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Sinnfragen unerwünscht – Panketal beschließt zum Straßenausbau Breitscheidtstraße/Thälmannstraße

Am Panketaler Straßenzug Breitscheidtstraße/Thälmannstraße bewegt sich etwas. Das ist grundsätzlich erfreulich, denn die Fahrbahn ist tatsächlich erneuerungsbedürftig.

Zur Erinnerung:
Im Januar 2005 beschloss die Gemeindevertretung Panketal , auf Vorschlag der heimischen AG-Straßenbau, die sogenannte Ausbauvariante 3a. Diese sah vor, die Straße auf eine Breite von 5,50 Meter grundhaft auszubauen. Hierfür sollte die bestehende und weitgehend intakte Lindenallee komplett beseitigt und später durch eine Neupflanzung ersetzt werden. Dabei ist zu bemerken, dass einige AG-Mitglieder besagtes Vorgehen nachweislich ablehnten, aber schließlich dem „Gruppendruck“ gehorchten. Die Pläne stießen schnell auf massiven Widerspruch seitens der Bevölkerung der im August 2005 in einem Bürgerentscheid gipfelte.
Hier stimmten fast 3000 Panketaler für den Erhalt der Allee.
Selbst, Panketals „oberster Holzfäller“, Bürgermeister Rainer Fornell, musste zugeben, dass dem Projekt offensichtlich die notwendige Akzeptanz fehlte.
Die Umsetzung der vorhandenen Ausbaualternativen ließ die „gekränkte Eitelkeit“ aber augenscheinlich nicht zu.

Im April 2007 ist Panketals Verwaltung nun erneut in die Offensive gegangen. Da der vom Bürgermeister erhoffte Leidensdruck offenbar nicht schnell genug wuchs, entschloss man sich ein wenig nachzuhelfen. Zu diesem Zweck erinnerte man sich des schlechten Straßenzustands und drohte damit einen Teil der Straße sperren zu lassen. Der Verkehr sollte fortan über die Vierwaldstätter Straße umgeleitet werden, was kalkulierbare Proteste der dortigen Anwohner hervorgerufen hätte.

Der Plan funktionierte. Im Vorfeld der 2008 stattfindenden Kommunalwahlen wollten Panketals Abgeordnete offenbar nicht das Risiko eingehen sich unbeliebt zu machen und einigte sich auf folgenden Beschluss:

Als Maßnahme der Verkehrssicherung beauftragt die Gemeindevertretung Panketal den Ausbau des Straßenabschnittes Gletscherstraße bis Zillertaler Straße in der R.-Breitscheidt/E.- Thälmannstraße hinsichtlich der beitragspflichtigen Abschnittsbildung und einer separaten Entwässerungslösung zu prüfen. Es ist beabsichtigt, in der Thälmann-Straße einen Erhalt der Bäume und in der Breitscheidtstraße die Fällung von Bäume und Neuanpflanzung durchzuführen.
Die Ergebnisse sind der Gemeindevertretung als Grundlage für eine weitere Planung vorzulegen. Die erforderlichen Mittel bis zur Genehmigungsplanung (Lbh. 4 HOAI) für diesen Anschnitt sind im Nachtragshaushalt einzustellen.

Nach Aussage des Bürgermeisters geht es um den Vergleich Fällung – Baumerhalt. Dies erschient reichlich überflüssig, wurden doch in Panketals bereits etliche Alleen vernichtet und teilweise neu bepflanzt. An „Referenzobjekten“ mangelt es also nicht.

Weshalb die Abholzung von Bäumen , die laut Gutachten von Professor Rudolph mehrheitlich eine minimale Restlebensdauer von über 30 Jahren zu erwarten haben, vor Festlegung der eigentlichen Ausbauparameter beschlossen wird, erschließt sich daher auch dem geneigtesten Betrachter nicht auf den ersten Blick.
Eine entsprechende „Sinnfrage“ blieb im Rahmen der letzten Einwohnerfragestunde unbeantwortet. Man wird wissen warum!

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Veröffentlicht von

Stefan ist von Beruf Sozialarbeiter und arbeitet mit chronisch kranken Menschen. Der 2-fache Familienvater ist Autor verschiedener Websites und gelegentlich auch noch als Sänger aktiv. Als leidenschaftlicher Naturschützer wurde er unlängst in die Panketaler Gemeindevertretung gewählt. Weitere politische Schwerpunkte sind die Ortsentwicklung, sowie soziale Themen.

6 Kommentare » Schreiben Sie einen Kommentar

  1. Wo sind denn die aufrechten Sozialdemokraten in der Region, die sich nicht nur gegen den immer weiter fortschreitenden Sozialabbau und gegen die weitere Öffnung der Schere zwischen Reich und Arm politisch aktiv engagieren, sondern als „moderne Politiker“ auch die Ökologie im Programm haben???
    Wo bleibt die SPD als Fortschrittspartei????

    Dr. Andreas Steiner
    derzeit noch:
    Mitglied im Ausschuss für Landwirtschaft, Umweltschutz und Abfallwirtschaft (A5) des Kreistages Barnim

  2. Immer wiederkehrend gibt es Modetänze. So war früher mal der Twist oder später der Lambada einer.
    Die großen Koalitionen in Deutschland haben den sogenannten „Eiertanz“ gesellschaftsfähig gemacht (1 Schritt vor, 3 zurück, 1 links, 1 vor, 3 zurück, 1 rechts, usw.).

    Die beiden großen Anhäufungen von Politbürokraten haben schon seit langer Zeit kein wirkliches Interesse mehr daran, im Sinne der Bürger zu handeln. Dieses dokumentiert sich ganz eindeutig in den letzten Wahlbeteiligungen (lokal in EW und z.B. im Land Sachsen-Anhalt).
    Und genau in den Wahlterminen liegt eine Wurzel des ganzen Übels. In praktisch jedem Monat eines Jahres findet in Deutschland irgendwo eine Wahl statt, egal ob in Kommune, Kreis, Land oder ab und an auch im Bund. Stimmenverluste und geringe Wahlbeteiligungen werden nach der Wahl ganz frech als Sieg gefeiert (vgl. Bremen).
    Deshalb ist die Chance, dass in Deutschland mal irgendwas richtig fertig wird, gleich Null.
    Ein Ansatz wäre hier eine grundlegende Reform, angelehnt an die EU-Wahltermine. Einmal alle 4 oder 5 Jahre zur Wahl.
    Als Folge dessen würden möglicherweise wieder mehr Bürger zur Wahl gehen und man könnte wirkliche Bilanzen der geleisteten Arbeit ziehen. Mehrere Jahre könnte in ganz Deutschland wirklich mal etwas geleistet und Wahlversprechen eingelöst werden ohne den nächsten Wahltermin schon am Horizont auftauchen zu sehen. Dass es auch eine nicht zu unterschätzende Einsparung von Steuergeldern wäre, sei hier nur am Rande erwähnt.

    Vieleicht müßten dann auch die Politbürokraten der SPD mal wieder in ihre eigenen Statuten schauen und würden sehen, wessen Interessen sie ursprünglich mal vertreten wollten. Ein paar Millionen aus diesem Personankreis sind übrigens in Deutschland gerade mal eben arbeitslos.
    Ich glaube, dass der Name Fortschrittspartei bei den beiden sogenannten Volksparteien ein Widerspruch in sich ist.

  3. Pingback: Und es gibt sie doch… - Baumschützer im Barnim « BAR-blog | Wir bloggen den Barnim

  4. Tod der Linden in Zepernick?

    Der Bürgermeister von Panketal möchte die Ernst-Thälmann-Straße und die Rudolf-Breitscheid-Straße sanieren. Das ist auch gut so. Nur weshalb er mehrere hundert Linden links und rechts der Straße dazu fällen muss, ist nicht ganz klar…

    Weshalb? Lest weiter unter: Rüdnitz-Journal

  5. Hallo Gabi,

    vielen Dank für den Link. Das Rüdnitz Journal hat die aktuelle Entwicklung an der Breitscheidtstraße gut beschrieben. Trotz der „Salamitaktik“ des Bürgermeisters gibt es allerding noch immer Etliche, die sich den „Kahlschlag auf Raten“ nicht gefallen lassen wollen.
    Da die Bäume in der Breitscheidtstraße im Jahr 2005 schon einmal von den Panketalern gerettet wurden dürfen wir gespannt sein.