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IM-Diskussion in Bernau geht weiter: Ausstellung im Rollbergeck

rollbergeck.JPGNach dem Stasi-Eklat rund um den Bernauer CDU-Stadtverordneten Dr. Bernd Findeis (das Barnim-Blog berichtete) geht die Diskusion um die Stasibelastung Bernauer Stadtverordneter und die fraktionsübergreifende Verweigerung einer Überprüfung in die nächste Runde.

Die Unabhängige Fraktion der Stadtverordnetenversammlung will weiter Aufklärungsarbeit leisten. Sie hat eine Doppelausstellung organisiert, die am 9. August um 19 Uhr in der Bernauer Jahnstr. 52 (den Bernauern besser bekannt als „Rollbergeck“) mit einem Referat von Herrn Jürgen Sieglaff (BStU) eröffnet wird.

Ein Teil der Ausstellung mit dem Titel „Postgeheimnis?“ beschäftigt sich mit dem Ausspionieren und Verschwinden zahlloser Briefe und Pakete in Zeiten kommunistischer Diktatur. Die Ausstellung wurde von der Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen (BStU) bereitgestellt. Der zweite Teil der Ausstellung, die bis zum 31. August Montag bis Freitag jeweils von 9 bis 21 Uhr zu besichtigen ist, heißt „Die Kinder von Hoheneck“ und dokumentiert eindringlich die Themen Kindesentzug und Zwangsadoption in der DDR.

Zu wünschen ist, dass viele Bernauer Bürger und Stadtverordnete und vielleicht auch ein CDU-Abgeordneter, der jahrelang als Stasi-IM seine Patienten, Kollegen und Ausreisewillige bespitzelt und an das MfS verraten hat, den kurzen Weg zur Ausstellungseröffnung ins Rollbergeck finden.

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12 Kommentare » Schreiben Sie einen Kommentar

  1. Komisch, dass die MOZ heute nur von der Ausstellung im Rathaus berichtet. Es ist doch das gleiche Thema. Wahrscheinlich handelt es sich bei dem einen Gastgeber (= Die Unabhängigen) um die falschen Menschen, sodass man das, was man wo anders lobt, hier verschwiegt oder kritisiert….

  2. Neues aus der CDU-Barnim:

    Parteimitglieder fordern ausschluss von Findeis udn Rücktritt von Goral. Siehe unter:
    http://www.cdu-barnim.de –> Presseberichte

    „CDU-Mitglieder stellten Antrag anonym

    Bernau (fos/MOZ) Einen Antrag von CDU-Mitgliedern an den Kreisvorstand der Barnimer CDU hat die Unabhängige Fraktion der Bernauer Stadtverordnetenversammlung erhalten, wie deren Vorsitzender Peter vida mitteilte. Darin wird unter anderem der Parteiausschluss von Bernd Findeis im Zusammenhang mit seiner IM-tätigkeit und der rücktritt von Frank Goral als stellvertretender Kreisvorsitzender und Stadtverbandsvorsitender gefordert.
    Wie der amtierende CDU-Kreisvorsitzende Thomas Jakobs sagte, habe der derzeit im Urlaub befindliche Kreisvorsitzende Hans-Joachim Bernhardt eventuell einen solchen Antrag erhalten. Dem Kreisvorstand, der am Mittwochabend tagte, liege ein solcher Antrag nicht vor; er habe auch nicht in anderer Form in der Sitzung eine Rolle gespielt. Da der Antrag anonym gestellt wurde, sei nicht auszuschließen, dass es sich um ein Gerücht handele. Die Gesprächs- und Diskussionskultur in der CDU, so Jakobs, lasse jederzeit eine offene Diskussion zu.“

    Bleibt zu hoffen, dass diese offene diskussion zu sinnvollen Ergebnisse führt!

  3. Frauenkreis der ehemaligen Hoheneckerinnen

    Vorsitzende: Margot Jann , stellv.. Vorsitzende: Gisela Matz,
    Für nachstehend angeführte Veranstaltung verantwortlich: Tatjana Sterneberg, stellv. Vorsitzende, Pestalozzistr. 53b, 10627 Berlin, Tel.: 030 / 327 58 19 oder 0176-51113680

    P r e s s e

    Veranstaltung um entlarvten Stasi-IM in Bernau
    „DER BERNAUER – Zeithistorische Konflikte vor der Haustür“

    ts – Die Veröffentlichungen über die IM-Tätigkeit eines CDU- Stadtverordneten in Bernau bei Berlin waren der aktuelle Anlass für ehemalige SED-DDR-Opfer, kurzfristig eine Veranstaltungsreihe zu initiieren, mit der sich „die Öffentlichkeit und die Bürger“ vor Ort über die Notwendigkeit der Aufarbeitung aktueller Geschichte „vor der Haustür“ informieren können.

    Die Reihe wird am 9.August (19.00 Uhr) in der Zahnklinik Bernau (Rollbergeck, Jahnstr.52) mit zwei Ausstellungen eröffnet, die den Umgang der Stasi mit dem Postgeheimnis und das Schicksal politisch Verfolgter am Beispiel der Frauen von Hoheneck, einem berüchtigten Zuchthaus der DDR, zeigen.

    Filmvorführungen, so „Der Biedermann – Erich Mielke, eine deutscher Karriere“ (10.08.), Vorträge, so „Auftrag zum Heucheln – DDR-Jugend und Staatssicherheit“ (22.08.) und Buchlesungen, so von Ellen Thiemann „Der Feind an meiner Seite“ (30.08., alle Veranstal-tungen jeweils 19.00 Uhr) runden das informative Programm ab (>>> siehe eMail-Anhang).

    Wir bitten Sie, die Veranstaltungen in Ihrer Berichterstattung angemessen zu berücksichtigen und besonders die Termine in Ihrem VA-Kalender zu veröffentlichen. Eine ausführliche Pressemappe steht Ihnen vor Veranstaltungsbeginn vor Ort zur Verfügung (Autoren, Daten, Hintergründe).

    Weitere Auskünfte geben wir Ihnen gerne unter vorgen. Ruf-Nr.!

    Für den Veranstalter:

    Tatjana Sterneberg
    Stv. Vors. des Frauenkrs. d. Hoheneckerinnen

    Veronika Urban
    Sozialbeauftragte Kreis Barnim

    V.i.S.d.P.: Tatjana Sterneberg, Anschrift wie oben

  4. Und was soll jetzt Ihr Spam-Kommentar, Frau Sterneberg? Was steht in Ihrer Pressemitteilung Neues, verglichen mit dem einleitenden Beitrag? Die Kommentarfunktion dieses Blogs ist für die Diskussion gedacht, nicht für Pressemitteilungs-Spam.

    Ich lasse das mal stehen hier – als Beispiel für schlechte Netzkultur. Normalerweise würde ich Ihre PM kommentarlos löschen.

  5. Hallo Karl-Heinz,

    einfach mal die PM lesen, da steht so einiges mehr drin, als in dem einleitenden Beitrag. Macht nichts – jeder begeht mal einen kleinen Fauxpas, Karl-Heinz!

  6. @Detlef: Genau, da steht ein Satz mehr drin, der sich auf Filmvorführungen bezieht. Den habe ich in meinem Beitrag bewußt ausgelassen.

    Noch einmal: Pressemitteilungen haben in Kommentaren und Leserbriefen nichts verloren. Die sollte man, wenn man ein Interesse an der Veröffentlichung hat, an die Redaktion schicken. Und nicht als Kommentar, weil man sonst vollautomatisch und ohne manuellen Eingriff im Spam-Ordner oder auf Blacklists landet.

  7. Bitte um Beruhigung!

    Es ist in der Tat so, dass einiges mehr los ist. Nicht nur die beiden Ausstellungen, sondern auch eine ganze Veranstaltungsreihe mit rund 19 Lesungen, Vorträgen, Filmführungen den ganzen August lang. Da die MOZ dies zu irgnorieren scheint, ist es gut, dass die Gegenöffentlichekit im Bar-Blog darauf hinweist.

  8. Lieber Peter,
    Du meinst: „…die MOZ (scheint) dies zu ignorieren…“.
    Hierzu etwas, das schon Jahre zurückliegt, aber auch die „MOZ“ betrifft. Aus Anlaß einer Veranstaltung in der Gethsemane-Kirche in Prenzlauer Berg begab ich mich vor Jahren (2001?) mit einem Klapptisch und Reisetasche mit Büchern dorthin. In der Kirche wurden die üblichen Sonntagsreden gehalten, u.a. vom NVA-Aktenvernichter Rainer Eppelmann, CDU, dessen Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur heute Steuergeld an Verbände und Initiativen verteilt. Ich trug die Knastuniform mit „Acht“ am Handgelenk und befand mich meist vor der Tür. Als mir mehrere Leute, die zur Rauchpause herauskamen, sagten: „Jetzt quatscht Eppelmann“, gin ich hinein und nach vorn. Als er wieder einmal Luft holte, um fortzufahren, unterbrach ich ihn und rief: „Herr Eppelmann, schweigen Sie!“ und erinnerte an die Aktenvernichtung in Strausberg (die der Grund dafür ist, daß unser zwischenzeitlich unter ungklärten Umständen zu Tode gekommener Kamerad Rudolf Schröder keinen Cent Rente vom „Rechtsstaat“ für seinen Unfall beim Wehrdienst in der „DDR“ bekam). Damals kannte ich Rudolf noch nicht… Ein anderer ehem. pol. Häftling oder Bürgerrechtler rief, als ich wieder hinausging: „Und de NVA-Panza hatta anne Türkei vascherbelt!“. Ein Reporter der „MOZ“ sprach mich dann vor der Kirche an, wollte etwas schreiben, bekam einen Zettel von mir mit den Pressestimmen zu meinen Büchern. Auf irgendeinen Artikel warte ich bis heute. Ich bin ja auch nur einer von mindestens 250.000 ehem. pol. Häftlingen seit 1949, wozu noch die hunderttausende völlig unschuldig vom NKWD Verschleppten kommen, die in den Sowjet-KZ elendig verreckten… Ich bin auch deshalb nicht ein zweitesmal mit nach Bernau gekommen, weil NUR SELEKTIV berichtet wird. Es wird immer nur das (und über das) geschrieben, was gerade opportun ist, was also dem ZEITGEIST entspricht (UND politisch korrekt ist!). Ich bleibe also auch weiterhin täglich lieber an den Kreuzen für einen kleinen Teil der Opfer von Schandmauer und Stacheldraht am Reichstag stehen, hänge dort meine Plakate aus und biete Literatur von Opfern und zur deutschen Geschichte an, sammle Spenden von den Touristen für meine Öffentlichkeitsarbeit und zur Pflege der Gedenkstätte, statt den gleichgeschalteten Medien hinterherzurennen, die nur soweit frei sind, wie es der Wille des jeweiligen Chefredakteurs zuläßt. Sollen sie von mir aus weiterhin über NS-Widerstandskämpfer berichten und über Stasi-Wolfs Kochbuch etc. und ansonsten Schnulzen bringen, um das deutsche Volk weiterhin einzuschläfern…

    Melde Dich bitte ab 20.00 Uhr telefonisch bei mir!
    Mit kameradschaftlichen Grüßen,
    Gustav Rust

  9. Hallo Gustav,

    du kannst mich erreichen unter: 0170/4890034

    Gruß, Péter

  10. Hallo an alle!

    Die heutigen (gestrigen) Veranstaltungen waren ein voller Erfolg. Im Rathaus wurde die Ausstellung „Die Arbeit am Feind“ eröffnet. Ein kompetenter Vortrag durch den Leiter der BStU-Außenstelle Frankfurt/Oder, Rüdiger Sielaff, ließ so manchen aufmerken. Er zitierte aus Stasi-Akten Bernauer IMs und hatte neben der Ausstellung über die Zersetzungsmßnahmen noch eine Karte der Stadt Bernau samt der von den hiesigen IMs zur Verfügung gestellt „Konspirativen Wohnungen“ dabei. Anwesend: ca. 25-30. Der Bürgermeister hat sich ein kurzes Grußwort abgezwängt und nachdem er vom „Volk der DDR“ sprach, dagesessen wie ein begossner Pudel. Mir wäre es auch peinlich, wenn ich erst Monate lang mit einem Stasi-Im-Freund zusammen gegen einen Überprüfungsantrag agitiere und dann von einem Vertreter einer Bundesbehörde die Geschichte erklärt bekomme. Besonders gereizt zeigte sich der anwesende Kreisvorsitzende der SED/PDS/LINKE, Søren-Ole Gemski.

    Im Anschluss wurden die Ausstellungen „Postgeheimnis“ und „Die Kinder von Hoheneck- Kindesentzug und Zwangsadoption in der DDR“ im Rollbergeck eröffnet. Als Gastgeber (Unabhängige Fraktion) wies ich auf die schleichende Geschichtsklitterung und Verharmlosung hin. Ausführlich wurde die Bernauer Stasi-Debatte mit ihrem Höhepunkt, der Enttarnung des Dr. Bernd Findeis (CDU) als Stasi-IM dargestellt. Die anwesenden (40 Personen) konnten zahlreiche Broschüren und Pressespiegel (u.a.: Auszüge aus Findeis-Akte) mitnehmen und machten hiervon rege Gebrauch. Nach dem Vortrag von Herrn Sielaff, in welchem er akribisch die perfiden Methoden der Brief- und Paketkontrollen beschrieb, meldete sich eine Frau zu Wort, deren Tochter unmittelbar nach der Geburt zwangsadoptiert wurde udn sie erst vor drei Jahren im alter von 25 wieder fand. Nach diesem ergreifenden Moment wurde die Ausstellung unter Beisein mehrerer Opfer feierlich eröffnet.

    Bedauerlicherweise hat sich nicht ein Stadtverordneter der anderen Fraktionen die Mühe gemacht, zu diesr zweiten (und dritten) Ausstellugn zu kommen. Während Panketaler Gemeindevertreter und Journalisten der französischen Presse erneut anwesend waren, bemühte sich von den Bernauer „Volksvertretern“ außer natürlich der gastgebenen Unabhängigen keiner dahin. so werden wohl die Meinungen gebildet. Anwesend war aber die Referentin des Bernauer Bürgermeisters, Eva Maria Rebs. Sie sagte nichts und machte fleißig Notizen.

    Bleibt zu hoffen, dass endlich ein Ruck durch das politische Brérnau geht. Die Bürger haben heute ein Zeichen gesetzt, dass sie sehr wohl ein Bdürfnis nach Aufarbeitung haben. Wir freuen uns daher, in den kommenden vier Wochen rund 10 Veranstaltungen (Filmreihe, Vorträge, Buchlesungen) an gleichem Ort mit hochkarätigen Referenten und Autoren anbieten zu können udn hoffen auf rege Teilnahme!

  11. Ich bitte die Tippfehler zu entschuldigen. Ich habe den Text aus dem Stegreife heruntergetippt und nachts um halb 2 nicht noch einmal gegengecheckt. Botschaft dürfte klar sein.

    I.Ü.: Am Sonntag kommt eine große Reportage über die Bernauer Stasi-Debatte im Journal du Dimanche (größte Sonntagszeitung Frankreichs): Ich werde den Artikel wieder herumsenden, bei Bedarf kommt die Übersetzung später nach ;-)

    Weiteres in Kürze