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Volksinitiative „Keine neuen Braunkohletagebaue“ startet am 08.10.2007

Am kommenden Montag startet die Volksinitiative ‚Keine neuen Tagebaue – Für eine zukunftsfähige Energiepolitik‘ mit einer Pressekonferenz in Potsdam sowie Unterschriftensammlungen in Potsdam, Cottbus und Klingmühl. Die Initiative ist ein Bündnis aus Umweltverbänden wie dem BUND, dem NABU und der Grünen Liga, Lacoma e.V. von Bündnis 90/Die Grünen, Vertretern Der Linken, des Umweltbeauftragten der evangelischen Kirche und weiteren Organisationen, das dem immensen CO2-Ausstoß in Brandenburg einen Riegel vorschieben kann und will.

Um erfolgreich zu sein, müssen in den nächsten Monaten zunächst 20.000 Unterschriften gesammelt werden.“Die nächsten Etappenziele sind ein Volksbegehren und ein Volksentscheid. An dessen Ende soll der mittelfristige und sozialverträgliche Ausstieg aus der Braunkohleförderung stehen“.
Ab nächsten Montag wird die Homepage der Volksinitiative online sein (www-keine-neuen-tagebaue.de). Ihr könnt Euch dort Hintergrundinformationen und Unterschriftenlisten herunter laden sowie die dazugehörigen Faltblätter bestellen.

Bleibt zu hoffen, dass sich auch in Barnim zahlreiche Menschen finden die der klimafeindlichsten Form der Energiegewinnung „die rote Karte zeigen“ und den, seitens der Landesregierung „hofierten“, Plänen von Vattenfall entgegentreten.

Volksinitiative
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5 Kommentare » Schreiben Sie einen Kommentar

  1. Es gibt für die Thematik Energieversorgung und die Verhinderung von Belastungen durch CO2 kein Patentrezept.
    Am Ende müssen alle anderen Energiequellen mitbetrachtet werden.

    Da ist die Kernenergie, die ja alsbald komplett als ernstzunehmende Energiequelle wegfällt. Damit sind eben mal nach VDEW (Stand 2004) 30% der deutschen Stromversorgung weg.
    Da ist der Bereich „Bioenergie“, sprich das EEG, ein Ziehkind unseres ehemaligen Umweltministers Trittin. Nach VDEW waren es 2004 gerade einmal ca. 10%.
    Da ist die Braunkohle, die von den Umweltbelastungen her den Spitzenplatz einnimmt und laut der gleichen Quelle etwa 27% der deutschen Stromversorgung leistet.

    Was als erster ganz logischer Fakt am Ende wieder stehen muss sind 100% Deckung des Strombedarfs zu stabilen bezahlbaren Preisen.
    Dabei kann es nicht beruhigen, wenn die möglicherweise dann mittelfristig fehlenden Prozente (Atomstrom und Braunkohle) durch französischen, russischen oder auch ukrainischen Atomstrom ersetzt werden. Ukrainisch? Da war doch was?

    Ich würde mir wünschen, dass hier nicht mit zweierlei Maß gemessen wird. Mit Grausen erinnere ich mich an Äußerungen regionaler barnimer Umweltpolitiker, die mich mit großen Augen anstarrten, als ich auf die im Schlepptau monströser Biogasanlagen (Penkun, Anklam und wohl auch bald in Eberswalde) auftretenden Probleme (Spaltenböden in den Viehställen, Monokultur Mais, Genmais, Verdrängung der veredelten Landwirtschaft, etc.) hinwies. Allein der Wortteil „BIO“ machte sie glauben, alles sei ganz prima. Wie prima alles ist, sah man wenn man in den vergangenen Wochen das Maisfeldaufkommen und die Preisentwicklung bei Lebensmitteln beobachtet hat. Ich hoffe doch, dass hier ein Zusammenhang erkannt wird.

    Wenn mir jemand glaubhaft erklären kann, wodurch die dann fehlenden Braunkohle- und Kernenergieanteile von mehr als 50% der deutschen Energieversorgung ersetzt werden sollen, würde ich mich riesig ob einer Beseitigung der unstrittigen Umweltbelastung durch die Braunkohle freuen.

    Am Ende möchte ich noch eine Formulierung aus der Broschüre zum Emissionshandel des Umweltbundesamtes über das damit verfolgte Ziel zitieren:“ … ökologisch wirksames und ökonomisch effizientes Handeln.“ Schließlich kann man jeden Euro nur einmal ausgeben, auch für den Umweltschutz.

  2. Wer jetzt noch behauptet, wir müssten in Deutschland weiterhin Braunkohle abbauen und das Klima nach wie vor mit fossilen Brennstoffen ruinieren, der hat einfach nichts aus den Katastrophen der vergangenen Jahrzehnte gelernt. Natürlich ist ein Ausstieg aus der (Braun-)kohle schwierig, natürlich fällt es dem Einzelnen schwer, auf seinen blöden Spritfresser zu verzichten. Und natürlich braucht es noch weitere Klima-, Atomkatastrophen und Erdölkriege, bevor wir zu einem dezentralisierten Windkraft-/Wasserkraft-/Solarverbundnetz kommen, in dem jeder zum Energieproduzenten wird. Die Notwendigkeit sich damit schon heute zu befassen, hat man anscheinend in anderen Ländern erkannt (z.B. ), während wir hierzulande vom Klimaschutz reden, aber weiterhin brav die klimafeindliche einheimische Autoindustrie und die Vattenfalls unterstützen.
    Wenn man die Euros nicht jetzt für den Ausstieg aus den fossilen Energieträgern ausgibt, hat man bald genug keine mehr für irgendwas, Herr Reckin.

  3. @hartmut: Seit etwa 20 Jahren beschaeftige ich mich mit dem Thema Alternative Energien/Energiewandel und habe Anfangs eine Unmenge Idealismus dafuer aufgebracht. Wenn ich in dieser Zeit eines gelernt habe, dann das es in dieser Frage keine einfachen Antworten gibt.
    Natuerlich waere ein Windkraft-/Wasserkraft-/Solarverbundnetz ausserst wuenschenswert und noch wichtiger waere die angesprochene Dezentralitaet. Um das Praktisch umzusetzen muessten aber die Netze verstatlicht und die grossen Energieversorger damit faktisch enteignet werden… was in D vor dem Hintergrungd der Geschichte niemals passieren wird.
    Leider ist es uns, trotz z.T. bereits jahrzehnte langer Interessenvertretung bisher nie gelungen die Gretchenfrage der stabilen Substitution der CO2-Schleudern und Atom-Monster zu beantworten. Insofern sind die Einwendungen von Stefan Reckin durchaus berechtigt.
    Es ist eben doch nicht alles Bio, wo Bio drauf steht… man betrachte dabei nur mal die derzeitige Werbekampagne eines uns wohlbekannten Energieversorgers, bei der stintknormales Erdgas jetzt als „(Bio)Erdgas“ angepriesen wird.
    Leider trifft das wie von Stefan angesprochen z.T. auch auf die Ernergiegewinnung aus Biogas zu. Diese scheint mir immer dort sinnvoll, wo sowiso entstehende Bioabfaelle und vor allem Guelle, die ansonsten die Felder versalzt, zum Einsatz kommt. Mit ein paar Abstrichen finde ich auch die Nutzung von Stilllegungsflaechen noch akzeptabel. Deutlich uebers Ziel hinausgeschossen wird aber ueberall dort, wo der regionalen Landwirtschaft durch ueberregional operierende „Energie-Agragesellschaften“ die Produktionsflaechen fuer Lebensmittel entzogen werden.
    Die Bauern bei uns in Tempelfelde koennen davon ein Lied singen…So wird z.B. der in diesem Blog auch schon gelobte Spargelbauer Giese demnaechst ein Teil seiner Anbauflaechen verlieren, da o.g. Konkurenten, bestens informiert ueber alle Pachtvertraege, deren Hoehe und Auslaufzeiten jeweils immer ein paar Cent mehr proi Hektar geboten haben.
    Auf diese Weise wird von „Vater Staat“ die Vertaeuerung der Lebensmittel (Fehl)subventioniert.

    Um zum Thema des Beitrages zurueck zu kommen, finde ich es natuerich auch wichtig mittelfristig der Braunkohle adeau zu sagen…vor allem auch wegen der schrecklichen Zerstoerung der Landschaft (siehe aktuell Lakomaer Teiche). Dies wird aber auch aus meiner sicht erst dann gelingen wenn die Frage der Substituierung beantwortet ist. Bis dahin darf sich Vattenfall mit dem „Werbegag“ der CO2-freien Braunkohleverstromung durch CO2 Einlagerung weiter ein gruenes Mantelchen umhaengen.

    Was Die Strukturen der Energiewirtschaft in D betrifft kann man natuerlich uber den Staat schimpfen, und wird auch immer Laender finden in denen es besser laueft.
    Allerdings sollte man dabei nicht vergessen, das diese Laender z.T. weit bessere natuerliche Vorrausetzungen haben z.b. mit Wasserkraf einen hohen Deckungsanteil alternativer Energien zu erreichen.
    Natuerlich finden sich bei uns noch jede Menge Ansatzpunkte die Bedingungen zum Einsatz regenerativer Energien zu verbessern… andererseits bietet das EEG bereits gute Moeglichkeiten sich zu engagieren z.b. durch die Nutzung der garantierten Einspeiseverguetung von 49 Cent fuer Solarstrom(etwa das 10fache der durchschnittlichen Herstellungskosten) etwa durch den Bau von (Buerger)Solaranlagen wie auch im naechsten Beitrag fuer Panketal geplant.

  4. Was soll der ganze Schwachsinn dieser Aktion? Haben die Leute immer noch nicht begriffen, was stabile und zukunftssichere Stromversorgung in Deutschland bedeutet? Überall aussteigen geht nicht, Sonne und Wind sind halt nicht immer da. Also bitte mal das Gehirn einschalten und NICHT DAFÜR STIMMEN! Schließlich hängen auch noch tausende Arbeitsplätze in Ostdeutschland dran.

  5. Inzwischen wurde das Volksbegehren „Keine neuen Braunkohletagebaue“ gestartet.
    In der Zeit vom 10.Oktober 2008 bis zum 9.Februar 2009 müssen sich 80.000 wahlberechtigte Brandenburger auf den Einwohnermeldeämtern eintragen.

    Das Volksbegehren spricht sich für eine zukunftsfähige Energiepolitik aus, die ohne den Aufschluss neuer Braunkohletagebaue auskommt. Die Braunkohlenutzung ist die klimaschädlichste Form der Energiegewinnung. Zudem müssten für den Aufschluss neuer Tagebaue die vier Lausitzer Orte Proschim, Atterwasch, Kerkwitz, Grabko und Teile von Welzow abgebaggert und mehr als 2000 Menschen in Brandenburg umgesiedelt werden.

    @ Peter Koch:
    Selbst wenn erneuerbare Energien unseren derzeitigen Energiebedarf noch nicht volltändig decken können ist das noch lange kein Grund die Aktion nicht zu unterstützen. Denn das gewaltigste Potential liegt meines Erachtens im konsquenten Einsparen von Energie. Dieses Thema kommt, meines Erachtens in der aktuellen Diskussion viel zu kurz.

    In einem Bundesland, in dem der Umweltminister Schutzgebiete beliebig opfert und der Bildungsminister den Klimakiller Vattenfall vom „Bock zum Gärtner“ befördert und die Kohlelobbyisten unterrichten lässt wird das Ganze natürlich nicht leicht.

    Weitere Infos gibt es unter: http://www.keine-neuen-tagebaue.de