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Carsten Bockhardt überreicht die Kettensäge an Jürgen Jankowiak

Nicht nur fünfzehn Bäume, sondern gar 18 Bäume will Bauamtsleiter Jankowiak von der Barnimer Kreisverwaltung in der geschützten Allee Rüdnitz – Danewitz (das ist die Allee unseres Headers) fällen lassen, wie die Märkische Oderzeitung heute schreibt. Im Artikel „Baumschnitt an der Danewitzer Allee“ heißt es weiter:

Demnach soll in 281 Bäumen das Totholz ausgeschnitten werden. Bei 28 Bäumen schlägt der Gutachter einen Kronensicherungsschnitt vor, weitere 18 Bäume sollen vollständig fallen. Wie Jankowiak bestätigte, fand in der vergangenen Woche eine Baumschau in der Danewitzer Allee statt. Zu diesen Baumschauen lädt der Kreis regelmäßig die Naturschutzverbände ein, das Echo bezeichnete Jankowiak als „eher dürftig“. So war es auch diesmal, ein Vertreter der Verbände fehlte.

Dr. Andreas Steiner von der Initiative „Barnimer Baumschutzstammtisch“ schreibt in seiner Mail an das Barnim-Blog:

Nach Lesen dieses Artikels drängen sich mir folgende Befürchtungen auf:

Die Allee soll durch Baumfällungen sukzessive aufgelichtet und die Bäume durch zweifelhafte Kronenschnitte geschädigt werden, damit man sie in ein paar Jahren, wenn die neue Brandenburger Alleenkonzeption verabschiedet wurde, vollständig entfernen kann und für eventuelle geförderte Straßenbauprojekte an der K6005 dann freie Hand hat. Denn wo keine Allee mehr steht, regt sich auch kein Widerstand gegenüber einer überdimensionierten und ökonomisch zweifellhaften Straße.

Im Übrigen habe ich keine Kenntnis davon, dass die Naturschutzverbände zu den Baumschauen an der K6005 eingeladen wurden. Ich jedenfalls habe als Vertreter der GRÜNEN LIGA Brandenburg und als Baumexperte von Bauamtsleiter Jankowiak keine Einladung erhalten. Der Umweltausschuss im Kreistag Barnim (A5) hat davon bislang auch keine Kenntnis, obwohl die Kreisverwaltung eigentlich hoch und heilig versprochen hat, diesen in Zukunft unverzüglich zu informieren, insbesondere wenn es um die besagte Allee geht. Auch andere Kanäle haben mir nicht mitgeteilt, dass diese Baumbegutachtungen stattfinden. Ist dies wieder eine geheime Kommandosache, worüber einige kritische Naturschutzvertreter nicht informiert werden sollen?

Zumindest eines ist klar, und da sind der Baumgutachter Manfred Frommer und ich einer Meinung: Es gibt an der Allee Rüdnitz-Danewitz-L29 derzeit keinen Baum, der eine Verkehrsgefährdung birgt, dass er gefällt werden müsste. Die letzten Stürme hat die Allee gut überstanden. Es gab keine Astbrücke und schon gar keine umgeworfenen Bäume (wobei zu betonen ist, dass es dort noch nie einen Baum umgeworfen hat).

Man kann sich ja mal vorstellen, wie lückig dieser noch sehr geschlossene Alleenaltbestand in einigen Jahren aussehen wird, wenn jedes Jahr an die 20 Bäume (oder mehr) der Säge zum Opfer fallen. In spätestens 5 Jahren wäre sie entwertet. Dann hätte der Landkreis Barnim sein Ziel letztendlich außergerichtlich erreicht.

Der Barnimer Baumschutzstammtisch wird diese Problematik diskutieren und darauf medial reagieren. So ist das Thema Allee Rüdnitz-Danewitz-L29, zusammen mit der neuen Brandenburger Alleenkonzeption, bereits Schwerpunkt seiner nächsten Sitzung, die öffentlich ist und am Freitag den 22.06.07 um 19.30 Uhr diesmal im Ratskeller, Breite Str. 44 in 16225 Eberswalde stattfinden wird.

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7 Kommentare » Schreiben Sie einen Kommentar

  1. 18 Bäume soll also dass (viel zu oft im Barnim) Unvermeidliche ereilen. Alle 18 sind ganz offensichtlich vom Holzbock(hardt) befallen. Ein Los, dass absehbar war. Schlechte Verlierer reagieren so, wenn man sie nicht mehr mitspielen läßt. Mich persönlich wundert es, dass „nur“ 18 dran glauben sollen. Ich hätte bei dieser Art Schädling mit einer endgültigen Lösung gerechnet.
    Ein wenig mutet das alles wie ein Streit im Kindergarten an.

    Jeder sieht, dass der kleine pickelige Kevin oft Unrecht hat. Manchmal kann er sich seine Freunde kaufen, aber manchmal hilft dann nur die Drohung mit einem großen Hund oder Bruder.

    Und große Brüder haben die kleinen Kevins in den Brandenburger / Barnimer Ämtern doch reichlich, oder … ?

  2. Eventuell wird Carsten Bockhardt demnächst den wissenschaftlichen Nachweis, durch einen unabhängigen Gutachter selbstverständlich, erbringen lassen, dass der Mensch auch ohne Sauerstoff weiterleben kann…besser sogar!!!Wozu dann noch die Bäume dulden, diese miesen Platzverschwender. Die „klugen Köpfe“ im Barnim sind doch in besonderer Weise bockig – kreativ!

  3. Hallo liebe Leute!

    Ich kenne die Straße aus jahrelangem Befahren und Erleben. Und ein Ausbau ist m.E. bitter notwendig. Nach Außen abfallende Straßen (zumindest Danewitz Richtung Grüntal) machen ein mittiges Fahren erforderlich, was bei Gegenverkehr natürlich zum Problem werden kann. Und ganz ehrlich, wenn ich mich entscheiden muss zwischen Gesundheit der Autofahrer (Menschen!) und den Bäumen, schmeß ich die Kettensäge persönlich an! Sicher find ich die Alleen auch schön und erlebenswert, aber die wurden schlichtweg in einer völlig anderen Zeit geplant. Wenn der Kurfürst mit seiner Kutsche da durchkam, mag das ja ok gewesen sein. Aber heute gelten andere Ansprüche. Alles andere wäre pure Öko-Romantik. Dieser Planet stirbt wegen der Abholzung der Regenwälder und des Abbrennens möglichst des letzten fossilen Brennstoffes. Aber nicht an der Fällung einer Allee, für die man noch locker Ersatzpflanzungen durchführen kann. Deswegen lasst uns die wahren Probleme angehen und nicht irgendwelche Bäume im Barnim besetzen, was eh keiner wahrnimmt. Ökoextremismus ist für mich mindestens genauso kontraproduktiv wie Extemismus am Ökosystem Erde.

    Soweit erstmal,
    der Micha

  4. @Micha: Wir sind keine Ökoromantiker und auch keine Ökoextremisten, sondern haben vor einem deutschen Oberverwaltungsgericht die Rettung dieser Allee erkämpft, die ich jeden Morgen selbst entlangfahre. Hier ging es darum, dass EU-Fördermittel genutzt werden sollten, um eine geschützte Allee zu vernichten – das haben wir verhindert.

    Meine persönliche Meinung zur Nutzung dieser Straße: Man sollte eine Fahrradstraße daraus machen, wie zwischen Lobetal und Ladeburg. Mit Tempo 20 für alle und Vorfahrt für die radelnden Kinder, die von Rüdnitz über Danewitz nach Biesenthal zur Schule fahren.

    Wenn Du Lust hast, komm doch einfach zur nächsten Veranstaltung der Initiative Barnimer Baumschutzstammtisch vorbei.

  5. @Michael: Es gibt nicht nur Schwarz oder Weiß, Ja oder Nein.

    Wer sich mit dem Fall der Allee Rüdnitz-Danewitz-L29 näher beschäftigt hat, weiß, dass man guten Willens allen Interessen mit Leichtigkeit gerecht hätte werden können (abgesehen von denjenigen Leuten, die sich am herabfallendem Herbstlaub der Bäume stören).

    Dass wir keine Öko-Romantiker oder Öko-Extremisten sind, haben wir mit unserer klaren Alternativlösung belegt: Das verkehrsgerechte Ausbaukonzept für die K6005 des Verkehrsplaners Dr. Dittmar Hunger. Dem hat sich der Landkreis leider verweigert.

    Im Übrigen fängt Natur- und Umweltschutz vor unserer eigenen Haustür an. Und nicht nur, um zu zeigen, dass wir fortschrittlich sind und mit bestem Beispiel vorangehen möchten. Wir können nicht die Finger auf Brasilien oder Indonesien richten, wenn wir uns klaren Alternativen, unsere Kulturlandschaft zu erhalten, vor der Haustür verweigern. Denn wir verhungern nicht, wenn wir das Holz der Allee nicht nutzen.
    Umwelt- und Sozialpolitik ist eine der wichtigsten Aufgaben der heutigen Zeit. Ich jedenfalls möchte und werde meinen (auch noch so kleinen) Beitrag dafür leisten.

  6. @Andreas: Das sehe ich genau so, dem braucht man nichts hinzufügen.