesimmissionsschutzgesetz (…) ist die örtliche Ordnungsbehörde zur Durchsetzung des jedwede Störungen der Nachruhe ausschließenden § 10 LlmschG gegenüber Betreibern derartiger Anlagen nicht befugt.

Gastsstättenrechtlich ist die Behörde zuständig und befugt zur Vermeidung erheblicher Nachteile und Belästigungen für die Allgemeinheit den Betreiber zu beauftragen, nahcts außerhalb des Gewerbegebietes an den nächstgelegenen als schutzbedürftig eingestuften Einwirkungsorten Giesesplan, Akazienweg und Krokussteig ein nach TA Lärm zulässigen Immissionsrichtwert von 40 db nicht zu überschreiten. Dem wurde durch Vorlage einer Schallimmissionsprognose entsprochen.
In dieser Prognose wir betont, dass die Einhaltung des zulässigen Immissionsrichtwertes den Schutz der Nachbarschaft vor nach dem Gesetz unzulässiger Lärmbelästigung gewährleistet, auch wenn die Musik an den Einwirkungsorten hörbar bleibt.

Ohne diesbezüglichen Nachweis sehe ich außerstande, Ihrer Mutmaßung, die vom Betreiber vorgelegten Messdaten entsprächen nicht den wirklichen Immissionen, zu folgen.(…)

Abschließend heißt es:

Derzeit wird für den weiteren Betrieb des Musikzeltes ein Baugenehmigungsverfahren vom Landkreis Barnim/Bauordnungsamt durchgeführt.

Schön und gut, aber die Vorwürfe der direkt Betroffenen bleiben.
Ob es ein „Gegengutachten geben wird ist derzeit nicht klar, denn billig wird das (Merke: Nachtarbeit kostet) sicher nicht.

Wir werden weiter berichten.

Schlaflos in Bernau? – Konflikt um Musikzelt spitzt sich zu auf Facebook teilen
Schlaflos in Bernau? – Konflikt um Musikzelt spitzt sich zu auf Twitter teilen
Schlaflos in Bernau? – Konflikt um Musikzelt spitzt sich zu auf Google Plus teilen

Ähnliche Artikel:

Veröffentlicht von

Stefan ist von Beruf Sozialarbeiter und arbeitet mit chronisch kranken Menschen. Der 2-fache Familienvater ist Autor verschiedener Websites und gelegentlich auch noch als Sänger aktiv. Als leidenschaftlicher Naturschützer wurde er unlängst in die Panketaler Gemeindevertretung gewählt. Weitere politische Schwerpunkte sind die Ortsentwicklung, sowie soziale Themen.

3 Kommentare » Schreiben Sie einen Kommentar

  1. Die betroffenen Bürger möchten hier als erstes nochmal klarstellen: Es geht nicht drum, den Partypeople den Spaß zu verderben, sondern um die nicht ganz unverdiente Nachtruhe der Anderen. Wenn zugesagte und beauflagte Schallschutzmaßnahmen nicht wirken, müssen wir gemeinsam etwas tun. Der Betreiber ist prinzipiell kooperativ, aber die nächtliche Realität zeigt, dass viele Bernauer – zu viele – aufgrund der Bässe, Musik und Ansagen keine Ruhe finden. Je nach Wind und Wetterlage betrifft dies verschiedene Bernauer Ortsteile. Die Stadtverwaltung zieht sich mit dem Verweis auf gesetzliche Grenzwerte und auf die Zuständigkeit Anderer auf zu einfache Weise aus der Affäre. Es ist für uns sehr enttäuschend, dass unsere Beschwerden seit über einem Jahr kein Gehör finden. Vielleicht hilft ja genau diese selektive Taubheit genau über den Sachverhalt hinweg, denn selbst Mitarbeiter der Verwaltung sind ja betroffen und äußern inoffiziell sehr wohl ebenfall sgroßen Unmut über die Belästigung aus dem Musikzelt.

  2. Es wird immer nur über die Lärmbelästigung gesprochen, die direkt vom Musikzelt ausgeht. Was ist mit dem Lärm den die Besucher auf dem Hin- und Rückweg machen??
    Seit der Eröffnung können wir Nachts nichtmehr durchschlafen, da die Besucher des Musikzelts der Meinung sind sie müssten den weg zum Zelt(ca. 2km) zur Partymeile machen bzw. zu Rennstrecke. Lautstarkes Geschrei von irgendwelchen Liedtexten oder Parolen holt, in der Zeit von 2Uhr bis 6Uhr, reist hier jeden aus dem Schlaf. Hinzu kommt noch der jedes Wochenende stattfindende Wandalismus und Diebstahl. Das fängt an, bei herausgerissenen Warnbaken am Stassenrand, herumfliegenden Schnaps- und Bierflaschen(auch auf Grunstücke) und endet mit Diebstahl von Fahrrädern und Autoeinbrüchen.
    Wie lange soll das so weitergehen????

  3. Über die anderen Nebenwirkungen ist natürlich auch schon gesprochen worden! Ich selbst habe bei meiner Anfrage in der SVV-Bürgersprechstunde dieses Thema und auch die Schlägereien, Flatrate-Saufen und Plakatverschandelungen in der Stadt neben dem Lärm benannt. Ich kann nur alle Betroffenen aufrufen, die Probleme öffentlich zu machen, leider scheint es nicht anders zu gehen als mit Briefen an das Ordnungsamt Bernau. Die „schweigende Mehrheit“ muss sich zu Wort melden!