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“Der Bock und sein Gärtner”

Rüdiger Thunemann wird Geschäftsführer der WITO

Vizelandrat Carsten Bockhardt ist ein vielbeschäftigter Mann. Er fährt gern Rad, lächelt in Kameras und versucht hin und wieder ein paar hundert Bäume zu vernichten. Politisch als Möchtegern-Bürgermeister Eberswaldes und verhindertes Vorstandmitglied der Landes-CDU gescheitert, widmet er sich aber gelegentlich auch der Wirtschaftsförderung des Landkreises.

Der Erfolg ist „durchschlagend“. Die Stadt Bernau beschloss unlängst die Gründung einer eigenen Wirtschaftsförderungsgesellschaft und verabreichte damit der kreiseigenen WITO eine „symbolische Ohrfeige“. Jetzt soll es ein neuer „starker Mann“ richten.

Der Kreis fahndete zunächst mehrer Monate nach einem neuen Geschäftsführer, dessen Anforderungsprofil Großes ahnen ließ. Eigene Vorstellungen zur Entwicklung der Wirtschaft sollte ER mitbringen und noch dazu die Aktivitäten der kreislichen Wirtschaftsförderung wirkungsvoll vermarkten, kurzum, ein weltgewandter Manager wurde verzweifelt gesucht.

Kommen wird nun der Provinzjournalist Rüdiger Thunemann, derzeit noch Mitarbeiter im Politikressort der Märkischen Oderzeitung und vorher jahrelang Garant für dröge und tendenziöse Lokalnachrichten. Was Thunemann für diese schwierige Aufgabe qualifiziert erschließt sich nicht auf den ersten Blick. Vermutlich hat sich der Wirtschaftsdezernent im Zuge des „Rüdnitzer Alleenkonfliktes“ in den „smarten Rüdiger“ verliebt. Immerhin schaffte es der rührige Lokalredakteur selbst die absurdesten Argumente von „Kettensägen-Carsten“ in eine halbwegs druckreife Form zu bringen.

„Wie Bockhardt sagte, werde der Geschäftsführer innerhalb der ersten drei Monate u.a. alle Ämter und Städte besuchen und anschließend Änderungen in der Struktur der WITO vorschlagen“. (Zitat: MOZ).

Das Barnim-Blog wünscht gute Reise und gratuliert zum bevorstehenden Karrieresprung. Ganz besonders der Märkischen Oderzeitung.

Foto: www.pixelio.de

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35 Kommentare » Schreiben Sie einen Kommentar

  1. Es ist für mich immer wieder erstaunlich, wie einwandfrei provinzielle Seilschaften funktionieren. Da geht alles: Pöstchen und Personen werden hin und her geschoben, während fachliche Qualifikation nebensächlich (ja vielleicht sogar hinderlich) zu sein scheinen. Vizelandrat Bockhardt versteht eben sein Handwerk.
    Die Wirtschaftsförderung à la Bockhardt hat bislang nicht geklappt, warum sollte es mit dem neuen Geschäftsführer Thunemann in Zukunft besser werden?

    Mein Glückwunsch geht an die Märkische Oderzeitung: Es verlässt sie ein Ex-Chefredakteur, der als unkritisch angepasster Journalist und neoliberaler Scharfmacher bekannt ist. Dadurch kann sie inhaltlich nur an Qualität gewinnen.

  2. Hallo,

    das ist ja ein starkes Stück.

    Erst beim Axel-Springer-Verlag, dann Märkische Oderzeitung und nun WITO. Was für ein Abstieg des Rüdiger Thunemann. Im April verlor er die Leitung des Barnim-Echos um dann in Frankfurt/Oder plötzlich über Gordon Brown und den Telekom-Streik zu schreiben.

    Interessant ist, wie wild R. Thunemann gegen den Bernauer Weg einer eigenen Wirtschftsförderung monatelang „anschrieb“. Jetzt wird ja einiges klar.

    Da der Kreis große Probleme hatte, eine qualifizierte Preson zu finden, muss es nun Rüdiger Thunemann richten, der im Journalismus wohl keine Perspektive mehr sah.

    Daran sieht man, dass sich viele Bier-Runden u.a. im Bernauer Lokal Leiterwagen mit lokalen CDU-„Größen“ durchaus lohnen können. Zumindest aus der Sicht von Rüdiger Thunemann. Wo die politische Hygiene und die journalistische Berufsehre bleiben, fragt sich Rüdiger Thunemann allerdings nicht.

    Und wie will eigentlich die Märkische Oderzeitung noch kritisch über die bisher nicht so richtig in die Gänge gekommene WITO berichten?

    Fazit: Es stinkt zum Himmel!

  3. Auch mein Glückwunsch an die „Märkische Oderzeitung“! Ihr habt nichts verloren, aber Reputation zurückgewonnen.

  4. Das ist Ausdruck von unermesslichem Klüngel. Ich mcöhte daran erinnern, dass es Rüdiger Thunemann war, der im vergangenen Jahr als Chefredakteuer des Barnim-Echos massiv gegen die geplante Wirtschaftsfördergesellschaft der Stadt Bernau gewettert hat. In selbtgehessigen „Artikeln“ hat er erläutert, warum die Wirtschaftsförderung nicht durch einen „Privaten von außen“ gemacht werden sollte. Dabei kritisierten die Bernauer Stadtverordneten insbesondere die Arbeit der WITO, die Bürgermeister Handke immer wieder verteidigte.

    Nun hat sich die WITO vor rund einem Monat für die Aufgaben der Bernauer Wirtschaftsförderung beworben. Fast schon zynisch, wenn man bedenkt, dass die SVV sogar mit einem Austritt Bernaus aus der WITO liebäugelte. Nun wird just jener Thunemann Chef der WITO, der die Bernauer Wirtschaftförderidee lächerlich machen wollte. Nun steht er auf der Seite derjenigen, die den „Bernauer Alleingang“ loben müssen, um den Auftrag Bernaus zu erhalten. Welch ein Sinneswandel?! Oder waren es die vielen Ründchen mit Bartsch, Handke, Bocki & Co., die ihn hierhin brachten.

    Das ist Filz pur!!!!

  5. Ach so sind die Sachen also!

    Da bekommt doch das Weglobens Thunemanns im April nach Frankfurt einen ganz neuen Beigemschmack. Sollte der Übergang von MOZ-Eberswalde zu WITO-Eberswalde nur etwas verschleiert werden?! Seit wann sucht die WITO einen neuen Geschäftsführer? Thunemann soll ja „Wunschkandidat“ sein. War das ganze nur ein eingefädeltes Spiel – ihn erst nach Frankfurt abschieben und dann zurückholen, damit es keiner merkt, was da läuft ;-) ?

    Wie will die MOZ jetzt noch kritisch über die Arbeit der WITO berichten. Merken die überhaupt noch etwas, wie das zum Himmel stinkt. Erst Hofberichterstatter, dann schönen Verwaltunsposten abgreifen. Eine Hand wäscht die andere. Neutralität der Presse? Fehlanzeige!

  6. Da ist doch eine Riesenschweinerei!

    Es geht kaum offensichtlicher. Wie kann man seine journalistische Ehre, unabhängig udn kritisch zu berichten, nur so über den Haufen werfen und jetzt für die arbeiten, über die man eigentlich in der Vergangenheit mit etwas Abstand berichten sollte. Das ist unerträglich. Ich hoffe, dass die politischen entscheidungsträger im Barnim (Kreistagsfraktionen) Bockhardt hier einen Strich durch die Rechnung machen. Herr Thunemann ist sich wohl für nichts zu schade! Erbärmlich!

  7. Leute, wenn ich das lese, macht mir das bar-blog so richtig Freude! Gibt es noch einen besseren Beleg für die Daseinsberechtigung, besser: Notwendigkeit von blogs? Wie heruntergekommen ist doch unsere Presselandschaft.

  8. Ich frage mich, was einen Journalisten dazu befähigen sollte, die Wirtschaftsförderung des Kreises neu auszurichten. Im Barnim ist man ja alles Mögliche gewohnt, ich denke da an die kürzliche Nominierung einer Präsidentin des Landesrechnungshofes, die zum bundesweiten „Brüller“ geraten ist (das Barnim-Blog berichtete).

    Die Wirtschaftsförderung im Barnim liegt wirklich völlig am Boden. Ich meine nicht nur den Zustand der kreiseigenen WITO-Gesellschaft. Als Bernauer Unternehmer bin ich schon sehr befremdet darüber, dass auf der auch ansonsten erbarmungswürdigen Webseite der Stadt Bernau lediglich ein „Wirtschaftsförderungskonzept“ aus dem Jahr 2002(!) präsentiert wird, das obendrein nie umgesetzt wurde.

    Das soll jetzt ein abgehalfterter Journalist richten? Ich kenne Dutzende im Barnim wohnende, meist in Berlin oder Potsdam arbeitende Wirtschaftsfachleute, die geeigneter wären für diese Aufgabe. Es ist einfach lächerlich und Postenklüngelei.

  9. 16.04. gelöscht wegen Benutzung einer fremdem E-Mail-Adresse

  10. Unabhängig von diesem konkreten Fall denke ich, dass ein Jouralist durchaus geeignet sein kann, sich um die Wirtschaftsförderung einer Stadt zu kümmern. Wenn jemand lange genug Lokaljournalismus gemacht hat, sollte er in Verwaltungsangelegenheiten und Kommunalrecht gut bewandert sein, oder nicht? Außerdem: was ist das Werben für neue Unternehmensansiedlungen anders als die Präsentation einer gelungen „Story“. Die Webseite der Stadt Bernau könnte in jedem Fall eine Überarbeitung vertragen.

  11. @Karsten: Hier geht es nicht allein um die Wirtschaftsförderung für Bernau. Das war nur ein Beispiel von vielen Marketing- und PR-Katastrophen im Landkreis Barnim.

    Die Mission der kreiseigenen WITO GmbH geht aber weit über Standort-Marketing hinaus und bezieht sich auf den ganzen Landkreis, und ensprechend ist sie mit Mitteln und Personal ausgestattet. Allerdings gibt es seit Monaten eine Führungskrise, deshalb wird die Geschäftsführung kommisarisch von Dr. Wilhelm Benfer, einem Mitarbeiter von Wirtschaftsdezernent Bockhardt aus der Kreisverwaltung Barnim, ausgeübt.

    Das ist ein Job, der mit einer führungsstarken Person mit Charisma und Wirtschaftserfahrung besetzt werden muss, nicht mit einem Lokalredakteur.

  12. Wenn ein Investor im Barnim investieren will und im Internet zum Barnim recherchiert, stößt er unweigerlich auf den Barnim-Blog. Gut so, oder eher nicht gut. Was er hier zum Teil lesen kann, wird ihn nicht sonderlich ermuntern, im Landkreis zu investieren. Wie schon Henry Ford sagte, die meisten Menschen wenden mehr Zeit und Kraft daran, um die Probleme herumzureden, als sie anzupacken.

    Im Gegensatz zu den anderen Autoren möchte ich mich gern outen: Als Wirtschaftsförderer bei der ZAB (der Wirtschaftsfördergesellschaft des Landes) in Potsdam bin ich zuständig für Industrieansiedlungen in den Branchen Automotive, Kunststoffe, Chemie und Glas. Und ich bin seit 1995 BARNIMER!!!
    Mit der WITO habe ich von Anfang an gut zusammengearbeitet, ich kann mich also im Vergleich zu den anderen Autoren wohl durchaus als Insider bezeichnen.

    Es ist schon ziemlich befremdlich für mich (und mit Sicherheit auch ein Grund für die zahlenmäßig wenigen Bewerber für den WITO-Chefposten), daß in diesem Lande jeder glaubt, über das Thema Wirtschaftsförderung locker in einer Stammtischatmosphäre mitreden zu können, einem Journalisten die Kompetenz aber abspricht. Ich vermisse bei allem Verständnis über den Unmut betreffend möglicher Politklüngeleien, über die ich mir an dieser Stelle kein Urteil erlauben kann und will, jegliche Sachlichkeit und Konstruktivität zum Thema WITO. Wieso spricht eigentlich keiner von Ihnen über die Rolle der vielen Gesellschafter der WITO und deren Verantwortung für die Besetzung des Chefpostens und das möglicherweise fehlende Interesse? Inwieweit sind die Gesellschafter ihrer Verantwortung bei der Besetzung der Stelle nachgekommen?

    Wir sind im Barnim seit letztem Jahr das Schlußlicht bei Industrieansiedlungen in Brandenburg. Die Gründe sind hinlänglich bekannt und definitiv nicht immer an Personen festzumachen. Können wir es uns leisten, ständig über Personalien zu faseln, anstatt jeder für sich die Ärmel hochzukrempeln und pragmatisch nach Lösungen zu suchen oder bei der Suche wenigstens mitzuhelfen? Mir scheint, aus dem Bloggen wird hier sehr leicht ein Blocken, und das können wir im Landkreis nun wirklich nicht brauchen.

    Sicher sind die Startbedingungen für Rüdiger Thunemann nicht optimal, und ich gebe zu, ich hatte da auch anfänglich meine Bedenken, aber ich würde mir nie anmaßen, zum jetzigen Zeitpunkt über fehlende Fachkompetenz zu urteilen. Herr Thunemann wird wissen, wie er seine Kompetenz ergänzt und mit welchen Partnern er dabei rechnen kann und auch, welche Leute er besser ignorieren sollte. Wir sollten ihm fairerweise die Chance dazu geben, auch im Interesse der anderen Mitarbeiter der WITO und vor allem des Landkreises.

    P.S. Nur noch am Rande erwähnt: Es gibt im Lande Brandenburg eine Reihe von Ex-Journalisten, die in verschiedenen Führungspositionen der Industrie ihre Unternehmen zum Erfolg geführt haben. Auch dies sollte man anerkennen!

  13. Sehr geehrter Herr Rothe,

    bitte schicken Sie doch dem Barnim-Blog einen Leserbrief von R. Thunemann. Damit alles „versachlicht“ werden kann. Ich denke, dass man Filz auch Filz nennen darf. Das hat auch nichts mit Unsachlichkeit zu tun, sondern beschreibt nur die Wirklichkeit.
    Wenn es besser werden soll, muss man die Probleme an der Wurzel anpacken – nicht aber dem R. Thunemann einen Versorgungsposten beschaffen, weil er bei der MOZ keine Persepketive mehr hatte.

  14. @Andreas Rothe
    Unabhängig davon, ob wir Herrn Thunemann dafür befähigt halten, dass er seinen neuen Job als Geschäftsführer der WITO grandios ausführen wird, bleibt immer noch der Beigeschmack möglicher provinzieller Klüngeleien.
    Kritische Leute (und die können noch so befähigt sein) bleiben bei solchen Stellenvergaben immer außen vor. Maul halten ist also angesagt.
    Wenn ich lese, dass das Anforderungsprofil für die Stelle derart hochgeschraubt war und auch ein Herr Thunemann aufgrund seiner Qualifikation diesem wohl nicht annähernd gerecht werden kann, dann frage ich mich, ob das nicht alles schon eine am Biertisch abgesprochene Sache war.
    Das ist der springende Punkt!

  15. @Dr. Andreas Steiner
    Ich kann Dir nur zustimmen und habe das Gefühl, dass hier wieder ein Fall von „Murphys Law“ vorliegt. Es bleibt abzuwarten, ob es genauso schlimm kommt wie vermutet oder gar schlimmer. Die Lücke bei der MOZ wird sicher durch ähnlich gestricktes Personal ausgefüllt. Deshalb kann man hier sicher die Qualität halten und eine „kleingarten-dominierte“ Berichterstattung über monströse Kürbisse und hyperaktive Kaninchen fortführen. Auch die ausführliche Sportberichterstattung z. B. über die 3.Kreisklasse im Barnimer Fussball kann bei der MOZ weitergehen.

    Wie die (Wirtschafts-)Entscheidungsfindung im Barnim abläuft ist mir nicht im Detail bekannt. Allerdings werden wohl die meisten Schnappsideen am Biertisch entwickelt. Nennen möchte ich hier eine 5-Megawatt-Biogasanlage mitten im Wald, einen Prototyp einer Sondermüllverbrennungsanlage in unmittelbarer Nähe zu Wohngebieten, Schweinemastanlagen in der Schorfheide, usw. usw.

    Für welche dieser Maßnahmen wollen die Wirtschaftsförderer nun gelobt werden?

    Ob sich der neue GF Thunemann, Meier oder Schulze nennt ist nicht von Belang. Einzig die sich hinter den Kulissen (mutmaßlich) abspielenden Absprachen lassen auch hier wieder schlimmes erahnen. Mal sehen, auf welchem Weg Herr Thunemann die Gewerbeparks mit Investoren füllen wird. Stehen uns weitere Kopfgeburten wie die beschriebenen bevor?
    An dieser Stelle möchte ich noch meine Freude über die Existenz des Gegengewichts zur MOZ – „barnim-blog“ – kundtun. Dass sich hier die „Wirtschaftsverwaltungen“ in Potsdam und Eberswalde nicht freuen wenn Kritik kommt ist nachvollziehbar. Letztlich zeigt es nur, dass die Kritik auch bei den Adressaten ankommt.
    Karl-Heinz weiter so! :-)

  16. @Andreas Rothe: Danke für den Kommentar und willkommen auf dem Barnim-Blog! Ich möchte gern auf einige Argumente eingehen:

    Hier im Barnim gibt es viele fleißige Menschen, die auch gern die Probleme anpacken. Aber es gibt eben auch Seilschaften und Entscheidungen, die am Biertisch gefällt werden. Den Kritikern dann Stammtischgefasel nachzusagen ist auch nicht 100%ig konstruktiv.

    Kurz etwas zu unserem Blog hier. Wir machen das, weil wir diese Region lieben und sie voran bringen wollen. Wir sind durh die Bank Leute, die sich beruflich und gesellschaftlich engagieren, keine „Blockierer“. Auch wenn dieses Medium noch ungewohnt ist – nach der jüngsten ARD/ZDF-Online-Studie lesen nur 4,5 Millionen Deutsche regelmäßig Blogs und nur 1,1 Millionen haben selbst schon mal in einem Blog geschrieben oder kommentiert – sind die Zuwachsraten im hohen zweistelligen Bereich. Wir sind hier ganz klar Entwicklungsland – in den USA und Japan werden längst Wahlen auf Blogs entschieden. Wir haben uns schon jetzt vorgenommen, die nächsten Kommunalwahlen auf dem Barnim-Blog intensiv medial zu begleiten.

    Zurück zur WITO. Selbst wenn ich deren „Mission“ auf der Website der Kreisverwaltung lese, habe ich nicht den Eindruck, dass das Ziel ausschliesslich die Ansiedlung von umweltverbrauchender Industrie (Sondermüllverbrennung Steil in Eberswalde, Ryan Air in Finow, etc.) ist. Das T steht für Tourismus, oder? Müßte sich eine Wirtschaftsfördergesellschaft nicht auch darum kümmern, dass die chronische DSL-Unterversorgung in unserem Kreis beseitigt wird?

    Ich glaube, das sind die blockierenden Fakten hier: Dass eine der schönsten Gegenden Deutschlands verdreckt wird, ihrer Naturreichtümer (Alleen) systematisch beraubt wird und gleichzeitig in der technologischen Entwicklung zurückgelassen wird. Auch Investoren sehen, dass 5 Kilometer von der Berliner Stadtgrenze entfernt die DSL-Versorgung aufhört, nach 10 Kilometern auch kein UMTS-Signal mehr da ist. Und dass Posten wie in einer Bananenrepublik nicht nach Qualifikation vergeben werden. Der jetzige Debütant ist da nur ein krasses Beispiel.

    Noch ein letztes Wort zu Place Blogs, Grass Root Journalism, etc. Die „Märkische Oderzeitung“ wird über die Berufung ihres Kollegen schon aus Befangenheit nicht objektiv berichten – die einen aus falsch verstandener Loyalität nicht, die anderen nicht, weil sie froh sind, dass sie ihn los sind. Beide Stimmen habe ich in den letzten Tagen aus den MOZ-Redaktionsstuben gehört. Außerhalb des Barnims wird sich kein Medium für diese Provinzposse interessieren. „Märkischer Sonntag“ und „Märkischer Markt“ gehören zur MOZ. Bleibt der „Eberswalder Blitz“. Also sehe ich es geradezu als Pflicht an, dass wir das Thema aufgreifen. Und die Leserzahlen bestätigen das: über 600 Leser in den letzten 24 Stunden, doppelt soviel wie sonst am Donnerstag.

  17. Update: Gestern (6.9.) exakt 714 Leser hier auf dem Barnim-Blog, davon genau 150 hier bei dieser Diskussion.

  18. @Karl-Heinz: Geschichten von Böcken und ihren Erfüllungsgehilf(inn)en werden eben immer wieder sehr gern gelesen!!!

  19. @ Andreas Rothe:

    in erster linie geht es erst einmal darum, die sache politisch zu bewerten. ja, es ist ausdruck von klüngelei, wenn ein lokaljournalist, der jahrelang positiv über die ach so erfolgreiche politik berichtet, jetzt einen posten zugeschanzt bekommt.

    Und zur frage, was die gesellschafter machen: ja, die ist gut. Die Stadt Bernau zum Beispiel wurde dbzgl. noch gar nicht gehört. als stadtverordneter habe ich noch keine vorlage bekommen, auf deren grundlage wir unseren Vertreter bei der WITO mandatieren sollen, herrn thunemann zuzustimmen oder nicht. das wird alles hinter den türen ausgeklüngelt und dann den kleineren gesellschaftern (gemeinden) als vollendete tatsache mitgeteilt. seien Sie doch nicht so naiv und glauben ernsthaft, hier sei jemand ausgewählt worden und alle konnten mitdiskutieren. der posten wurde durch bockhardt zugewiesen, jetzt wird abgenickt.

    Ihr argument, dass jemand als journalist erfahrung mit marketing hat, ist ausdruck dessen, dass Sie kein gespür für politische transparenz haben. es ist schon ziemlich peinlich, ernsthaft das als argument für thunemann zu bringen. er hat nichts erfahren hins. marketing, er kennt nur alle bierchen-runden. das ist kein legitimer startvorteil. jeder andere wäre besser.

  20. Mich wundert nichts mehr. Herr Bockhardt hat wohl jeden moralischen und politischen Anstand verloren, wenn er jetzt einen Journalisten, der auch ihn jahrelang in die Presse gebracht hat, so einen Posten verschafft. Dass Thunemann der CDU nahe steht, war ja schon lange klar, aber dass es so weit schon geht, dachte ich nicht. Ich hoffe, dass diese offensichtliche Postenschacherei endlich aufhört. So etwas schwächt den Wirtschafts-Standort Barnim. Und ich sehe noch ein Problem:
    Nach dieser Posten-Vergabe werden doch Begehrlichkeiten geweckt. Wer will als nächstes einen Posten haben? Wieder ein ausrangierter Lokaljournalist oder ein abgewählter Politiker. Die Wahlen kommen schon 2008 und 2009. Danach werden wieder Versorgungsposten gebraucht. Wenn da erstmal die falsche Entwicklung in Gang gesetzt wird, kann es noch viel schlimmer werden. Bockhardt und seine Leute sollten damit aufhören!!!

  21. @ Andreas Rothe:
    Ich bin immer wieder fasziniert wie einfach Problemanalyse gelegentlich sein kann.
    Eine kreiseigene Gesellschaft dümpelt gemütlich vor sich hin, Städte und Gemeinden wenden sich ab und wer ist Schuld. Klar, es sind eine Handvoll ehrenamtlicher Schreiberlinge die durch kritische Anmerkungenen oder gar inhaltlich Nachfragen selbst den interessiertesten Investor in die Flucht schlagen.

    Ihre Argumenation erinnerte mich spontan an die „Nestbeschmutzer-Thematik“ die wir vor Monaten schon einmal auf dem Blog hatten.
    Hierzu einige „geschichtliche Hintergründe“:
    Anfang des 20. Jahrhunderts machten sich einige Journalisten und Schriftsteller in den USA um die systematische Aufdeckung von Mißständen verdient. Sie enthüllten schmutzige Geschäfte, Filz, Vetternwirtschaft , Korruption in Wirtschaft und Politik. Der damalige US-Präsident Theodore Roosevelt versuchte diese Journalisten als muckraker (engl. für Mistkratzer, Schmutzaufwühler, Nestbeschmutzer) zu diffamieren. Die Angegriffenen indessen übernahmen das Schimpfwort als Ehrentitel. Die Öffentlichkeit verfolgte die Enthüllungen mit wachsendem Interesse, und schließlich entwickelte sich eine Bewegung (muckralking movement), das viele gerichtliche Untersuchungen der Affairen und einige gesetzgeberische Reformen bewirkte.
    (Quelle: http://www.wikipedia.de)
    Der Schweizer Schriftsteller Max Frisch hat hierzu einmal gesagt:
    Die das Nest schmutzig machen, zeigen empört auf einen, der ihren Schmutz bemerkt und nennen ihn den Nestbeschmutzer.

    Zurück zum Thema:
    Ob ein Journalist zum Wirtschaftsförderer taugt muss im Einzelfall betrachtet werden. Dabei sollte man nicht verdrängen , dass in den Medien zunehmend „Quereinsteiger“ arbeiten die im Vorfeld nicht selten Betriebs- oder Volkswirtschaftslehre studiert haben.Auch die „Kunst zur richtigen Zeit am richtigen Biertisch zu sitzen“ ist für mich nicht ausschließlich negaitv besetzt, denn die Fähigkeit zu gezielter Kontaktpflege kann meines Erachtens durchaus „filzfrei“ genutzt werden.

    Im vorliegenden Fall hatten wir Barnimer allerdings einige Jahre Zeit die „produktive Zusammenarbeit“ der Herren Bockhardt und Thunemann zu beobachten.
    Ich denke die Kritik der meisten Kommentatoren basiert auf den Ergebnissen dieser Beobachtung.

    Im übrigen halte ich es für durchaus sinnvoll die fachliche Eignung eines „neuen Mitarbeiters“ im Vorfeld seiner Einstellung zu überprüfen (oder geht die Industrie da inzwischen andere Wege?).
    Mit „Ärmelhochkrempeln“ (mit Verlaub, eine typische „Stammtischfloskel“) allein dürfte es nicht getan sein.

  22. @Stefan Stahlbaum
    Zu Deinen Ausführungen möchte ich noch ergänzen, dass einige in unserem Landkreis ehrenamtlich (sie bekommen dafür keinen Euro und müssen oft sogar ihr Privatvermögen dafür einsetzen), die „Ärmel hoch krempeln“, während andere als „Sesselfurzer und/oder Strippenzieher“ mehr oder weniger effektiv auf einem schönen Posten sitzen und als Krönung die gemeinnützige Arbeit derer noch unterlaufen.

    Ich möchte an dieser Stelle keine Neiddiskussion aufkommen lassen, doch dieser Aspekt muss auch mal beleuchtet werden.

  23. Es ist doch spannend, wie viele sich für dieses Thema interessieren (via eintrag oder bloßes Lesen).

    Komisch nur, dass es für MOZ mal wieder kein Thema ist. Da läuft eine der offensichtlichsten Klüngeleien in der Lokalpolitik und die MOZ feiert sich selbst und ignoriert die Bürgerperspektive. Selbst die MAZ berichtet über den Bar-Blog (obwohl außerhalb ihres Erscheinungsgebietes), doch für die hiesige MOZ ist das mal wieder alles kein Thema. Die Merkwürdige Oderzeitung weiß es mal wieder besser.

    Merkt Ihr was, das ist der mangelnde kritische Journalismus! Schon jetzt; wie wollen die da erst über die Arbeit von Thunemann objektiv berichten?!

    Thomas Maurer

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  25. Das hört sich alles nach Selbstbefriedigung an. Mal kurz ablästern und das wars. Aber die MOZ sollte nicht so pauschal betrachtet werden. Wie überall gibt es so´ne und solche. Im Barnim hatten wir schon kritische Journalisten. Ich erinnere an Sabine Sauer und Roger Eichhorn. Doch die sind schon länger weg.

  26. @Hans Kechin: Was hört sich nach Selbstbefriedigung an? Dass hier Leser an der Befähigung eines Journalisten für die Position des Geschäftsführers der WITO GmbH zweifeln? Wenn niemand diese Zweifel äußern würde, hätten wir heute wohl auch eine Maschinenbauteilkonstrukteurin als Präsidentin unseres Landesrechnungshofes.

    Nichts gegen Loriot, aber ich würde ihm auch nicht raten, sich um das Amt des Bundespräsidenten zu bewerben, obwohl er sicher bei den Antrittsbesuchen und Staatsempfängen weltweit eine gute Figur machen würde.

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