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Grusel, Grusel

Es war nicht anders zu erwarten, kam aber irgendwie noch schlimmer. Ein Hauch von Fahnenappell lag in der Luft als Gudrun Gaethke (PDS), Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung Bernau, die 36. Sitzung eröffnete und zunächst die anwesenden Pressevertreter antreten ließ. Nachdem Namen und Brötchengeber abgefragt waren wurde die Berichterstattungsrechte per Beschluss flugs beschnitten. Mehrere Abgeordnete erteilten der Aufnahme bzw. Verwendung von Bild- und Tondokumenten eine Absage. Ihre Schreibgeräte durften die Journalisten aber gottlob behalten.

Mit Auflagen ging es weiter. In einer recht freien Interpretation der gesetzlichen Grundlagen untersagte Frau Gaethke jegliche Diskussion auf Personenebene. Für Zuwiderhandlungen wurde ein Ausschluss der Öffentlichkeit angekündigt.

Eine wirkliche Diskussion kam nicht zu Stande. Dagmar Enkelmann (PDS/MdB) verkündete lediglich, dass der Antrag auf „Stasi-Überprüfung“ abzulehnen sei weil kein neuer Sachverhalt vorläge.

Der Redebeitrag von Dr. Findeis war enttäuschend inhaltsarm. Er sei, so Findeis sinngemäß, das Opfer einer Hetzkampagne. Seine Verbindungen zur Staatssicherheit hätte er nie verheimlicht. Über Art und Umfang seiner Tätigkeit für das MfS verlor er kein Wort.

Rückendeckung erhielt Findeis u.a. von den Abgeordneten Geißler (Freie Fraktion) und Goral (CDU). Letzterer versicherte dem Parteifreund die volle Rückendeckung der Fraktion. Man habe seine „Opferakte“ genau studiert und sei von seiner Unschuld überzeugt.

Ach ja, der eigentlich Antrag wurde in geheimer Abstimmung mit großer Mehrheit abgelehnt.

Fazit:
Bernaus Stadtverordnete debattieren „standhaft“ am Thema vorbei. Nicht der Umgang mit Dr. Findeis oder das Sozialverhalten Peter Vidas, sondern ein Bekenntnis zu politischer Transparenz standen zur Abstimmung. Zudem sollten sich die Abgeordneten bewusst machen, dass ihr Recht zur politischen Amtsausübung im Grunde von jenen erstritten wurde, die von der Stasi bespitzelt, verfolgt und inhaftiert wurden.

Nachdem das lästige Anliegen erfolgreich abgewiegelt war, konnte sich das Parlament endlich den wirklich wichtigen Dingen widmen: Hundekot.

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35 Kommentare » Schreiben Sie einen Kommentar

  1. Schade, war aber nicht anders zu erwarten. So verfährt man ja in Bernau mit allen unangenehmen Themen: Abwiegeln, verschleiern, totschweigen, diffamieren und – wenn wirklich nichts mehr hilft – totquatschen und abschmettern.
    Noch ein weiteres, wenn auch nicht derat#rtig gravierendes Beispiel: Ich versuche seit Januar, von den Fraktionsvorsitzenden der CDU, SPD und Freien Fraktion eine Stellungnahme zu einem kommunalen Problem zu bekommen.Fehlanzeige, auch nach mehreren Mahnungen will man, darf man oder kann man sich nicht äußern. Wozu brauchen wir Wähler solche Volksvertreter ???

  2. Gudrun Gaethke sei einmal die Lektüre des Grundgesetzartikels 5 Absatz 1 Satz 1 dringend ans Herz gelegt. Dieser lautet: „Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten.“ In Satz 2 und Satz 3 heißt es ergänzend: „Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.“

    Frau Gaethke, das Grundgesetz ist die Verfassung unseres Gemeinwesens. Wer sich verhält wie Sie, stellt sich außerhalb der geltenden Regeln.

  3. @Karl-Heinz:
    Ich vermute Frau Gaethke beruft sich auf das Recht am eigenen Bild(eigenem Ton?). War es aber nicht so, dass im Rahmen von Versammlungen oder bei bestimmten „Berufsgruppen“ (z.B. auch Parlamentariern) andere Regeln gelten?
    Ob die Geschäftsordnung der Stadtverordnetenversammlung allerdings separate Regel kennt weiß ich nicht.

    PS: Die im Anschluss an die geheime Abstimmung stattfindene Einwohnerfragestunde gab zum Stasi-Thema nichts mehr her. Die Vertreter der Opferverbände, sowie Findeis „Fan-Club“ waren (erstere verständlich schwer genervt)schell entschwunden.
    Da man Ortsfremden ein rederecht (das ist unhöflich aber regelkonform) konsequent verweigerte kam aus dem Publikum der Kompromissvorschlag, man möge die Diskussion nach offizieller Beendigung der Versammlung fortführen.
    Dem stimmte u.a. Frau Gaethke zu.
    Allerdings war der Saal ca. 20 Sekunden nach Ende der Vreanstaltung ziemlich leer.
    PS2:
    Die Sitzung war diesmal an Sicherheit nicht zu überbeiten. Ein Polizeibeamter bewachte den Sitzungssaal fast durchgehend.
    Als ich eine kurze Zigarettenpause machte kam alerdings ein kleiner Junge zur Rathaustreppe dem, nach eigener Aussage, ein Hohenschönhausener die Socken geklaut hatte. Ich hielt diesen Fakt für wichtig genug den Beamten auf die wirklichen Vebrechen diese Welt aufmerksam zu machen.
    Dieser kam seiner Pflicht übrigens klaglos und überaus kinderfreundlich nach.

  4. PRESSEMITTEILUNG

    Auf der heutigen Sitzung der Bernauer Stadtverordnetenversammlung hat die Mehrheit der gewählten Abgeordneten erneut einen Antrag auf Stasi-Überprüfung abgelehnt.

    Der neuerliche Antrag der Unabhängigen Fraktion ist notwendig geworden, nachdem der CDU-Vertreter Bernd Findeis als Stasi-IM entlarvt worden war. In der Antragsbegründung wies ich darauf hin, dass Bernd Findeis das Vertrauen der Stadtverordneten missbraucht hat, indem er ihnen bei den früheren Abstimmungen wie auch bei der letzten Kommunalwahl seine Tätigkeit für das MfS verschwieg. Als Einreicher wies ich darauf hin, dass all jene, die eine reine Weste hätten, zustimmen könnten.

    In Erwiderung erklärte die PDS-Fraktionsvorsitzende Dagmar Enkelmann, zugleich Parlamentarische Geschäftsführerin ihrer Fraktion im Bundestag, dass keine neuen Erkenntnisse vorlägen und aus diesem Grunde der Antrag überflüssig sei. Wörtlich erklärte Enkelmann, dass nicht nur die Schuld auf sich laden würden, die mit der Stasi zusammengearbeitet hätten, sondern auch Tätigkeiten für den BND genauso zu bewerten wären, weil dieser auch mit V-Leuten arbeite [sic!].

    Die CDU erklärte, sie stehe hinter Findeis, er sei Opfer und nicht Täter. Dies obwohl die Ethikkommission der Landesärztekammer die Zusammenarbeit mit ihm beendete, weil er die Zusammenarbeit verschwieg. Findeis erklärte, er sei nie von einem Journalisten kontaktiert worden.

    Hierauf erwiderte ich als Antragssteller, dass sich aus der Stasi-Akte des Herrn Findeis eindeutig Gegenteiliges ergäbe. Hierauf hob ich die 200 Seiten umfassende Akte in die Luft und präsentierte sie den Anwesenden. Ich wies darauf hin, dass Bernd Findeis Jahre lang Informationen über Patienten und Kollegen sowie über Ausreisewillige an das MfS lancierte.

    Hierauf brach ein Gebrüll in der Versammlung los, Vertreter der PDS forderten, dass die Akte konfisziert [sic!] werden müsse, die Vorsitzende (PDS) entzog mir als Antragsteller das Wort.

    Übrige Stadtverordnete waren bemüht, Bernd Findeis als Opfer darzustellen. Anwesende Stasi-Opfer äußerten lautstark ihren Unmut. Ein ehemaliger Zuchthausinsasse warf den Vertretern von PDS und CDU vor, sich wie rotlackierte Faschisten zu benehmen.

    Nachdem mehrere Verwarnungen seitens der PDS-Vorsitzenden ausgesprochen wurden, war es nur noch beschränkt möglich, Informationen aus der Akte zu verlesen. Aus dieser geht eindeutig hervor, dass Bernd Findeis ein engagierter Zuträger des MfS-Unterdrückungsapparates war. Wahrscheinlich waren diese Informationen derart unangenehm, dass sie im Keim erstickt werden mussten. Die Mehrheit flüchtete sich in allgemeine Aussagen, dass die Geschichte differenziert gesehen werden müsse und wollte sich partout nicht auf die vorliegenden hieb- und stichfesten Beweise hinsichtlich der Stasi-Verstrickung des Nervenarztes Findeis einlassen.

    Schließlich stellte ein Stadtverordneter den Antrag auf Ende der Debatte, wodurch eine weitere Diskussion verhindert werden wollte. Dieser Antrag fand eine deutliche Mehrheit. Schließlich wurde geheime Abstimmung beantragt, in deren Zuge sich 6 Stadtverordnete für und 16 dagegen aussprachen, eine Überprüfung durch die Birthler-Behörde, wie sie erst jüngst die Nachbargemeinde Panketal sowie der Kreistag Barnim beschlossen hatten, durchzuführen.

    Gleich zu Beginn der Sitzung, die von einem Polizeibeamten „geschützt“ wurde, stellte ich den Antrag auf Herbeirufung des Bürgermeisters. Der gewählte Bürgermeister der Stadt, Hubert Handke, CDU, nahm an der Sitzung nämlich nicht teil. Ich beantragte, aufgrund der Tragweite der Debatte die Herbeizitierung des Stadtoberhauptes. Die Vorsitzende ließ über den Antrag nicht abstimmen, sodass der Bürgermeister nicht an der Sitzung teilnahm.

    Erneut hat die große Mehrheit der Bernauer Stadtverordneten ihr geschichtspolitisches Taktgefühl vermissen lassen. Sehenden Auges wird ein Stasi-IM in einem lokalen Parlament geduldet und reingewaschen. Der BND wird unverschämt mit der Stasi verglichen, Opfer werden verhöhnt. Die Unabhängige Fraktion wird sich trotz aktueller Bedrohungen ihrer Mitglieder nicht entmutigen lassen, den Weg der Aufklärung und Wahrheit weiter zu beschreiten.

    Péter Vida
    Vorsitzender der Unabhängigen Fraktion

  5. Grade komme ich von einer ausserordentlichen Stadtverordneten
    Versammlung aus Bernau nach hause.

    Feststellung:

    Alle Parteien die dort im Parlament vertreten sind, sind PDS/SED hörig. Es ist nicht zu fassen. Dr Enkelmann (MdB)stellt den BND mit dem MfS auf eine Stufe und verklärt dass auch Kundschafter f. den Frieden vom BND inhaftiert wurden und somit Opfer des kalten Krieges wurden.

    Dr. Findeis (CDU) wurde als IM Erich überführt. Eine ca 200 Seiten starke stasi-Akte wurde als Beweismittel vorgelegt. Darin steht eindeutig, sogar von ihm unterschrieben, dass er über Patienten Auskünfte ans MfS bereitwillig erteilt hat, dass er menschen verraten hat und sogar seine ärztliche Schweigepflicht ausser Kraft setzte um Auskunft ans MfS zu erteilen. Findeis streitet alles vehement ab und bezeichnet sich als Opfer einer Verleumdungskampagne.

    Seine „CDU“-Genossen halten ihm weiterhin die Fahne. So auch die „SPD“ und die „Grünen“ und die „Freien“. Alles zwinkerte und liebäugelte mit der Enkelmann und die meinte gestikularisch Ruhe zu bewahren, sie macht das schon. Dann kam die geheime Abstimmung über die Stasi-Überprüfung. Resultat: 16 stimmten dagegen und 6 dafür. Die Vorsitzende der SVV Bernau hat wohl mehr da draussen zu sagen, als der Bürgermeister Handtke, der sich kurz vorher in den Urlaub verpisst hat und sich durch einen Stellvertreter vertreten ließ. Presse wurde wie immer gleich zu drehen nebst audio-recording verboten. Die SVV-Vorsitzende hat dem Antragsteller Péter Vida immer wieder versucht das Wort zu entziehen. Sie hat ihn immer geblockt, dazwischen gesprochen und ihn nicht ausreden lassen. Im Gegensatz dazu konnten die anderen PDS/SED hörigen Fraktionen stören, Zwischenrufe wurden hier geduldet und hier durfte man verklären, verdrehen, unverschämt
    lügen und zwar ungehindert. Die MOZ verdrehte alle Tatsachen um den Findeis und setzte nicht mal einen Artikel über den IM Erich ins Internet. Findeis -„CDU“ und die „Linke“ hatte noch SED-Klatscher im Publikum geladen.

    Ein Hohn für das deutsche Volk, ein Hohn für die Bundesregierung, die so was zulässt. Ein Hohn für die Opfer. Ich musste den Saal verlassen. Ich habe das einfach nicht mehr ausgehalten. So eine Type wie Dr. Findeis hat meine Familie zertrennt, ich durfte als Zwangsadoptierter in der „ddr“ ein Dasein verleben, da hat es ein Hund besser. Will garnicht jammern, jedoch hängen mir heute die Flügel ganz schön herunter weil eine ganze SVV und ein geladenes Publikum Beifall zu Verklärung klatschte. Wir hatte das in unserer Historie schon einmal 1933. Und irgendwann faselte eine vom Volk gewählte intellektuelle verkrachte Existenz was von „Wollt ihr den
    totalen Krieg“ und hunderte geladener Gäste standen auf und brüllten: „Ja.“ Der Krieg kam zurück. Gelernt scheint keiner was zu haben. Nicht dass hier einer denkt, ich vergleiche das eine mit dem anderen – nein das tue ich wahrlich nicht. Ich sehe ein sehr sehr ähnliches Muster.

    Detlef

  6. @Stefan Stahlbaum: Welches Recht am eigenen Bild? Hier geht es um Personen der Zeitgeschichte im öffentlichen Raum. Die kann man selbst dann fotografieren und die Fotos veröffentlichen, wenn sie in der Nase popeln. Die Leute verstecken sich mit Formulierungen um das eigene Bild gern hinter Caroline von Monaco, die das Interesse ihrer Kinder gerichtlich durchgesetzt hat, oder hinter Politikern, die mit Freundin im Pool auf Mallorca oder unvorteilhaft in Schweizer Hotel-Badewannen geknipst wurden. Da könnte man dann mit einem gewesenen Vorstandmitglied der Ethik-Kommission auch noch eine Ethik-Diskussion beginnen.

    Aber ein paar städtische Politiker bei der Arbeit zu fotografieren und ihre Reden mitzuschreiben ist verglichen mit der fragwürdigen Videoüberwachung des Bernauer Bahnhofsvorplatzes geradezu eine Chronistenpflicht in der bürgerlichen Demokratie.

    @Peter Vida: Darf ich Ihren identischen Kommentar bei dem älteren Beitrag löschen?

  7. @ Karl-Heinz: okay, dieser neue Blog wurde ja erst eröffnet, nachdem ich die PE beim älteren reinstellte.

    gruß, pv

  8. Es wird iegentlcih immer klarer: Diese ganze Farce hWenn man sicat Ursachen in ganz bestimmten Personen. Mit Demokratischer Bauernpartei und NDPD hat die (west-) deutsche CDU auch zwei ehemalige Blockparteien der DDR geschluckt.Beides waren Gründungen auf Anordnung Stalins, um entsprechende Bevölkerungsteile „einzubinden“, für die bei Gründung sogar SED-Kader abkommandiert wurden. Aus meiner eigenen Erfahrung kamen zumindestens die Parteibonzen der Bauernpartei manchmal noch „röter“ daher, als die SED erlaubte. Warum sollen sich also in der Barnimer CDU nicht noch mehr Stasi-Spitzel rumtreiben ?

  9. Korrektur: Hier war wohl der Zeigefinger schneller als der Kopf.Richtig soll es heißen:
    “ Es wird eigentlich immer klarer. Diese ganze Farce hat ihre Ursache in ganz bestimmten Personen…“

  10. Habe gerade mal nachgeschaut, was die Märkische Oderzeitung über die gestrige SVV-Sitzung berichtet. Habe zwar einen Artikel Zirkus in Bernau gefunden, der ist aber etwas off-topic. Es geht um fliegende Menschen und gemischte Raubkatzendressur. Die PDS kommt nicht darin vor.

  11. @Karl-Heinz
    Nach Aussaqe der 2 anwesenden MOZ-Journalisten kommt der Artikel zum „Stadtverordnetenzirkus“ morgen.

  12. @Peter Vida: Würde Ihre Presseerklärung gern für meinen Blog nutzen ?! Ich hoffe, Sie haben nichts dagegen ?

  13. @Dr. Frank Valentin
    Der Link zum Blog würde mich interessieren.

  14. Zitat: „Eine schwarze Limousine sowjetischer Bauart glitt in die Nacht hinaus und verließ in östlicher Richtung Berlin. Das Ziel lautete Lobetal, ein kleines Dorf in der Nähe von Bernau, in dem die evangelische Kirche eine Siedlung für Behinderte unterhält. Noch am selben Abend zog Honecker mit seiner Frau Margot ins Haus des damaligen Anstaltsleiters, Pfarrer Uwe Holmer, ein.“

    Ist das der Laden von dem Findeis gestern noch behauptete das alle Kollegen hinter ihm stehen würden? Dann würde mich nichts mehr wundern. Und der ehemalige Ministerpräsident Stolpe sagte doch auch das er nicht für die Stasi tätig war? Kirche liebt halt seinen nächsten…vor allem die Stasi. Ich bedauerte schon damals, als sie Honecker einluden, das meine Oma über viele Jahre Spenden nach Lobetal gesendet hat. Zum Glück hat sie das dann aber schnell eingestellt und ist sofort aus der Kirche ausgetreten…als ehemaliges Vergewaltigungsopfer eines russischen Offiziers…hat sie über viele Jahrzehnte alles gehasst was blutrot war…gerade SED´ler und ihre Helfershelfer.

  15. Lobetal, Hoffnungstaler Anstalten, Findeis, die Stasi, die Kettensägenfraktion, die Alleenmörder und all ihre Helfershelfer – eh und je miteinander verbunden wie Pech und Schwefel.

  16. Hier nun der MOZ-Bericht „Stadtverordnete werden nicht durchleuchtet“.

    Der Artikel hinterläßt bei mir einen faden Nachgeschmack. Das muss wohl an dem hier wirkenden Redaktionsstatut der Märkischen Oderzeitung liegen, denn ich nehme nicht an, dass Olav Schröder auf einer anderen Veranstaltung war. Nur so wäre es zu erklären, dass nicht die rhetorischen Fehlleistungen einiger Abgeordneter, sondern die Pille-Palle-Beschwichtigungs-Versuche in der Zeitung landeten.

  17. In der Tat, ein tendenziöser Artikel der vieles ausblendet. Ich hoffe das zumindest ein Teil der zu erwartenden Leserbriefe gedruckt und dabei nicht „totgekürzt“ (bei der MOZ nichts ungewöhnliches) werden.
    Mein Beitrag ist bereits verschickt.

  18. Auszug / Pressemitteilung vom 18.07.2007 – lag der SVV vor

    Vielleicht sollten sich ja die politischen Justiz- und Stasi-Opfer dafür entschuldigen, dass sie durch ihre Verhaltensweisen den Mitarbeitern des MfS soviel Arbeit gemacht haben? Verkehrte Welt: Die MfS-Mitarbeiter als eigentliche Opfer, ihre drangsalierten Opfer die eigentlich Verantwortlichen!

    Frau Dr. Francesca Weil, Hannah Ahrendt Institut, belegt in ihrer Dokumentation
    die Verstrickungen von Ärzten mit dem MfS nachhaltig.
    Erinnern Sie, dass das Netz der IM´s überhaupt erst möglich machte, dass die Stasi Menschen beschuldigte, Anklagen gegen sie konstruierte, einsperrte und sich letztlich
    Ihrer Andersdenkenden auch durch Verkauf in den Westen entledigte.
    Wie nachweislich ebenfalls belegt, setzte das MfS in ihren Haftanstalten und außerhalb ihre >operative PsychologieZersetzungsmaßnahmen> gem. Richtlinie 1 / 76 ein, deren Kenntnisse und Wirkungsweisen sie zuvor auf Hochschule, vorzugsweise in Potsdam Golm – eben auch durch Medizinerkollegen erwarben.

    Nein, es geht nicht um Ihre Existenz, Herr Dr. Findeis. Ihre Rentenansprüche werden (im Gegensatz zu betroffenen Opfern) so oder so nicht geschmälert. Es geht schlicht und einfach um die Übernahme bzw. das Bekenntnis zur Verantwortung! Dabei reicht eine Erklärung in der örtlichen Zeitung und auch ein Verkriechen hinter Mauern der Vergangenheit keineswegs aus.

    Sie sollten der Stadtverordnetenversammlung ohne weiteren Verzug Ihren Rücktritt mitteilen.

    gez. Tatjana Sterneberg
    Urteil: 3 Jahre, 8 Monate Haft u. a. Einsatz von pharmakologischer Folter (Neuroleptika)
    C. W. Holzapfel verurteilt zu 8 Jahren Zuchthaus
    i. V. der Opfer der SED / MfS – Diktatur
    V.i.S.d.P. Tatjana Sterneberg, 10627 Berlin,

  19. Liebe Freunde,

    in der tat ist der MOZ-Artikel sehr tendenziös:

    1. Es werden die Opfer in keiner Weise erwähnt.
    2. Es wird weiterhin so getan, als seien die Vorwürfe gegen Findeis bekannt gewesen – das stimmt nicht. Die akte ist erst durch die Bild ans Tageslicht gekommen, die MOZ hat sie bis heute nicht gelesen – die dortigen Vorwürfe sind alle neu und eine Riesenschweinerei – ich habe die ganzen 200 Seiten Stasi-akten 7 Stunden lang gelesen – was da drinsteht hat findeis sowohl der SVV als auch der Landesärztekammer verschwiegen.
    3. die Bernauer Stadtverordneten wundern sich, warum die Ethikkomission die Sache anders bewertet (die haben Findeis nämlich rausgeschmissen) – ja warum schreibt die MOZ denn nicht, warum die das anders sehen – die haben nämlich die akte gelesen
    4. Warum wird nicht auf den wohl einmaligen vorgang verwiesen, dass sich die CDU öffentlich zu einem Stasi-Mann bekennt.

    Bitte schreibt Leserbriefe an bernau-red@moz.de im Interesse der Wahrheit.
    Dank und Gruß, PV

  20. Wer eine kritische Auseinandersetzung in der „MOZ“ zu den Vorfällen in der letzten Bernauer SVV erwartet hatte, wurde auch heute wieder enttäuscht. Statt dessen druckt man lieber den Leserbrief einer überschlauen Leserin ab, die allen Ernstes behauptet, Bäume seien schuld an den vielen Unfällen der so überaus vernünftigen Barnimer Autofahrer.Und Bäume gehörten einzig und allein in den Wald. Sie hat nur nicht erwähnt, dass der Mond eigentlich ein Klappstuhl ist und Kohlrabis auf den Hals gehören – als Kopfersatz. Ein dreifach Hoch auf eine derart „freie Presse“!

  21. Also dieser überschlaue Leserbrief würde mich mal interessieren!
    Könnte jemand aus dem Niederbarnimer Raum mir den mal einscannen und zusenden an andreas_steiner@web? Darüber wäre ich überaus dankbar.

  22. @Dr. Steiner: Zeitung schon wutschnaubend weitergegeben und dann von den Mitlesern wahrscheinlich weggeworfen, aber ich versuche es, sie im Altpapier zu finden.

  23. Ach so,

    hier der Inhalt meines Leserbriefes (bei mir selbst geklaut, aber warum „das Rad neu erfinden“).Mal sehen ob er dem „MOZ_Meinungsschredder“ entrinnen kann:

    Beschämende Vorstellung

    Bernaus Stadtverordnete debattieren „standhaft“ am Thema vorbei. Nicht der Umgang mit Dr. Findeis oder das Sozialverhalten Peter Vidas, sondern ein Bekenntnis zu politischer Transparenz standen am vergangenen Mittwoch zur Abstimmung.
    Zudem sollten sich die Abgeordneten bewusst machen, dass ihr Recht zur politischen Amtsausübung im Grunde von jenen erstritten wurde, die von der Stasi bespitzelt, verfolgt und inhaftiert wurden.
    Den beschämende „Eiertanz“ um eine längst überfällige Entscheidung empfinde ich als demokratisches Armutszeugnis und eine unausgesprochene Beleidigung der Stasi-Opfer.

    Stefan Stahlbaum
    Panketal

  24. Obwohl wirklich ärgerlich und nicht zum Ausgangsthema gehörig hier der von Dr. Valentin angesprochen Leserbrief zum Thema Alleen.
    In einem hat Frau Weise übrigens Recht: Das Annageln von „Protestnachrichten“ ist tatsächlich eine Sauerei.
    Wir haben die Zettel bei der Baumschau an der K 6005 bereits vor 2 Wochen bemerkt.
    War das jetzt tatsächlich das Werk eines „fehlgeleiteten „Baumschützers“ oder geschah die Aktion kalkuliert, um den Alleenschutz in Mißkredit zu bringen?

    Nun aber wirklich zum Leserbrief:

    MOZ vom 21./22. 07.2007, Seite 18
    „Für mich gehören Bäume in den Wald“
    Zettel an -Danewitzer Allee ärgern Autofahrerin

    Zum Thema Alleebäume:
    Ich dachte, ich spinne, als ich auf der Landstraße von Biesenthal nach Danewitz die Alleebäume voller Zettel sah. Ein Dank an die so genannten Umweltschützer! Geht man so mit Bäumen um? Reingenagelt waren die an den Verkehrsminister gerichteten Zettel. Ob der dort lang fährt? Und was sollen die Zettel hier? Sie beziehen sich auf Dannewitz. Wo liegt denn das?

    Warum geht man das Thema nicht mal etwas anders an? Das wäre für mich: gesunde Bäume stehen zu lassen, kranke und die Sicht behindernde herausnehmen. Ich bin passionierte Autofahrerin, für mich‘ gehören große Bäume in den Wald und kleinere in den Garten, Park oder ähnliches, aber bitte nicht direkt an die Straße. Mindestens 10 m davon entfernt und Büsche davor, das wäre okay.

    Es wird immer nur von den Bäumen gesprochen. Spricht denn auch mal irgend jemand über die Menschen, die an Bäumen gestorben sind! Klar, kann der Baum nichts dafür, aber der Autofahrer mitunter auch nicht, aber der muss sterben, der Baum hat nur einen Kratzer. Ich kenne persönlich einige solcher Schicksale, Menschen die heute noch eine glückliche Familie wären, wenn da nicht der Baum gestanden hätte! Außerdem: Die Wurzeln machen nun mal die Straßen kaputt, das kostet unsere Steuergelder!

    Klar, waren Alleen schön. Früher, als man noch mit der Kutsche unterwegs war. Mit einem modernen Auto braucht man weder Wärme- noch Sonnenschutz, im Gegenteil, wenn von der Seite Schatten fallen, irritiert das gewaltig, Schlaglöcher sind dann nicht mehr zu erkennen. Wer Natur will, sollte doch zu Fuß dorthin gehen, fernab von der Straße. Genießen kann man die Bäume an der Straße ohnehin nicht, die gefährliche Tunnelwirkung ist bekannt, scheint aber niemanden zu interessieren.
    K. Weise, per Mail

  25. Nach drei Tagen kräftigen Ärgerns – nämlich darüber, dass so ein Blödsinn auch noch veröffentlich wird, kann ich mittlerweile nur noch lachen. Vor allem über diese Provinzzeitung, die ganz offensichtlich von irgendwo gesteuert wird. Und da haben wir, lieber Herr Stahlbaum, den Zusammenhang zum eigentlichen Thema, denn auch nach heutiger „MOZ“ war da in der vergangenen Woche gar nichts in der SVV Bernau. Autos kann man einatmen, Bäume sind nutzlos, Laufen muss man eh nicht mehr und Genmais ist ein Segen für die Natur und damit für die Menschheit – alles Schlußfolgerungen aus der Lektüre der „Märkischen Oderzeitung“ von heute bzw. der letzten Tage. Leute, lacht diese Art von Journalisten doch einfach aus…

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