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Fehlender Durchblick auf die Kreisverwaltung Barnim

webcam-paul-wunderlich-haus.jpgDie Webcam auf der Eberswalder Maria-Magdalenen-Kirche, die die Telta Citynetz GmbH einst für die Kreisverwaltung Barnim angebracht hat, um das Baugeschehen am Paul-Wunderlich-Haus beobachten zu können, zeigt nun schon seit Wochen nur noch ein trübes Bild. Scheint aber weder die Kreisverwaltung noch die Telta GmbH wirklich zu interessieren.

Der Bau des neuen Kreishauses ist mit über 38 Millionen Euro um 1,1 Millionen Euro teurer geworden als geplant. Landrat Bodo Ihrke wird in der Märkischen Oderzeitung heute wie folgt zitiert:

Wir haben zum ersten Mal den uns gegebenen Kostenrahmen bei einer Investition überschritten. Allerdings hatten wir auch zum ersten Mal einen politisch festgelegten Kostenrahmen, der unter der damals prognostizierten Investsumme lag. Es ist mein Fehler, dass ich diesen Kostendeckel akzeptiert habe.

Schuld sei die Erhöhung der Mehrwertsteuer, die Einführung der Stahlpreisgleitklausel und die anspringende Konjunktur gewesen. Hört, hört.

Herr Still, ich hätte Herrn Ihrke noch gefragt, ob die vier Erzfeinde des Sozialismus (Frühling, Sommer, Herbst und Winter) auch beteiligt waren. Die fehlen in der Aufzählung der Kostentreiber.

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2 Kommentare » Schreiben Sie einen Kommentar

  1. Eine Erhöhung der Baukosten um nicht einmal 3 Prozent halte ich für sehr gut. Bauen hat nichts mit dem Kauf von Milch oder einem Auto zu tun, da zum Einen zum Beginn der Bauarbeiten der Entwurf nie komplett durchgeplant wurde (meist auch garnicht kann) und zum Zweiten der Bau eines derartigen Gebäudes überaus komplex ist.

    Daher kann noch von einem Erfolg beim Bauen ausgegangen werden, wenn der Kostenrahmen um weniger als 10 Prozent überschritten wird.

    Es gibt genug Beispiele, bei denen die Kosten im Verhältnis zur geplanten Bausumme direkt explodierten – gutes Beispiel dazu ist sicher der Hauptbahnhof in Berlin. Also ein Glückwunsch in den Barnim.

  2. @rc505: Lässt sich schwer vergleichen. Ich hatte fünf Jahre lang täglich mit der ARGE Rohbau Lehrter Bahnhof zu tun. Was da an Widrigkeiten ablief, von abgesoffenen Baugruben über eine Situation mit zwei sich ständig zankenden Bauherren (der Bahn für den Nord-Süd-Tunnel und die Eisenbahnüberführung, der Senat für die U5 und den Tiergartentunnel) und einer ARGE aus 11 Bauunternehmen, von denen zwischendurch auch noch einige den Bach runtergingen oder gekauft wurden – das war schon etwas Besonderes. Bei solch einem „kleinen Häuschen“ wie dem Kreishaus mit einer ganz übersichtlichen Projektstruktur kann (und muss) der Bauherr im Budget bleiben, wenn er einen klugen Projektsteuerer beschäftigt. Ich habe in vergleichbaren Projekten, zum Beispiel Einkaufscentren der ECE erlebt, dass die Generalunternehmer zwischendrin mit Minderkostenangeboten (das Wort kennt Herr Ihrke vermutlich nicht einmal) zum Bauherren kamen, schon um schneller fertig zu werden und keine Vertragsstrafe zahlen zu müssen.